Der Schreiende ( Sonett nach Rilke )

3,00 Stern(e) 1 Stimme
Nur angenommen, dass der eine Angespannte
Der Eine, der es nicht erträgt was man ihm tut
Aus angestaut und lang zurückgehaltner Wut
Den Schrei entlässt, der lange in der Lunge brannte

Der einfach schreit, die Brücke abwärts in die Nacht
Der sich von keinem Wort besänft'gen, stillen lässt
Bis auch der letzte Rest von Schrei das Herz verlässt
Und danach weint und lacht, dann weint und wieder lacht

Es gibt nicht viele Menschen die so Schreien können
Nun fehlt es nicht an dem "warum" es fehlt am "wie"
So schreien denn auch allermeist die Meisten nie

Dass wir den allerkleinsten Ticken Mut gewönnen
Ein erster Tritt, ein Schubs, es rollt der runde Stein
Wenn nicht - bin ich kein Mensch und habe nichts mit ihm gemein!
 

JANKO

Mitglied
Der Schreiende

Hi, Patrick Schuler!
In Deinem Titel fehlt wohl ein "d".
Das Sonett erinnert mich an: Brücke, Šrei > Munk
und šeint mir metriš usw. ok zu sein.
Nur setzte ich einige Kommata und Punkte mehr,
z.B. am Ende von S1Z1,S1Z4, S2Z2 und Punkte
am Ende von S2Z4, S3Z1, S3Z2 und Z3.
Ehrlich geagt, bleibt mir S4S1+2 reichlich unklar,
hab's nichtsdestotrotz gern gelesen.

Dein Lacher über mein "Wa(h)l-Los" erfreut auch mich.
 
Nur angenommen, dass der eine Angespannte
Der Eine, der es nicht erträgt was man ihm tut
Aus angestaut und lang zurückgehaltner Wut
Den Schrei entlässt, der lange in der Lunge brannte.

Der einfach schreit, die Brücke abwärts in die Nacht
Der sich von keinem Wort besänft'gen, stillen lässt
Bis auch der letzte Rest von Schrei das Herz verlässt
Und danach weint und lacht, dann weint und wieder lacht

Es gibt nicht viele Menschen die so Schreien können
Nun fehlt es nicht an dem "warum" es fehlt am "wie"
So schreien denn auch allermeist die Meisten nie

Dass wir den allerkleinsten Ticken Mut gewönnen
Ein erster Tritt, ein Schubs, es rollt der runde Stein
Wenn nicht - will ich nicht länger unter Menschen sein!
 
Hallo Janko
Der Titel soll natürlich der Schreiende heißen, mein Fehler.
Die Satzzeichen werden ergänzt.

Hallo Mondnein
Tja, da hab ich mich beim Schreiben wohl verzählt, wurde ausgebessert.
 
Nur angenommen, dass der eine Angespannte,
Der Eine, der es nicht erträgt was man ihm tut,
Aus angestaut und lang zurückgehaltner Wut -
Den Schrei entlässt, der lange in der Lunge brannte.

Der einfach schreit, die Brücke abwärts in die Nacht,
Der sich von keinem Wort besänft'gen, stillen lässt,
Bis auch der letzte Rest von Schrei das Herz verlässt
Und danach weint und lacht, dann weint und wieder lacht.

Es gibt nicht viele Menschen die so Schreien können,
Nun fehlt es nicht an dem "warum" es fehlt am "wie",
So schreien denn auch allermeist die Meisten nie.

Dass wir den allerkleinsten Ticken Mut gewönnen,
Ein erster Tritt, ein Schubs, es rollt der runde Stein -
Wenn nicht - will ich nicht länger unter Menschen sein!
 
Nur angenommen, dass der eine Angespannte,
Der Eine, der es nicht erträgt was man ihm tut,
Aus angestaut und lang zurückgehaltner Wut -
Den Schrei entlässt, der lange in der Lunge brannte.

Der einfach schreit, die Brücke abwärts in die Nacht,
Der sich von keinem Wort besänft'gen, stillen lässt,
Bis auch der letzte Rest von Schrei das Herz verlässt
Und danach weint und lacht, dann weint und wieder lacht.

Es gibt nicht viele Menschen die so Schreien können,
Nun fehlt es nicht an dem "warum" es fehlt am "wie",
So schreien denn auch allermeist die Meisten nie.

Dass wir den allerkleinsten Ticken Mut gewönnen,
Ein erster Tritt, ein Schubs, es rollt der runde Stein -
Wenn nicht - will ich nicht länger unter Menschen sein!
 

hermannknehr

Mitglied
Hallo Patrick Schuler,
ein schönes Sonett, wunderbar dem Klang Rilkes nachempfunden.
Die beiden Dreizeiler fallen m.E. etwas ab. Die Aussage der letzten Strophe erschließt sich mir nicht so recht.
LG
Hermann
 
Um die Unklarheiten einmal zu bereinigen.
Das Sonett sollte vorerst 2 Dinge erfüllen.
1 sollte es den Klang Rilkes widerspiegeln, ohne seinen Stil zu kopieren (was nur sehr bedingt gelungen ist)
2 folgt das Sonett einem Tagebucheintrag Rilkes, den ich aus dem Kopf heraus wiedergegeben habe.
Der Text, nach langen hin und her habe ich ihn doch leider nicht im Origianl gefunden, behandelt das Thema des Schreienden als einer der nach unsagbarem Druck der Last der angehäuften Gefühle nicht mehr standhält und sie sich entladen lässt, gleichzeitig( darauf beziehen sich die Terzette) dass kaum jm. den Mut zu einer solchen Handlung besitzt, dem Wunsch dass jm. diesen Mut findet, und wenn nicht, die notwendige Entfremdung Rilkes( des "Ich" )gegenüber denen, die diesen Mut nicht besitzen.
 

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