Der tollpatschige Schuhmacher

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Es war einmal ein Schuhmacher, der war so schrecklich tollpatschig, sodass ihm nichts rechtes gelingen wollte. Als er wieder einmal bis spät in die Nacht bei der Arbeit beim Licht der Ölfunzel saß und Schuhe flickte, da sprach auf einmal aus dem Nichts eine Stimme zu ihm.

Er erschrak, denn so sehr er auch suchte, er konnte niemanden entdecken. Die Stimme sprach: "Schuhmacher, so spät noch bei der Arbeit. "Während andere in der Wirtschaft sitzen, arbeitest du, dass dir die Finger wund werden.

Irgendwie muss auch ich mein Brot verdienen, sprach der Schuhmacher. Wie von Geisterhand sprang ein Männlein aus der Flamme der Ölfunzel und gab ihm einen Pickel und sprach: „Ich bin ein Gnom und komme aus dem Reich unterhalb der Wasseroberfläche. Sieben Tage nach der nächsten Vollmondnacht wirst du am Abend, nachdem die Glocke zwölf geschlagen hat, an den Kreuzweg kommen, wo auf einer Lichtung unter drei alten Eichen ein ausgetrockneter Brunnen steht. Dann gehst du sieben mal um den Brunnen und schlägst dreimal mit diesem Pickel an den Stamm der mittleren der drei Eichen. Aber überquere die Grenze des Waldes, bevor die Glocke Eins schlägt. Merke dir die genaue Abfolge, ich werde sie nicht noch einmal wiederholen.

Der Mann ging in der besagten Nacht in den Wald und fand auch den Brunnen. Er ging drei mal um den Brunnen und schlug sieben mal mit dem Pickel an die mittlere der drei Eichen. Sogleich verwandelte diese sich in eine altes, buckliges Weib mit einer großen Warze auf der Nase. Danke junger Freund, ich war eine verwunschene Fee. Ich stand hier schon seit mehr als tausend Jahren, meine Gefährtinnen sind bei Weitem nicht so reich an Jahren wie ich. Ich war die älteste dieses Waldes, du hast mich erlöst. Sie nahm einen Kieselstein aus ihrer Schürze und gab ihn dem Schuster als Dank und entgegnete: Dies ist der Lohn für meine Erlösung. Mit ihm kannst du auch in der Wüste Wasser finden!

Der Schuhmacher nahm seinen Lohn und zog des Wegs, bis er nach einiger Zeit in ein Land kam, wo eine große Dürre herrschte. Ein alter Mann erzählte ihm, dass es seit fast zehn Monaten nicht geregnet hatte und nun Trockenheit, Krankheit und Krieg das sonst so fruchtbare Land verheerten. Die Herrscher der Länder diesseits und jenseits des Flusses mussten hilflos zusehen, wie das Wasser des Flusses mehr und mehr fiel.

Da machte er sich auf den langen Weg zur Flussquelle in den Bergen. Viele Meilen war er nun schon gegangen, als er schließlich zu einer Gerölllawine kam, welche dem Wasser den Weg durch das enge Flusstal versperrte. Der Schumacher stieg über die aufgetürmten Steine, auf die gegenüberliegende Felsenwand. Die Sonne stand schon hoch am Himmel und der Durst plagte ihn. In diesem Augenblick erinnerte er sich an das Geschenk der Alten Frau und er nahm den Kiesel und hielt ihn ins Sonnenlicht. Für einen kurzen Augenblick war er unaufmerksam und der Kieselstein fiel mit einem lauten Poltern zu Boden. Die Erde begann zu beben und das Geröll löste sich. Als er am nächsten Morgen aus einem tiefen Schlaf erwachte, fand er sich auf einer grünen Wiese an einem Flussufer liegend, umgeben von hohen Bäumen einer ihm unbekannten Art.

Er stillte seinen Durst und setzte seinen Weg im Schatten der hohen Bäume fort. Nach einiger zeit fiel das Gelände ab und er gelangte in ein Tal auf dessen Wiesen unter Obstbäumen Schafe grasten. Direkt neben sich gewahrte er plötzlich einen Apfelbaum mit köstlichen Früchten. Gerne hätte er einen von diesen köstlichen Äpfeln verspeist, doch die Früchte hingen zu hoch. Deshalb stieg er auf den Baum um sich an einem von ihnen zu laben. Er versuchte ihn zu ersteigen und er das hörte mit Schrecken das Ächzen des Astes unter sich. Schon hatte er sich mit seiner Ahle in den Finger gestochen. Das Licht war heruntergebrannt. Er war wohl über der Arbeit eingenickt. Der Morgen graute und die ersten Vögel sangen ihr Lied.

War alles nur ein Traum?





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flammarion

Foren-Redakteur
Teammitglied
zu

erst einmal herzlich willkommen auf der lupe.
ein märchen in klassischem sinne - aber gib ihm bitte einen passenderen titel als einfach nur "Märchen". ich nehme gern die änderung vor.
lg
 
Es war einmal ein Schuhmacher, der war so schrecklich tollpatschig, sodass ihm nichts rechtes gelingen wollte. Als er wieder einmal bis spät in die Nacht bei der Arbeit beim Licht der Ölfunzel saß und Schuhe flickte, da sprach auf einmal aus dem Nichts eine Stimme zu ihm.

