Die Amsel

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Samoth

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Ich stand allein am Waldesrand
gespenstisch grau lag Frost
auf kahlem, wintermüdem Land
der Tag die Lieder schloss

Am Himmel dürrer Äste Drohn
ein Geisterfingertraum
die Menschen suchten Zuflucht schon
in heimisch warmem Raum

Ein süßer Schall da zu mir drang
aus kahlem Astwerk dort
ein unverzagter Jubelklang
voll Freude fort und fort

Die Amsel, die dort oben sang
die Federn windverspannt
warf ihrer Seele Überschwang
hinaus ins dunkle Land

So wenig Grund für Frohgesang
von so verzücktem Ton
fand sich in dieser Erde gang
hierum und weit davon
dass ich gedacht da zittre Leis
in dieser Amsel Lied
auch Hoffnung durch, von der sie weiß
die mir sich noch entzieht.
Amsel, sing Lieder und schließe sie bei Nacht.
 



 
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