die besondere anna

zettelstraum

Mitglied
anna und der igel

Oktober in einem Dorf vor den Bergen.
Anna findet in ihrer Hofeinfaht einen Igel. Nichts besonderes eigentlich, denn Anna ist für solche Dinge prädestiniert, für Sachen, die ein bißchen andersartig erscheinen, für eine Frau, die mit 24 schon verheiratet ist, in einer Zeit, in der man so viel Wert auf Flexibilität, Aussehen, Freiheit und Freizeit wert legt. Aber Anna ist da ein bißchen anders, so ist für sie der Igel eine willkommene Abwechslung für Anna.
Sie legt den Igel in eine Kiste, die sie in der Garage fand. Natürlich hat Anna dabei Handschuhe an, weil sie alles Neuartige erst mal vorsichtig angeht. Sie stellt ihm eine Schale Milch hin, denn irgendwie erscheint er ihr krank oder wie sie es gern nennt: oarm.
Die nächsten Tage geht sie wieder ihrem Alltag nach, läßt sich von ihrem Mann zur Arbeit fahren, einem gutaussehenden, etwas älteren jungen Mann in guter Anstellung. Sie denkt aber stets an ihren kleinen Freund, den sie auch jeden Abend aufsucht, um mit ihm zu reden, ihn anzuschauen, sich um ihn sorgend.
Eines Tages geht sie denn auch zu einem Tierarzt, dessen Schild sie in einer Mittagspause zufällig gesehen hat, und fragt ihn danach, was kleine Igel fressen. Dieser lächelt Anna an, da Anna für ihr Aussehen doch eine sehr natürliche Art besitzt, was manche Männer sehr stutzig macht. Er erklärt ihr, was diese Tiere fressen und erzählt ihr auch, daß seine Schwester früher gerne kleinen Igeln beim Überwintern geholfen hat. Anna mag den Tierarzt.
Die Tage werden kälter, der Schnee fällt auf die Bergspitzen und nicht lange wird es mehr dauern, daß er ins Tal kommt. Für die Skifreunde aus der nahen Großstadt etwas besonderes, für die Leute an den Bergen normale Naturveränderung. Hier hat man von November bis März Schnee.
Anna macht sich Sorgen, was nun mit ihrem Igel passieren soll. Sie spricht ihren Mann an, was er davon halten würde, wenn der Igel im Keller überwintern dürfte. Er weiß nämlich nichts von ihren nächtlichen Gängen zum Igel. Ihm sagt sie immer, sie gehe Zigaretten holen. Der Mann, der seine Gedanken sehr oft bei seiner Arbeit oder seinen Fischen hat, und deswegen manchmal verstopfte Ohren für die Gedanken seiner Frau hat, hört auch in diesem Falle nicht richtig zu, und läßt nur seinen Mißmut gegenüber irgend eine Art der Veränderung durchklingen.
Anna beschäftigt sich nun jeden Tag mit dem Gedanken um den Igel. Mit niemandem redet sie darüber, keiner wüßte ihr wahrscheinlich zu helfen.
Eines Morgens wacht sie plötzlich schweißgebadet auf, denn sie hatte einen unguten Traum: sie hatte den Igel im Keller untergebracht und ihr Mann fand ihn dort. Daraufhin mußte sie sofort all ihre Sachen auspacken und fand sich auf der Straße wieder. Sie, die eigentlich ein sehr komfortables Leben gewohnt ist.
Als der erste Frost aber kommt, beginnt der Igel zu frieren, Anna hat dem Igel ganz viel Futter aus der Stadt mitgebracht. Sie beschließt sich, den Igel noch am selben Tag in den Keller zu bringen. Doch da ihr Mann gleich kommt, geht sie erst nach oben in die Wohnung und kocht ihm etwas zum Essen. Während des Essens klingelt das Telephon: Annas Mutter. Sie erzählt ihr, daß ein Nachbar gesehen habe, wie sich Anna um einen Igel kümmere und wollte Anna darauf hinweisen, daß Igel Flöhe und Läuse haben und daß es deswegen ein schwieriges Unterfangen sei, einen Igel gar als Haustier halten zu wollen. Anna merkt wieder einmal, daß ihre Mamma sie gut kennt!
Sie geht nach dem Essen noch einmal zum Igel. Wie immer raschelt der Igel in seinem Streu, wenn sie ihm nahe kommt, wenn er ihren Atem spürt, um ihr zu zeigen wie er sich freut, daß sich Anne um ihn sorgt.
Anna überlegt sich die Sache noch einmal mit dem Keller und läßt den Igel doch noch eine Nacht draußen.
Am nächsten Tag, einem Wochenendtag, schaut sie nach ihm, doch diesmal raschelt er gar nicht. Jetzt steht ihr Entschluß fest: sie nimmt ihn mit in den Keller, legt eine Decke über die Kiste, damit aber noch Luftzufuhr besteht, bedeckt sie sie nicht vollkommen, schiebt die Kiste hinter einiges Gerümpel, damit ihr Mann ihn nicht gleich findet und geht wieder nach oben.
Obwohl beide die Nacht ohne Ärger überlebt haben - der Mann schmieß sie nicht aus der Wohnung, der Igel wurde nicht gestört -, obwohl dieser guten Umstände, findet Anna den Igel am nächsten Tag noch immer unbeweglich.
Er war bereits in der ersten Frostnacht gestorben.
 

zettelstraum

Mitglied
bewertung?

komischerweise muß ich mir selbst ne antwort geben, die eigentlich und nicht nur eigentlich eine frage ist:
was heißt die bewertung 1?
heißt das sehr schlecht?
und wenn warum? ich fände eine bewertung nur dann akzeptabel, wenn der bewertung eine meinung angehängt wird.
sollte der/die bewerter dies lesen, dann bitte meinung abgeben.

danke.
 
Lass dich

davon nicht ärgern. Ich glaube hier gibt es welche die gerne mal schlechte Noten verteilen, aus schlechter Laune heraus. Meine geschichten haben auch viele scheiss Noten bekommen, komischerweise nie eine schlechte Kritik. Ich finde im übrigen auch das man zwar ruhig mal einfach nur "find ich schön" sagen kann (das freut einen ja) aber ein einsames "find ich scheisse" ist völlig überflüssig. Gibst aber immer wieder. Im Literaturcafe antworten die Leute auch gerne mit "das fand ich aber schlecht". Punkt. Na toll. Was soll das? Also, vergiss die Noten. Freu dich wenn dir einer ne 10 gibt und lass dir die 1en am Arsch vorbeigehen. Gruß vom kleinen Grauhai.
 

 
Oben Unten