Die Evakuierung (gelöscht)

Inu

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Liebe Lupianer

Ich will Euch nicht zumuten, diese ganze unheimlich langatmige Sache zu lesen. Wollte nur in meinem eigenen "Schrifttum" Ordnung schaffen. Ich hatte die Geschichte in 9 verschiedenen, durcheinandergewürfelten Einzeltexten hier schon einmal gepostet. Dies ist eine Zusammenfassung und gründliche erste Überarbeitung des Ganzen.
Ich habe einfach ein besseres Gefühl, wenn meine Sachen in einem Forum sind, da scheinen sie mir sicherer, denn mir geht dauernd der Computer kaputt, oder ich verliere Text, oder meine Sicherheitsdisketten sind nachher, wenn ich sie ablesen will, defekt und und und... mein Drucker ist ohnehin kaputt...

Nun ist dieser Text sicher hier gepostet, egal ob sich jemand dafür interessiert oder nicht. Es gibt mir trotzdem ein gutes Gefühl. Nun kann ich den ganzen alten "Evakuierungs-Klimbim, der schon auf Leselupe war, löschen. Das werde ich auch gleich tun

:)Ich grüße Euch
Inu :)
 

Petra

Mitglied
Und es nimmt sich doch einer Deines Textes an -- zunächst bis Kap. 5 exkl.

Liebe Inu,

in meinen Augen ein sehr guter und in mehrerer Hinsicht äußerst lesenswerter Text! Um es nicht in plumpe Lobhudelei ausarten zu lassen, an dieser Stelle nichts weiter zu seiner Qualität und Güte. Du schreibst sehr gut; einerseits sehr locker und leicht-lesig trotz aller (und hier kommt das Andererseits) Schwere und Tiefe Deiner Texte/ Themata.
Sicher sind Deine Texte mitunter ungewöhnlich lang, aber mir geht es, sobald ich einen zu lesen begonnen habe, so, dass ich ihn unbedingt weiterlesen MUSS. Bis zum bitteren Ende ;).
Dennoch - wie könnte das auch anders sein ;) - ein paar kleine Anmerkungen; lange genug hast Du ja auf jedwede Reaktion warten müssen (Deine Frust-Kommentare zeugen ja von nichts Anderem) - allerdings hatte - und habe - ich zu meinem eigenen Bedauern auch nicht wirklich umfassend Zeit, einen Text regelmäßig ausführlich "zu bekümmern" ;). Sorry!

1. >Lisa fährt mit Hermine und Werner in die „Evakuierung“. [...] Die Stiefmutter wird ebenso wenig wie die anderen im Ort, [red]KOMMA ENTFERNEN[/red] zum Wegfahren gezwungen, denn Marienstock liegt weder an der Front, [red]KOMMA ENTFERNEN[/red] noch in umkämpftem Gebiet und man erwartet auch keine Bombenangriffe in dieser dörflichen Umgebung, obwohl das nahegelegene Brückenstadt immer wieder schwer getroffen wird.<
ODER: Die Stiefmutter wird [blue]AUCH HIER KOMMA[/blue] ebenso wenig wie die anderen im Ort, zum Wegfahren gezwungen [...] - fokussiert stärker, je nachdem, wie Du es ausdrücken wolltest!

2 >Also, die Leute verlassen Marienstock nicht. [...] ohnehin schon „eingezogen.“ [...] Das heißt... nein... denn Alex ist zu der Zeit schon gefallen.<
Warum die Anführungsstriche da stehen, verstehe ich nicht. ICH weiss, was eingezogen sein bedeutet...