Er erschrak, denn so sehr er auch suchte, er konnte niemanden entdecken. Die Stimme sprach: "Schuhmacher, so spät noch bei der Arbeit. "Während andere in der Wirtschaft sitzen, arbeitest du, dass dir die Finger wund werden.

Irgendwie muss auch ich mein Brot verdienen, sprach der Schuhmacher. Wie von Geisterhand sprang ein Männlein aus der Flamme der Ölfunzel und gab ihm einen Pickel und sprach: „Ich bin ein Gnom und komme aus dem Reich unterhalb der Wasseroberfläche. Sieben Tage nach der nächsten Vollmondnacht wirst du am Abend, nachdem die Glocke zwölf geschlagen hat, an den Kreuzweg kommen, wo auf einer Lichtung unter drei alten Eichen ein ausgetrockneter Brunnen steht. Dann gehst du sieben mal um den Brunnen und schlägst dreimal mit diesem Pickel an den Stamm der mittleren der drei Eichen. Aber überquere die Grenze des Waldes, bevor die Glocke Eins schlägt. Merke dir die genaue Abfolge, ich werde sie nicht noch einmal wiederholen.

Der Mann ging in der besagten Nacht in den Wald und fand auch den Brunnen. Er ging drei mal um den Brunnen und schlug sieben mal mit dem Pickel an die mittlere der drei Eichen. Sogleich verwandelte diese sich in eine altes, buckliges Weib mit einer großen Warze auf der Nase. Danke junger Freund, ich war eine verwunschene Fee. Ich stand hier schon seit mehr als tausend Jahren, meine Gefährtinnen sind bei Weitem nicht so reich an Jahren wie ich. Ich war die älteste dieses Waldes, du hast mich erlöst. Sie nahm einen Kieselstein aus ihrer Schürze und gab ihn dem Schuster als Dank und entgegnete: Dies ist der Lohn für meine Erlösung. Mit ihm kannst du auch in der Wüste Wasser finden!

Der Schuhmacher nahm seinen Lohn und zog des Wegs, bis er nach einiger Zeit in ein Land kam, wo eine große Dürre herrschte. Ein alter Mann erzählte ihm, dass es seit fast zehn Monaten nicht geregnet hatte und nun Trockenheit, Krankheit und Krieg das sonst so fruchtbare Land verheerten. Die Herrscher der Länder diesseits und jenseits des Flusses mussten hilflos zusehen, wie das Wasser des Flusses mehr und mehr fiel.

Da machte er sich auf den langen Weg zur Flussquelle in den Bergen. Viele Meilen war er nun schon gegangen, als er schließlich zu einer Gerölllawine kam, welche dem Wasser den Weg durch das enge Flusstal versperrte. Der Schumacher stieg über die aufgetürmten Steine, auf die gegenüberliegende Felsenwand. Die Sonne stand schon hoch am Himmel und der Durst plagte ihn. In diesem Augenblick erinnerte er sich an das Geschenk der Alten Frau und er nahm den Kiesel und hielt ihn ins Sonnenlicht. Für einen kurzen Augenblick war er unaufmerksam und der Kieselstein fiel mit einem lauten Poltern zu Boden. Die Erde begann zu beben und das Geröll löste sich. Als er am nächsten Morgen aus einem tiefen Schlaf erwachte, fand er sich auf einer grünen Wiese an einem Flussufer liegend, umgeben von hohen Bäumen einer ihm unbekannten Art.
Er stillte seinen Durst und setzte seinen Weg im Schatten der hohen Bäume fort. Nach einiger zeit fiel das Gelände ab und er gelangte in ein Tal auf dessen Wiesen unter Obstbäumen Schafe grasten. Direkt neben sich gewahrte er plötzlich einen Apfelbaum mit köstlichen Früchten. Gerne hätte er einen von diesen köstlichen Äpfeln verspeist, doch die Früchte hingen zu hoch. Deshalb stieg er auf den Baum um sich an einem von ihnen zu laben. Plötzlich hörte er das Brechen des Astes unter sich - schon hatte er sich mit seiner Ahle in den Finger gestochen. Das Licht war heruntergebrannt. Er war wohl über der Arbeit eingenickt. Der Morgen graute und die ersten Vögel sangen ihr Lied.

War alles nur ein Traum?
 

TDH

Mitglied
Hallo Sewe Henderson,

bItte nehme es mir nicht übel, aber mir sind zwei Fehler aufgefallen. Ich möchte dich nicht ärgern, dafür aber helfen:


Wie von Geisterhand sprang ein Männlein aus der Flamme der Ölfunzel und gab ihm einen Pickel und sprach
Hier würde ich das "und" nach "Ölfunzel" durch ein Komma ersetzen!


Danke junger Freund, ich war eine verwunschene Fee. Ich stand hier schon seit mehr als tausend Jahren, meine Gefährtinnen sind bei Weitem nicht so reich an Jahren wie ich. Ich war die älteste dieses Waldes, du hast mich erlöst.
Hier würde ich Anführungszeichen setzen!
 

Basti50

Foren-Redakteur
Teammitglied
Abend @Sewe Henderson,

meinst du damit, dass du deine Beiträge nicht bearbeiten kannst? Die Bearbeiten Funktion müsste jetzt eigentlich wieder für alle Benutzer auswählbar sein.

Ansonsten viel Spaß bei der Korrekturarbeit, wenn ich deine Intentionen korrekt herauslese :p
 
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