Der überraschend hohe Sinngehalt

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Anonym

Gast
Ein Hamster beschloss an einem Dienstag, eine Firma zu gründen.
Sein Geschäftsmodell bestand darin,
Sonnenblumenkerne von links nach rechts zu tragen
und anschließend eine Besprechung darüber abzuhalten.

Nach drei Minuten stellte er fest,
dass er der Geschäftsführer, die Buchhaltung,
die Personalabteilung und der Hausmeister war.
Daraufhin kündigte er sich selbst.

Die Personalabteilung war empört.
Die Buchhaltung schrieb eine Beschwerde.
Der Hausmeister ignorierte alles und aß einen Keks.

Währenddessen erschien eine Ente mit einer Aktentasche.
Niemand wusste, warum die Ente eine Aktentasche hatte.
Nicht einmal die Ente.
Trotzdem wirkte sie kompetent.

Der Hamster stellte sie sofort ein.
Die Ente hielt eine Präsentation
über die strategische Zukunft von Pfützen.
Alle klatschten.

Es gab niemanden außer dem Hamster.
Er klatschte so begeistert, dass er vom Stuhl fiel.
Der Stuhl nahm das persönlich.

Am Nachmittag übernahm ein Brokkoli die Leitung des Unternehmens.
Die Ente fand das nachvollziehbar.

Der Hamster war inzwischen damit beschäftigt,
einem Toaster das Fahrradfahren beizubringen.
Der Toaster zeigte Talent.
Das Fahrrad nicht.

Gegen Abend wurde beschlossen,
dass der Mond künftig nur noch mittwochs erscheinen sollte.
Der Mond reagierte nicht.
Er war vermutlich in einer anderen Besprechung.

Am Ende machte die Firma einen Gewinn von drei Murmeln,
einem Gummiband und einer äußerst selbstbewussten Kartoffel.

Bis heute weiß niemand, was eigentlich verkauft wurde.

Aber die Kartoffel hat inzwischen einen Parkplatz mit eigenem Namensschild.
 

Ubertas

Mitglied
Hallo Anonym,

mit den Kartoffeln ist das so eine Sache! Die lassen sich nicht so leicht aus dem Sack schütteln - ich denke da besonders an die Frühkartoffeln, neuerdings lassen sie sich sogar als Spargelkartoffeln etikettieren oder haben eigene Nummernschildscanner am Parkplatz gegen Pay. Dass da der Hamster sein natürliches Habitat verlässt und fernab jeglicher Sonnenblumenkerne auf Kekse umstellt, ja letztlich zum Ignore-Hamster wird, mit Ententranche: es verwundert mich nicht! Seit einigen Jahren tauchen in meiner Sprechstunde immer wieder zweifach geschlitzte Toaster auf, die mit der Sandwichfunktion. Sie hielten jahrelang her, zwei zum Toast für einen. Naja, ich hab sie dann mehrfach integriert. Nur der Brokkoli wollte nicht so recht mitmachen, ich nahm ihn eines Nachts nach draußen mit, wir standen beide auf dem Balkon. Er flüsterte mir zu, dass er sich ebenfalls ein Fahrrad wünscht und gleichzeitig raschelte etwas wiederholt im Blumenkasten. Mein Gott! Die Ente hatte den Jasmin angefressen und am Geländer tanzte der Hamster mit der Kompetenz einer ganzen Balkonhaltung. Ich habe sie dann alle in den Arm genommen und bis heute weiß niemand davon, nicht einmal die Aktentasche.

Liebe Grüße,
ubertas

post scriptorium: So, gleich ist es raus: Ein Gedicht von Format :)
 

Anonym

Gast
Vielen Dank @Ubertas , @klausKuckuck , @Rachel und @SilberneDelfine für eure Beschäftigung mit der Sinnhaftigkeit und die tolle Resonanz. Freue mich sehr.

Anstelle des Hamster hätte ich auch glatt ein Hörnchen nehmen können.
Aber die Hörnchen sind jetzt alle als Leiharbeiter bei Steuerberatungsvereine beschäftigt. Man will ja die hohen Steuerabgaben der Bevölkerung etwas schmackhaft machen.
Aber da ist ja ein Streik angekündigt…

Beste Grüße
 



 
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