3 >„Ein Prost auf den beschissenen Endsieg und auf Großdeutschland [...] zuhause [red]zu Hause[/red] bleiben musste – oder durfte - [red]PUNKT STATT G´STRICH[/red] Er hat Gelenkrheuma.<

4. >Auf dem flimsigen GUT; ABER WAS HEISST DAS?Schienenstrang hoch über dem dunklen Strom kleben die Waggons. Zwischen Himmel und Erde. Es geht weder vorwärts, [red]KOMMA ENTFERNEN[/red] noch zurück. An der Seite nur dieses kaputte streichholzschwache Geländer (aus Holz, Eisen ?) [red]PUNKT[/red] Unten der Fluss. Alles wackelt, weil die metallischen Geleise schwanken. Dabei halten sich die Menschen auf ihren Sitzen ganz ruhig, wagen kaum zu atmen. Hermine starrt staunend aus dem Fenster.
„Da sind wir und können nicht anders“, sagt jemand.
"Wirft jetzt einer die Bombe?" [red]KOMMA[/red] kräht Werner aufgedreht.<


5. >Auch durchs zweite Stockwerk schiebt sie eine nachdrängende Menge. Ein Tohuwabohu. Kinder schreien, Mütter zerren sie weiter.
[...]
Eine Frauenstimme kommt von der Decke (oder aus der Wand?) [strike]Lautsprecher[/strike]:
„Feindliche Geschwader sind von Westen her in unseren Luftraum eingedrungen. Al[red]-l-[/red]iierte Bomberverbände in direktem Anflug auf das Zentrum der Stadt“ [blue]- so[/blue] oder so ähnlich dröhnt es in Hermines Ohren... und sie versteht mit ihren fünf Jahren schon genug: Fremde Flugzeuge sind über ihnen... <


6. >„Hier sind wir sicher", macht man sich Mut, "dieser Bunker ist [strike]fest[/strike] [red]hart[/red] wie [blue](Krupp-?)[/blue]Stahl.“<


7. >Wenn das Bombenfallen zwischendurch aufhört, reden die Leute auf komische Art ganz ruhig miteinander.
"Wir sind total ausgebombt“, sagt jemand, „und jetzt auf dem Weg zu Freunden in Würzburg.[red]PUNKT[/red] Andere fahren, wie Lisa, zu Verwandten aufs Land oder in ganz fremde Orte in die Evakuierung.<

8. > Später ist Lisa über sie gebeugt und viele fremde Leute.
"Es ist wieder ohnmächtig geworden", sagt Lisa, „so etwas bekommt dieses Kind oft.[red]A`STRICHE[/red]<

9. > Aber die Hitze ist furchtbar, denn Hermine ist mit dem Gesicht nur ein paar Handbreit von einem sogenannten „Bullerofen“ entfernt, einem nicht sehr großen, tonnenförmigen Metallding, das [red]KOMMA[/red] mit Holz und Kohlen gefüttert, mächtig heizt [...].<

10. > Und die blöde Felddecke darf Hermine auch nicht herunterstrampeln, sonst würden sie und der Werner sich erkälten, sagen die Frauen.
[...] Aber Lisa sagt: "Stell' dich bitte nicht an. Wir müssen dankbar sein, dass ihr zwei hier liegen könnt, diese nette Dame, [red]KOMMA ENTFERNEN[/red] (sie lächelt zu einer Frau hin, die neben ihr auf dem Boden sitzt), [red]KOMMA ENTFERNEN[/red] hat den Platz für euch freigemacht.“
Hermine geht es schlecht. Stunden um Stunden ist ihr so übel, dass sie es kaum aushält. Ewig dauert diese Nacht. Und dass die Nacht so furchtbar ist, daran sind nicht die Bomben [red]s- >S[/red]chuld, sondern der rotglühende Ofen. Und immer wieder schaufeln sie eimerweise Kohlen hinein. Hermine möchte da weg, aber sie ist jetzt zu müd, zu matt [red]KOMMA[/red] und außerdem passt Lisa auf, [...]<

11. >Am anderen Morgen ist der Zug h e i l . [...] festverzurrt[/red], ein jeder mit Nummer und einem Zettel, auf dem der Name des Inhabers stand. [...] Und jetzt ist alles futsch.<
Entweder: FEST VERZURRT ODER FESTGEZURRT.

