Der verräterische Tote

ArN

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Hallo, hier ein Heimatkrimi von mir, der im Juni 2012 in der Fernsehzeitung “Auf einen Blick” erschienen ist. Vorgabe von Seiten des Verlages war: Regionalbezogenheit, höchstens 3000 Zeichen, Auflösung im letzten Satz.

„Mein Mann war immer so sozial eingestellt“, schluchzte Frau Berg. „Deshalb hatte er auch diesen Keramikkurs für schwererziehbare Jugendliche ins Leben gerufen.“
„Und der Kurs hat gestern auch stattgefunden?“, hakte ich nach.
Das Brennen von Keramik hat hier oben im Westerwald bei Höhr-Grenzhausen eine lange Tradition. Viele verdienen auch heute noch damit ihr Geld.
„Ja, Herr Kommissar. Als es schon auf Mitternacht zuging und Frank immer noch nicht aus der Werkstatt zurückgekommen war, ging ich rüber und … und …“
Frau Berg sank in ihrem Wohnzimmersessel zusammen und bekam kein vernünftiges Wort mehr heraus. Verständlich, nachdem man seinen Mann blutüberströmt auf dem Boden der Werkstatt gefunden hat.
Trotzdem musste ich noch weitere Fragen stellen. „Sie sind sich sicher, dass der Täter eine Geldkassette mitgenommen hat?“
Frau Berg sah mich mit verheulten Augen an. „Frank war ja so vertrauensselig. Die Kassette mit allen Einnahmen und den Kursgebühren stand immer für jeden sichtbar auf der Fensterbank. Als ich in die Werkstatt kam, sah ich direkt, dass sie verschwunden war.“
Ich wollte die arme Frau nicht weiter mit meinen Fragen belästigen und ging von dem Wohnhaus die paar Schritte über den Hof in die Keramikwerkstatt.
„Der Tote ist mit dem Kopf kräftig an diesen Brennofen geschlagen worden und hat sich dann noch bis zu diesem Regal geschleppt“, erklärte mir der Beamte der Spurensicherung überflüssigerweise, denn das Blut an dem Brennofen war überdeutlich zu sehen.
„Sonst noch etwas Außergewöhnliches?“, erkundigte ich mich.
Der Beamte wies auf die Hand der Leiche. „Sehen Sie die helle Stelle am Ringfinger seiner rechten Hand? Sein Ehering wurde wohl auch gestohlen.“
Trotz meiner vielen Dienstjahre bin ich immer wieder erstaunt über die Kaltblütigkeit mancher Täter.
Ich sah mir das Regal, vor dem die Leiche lag, genauer an. Verschiedene Keramikstücke zum Brennen oder Auskühlen standen dort.
Einer Eingebung folgend beugte ich mich zu Toten und drehte ihn auf den Rücken.
*

„Wie sind Sie mir so schnell auf die Spur gekommen?“, fragte mich der junge Mann, der in Handschellen vor mir stand.
Soeben hatten wir eine Hausdurchsuchung bei ihm durchgeführt und sowohl eine große Summe Bargeld als auch den Ehering des Toten gefunden.
„Ich habe mich gefragt, warum ein Sterbender sich mit seiner letzten Kraft zu einem Regal schleppt. Die Antwort wurde mir klar, als ich das Regal untersuchte. Die gebrannten Keramikfiguren des Kurses für schwererziehbare Jugendliche standen dort in Reih und Glied auf ihrem Platz. Vor jedem Platz klebte ein Schildchen mit dem Namen des Kursteilnehmers.“
Ich machte eine Pause und zog aus meiner Hosentasche eine kleine Keramikfigur heraus.
„Ist das deine Figur?“, fragte ich den verblüfften Jugendlichen.
Er sagte kein Wort und starrte mich nur an.
„Der Tote hat uns selbst auf deine Spur geführt, indem er die Figur seines Mörders aus dem Regal genommen und dicht an sein Herz gepresst hielt.“
 

jon

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Hallo ArN,

sagen wir mal so: Dass es geduckt wurde, ist kein Gütesiegel. Echt nicht. Es ist nicht spannend und der ganze erste Teil ist unnötig aufgeblähte Info. Für diese Info hätte gereicht:

Ich schaute auf den Toten hinab und rekapitulierte, was ich von wusste: Frank Berg, Mitte 50, Leiter eines von ihm selbst initiierten Keramik-Kurses für schwererziehbare Jugendliche. Seiner Frau nach lief gestern Nachmittag so ein Kurs, als er kurz vor Mitternacht noch nicht zurück war, war sie über den Hof in die Werkstatt gegangen und hatte ihren Mann so vorgefunden.
"Ist etwas gestohlen worden?", fragte ich einen der Streifenpolizisten, die als erste am Tatort gewesen waren.
"Nach Aussage der Frau fehlt die Geldkassette mit allen Einnahmen des Tages. Sie stand wohl immer für jeden sichtbar auf der Fensterbank."
"Was wissen wir sonst noch?"
„Der Tote ist mit dem Kopf kräftig …


Außerdem sind plötzlich auftauchende Täter immer irgendwie unbefriedigend. Klar, in dieser superkurzen Geschichte wäre es schwer gewesen, den Täter schon vor der Entlarvung unterzubringen, aber unbefriedigend ist es trotzdem.
 



 
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