Der Umschlag

visco

Mitglied
Der Umschlag

[ 6]Nur ein Umschlag. Weiß. Gefüttert. Mit meinem Namen darauf. Vor- und Zuname. Keine Adresse. Keine Briefmarke. Jemand muß ihn eingeworfen haben. Meine Hand ist schneller als mein Wille. Versicherung, Rechnung, Rechnung, Postkarte, Werbung und wieder der Umschlag.
[ 6]Das Bild zeigt eine sonnige Landschaft, vermutlich irgendwo im Süden. Keine Ahnung, wo. Auf der Rückseite eine Mädchenschrift. Gegen die Leserichtung, sauber aber verschnörkelt, viel zuviel Text. Nur Weiber schreiben so.
[ 6]Conni schreibt auch so. Die Karte ist an sie. An den Rand gequetscht heißt es noch: „und auch an ...“. Blöde Kuh. Das hätte sie sich auch sparen können. Sie weiß genau, was ich von ihr halte.
[ 6]Ich betrachte den Umschlag. Er ist breiter als die anderen. Connis Schrift ist das nicht. Ähnlich. Aber nicht ihre. Er ist nicht zugeklebt. Die Lasche wurde nur in den Ausschnitt gesteckt.
[ 6]Erst ´mal sehen, was die Versicherung will. Mein Zeigefinger bohrt sich in die Falzlücke, und nach mehrmaligem Reißen ist der Umschlag der Länge nach auf. Conni haßt es, wenn ich die Umschläge so zerfetze. Eine dieser „vielen Kleinigkeiten“, die ich wohl nie verstehe. Ist mir einfach zu blöd.
[ 6]Nur die Quartalsrechnung. Wenn an der Karre auch nur eine Schramme ist! drohe ich im Geiste. Die kann ´was erleben! Früher oder später kommt sie schon zurück. Und dann geht´s aber rund im Karton! Schnappt sich einfach die Maschine! Die hat sie wohl nicht alle! Führerschein hin oder her. Ich will´s eben nicht. Das weiß sie verdammt genau.
[ 6]Die Post landet auf dem Tisch. Nur den Umschlag behalte ich in der Hand. Das ist auf keinen Fall Connis Schrift. Ihr großes „A“ sieht ganz anders aus. Glaube ich. Sie ist doch bestimmt zu ihrer Mutter gefahren. Tut sie doch sonst auch immer. Dann ist das wohl deren Schrift.
[ 6]Warum sollte die mir schreiben? Hab´ ich etwa keine Telefon? Und warum schellt sie nicht, wenn sie schon da ist? Traut sich wohl nicht.
[ 6]Was also mag das sein? Eine Einladung zum Grillen auf Schwiegermamas Terrasse? Zum Glück immer noch Schwiegermama in spe. Die hat immer so tolle Einfälle. Wahrscheinlich hält sie das für eine prima Gelegenheit, um ´mal wieder alles in Ruhe zu belabern. Günther, diese Witzfigur, der sich von seiner Frau auf der Nase ´rumtanzen läßt, steht am Grill, während Madame mir die Ohren vollsülzt. Nee, schönen Dank auch. Außerdem kann ich gar nicht. Am Wochenende machen wir nämlich schon einen Tour durch die Eifel. Ist schon lange geplant. Tut mir leid.
[ 6]Scheiße! Wie konnte ich auch die Ersatzschlüssel vergessen! An die Wagenschlüssel hab´ ich doch gedacht. Hab´ wohl einfach nicht damit gerechnet, daß sie so dreist ist. Klettert aus dem verdammten Fenster, und wusch, weg ist sie. Mit meiner Maschine!