12. > Es leben zu der Zeit, als Lisa mit den Kindern ankommt, außer den Mägden und den deutschen Knechten, [red]KOMMA ENTFERNENE[/red] noch französische und russische Kriegsgefangene auf Morgenau, [...] Mägde, die quasi mit zur Familie gehören, und [blue]BESSER: sowie[/blue] ein paar besonders zuverlässige „Ostarbeiterinnen“. [...]<

13. > Der Werner bekommt Malzkaffee und eine Semmel mit ganz dick Butter. [...] Als sie im Stall zum ersten Mal [red]die > DER (Genitiv!)[/red] überprallen Kuh-Euter gewahr wird, [...].<

14. >Der Verwalter des Gutshofes, Herr Vogt, ist Lisas Stiefvater. [...] Ihr richtiger Vater ist [blue]nämlich EVENTUELL STREICHEN?[/blue] in einem anderen Krieg gefallen, 1918.<

15. >Nur, [red]KOMMA ENTFERNEN - ODER G´STRICH EINFÜGEN, UM ZU AKZENTUIEREN[/red] wenn „hohe Tiere“ von der Partei vorbeikommen, kehrt er den Verwalter heraus, strafft sich militärisch, ist schroffer den „Untergebenen“ WARUM A´STRICHE? gegenüber, respekteinflößender [red]> Respekt einflößender[/red] als sonst. [...]<

16. >Katharina kommt keine Minute zur Ruhe. [...] beaufsichtigt, was in sämtlichen Töpfe[red]n[/red] und Pfannen vor sich geht ... und sie verarztet die Leute bei Grippe oder kleineren Gebrechen.
„Merde allors [red]> alors[/red]“, ruft Eugen, ein französischer Gefangener, „mein Kumpel at sich das Bein gebrochen, Frau.“<

17. >„Obwohl...ein Fräulein ist die nicht, eher ein schwarzes, heimtückisches Etwas, eine, die niemand durchschaut... die ist schon eine rechte Hexen", meint Marie, "ganz eine Böse..."<
Zwar komme ich selbst nicht aus bayrischen Landen, aber müßte es nicht "nett" heißen anstelle des "nicht"?

18. >"Eigentlich sollten die ihr im Hospital nur die Hüfte richten, [red]KOMMA ENTFERNEN[/red] - die war von Geburt an schief - , aber sie haben ihre ganze Person ruiniert [...]"<

19. >Zirka vier Wochen nach der Ankunft auf Gut Morgenau, [red]KOMMA ENTFERNEN[/red] geht Lisa ins Krankenhaus nach Hohenkirchen [...] so hieß Lisas Vater, der nun im Grab bei Verdun [blue]in Frankreich[/blue] (Weiß jemand nicht, wo Verdun liegt? Ich würds vielleicht nicht ausformulieren.) liegt.<

20. > "Sie ist halt eifersüchtig auf die gnä - Frau, weil die einen so gesunden Buben hat und einen Offizier als Mann [blue]KOMMA[/blue] und sie hat halt gar nix..."[blue]KOMMA[/blue] mutmaßen die Mägde.<

21. >Früher, als die Leute sich ihre Portionen selbst bei den Köchinnen abholten, haben die Frauen ihren jeweiligen Schätzchen immer die größten Portionen zugeschustert [...] So entstand die Durchreiche.“ [red]A´STRICHE ENTFERNEN[/red]
Seither bleibt [blue]DEN MÄNNERN[/blue] die Zugangstür zu Fleischtöpfen und Weibsleuten [strike]für die Männer[/strike] verschlossen. Schade. Kein freundlicher Plausch mehr am Kochherd.
[blue]Dafür [strike]Jetzt[/strike] geht es jetzt[/blue] gerechter zu. Keiner kann sich eine größere Portion „ergaunern“, weil er sich besonders gut [red][strike]mit[/strike] in[/red] der Umgarnung von Frauen versteht. Nein, jetzt wird für niemanden mehr eine Extrawurst gebraten.<

