Der Zauberer und die Piraten

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molly

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Der Zauberer Jack und die Piraten ab 5 Jahren

Auf einem großen Meer fuhr einmal ein Segelschiff. Die Matrosen waren alle Piraten, echte Seeräuber mit wuscheligen Bärten und rauen Stimmen. Zwei Piraten trugen eine schwarze Klappe über dem Auge. Jeder Seeräuber besaß eine Pistole und einen Dolch in seinem Gürtel. Dem Piratenkapitän gehörte dazu noch ein Fernglas. Mit dem hielt er Ausschau nach einem anderen Schiff, das sie ausrauben konnten.
Die Piraten hatten schon lange kein fremdes Schiff mehr gesehen. Die Vorräte waren aufgebraucht, sie hatten nichts mehr zu essen. Es gab nur noch Wasser und den Piraten knurrte der Magen. Der Kapitän suchte mit seinem Fernglas die Gegend nach einem Schiff ab. Auf einmal hob er die Hand und rief: „Land in Sicht."
Nicht weit entfernt, auf einem Hügel, stand ein hoher Turm, umgeben von einer Mauer. Der Kapitän befahl seinen Leuten so leise wie möglich ans Ufer zu rudern. Dort sprangen sie an Land, zogen ihren Dolch aus dem Gürtel und liefen geduckt auf den Turm zu.
In diesem Turm lebte Jack Schubiak, der Zauberer. Er stand auf der Mauer und hatte die Piraten längst entdeckt. Laut rief er: „Keinen Schritt weiter, sonst geht es euch schlecht!“
Die Piraten lachten laut, und hoben ihren Dolch in die Höhe. Im selben Augenblick klatschte Jack in die Hände und den Piraten fiel die scharfe Waffe aus der Hand. Als sie ihren Dolch aufheben wollten, klatschte der Zauberer noch einmal und alle Dolche blieben am Boden kleben. Die Piraten stampften wütend mit den Füßen und der Kapitän befahl: "Pistole aus dem Gürtel."
Wieder klatschte Jack und statt den Pistolen hielten die Piraten auf einmal eine Banane in der Hand. Sie vergaßen den Turm zu plündern. Augenblicklich setzten sie sich auf den Boden und aßen ihre Frucht. Endlich wurde ihr größter Hunger gestillt.
Während die Piraten aßen, erkundigte sich der Zauberer nach ihren Plänen. Der Kapitän meinte, sie würden gleich den Turm stürmen, Jack einfangen und ihn mit auf ihr Schiff nehmen. Jack, der Zauberer wiegte den Kopf bedächtig hin und her und sagte dann: "Lasst mich in Ruhe und ich schenke euch drei Wünsche!" Die Piraten fanden diese Idee wunderbar und der größte Pirat rief: "Gib uns die Pistolen wieder!" Jack schlug die Hände zusammen und sogleich krümmten sich die Piraten vor Schmerz. Die Banane, die sie gegessen und schon im Bauch hatten, wurde wieder zur Pistole und drückte und zwickte die Seeräuber sehr. Der kleinste Pirat flehte Jack an, die Pistole sogleich wieder in die Banane zu verzaubern. Auch den zweiten Wunsch erfüllte der Zauberer. Der Kapitän raufte sich die Haare und rief: „Ihr Dummköpfe, nun haben wir nur noch einen Wunsch frei, ich wünschte, ihr wärt auf unserem Schiff geblieben!"
Die beiden Piraten fielen auf den Boden und rollten zurück zum Schiff. So schnell war der letzte Wunsch erfüllt. Jetzt fiel der Kapitän auf die Knie und bat: "Wir machen, was du willst, aber lass uns auf unser Schiff zurück kehren!" Der Zauberer Jack Schubiak antwortete: Wenn ihr mir versprecht, nie wieder zu meinem Turm zu kommen, lasse ich euch laufen, und außerdem müsst ihr mir noch ein Piratenlied vorsingen!" Der Kapitän versprach, was der Zauberer verlangte.
Jack zauberte Brot und Würste herbei. Er sagte: Nimm das mit, dann braucht ihr niemanden auszurauben.“ Der Kapitän bedankte sich und rannte laut johlend auf das Schiff zurück. Nachdem die Piraten ihr liebstes Lied gesungen hatten, fuhren sie, so schnell sie konnten, aufs offene Meer hinaus.
Jack Schubiak, der Zauberer, lachte schallend und schlug auf seiner Mauer einen Purzelbaum. Danach setzte er sich hin und zauberte einen Apfel herbei. Während er diesen aß, schaute Jack zufrieden aufs
weite Meer hinaus.
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©M. Rieger

Wie hießen von jeher die Räuber auf dem Meer?
(uǝʇɐɹıd)

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Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

ThomasQu

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Hallo molly,

jetzt bin ich über deine Piraten gestolpert. Die hatten auch kein Glück mit ihren Wünschen, wie das halt immer so geht. Eine sehr schöne Kindergeschichte, ich selbst bin zwar schon groß, fühlte mich aber beim lesen um einige Jahre zurückversetzt.

