Der schweigende Morgen

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Arcos

Mitglied
Der Morgen kam heute nicht zu mir.
Er blieb vor dem Fenster stehen,
mit verschränkten Armen aus Nebel
und einem Gesicht aus blassem Licht.

Er schien zu wissen,
dass etwas zwischen uns lag,
etwas Ungesagtes,
das die Nacht nicht mitgenommen hatte.

Du hast geschlafen
mit einer Hand unter deiner Wange,
als würdest du einen Traum festhalten,
den ich nicht betreten durfte.

Ich sah dich an
und plötzlich wirkte die Welt
wie ein Haus voller geschlossener Türen.

Dann bist du aufgewacht.

Du hast nichts gesagt.
Nur meinen Namen berührt,
als wäre er etwas Zerbrechliches.

Und draußen,
draußen begann der Tag langsam
wieder zu atmen.
 
Einfach wunderbar. Ich sehe aber keine Banalität darin, sondern die Angespanntheit des LI: Am Tag zuvor war etwas, das störend zwischen ihnen liegt. Und nachdem das LD aufgewacht ist, hat es das mit dieser kurzen Szene wieder in Ordnung gebracht. Chapeau für das Schildern dieses Moments!

LG SilberneDelfine
 



 
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