22. >Auf Gut Morgenau stehen hundertachtzig Rindviecher im Stall, [...] Am interessantesten sind die vier Stiere. [...] Blicken mit rotunterlaufenen, kleinen, [blue]bösen[/blue] Augen. Wüten, zerren, reißen an ihren Ketten. Das Klirren und Rasseln und ihr mächtiges Gebrüll dröhnt weithin.<
Stiere sind sicherlich furchteinflößend - aber böse? Da die Augen - besonders bei diesem Text bekommt ja jedes Wort seine eigene Qualität - der Spiegel zur Seele sind, stört mich die Bösartigkeit und, wie Du es weiter unten irgendwo geschrieben hast, die Boshaftigkeit der Augen. Ihre Fürchterlichkeit (wildes furchtbares, fürchterliches Blitzen etwa, wild kampfbereites Aufbäumen - das ist, was ich, wenn ich an einen Stier denke, vor Augen habe) kann ich gelten lassen; Bösartigkeit nicht. Aber das ist vielleicht auch subjektiv gefärbte Ansichtssache - für mich ist noch nicht einmal eine Hyäne bösartig.
Möglicherweise würde ich böse/ boshaft aber doch stehen lassen, um herauszustellen, wie Hermine in dem Augenblick EMFPINDET, denn sie empfindet ja doch sehr stark und jedenfalls mehr als andere.


23. Das Töten der Tiere hast Du fürchterlichst gut beschrieben. Und im selben Zusammenhang dann die abgebrühte Eiseskälte der Erwachsenen "Dieses Kind ist nicht normal!" - ausgezeichnet! Allerdings fehlt ein Komma:
>[...] Eine Schweinsblase.
"Willst du sie haben?" [red]KOMMA[/red] fragt ein Knecht, "so zum Spielen!".. <

24. >„Warum um alles in der Welt musstest du Mädel dich ausgerechnet mit einem P r e u ß e n einlassen?“ [red]KOMMA[/red] hatte er an dem eiskalten Winterabend gemurmelt, als sie und die beiden Kinder, mehr tot als lebendig zur Tür hereingetaumelt waren. Lisa hatte den wuchtigen Bauch vor sich hergeschoben. Hermine, dieses spindeldürre Ding, war ein paar Minuten später schon beim Auslöffeln einer Nudelsuppe „umgekippt“. Das Wernerchen hatte vor Fieber geglüht und das waren ja dann bei ihm auch die Vorboten [strike]vom[/strike] [blue]des[/blue] Blinddarmdurchbruch[blue](e)s[/blue] gewesen.<

25. >„Du und Dein Saupreiß, dein grauslicher“, hatte der Verwalter irgendwie scherzend gerufen [red],KOMMA ENTFERNEN[/red] [blue](na ja...KLAMMER,NAJA,PUNKTE ENTFERNEN[/blue] Bayern-Preußen-Animositäten waren damals [blue]gängiger[/blue] Witzstoff, [blue][strike]über den[/strike] mit dem/ mittels dessen[/blue] man sich gern in [blue][strike]ziemlicher[/strike] einiger[/blue] Unschuld amüsierte [blue])KLAMMER ENTFERNEN[/blue] Aber e r war nicht zum Scherzen aufgelegt. Er m u s s t e einfach ein Ventil für seinen Ärger finden, für seine Wut auf Lisas unbekannten Ehemann, diesen Witwer, der sich ihm nie vorgestellt, sie prompt geschwängert und ihr noch [blue]dazu[/blue] seine zwei hilflosen Waisen aufgehalst hatte, ein Gatte, der [blue][strike]dann[/strike] daraufhin[/blue] an die Ostfront verschwand und nicht mehr gesehen ward.
"Der soll mir n i e über den Weg laufen, der Hallodri, der preußische..."[blue]Vielleicht würde ich, gemäß der oben bereits angenommenen Mundartlichkeit, hier "der preißische" schreiben[/blue]<

26. >Das Mittagsmahl aber wird im „schwarzen Salon“, dem Speisezimmer im ersten Stock des Herrenhauses geradezu zelebriert. [...] Ein Gong [red]er-(?)[/red]tönt [...]!<