[ 6]Vielleicht ist sie auch gar nicht nach Hause zu Mama. Sie könnte zu Sylvi sein. Die wohnt viel näher. Und hat keine Garage. Wäre nicht schlecht, wenn sie da hin wär´. Ich könnte Tom anrufen, wir fahren schnell vorbei, und ich hab´ meine Maschine wieder.
[ 6]Besser nicht. Der würde natürlich wissen wollen, was die Aktion soll. Und was sag´ ich dann? Er weiß auch, daß ich nicht will, daß sie Motorrad fährt. Paßt doch gar nicht zu ´ner Frau! Die gehört hinten ´drauf. Jannette hat nicht ´mal ´nen Führerschein. Wozu auch?
[ 6]Na ja. Morgen reicht auch noch. Wir fahren erst Samstag.
[ 6]Ich könnte ja ´mal anrufen und hören, ob sie da ist. Dann weiß ich wenigstens, wo die Maschine steht, falls es eng wird. Dann darf ich mir zwar wieder anhören, was ich doch für ein egoistisches Arschloch bin, daß ich zuwenig Rücksicht auf die Gefühle anderer nehme und all so´n Zeugs. Alte Lesbe. Kriegt selber keinen ab und will anderen erklären, wie´s geht. Selber von Beziehung keine Ahnung, aber das Maul aufreißen!
[ 6]Gefühle. Wenn ich das schon höre! Weiberkram. Was kann ich denn dafür, wenn mir ´mal die Hand ausrutscht? Das kann jedem ´mal passieren. Was muß sie auch ständig auf mir ´rumhacken? Tu´ dieses nicht, mach´ jenes nicht, laß´ nicht immer alles liegen, räum´ das auf. Verdammt, wer bringt denn die Kohle nach Hause? Und da soll ich mir vorschreiben lassen, wie ich mich zu benehmen habe? In meiner eigenen Wohnung? Soweit kommt´s noch! Die soll sich ´mal nicht so anstellen!
[ 6]Okay. Ich hätt´ sie vielleicht nicht schlagen sollen. Wollt´ ich eigentlich gar nicht. Aber sie hat so gebrüllt, nein, gekeift hat sie. Ich kann´s einfach nicht ertragen, wenn sie so keift. Das geht wirklich durch Mark und Bein, so hoch ist das. Nicht zum Aushalten.
[ 6]Ich mach´s wieder gut. Vielleicht kauf´ ich ihr ´was. Oder wir gehen ´mal wieder ins Kino. War´n wir schon lange nicht mehr. Bestimmt will sie ins Kino. Und dann können wir ja noch irgendwo essen gehen. Der Grieche in der Fußgängerzone soll nicht schlecht sein, sagt Tom.
[ 6]Also schön. Was haben wir hier? Einladung zum Grillen oder eine allerliebste Freundin, der Conni ihr Herz ausgeschüttet hat und mir jetzt fein säuberlich verfaßt den Marsch bläst?
[ 6]Ich ziehe eine Karte aus dem Umschlag und klappe sie auf. Connis Name sticht sofort ins Auge. Darüber steht: „Durch einen tragischen Unfall verloren wir unsere von Herzen geliebte Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante“.
[ 6]Der Rest verschwimmt vor meinen Augen. Ich will hinsehen, aber ich kann nicht. Karte und Umschlag gleiten mir aus den Händen und fallen zu Boden. Ich kann mich nicht bewegen. In meiner Verkrampfung wie festgefroren sitze ich nur da und starre ins Leere.
[ 6]Verflucht! Das habe ich nicht gewollt.
 