Grüße, Thomas
 

molly

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Hallo Thomas,

vielen Dank fürs Lesen. Ich freue mich, dass Dir die Geschichte gefällt.
Reinhard Mey bedankt sich in einem Lied bei seiner "guten Fee", die ihm nicht alle Wünsche erfüllt hat.

Viele Grüße


molly
 

molly

Mitglied
Der Zauberer Jack und die Piraten ab 5 Jahren

Auf einem großen Meer fuhr einmal ein Segelschiff. Die Matrosen waren alle Piraten, echte Seeräuber mit wuscheligen Bärten und rauen Stimmen. Zwei Piraten trugen eine schwarze Klappe über dem Auge. Jeder Seeräuber besaß eine Pistole und einen Dolch in seinem Gürtel. Dem Piratenkapitän gehörte dazu noch ein Fernglas. Mit dem hielt er Ausschau nach einem anderen Schiff, das sie ausrauben konnten.
Die Piraten hatten schon lange kein fremdes Schiff mehr gesehen. Die Vorräte waren aufgebraucht, sie hatten nichts mehr zu essen. Es gab nur noch Wasser und den Piraten knurrte der Magen. Der Kapitän suchte mit seinem Fernglas die Gegend nach einem Schiff ab. Auf einmal hob er die Hand und rief: „Land in Sicht."
Nicht weit entfernt, auf einem Hügel, stand ein hoher Turm, umgeben von einer Mauer. Der Kapitän befahl seinen Leuten so leise wie möglich ans Ufer zu rudern. Dort sprangen sie an Land, zogen ihren Dolch aus dem Gürtel und liefen geduckt auf den Turm zu.
In diesem Turm lebte Jack Schubiak, der Zauberer. Er stand auf der Mauer und hatte die Piraten längst entdeckt. Laut rief er: „Keinen Schritt weiter, sonst geht es euch schlecht!“
Die Piraten lachten laut, und hoben ihren Dolch in die Höhe. Im selben Augenblick klatschte Jack in die Hände und den Piraten fiel die scharfe Waffe aus der Hand. Als sie ihren Dolch aufheben wollten, klatschte der Zauberer noch einmal und alle Dolche blieben am Boden kleben. Die Piraten stampften wütend mit den Füßen und der Kapitän befahl: "Pistole aus dem Gürtel."
Wieder klatschte Jack und statt den Pistolen hielten die Piraten auf einmal eine Banane in der Hand. Sie vergaßen den Turm zu plündern. Augenblicklich setzten sie sich auf den Boden und aßen ihre Frucht. Endlich wurde ihr größter Hunger gestillt.
Während die Piraten aßen, erkundigte sich der Zauberer nach ihren Plänen. Der Kapitän meinte, sie würden gleich den Turm stürmen, Jack einfangen und ihn mit auf ihr Schiff nehmen. Jack, der Zauberer wiegte den Kopf bedächtig hin und her und sagte dann: "Lasst mich in Ruhe und ich schenke euch drei Wünsche!" Die Piraten fanden diese Idee wunderbar und der größte Pirat rief: "Gib uns die Pistolen wieder!" Jack schlug die Hände zusammen und sogleich krümmten sich die Piraten vor Schmerz. Die Banane, die sie gegessen und schon im Bauch hatten, wurde wieder zur Pistole und drückte und zwickte die Seeräuber sehr. Der kleinste Pirat flehte Jack an, die Pistole sogleich wieder in die Banane zu verzaubern. Auch den zweiten Wunsch erfüllte der Zauberer. Der Kapitän raufte sich die Haare und rief: „Ihr Dummköpfe, nun haben wir nur noch einen Wunsch frei, ich wünschte, ihr wärt auf unserem Schiff geblieben!"
Die beiden Piraten fielen auf den Boden und rollten zurück zum Schiff. So schnell war der letzte Wunsch erfüllt. Jetzt fiel der Kapitän auf die Knie und bat: "Wir machen, was du willst, aber lass uns auf unser Schiff zurück kehren!" Der Zauberer Jack Schubiak antwortete: Wenn ihr mir versprecht, nie wieder zu meinem Turm zu kommen, lasse ich euch laufen, und außerdem müsst ihr mir noch ein Piratenlied vorsingen!" Der Kapitän versprach, was der Zauberer verlangte.
Jack zauberte Brot und Würste herbei. Er sagte: Nimm das mit, dann braucht ihr niemanden auszurauben.“ Der Kapitän bedankte sich und rannte laut johlend auf das Schiff zurück. Nachdem die Piraten ihr liebstes Lied gesungen hatten, fuhren sie, so schnell sie konnten, aufs offene Meer hinaus.
Jack Schubiak, der Zauberer, lachte schallend und schlug auf seiner Mauer einen Purzelbaum. Danach setzte er sich hin und zauberte einen Apfel herbei. Während er diesen aß, schaute Jack zufrieden aufs
weite Meer hinaus.
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©M. Rieger

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