27. >Augenweide ist ein mächtiger, ovaler Tisch. [...] , der Mon-sig-nore vom Pfarrhaus nebenan kommt fast täglich[red],KOMMA ENTFERNEN[/red] (Gut Morgenau hat eine eigene Kapelle und einen eigenen Priester), [...].<

28. >Der Raum hat auf einer Seite ein Podest, darauf steht ein pechschwarzer Flü-gel [blue]Trennung aus Versehen passiert?[/blue], auf dem spielt Monika manchmal [...]Von Schopin und Ras-mol-ki-noff. [blue]Nur des Verständnisses halber und in privater Angelegenheit: Wer ist Rasmolkinoff?[/blue] [...]
Ja, Kinder dürfen erst aufstehen, wenn die Erwachsenen den Raum verlassen haben.<

29. >Bei all dem guten Essen... ein Wermutstropfen [blue][strike]aber[/strike] jedoch[/blue] bleibt für Hermine. [...]
Aber: „Was auf den Tisch kommt, wird gegessen, vor allem in diesen schlimmen Zeiten, wo so viele Menschen hungern!“ [red]KOMMA[/red]sagt Katharina.<

30. >Der Toni ist ein Depp.

Das geschieht im Sommer 1944.
[...]
Herr Vogt geht düster und gedrückt [blue][strike]herum [/strike]umher[/blue], redet noch weniger als sonst.<

31. >Die Polinnen im Feld hören schlagartig mit der Arbeit auf, wenn ihr Wächter naht.
„Toni, Toni komm du her, du Schliiimmer“, rufen sie und winken ihm zu.. [red]PPUNKT ENTFERNEN[/red]
[...]
"Hände hoch oder ich schieße!" [red]KOMMA[/red] soll er schon ein paarmal geschrien haben. Alle hätten dann die Arme verwundert in die Höhe gerissen und stramm gestanden, heißt es.<

32. >"Ach, da brauchst dich nicht fürchten, Bub... der Toni hat mehr Manschetten vor seiner alten Knarre, [red]KEIN KOMMA[/red] als vor den Männern. [...]“<

33. >"Dieses Mädchen ist z u r ü c k g e b l i e b e n “, hört Hermine die Frau eines Tages zu Lisa sagen. Oder so etwas [red]ä- > Ä-[/red]hnliches sagt sie.<

34. >Halenas Schätze

[...]
Vielleicht war sie eine Prinzessin [red]zu h- > H-[/red]ause in ihrem Land.<

35 >Halena nimmt Hermine eines Tages mit in ihre Kammer in einer der Baracken. [...] Etwas [red]s- > S-[/red]chöneres hat sie ja noch nie im Leben gesehen. Sie sind wunderbar. Und dann gleich so unzählig viele davon! Und jede anders!
[...]
„Gefallen dir wirklich...diese?“ [red]KOMMA[/red] fragt die Ukrainerin [...]<

36. >Dann läuft Hermine schnell zum Gangfenster, will sehen, [...] bleibt manchmal stehen, reibt sich [blue][strike]fauchend[/strike] schnaubend[/blue] an einer Mauer, scharrt mit den Hufen, rast dann wieder los.<

37. >„Geschieht dir recht!“, denkt Hermine. Ob das riesige Vieh jetzt die Tante auf die Hörner spießen wird? [blue][strike]Aber sie[/strike] Sie[/blue] hat es nicht anders verdient?[blue]F´ZEICHEN DURCH PUNKT[/blue] Fressen Stiere Menschen? [red][strike]?[/blue][/strike] Sie ist so eine alte, boshafte Schachtel, das hat sogar Lisa gesagt, ... [blue]ENTWEDER KOMMA ODER PUNKTE ENTFERNEN[/blue] eine, die den Seppl fast erstochen hätte...
„Jetzt geht es ihr an den Kragen. Die Strafe Gottes folgt auf dem Fuß!“[red]KOMMA[/red] denkt Hermine. <

38. >Schnell kommen Ja[red]-c-[/red]ques, ein Franzose, und Halena gerannt, heben die Agnes auf und tragen sie in die Küche. Gott sei Dank hat sie sich nichts gebrochen. Halena wischt mit einem Tuch den Dreck und die Tränen aus ihrem Gesicht.<
... aus IHREM Gesicht - man könnte verstehen: aus Malenkas Gesicht; gemeint ist aber das der Agnes, nicht wahr? Aber vielleicht ist das auch Haarspalterei.