flammarion

Foren-Redakteur
Teammitglied
boh eh!

dieses kleine kunstwerk bekommt 10 punkte von mir. ich finde absolut nischt zu meckern. die geschichte kommt in meine sammlung. herzlichen glückwunsch und vielen dank, liebe viktoria. ganz lieb grüßt
 

visco

Mitglied
Re: boh eh!

Liebe flammarion,

ich habe noch nie eine Bewertung bekommen (für einen meiner Texte) - und dann gleich eine "10"?? Das haut mich glatt um!
Es macht mich sehr stolz, daß dir die Geschichte so gut gefällt. Ehrlich.

Viele liebe Grüße
 

flammarion

Foren-Redakteur
Teammitglied
ja,

bei sachen, wo ich mir denken kann, daß andere ne ganz andere meinung dazu haben, vergebe ich keine punkte. aber diese geschichte ist für mich so rund und überzeugend in ihrer qualität, daß ich mich ganz weit aus dem fenster lehne und rufe: das hier ist gut! und du kannst sicher sein, daß andere meinungen mich überhaupt nicht jucken dabei. ganz lieb grüßt
 

visco

Mitglied
Formatierung

Hallo allerseits!

Dank unserem techn. Admin. mact konnte ich den Text jetzt so formatieren wie er eigentlich aussehen sollte, also mit der ersten Zeile eines Absatzes eingerückt statt der vielen Leerzeilen.

Lieben Rundumgruß
 
S

schwafelfasel

Gast
wow, alle Achtung,

allerdings: Den letzten Teil, in dem du die Leiden des Hinterbliebenens schilderst, würde ich kürzen. Eigentlich den ganzen Absatz zwischen "... und starre ins Leere" und "Das habe ich nicht gewollt." Der Kerl leidet ja da so intensiv, da kriegt man ja fast schon wieder Mitleid mit ihm und das würde ja dann die ganze schöne Antipathie zerstören, die man im Lauf der Geschichte für ihn aufbaut. Weißt du, diese Leidensfähigkeit traue ich ihm einfach nicht zu. Sicher, ist schon ein reizvolles Bild wie der große, starke Macho dann plötzlich zu weinen beginnt - also, weinen - okay (abgesehen davon, dass ich "die Augen, aus denen ich zu weinen beginne" für keine allzu glückliche Formulierung halte, ich wüßte einfach nicht, woraus man sonst weinen sollte und die Präposition aus in dem Zusammenhang klingt für mich auch gewöhnungsbedürftig)aber
"erzittert, von mächtigen Schlägen getroffen" find ich in diesem Kontext zu pathetisch.

Ich hab die Geschichte übrigens auch mit 10 bewertet, denn sie ist wirklich toll.

Könnt ich das doch auch!

wünschte sich,
Schwafelfasel
 

visco

Mitglied
Lieber Schwafelfasel,

vielen herzlichen Dank für dein tolles Lob (und natürlich die 10 Punkte).
Ich kann dir gar nicht sagen, wie schwer es für mich war, es glaubhaft nach einem Macho klingen zu lassen. Und ich sollte dir besser nicht erzählen, wo und wie ich recherchiert habe.
Total dankbar bin ich dir daher für deine Hinweise bzgl. des letzten Teils. Da schimmert dann wohl doch das Weibsbild in mir durch ;). Meinst du, man könnte den Text einfach mit ...
[..] sitze ich nur da und starre ins Leere.
[ 6]Verflucht! Das habe ich nicht gewollt.
... enden lassen (ob mit oder ohne "Verflucht!")?

Viele liebe Grüße,
[ 6]Viktoria
 
S

schwafelfasel

Gast
Erfasst.

ich finde nämlich, dadurch wird schon ausreichend deutlich, wie sehr das Geschehen den Protagonisten emotional mitnimmt. Schlichter wirkt in dem Fall stärker.

Wenn ich noch persönlich was anmerken darf: Ich fühle mich sehr geschmeichelt, dass jemand, der offensichtlich mehr Ahnung vom Ganzen hat, einen Rat von mir annimmt. Danke. Du hast meinem Selbstwertgefühl ganz schön Auftrieb verliehen.

Schwafelfasel
 

visco

Mitglied
Lieber Schwafelfasel,

nein, nein. Ich habe zu danken. Rückmeldungen wie deine, insbesondere mit konstruktiver Kritik, sind ungeheuer hilfreich.
Ich habe den Text inzwischen entsprechend abgeändert.

Viele liebe Grüße,
[ 6]Viktoria
 

Marc Mx

Mitglied
ich finde den Text auch durchaus gelungen. Auch die neue Variante für das Ende finde ich besser als die erste. (Das verflucht würde ich aber drinlassen)
Den Spannungsaufbau finde ich ebenfalls gut gelungen. Allerdings finde ich es ein bißchen schwierig, daß die ganze Geschichte im "inneren Monolog" erzählt wird. Ich fände es besser, wenn zwischen drin wenigstens ab und zu noch etwas Handlung stattfinden würde.
Und der zweite Punkt den ich anmerken möchte: Ich fand den Text vom Umschlag in Bezug auf die erzählte Handlung unlogisch! Warum?
Das klingt doch so, als würde entweder die Beerdigung morgen anstehen, oder hat schon statt gefunden. Und im Text klingt es so, als wäre Conni eben mal kurz mit dem Motorrad abgehauen und er würde sie abends wieder erwarten. Außerdem: Ich denke, daß die Polizei doch wohl nach dem Unfall auch bei dem Besitzer des Motorrads auftauchen würde und wahrscheinlich auch da, wo sie wohnt. Also das ist noch ziemlich wischiwaschi!!!
Also am zeitlichen Geschehen solltest Du noch ein bißchen feilen - meiner Meinung nach!
 

visco

Mitglied
Lieber Marc MX,

zunächst vielen Dank für dein Lob und die für mich sehr wertvollen Hinweise.

