DER PAKT MIT DEM TEUFEL

Anna-Ljubow

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mit geschlossenen augen lag sie in ihrer hängematte unter den obstbäumen. das gras war noch feucht von der nacht, ab und an fiel ein sonnenstrahl durch die dichten blätter auf ihren körper. sie spürte die strahlen warm auf ihrer haut. stellte sich vor, dass das gottes finger seien, die sie berührten, die auf sie zeigten: "was hast du getan? du bist anmaßend wenn du meinst eigenmächtig den richtigen, vorgegebenen lauf der welt zu ändern. DEINEN vorgeschriebenen weg zu ändern." gänsehaut lief über ihren körper. sie spürte die kälte, die durch die hängematte ihren rücken berührte, ihren rücken streichelte. Stellte sich vor, dass das die klauen des teufels seien, die sie liebkosten: "du tust das richtige - ich habe dir gesagt dass es klappen wird. alle sind berechenbar, insbesondere männer. du wirst glücklich mit dem was du eigenmächtig bestimmt hast. sei unbesorgt meine liebe."
ihr gefiel die vorstellung einen pakt mit dem teufel zu haben. schon immer waren ihr die abgründe, das böse reizvoll erschienen. sie glaubte nicht an DAS gute während DAS böse ihr überall begegnete. natürlich würde letztendlich sie mit dem leben müssen was sie getan hatte. aber durch den pakt würde es ihr leicht fallen - vielleicht niemandem auffallen. sie würde dank des teufels ein leichtes leben haben. was danach käme war ihr sowieso egal, weil sie noch nie an ein danach geglaubt hatte. und wenn der teufel ihre seele für sein entgegenkommen wollte: bitte sehr! sogar auf einem silbertablett. er hatte ihren sehnlichsten wunsch möglich gemacht. vergeblich hatte sie es alleine versucht: es hatte nie geklappt. und nun hatte sie es schwarz auf weiss - nein: rosa auf weiss wenn man es genau nahm.
sie betrachtete das rosa kreuz. deutlich sichtbar, von der ärztin bestätigt. in 36 wochen hätte sie ein baby - ein baby von dem mann, den sie über alles liebte. von dem mann mit dem sie nie wieder ein wort sprechen konnte, der jeglichen kontakt mit ihr abgebrochen hatte.
schon am allerersten tag - wie lange war das her? - hatte sie diesen wunsch. mit sicherheit unbewusst und überhaupt nicht greifbar. aber wenn sie darüber nachdachte hatte dieser wunsch sich durch diese ganze atemberaubende, unerträgliche, faszinierende beziehung hindurchgerettet. sie wollte seine gene, seine kreativität, seine faszinierende intelligenz, seine begabung in allen bereichen. und natürlich seine schönheit. das alles in einem kind vereint erschien ihr als das maß aller dinge. unvorstellbar. es wert dafür alles in kauf zu nehmen. oft hatte sie es darauf angelegt - hatte es ihm sogar gesagt. es hatte nicht geklappt. irgendeine macht hatte genau das verhindert. erst als die beziehung beendet war, als er die beziehung beendet hatte fiel ihr ein, den teufel um hilfe zu bitten. er flüsterte ihr nachts ins ohr welchen weg sie zu gehen hätte. er berührte sie mit seinem atem mitten am tag, diese gänsehaut war unbeschreiblich - grauenhaft und doch durchdringend: süchtig machend. auf des teufels anraten rief sie ihn an und verabredete ein allerletztes treffen. er stimmte zu - natürlich, wieso hatte sie daran gezweifelt, wenn doch der teufel seine hand im spiel hatte. sie trafen sich - er hatte ihr am telefon erklärt dass er auf gar keinen fall vorhätte mit ihr zu schlafen - nicht einmal küssen würde er sie. sie lächelte ins telefon und wies dieses verlangen ebenfalls weit von sich. der teufel würde schon wissen was zu tun war. der termin war perfekt - auch wenn sie sich im grunde keine gedanken machen musste: der kalender sagte ihr, dass eine schwangerschaft wahrscheinlich sei, hätte sie sex an diesem tag.
sie klingelte bei ihm und als er ihr die tür öffnete musste sie tief durchatmen, so greifbar war die kraft zwischen ihnen, das verlangen. sie sah ihm in die augen und konnte kaum ein "hallo" aussprechen, als er sie am arm packte und auf den boden zerrte. mit einer leidenschaft, die schon fast in wut oder verzweiflung überging, zerrte er ihren rock hoch, öffnete seine hose und schob ihren slip beiseite - ihn ihr auszuziehen hätte zu lange gedauert. er drang in sie ein, hielt ihre arme fest auf den harten boden gedrückt - die blauen flecken waren zwei wochen sichtbar - und ohne den blick von ihr abzuwenden kam er tief in ihr. es war unwirklich - und das ganz sicher nicht nur für sie. als sie sich irgendwann aus einer verzweifelten umarmung lösten, die haustür schlossen und ins wohnzimmer gingen schien es ihr, als wäre er jetzt erst er selbst. er schaute sie wütend an, warf ihr den sex vor - wobei sie immer wieder beteuerte dass sie es gar nicht gewollte hatte: hatte sie ihm das nicht deutlich am telefon gesagt? - und erklärte ihr überlegen, dass dieser sex nichts an seinem entschluss, sie zu verlassen, ändern würde. es folgten noch ein paar stunden die angefüllt waren mit vorwürfen, streit, verletzungen, verzweiflung. es würde kein miteinander mehr geben. das war das ergebnis, zu dem sie ja schon vor einiger zeit gekommen waren. sie ging. weinend. verzweifelt das wissen in sich, sich nie wieder an ihm festhalten zu können, nie wieder diesen atemberaubenden sex mit ihm erleben zu dürfen. im auto legte sich eine kalte hand auf ihre schulter. kalter atem floss an ihrem ohr vorbei als der teufel ihr seinen beifall aussprach. als er sie fragte ob er seinen teil des paktes nicht glänzend erfüllt hätte. als er ihr zu dem samen gratulierte, der sich auf dem weg zu ihrer gereiften eizelle befand. sie lächelte unter tränen. und dankte ihm für seine hilfe. er hatte ihre seele verdient. das war ihr in diesem moment schon klar.
und nun lag sie in ihrer hängematte und hatte den beweis in den händen. den positiven test der ärztin. in zwei wochen musste sie zum ersten ultraschall. dann würde sie das baby sehen. würde sein baby sehen. er würde es nie erfahren. das schwor sie sich. das hatte sie dem teufel versprochen: ein baby gegen die einzige, wahre liebe.
heute abend käme ihr mann nach hause. er würde sich freuen über ihre schwangerschaft. das war sein sehnlichster wunsch: ein baby mit ihr. sie schob alle zweifel weit von sich, fort aus ihrem bewusstsein. der teufel würde schon wissen wie es weitergehen musste - er würde in ihrem mann immer den glauben nähren, dass sie sein baby bekam. und er würde den wahren vater von ihr fernhalten. sie musste sich keine gedanken machen. es war IHR kind welches in ihr wuchs. das war das einzige was zählte.
und gänsehaut schoss wie zur bestätigung ihrer gedanken über ihren körper.
danke.
 
R

Rote Socke

Gast
Hi

Deine Story hat Tiefgang, gefällt mir gut.
Drei Dinge hätte ich mir in dieser Story noch gewünscht.
1. Den Anfang, also den Dialog zwischen Gott und Teufel noch ausbauen.
2. Den Liebesakt mit dem Teufel ausbauen
3. Den Schluss weiter ausbauen, wie all das auf die Frau gewirkt hat.
Gruss
 

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