:) Bis hierher viele Grüße zunächst. Petra :)
 

Petra

Mitglied
Kapitel 5

Liebe Inu,

hier nun der kommentatorischen Schrecklichkeit zweiter Teil :)! Und zwar ab Ende des 4. Kapitels. Mehr allerdings werde ich heute nicht mehr schaffen. Mal sehen. Beginnen wir erst einmal.

1. > Das war ungewöhnlich, denn Paare heirateten in diesen Zeiten rasch. [...] Es war gut, eine Frau [red]zu h- > H-[/red]ause zu wissen, [...] Die Hoffnung auf das Schöne, das bei der Heimkehr wartete, half ein wenig über die Sinnlosigkeit all dieses Mordens hinweg. So war man weniger verloren, weniger ins Nichts geworfen, wenn einem an der Front der Tod auf Schritt und Tritt begegnete.<
BEGEGNEN empfinde ich als in der Konnotation zu positiv. Dem Tod begegnet man nicht (mal eben so wie auf einem Spaziergang; das kann natürlich durchaus auch der Fall sein, aber Deine Intention - insbesondere auch im Zusammenhang mit dem Krieg - habe ich anders verstanden).
Verloren, ins Nichts geworfen, Front, Tod, auf Schritt und Tritt - wie wäre es mit ENTGEGEN STELLEN oder JEMANDEM ENTGEGEN TRETEN? Vielleicht auch als Kontrast zum ENTGEGEN SETZEN (Glück und Tod) am Anfang des Absatzes.

>So war man weniger verloren, weniger ins Nichts geworfen, wenn sich einem an der Front der Tod auf Schritt und Tritt entgegen stellte.<
Man könnte auch ein anderes Bild evozieren: Der Tod, der in/ hinter jedem Schützengraben lauert (allerdings ist das Bild einigermassen häufig gebraucht worden im Verlauf der vergangenen 60 Jahre, vielleicht sollte mans dieserhalb doch schon wieder lassen. Da gefallen mir doch meine ersteren Vorschläge besser) Bin ein wenig ratlos.

2. >Monika und Gerd hatten aber n i c h t geheiratet. Beide waren nicht mutig genug, auch unsicher, ob es nun Leidenschaft oder wirkliche Liebe... und dann eskalierten die Ereignisse, [blue]KOMMA ENTFERNEN, STATTDESSEN D´PUNKTE[/blue] Gerd, Student der Medizin, hatte plötzlich seine Einberufung an die Front im Briefkasten gefunden und war zwei Tage nach seinem dreiundzwanzigsten Geburtstag mit einem Truppentransport abgefahren.<
Unsicher, ob es nun Leidenschaft oder [...] - entweder ES streichen, oder ein Verb (war) anfügen (ersteres eher).

3. >Vielleicht war es nur eine vorübergehende Verzögerung! [...] auf einmal eine offizielle „Vermissten - Meldung“.<
Warum erneut die A´Striche?