Conni ist natürlich mindestens schon zwei Tage weg, aber im Text heißt es dazu nur "Früher oder später kommt sie schon zurück." Das ist dann doch wohl zuwenig. Dazu werde ich mir ´was einfallen lassen müssen.

Dein Hinweis bzgl. der Unfalluntersuchung durch die Polizei hat mich etwas ins Grübeln gebracht. Es darf natürlich auf keinen Fall unlogisch erscheinen!
Ich weiß nicht viel über Polizeiroutine, aber ich denke, daß doch der Unfallhergang im Mittelpunkt der Untersuchung steht. Vielleicht wäre A. als Halter tatsächlich noch dazu befragt worden, aber die Todesanzeige war eben schneller.
Ich halte es für sehr wahrscheinlich, daß...
- Connis Personalien festgestellt werden konnten (da Ausweis dabei),
- sie mit Wohnsitz nach wie vor bei den Eltern gemeldet ist(aus Bequemlichkeit, oder weil sie noch nicht lange bei ihm wohnt, oder weil sie nicht verheiratet sind),
- die Eltern sofort verständigt wurden (und ins Krankenhaus bestellt werden, wo Conni ihren Verletzungen erliegt),
- das Motorrad nicht als gestohlen gemeldet ist, und die Eltern angeben, in welcher Beziehung die Tochter zum Halter steht.

Ich könnte ggf. versuchen, einzelne dieser Umstände in die Geschichte einzubauen. Ich hatte darauf verzichtet, um nicht vesehentlich der Überraschung am Ende durch verräterische Andeutungen vorzugreifen.
Ich werde ´mal darüber grübeln.

Nochmals vielen lieben Dank
und liebe Grüße,
[ 6]Viktoria
 

flammarion

Foren-Redakteur
Teammitglied
ach,

liebe viktoria, alles, was du in obiger antwort erwähnst, habe ich zwischen den zeilen deiner geschichte gelesen. bitte, model sie jetzt nicht für fantasielose um! ganz lieb grüßt
 

visco

Mitglied
Liebste flammarion,

dafür könnte ich dich knuddeln. Tatsächlich wurde der Text schon von reichlich Leuten gelesen (hier im Forum, auf meiner Website und ausgedruckt an Bekannte verteilt), und nach den Rückmeldungen zu urteilen ist Marc MX bislang der einzige, der ihn unlogisch findet. Selbst mein Freizeitvulkanier, der sogar für´s Schnarchen eine logische Erklärung findet, hatte nichts daran auszusetzen.
Also werde ich ihn wohl doch so lassen - den Text, meine ich ;-)

Nochmal kurz knuddeln
und bis dann,
[ 6]Viktoria
 

Marc Mx

Mitglied
Eigentlich kann es mir ja egal sein, aber wenn ich dann mit meiner Meinung derart in die Ecke gestellt werde, möchte ich doch noch einmal kontern:

Also, wenn irgendwo ein derartiger Unfall passiert, dann ist wahrscheinlich noch bevor die Polizei ihre Pflicht erfüllt, die Versicherung da. Denn die wollen ganz genau wissen, ob sie zahlen müssen und warum ganz genau!
Und auch die Polizei gibt das Nummernschild des Motorrads einfach in den Computer ein und dann wird sofort der Fahrzeughalter informiert.

Das ist Standard! Wir leben schließlich in einem allseits beliebten Rechtsstaat und nicht irgendwo in der Pampa!*g*

Also, dieser Punkt ist definitiv UNLOGISCH!

ABER es ist doch die Frage, was willst Du mit Deinem Text machen, wenn Du nur einfach Deine Freunde damit unterhalten willst, dann ist es so doch absolut okay.
Nur veröffentlichen kann man so einen Text eben nicht. Zumindest nicht, wenn man Geld damit verdienen will. Und das willst du doch gar nicht, oder?

Wenn doch, könnte ich Dir allerdings eine Adresse nennen, wo Du mit so einer Geschichte 400 DM verdienen kannst!
Gruß
MarcPlanet.de
 

visco

Mitglied
unlogisch

Hi Marc!

[ 6]Origineller Zufall - habe gerade auf deiner Website gestöbert, als die Benachrichtigung über deine Antwort eintraf.
[ 6]Tut mir leid, daß du dich in die Ecke gedrängt fühlst. Das war nie beabsichtigt. Tut mir ebenfalls leid, daß du es auch nach etwas Überlegung immer noch für unlogisch hälst.
Warum um alles in der Welt sollte sofort der Fahrzeughalter informiert werden? Der war doch in den Unfall gar nicht verwickelt. Ein Protokoll, Anzeige o.Ä. geht an den Fahrzeughalter - meiner Erfahrung nach allerdings erst so nach etwa 6 Wochen.
[ 6]In jedem Fall sprechen wir hier nicht über einen Punkt, der nicht zweifelsfrei zu klären wäre. Eine schlichte Anfrage bei unseren rechtsstaatlichen Gesetzeshütern sollte bereits Aufschluß geben (werde ich dann wohl ´mal machen). Ich wäre allerdings mehr als überrascht, falls es tatsächlich eine erforderliche Richtlinie geben sollte, die deine Annahme bestätigt.

[ 6]Mit Aussprüchen wie "definitiv UNLOGISCH!", "Das ist Standard!" oder "veröffentlichen kann man so einen Text eben nicht [..] wenn man Geld damit verdienen will." lehnst du dich m.E. ziemlich weit aus dem Fenster. Wenn auch als Faktum formuliert, bleibt es doch eine persönliche Meinungsäußerung.
[ 6]Ehrlich gesagt habe ich mir noch keine Gedanken darüber gemacht, ob man mit einem solchen Text Geld verdienen könnte oder nicht. Schließlich übe ich ja noch. Selbstverständlich wäre ich aber nicht abgeneigt. Den Erlös könnten wir ja gemeinsam auf den Kopf hauen.

Schöne Grüße,
[ 6]Viktoria

v.scholz@visco.de
 

Marc Mx

Mitglied
Kann schon sein das ich mich weit aus dem Fenster lehne... andererseits habe ich einige Kontakte zu Leuten, die mit Krimis Geld verdienen und gehöre ja jetzt selber dazu. Es gibt auf diesem Markt sozusagen strikte Regeln, die von den Autoren eingehalten werden müssen. Z.B. darf ein Mini-Krimi der Funk Uhr nur 3000 Zeichen haben. Wenn Du einen Text hinschickst der 4000 Zeichen lang ist, kann der so toll sein wie er will, wenn er sich nicht auf 3000 runter kürzen läßt, wird er nur aus diesem einen Grund abgelehnt!
Zweitens arbeitet mein Vater beim Landgericht Kassel und ich denke, er weiß wovon er spricht, wenn er sagt, daß bei einem Unfall immer der Fahrzeughalter informiert wird. Und ich finde das auch total logisch und kann ehrlich gesagt nicht verstehen, daß Du Dich dagegen so sträubst.
Naja, frag einfach mal einen Polizisten!
Gruß
MarcPLanet.de
P.S. Auf Deiner Page war ich auch schon und da ich gerade auch meinen ersten Roman schreibe muß ich mich respektvoll vor Dir verneigen, denn einen so langen zusammenhängenden Text zu schreiben ist echt nicht einfach...
 

urte

Mitglied
Hallo, Viktoria,
Ich habe gerade erst hineingesehen. Schöne Geschichte. Mal eben nur: Könnte nicht noch ein Brief von jener dann betroffenen Versicherung dabei sein, der aber nicht sofort geöffnet wird? Dann könnte die Information eben implizit vorhanden sein, aber noch nicht zu früh wirksam werden.
Ich muß mich schämen, denn ich hatte längere Zeit nicht kapiert, wer da redete...
Viele Grüße, Urte
 

visco

Mitglied
Liebe Urte,

[ 6]ja, ich könnte mir vorstellen, daß der ein oder andere ziemlich verwundert aus der Wäsche schaut, wenn er unter der Geschichte den Namen einer Frau als Verfasser liest. Ansonsten gibt es - da bin ich ganz sicher - ausreichend Hinweise dafür, daß es sich bei dem Erzähler eindeutig um einen Kerl handelt. (Vielleicht plaudere ich bei Gelegenheit doch ´mal aus dem Nähkästchen über meine Recherchen, wie ein Macho denkt und spricht ;-)

[ 6]Es freut mich sehr, daß dir die Geschichte gefällt und du dir dazu Gedanken machst. Für deine Anregung danke ich dir sehr.
[ 6]Tatsächlich bekommt A. ja sogar einen Brief von der Versicherung. In der Geschichte ist es die Quartalsrechnung für die Krad-Haftpflicht. Natürlich könnte es auch etwas anderes sein. Dein Vorschlag ist nicht nur sehr clever sondern auch versöhnlich in Bezug auf Marcs Bedenken.
[ 6]Wenn ich mich aber schon bei der umgehenden, polizeilichen Informationspflicht - wie von Marc vermutet - schwer tue, dann erst recht bei der durch eine Versicherungsgesellschaft.
[ 6]Das hat folgenden Grund: eine Vers.ges. beginnt erst dann, sich über die Regulierung eines Schadens Gedanken zu machen, wenn ihr ein solcher gemeldet wurde. Dem Text ist nicht zu entnehmen, ob ein weiterer Verkehrsteilnehmer in den Unfall verwickelt war (Conni könnte schlicht von der Bahn abgekommen sein). Wer hätte dann den Schaden melden sollen? Und warum hätte er dann der Versicherung gemeldet werden sollen? (Ich fahre selber Motorrad - wenn auch nur ab und an, und kenne doch so einige Motorradfahrer, aber keiner darunter hat eine Vollkasko abgeschlossen.)
[ 6]In Bezug auf Marcs Bedenken sei noch erwähnt, daß ich inzwischen eine Anfrage an die Polizeiinspektion Heinsberg (Verkehrskommissariat) mit der Bitte um Aufklärung gesandt habe. Ich hoffe, in den nächsten Tagen eine Antwort zu erhalten.

Viele liebe Grüße,
[ 6]Viktoria
 

visco

Mitglied
Auskunft Kreispolizeibehörde

Hallo allerseits!

Wie bereits erwähnt habe ich bei der Kreispolizeibehörde Heinsberg unter Schilderung der vorgegebenen Situation um Auskunft bezüglich der vorgeschriebenen oder auch nur üblichen Vorgehensweise der zuständigen Ermittlungsbehörden gebeten.
Heute erreichte mich folgende Antwort:
Ihr Zeichen Ihre Nachricht Mein Zeichen Heinsberg,
[ 6][ 6][ 6]31.07.2001[ 6]GS 3 /Bo[ 6]10.08.2001


Ihre Anfrage vom 31.07.2001


Sehr geehrte Frau Scholz,

wenn anhand des Kennzeichens oder Kraftfahrzeugscheines festgestellt wird, dass das Krad nicht der Fahrerin gehört, wird umgehend der Halter benachrichtigt. Dabei geht es um die Eigentumssicherung bzw. Sicherstellung / Beschlagnahme des Fahrzeuges.

Sie sollten Ihre Geschichte vielleicht so abändern, dass der Halter nicht erreichbar ist (übernachtet beispielsweise bei einem Freund). Dann passt es wieder!

In der Hoffnung, Ihnen mit dieser Information geholfen zu haben, verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen

I.A.


Bockhoff
Erster Polizeihauptkommissar
Um Marcs (Marc MX) Bedenken - die nachgewiesenermaßen voll und ganz zutreffen - in der Geschichte zu berücksichtigen, sollte ich wohl ergänzen, daß der Erzähler den ersten Tag wieder zu Hause ist, als ihn der Brief (Umschlag) erreicht.

Einen lieben Rundumgruß
und vielen Dank für eure Hilfe,
[ 6]Viktoria
 
E

ElsaLaska

Gast
und natürlich auch vielen dank an

an den freundlichen ersten hauptkommissar bockhoff,oder?
liebe grüsse
elsa
 

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