4. >Sie standen einsam, auf sich gestellt, als man ihnen einen sprichwörtlich kurzen Prozess machte. Von vielen bedauert, von vielen bewundert, waren sie tapfer und stark geblieben, als die Staatsmacht sie mit stählerner Strenge abgeurteilt hatte. Weniger als Verbrecher, denn als gefährliche, [blue]als krankhaft[/blue] Abgeirrte wurden sie behandelt. Als Träger eines zerstörerischen Virus...der W i d e r s t a n d hieß. [strike]Als solche mussten sie ausgeschaltet werden. Als[/strike] Krebsgeschwüre [strike]sollten sie gelten[/strike] am gesunden Volkskörper, [strike]als[/strike] [blue]eine[/blue] Geschwulst, die es [blue] an der Wurzel, die es[/blue][strike]schon[/strike] in ihren Anfängen [blue]bereits[/blue] auszumerzen galt, [blue]noch[/blue] bevor sie sich [strike]doch noch[/strike] ausbreitete. Das war die Einstellung der Ideologen jener Zeit.<
Ich habe ein wenig schärfer konturiert - auch in Hinsicht des damaligen (linguistischen) Hasses, der harten Terminologie, des stakkatohaften Satzbaus - alles Seichtere wäre Beschönigung in meinen Augen. Nach meinem Empfinden mußte dieser vollkommen irrwitzige Hass hier stärker zum Ausdruck kommen (im Grunde noch stärker, als ichs hier gemacht habe; es gefällt mir noch nicht sonderlich) - besonders wegen Deines nachgeschobenen "Das war die Einstellung der Ideologen jener Zeit".

5. >Monika war mit Sophie Scholl bekannt. [...]Monikas emotionale Heimat seit ihrer BdM-[strike]Mädchen[/strike] [red]z- > Z-[/red]eit war.[...]<
Wäre doppelt gemoppelt gewesen.

6. >Ebenso wenig hätte sie sich aber den Forderungen der „weißen Rose“ angeschlossen. Nein, „ehrlos“ [blue]Warum A´Striche?[/blue]wäre es, das zusammenbrechende heimatliche System von innen heraus durch Angriff und Sabotage noch mehr zu schwächen...[...] das einzig und allein ihre i n n e r e Heimat war, [blue]KOMMA HINTER DIE KLAMMER[/blue]( gewesen war... denn tief in der Seele wurde sie von Tag zu Tag unschlüssiger, ihr Glaube bekam immer größere Risse ) [strike]aber[/strike] [blue]und[/blue] dennoch: sie würde nie feige einem System in den Rücken fallen, das ihr imponiert hatte, solang es stark und mächtig gewesen war. [...] Eine düstere Treue war ihr geblieben.<


7. >Ende 1943 waren Monika und ihre Mitstudentin Gabriele Bauer, mit der sie zuletzt das kleine Apart[red]- [strike]e[/strike] -[/red]ment in der Nähe des Königsplatzes, also im Zentrum Münchens, geteilt hatte, zum zweitenmal Opfer allierter Bombenangriffe geworden. [...]<


8. >Kaum auszuhalten ist das Leben. [...] In München habe ich erlebt, wie diese herrliche, alte Stadt ständig aufs [red]n- > N[/red]eue angegriffen, am Ende sozusagen ins Nichts zurückgebombt wurde. <

9. >Auch über Morgenau ist eines Tages ein seltsamer, bedrohlicher Laut in der Luft gewesen. [...] Die Kriegsgefangenen haben genauso schweigend nach oben gestarrt, [red]KOMMA ENTFERNEN[/red] wie wir Deutschen........................................<

10. >Eines Nachts fährt Hermine aus tiefem Schlaf hoch, weil es draußen kracht. Es kracht viel schlimmer, [red]KOMMA ENTFERNEN[/red] als beim stärksten Gewitter [...]<

11. >Monika und Katharina haben Agnes untergefasst, [...]. Die restlichen deutschen Frauen, die Tagelöhnerinnen, [blue]KOMMA ENTFERNEN samt [/blue]deren Kinder[blue]n[/blue], die Ostarbeiterinnen, [...]
Er ist durch eine massive Stahltür geschützt. Ein Gang führt metertief unter die Erde. Dort ein gemauert es Gewölbe voller Eisblöcke, die im Winter am Rand des Teiches geschlagen, dann zerschnitten werden und in diesen unterirdischen Räumen zwischen Sägespänen ein ganzes Jahr lang in gefrorenem Zustand bleiben. In dem so gefrosteten Keller hängen Rinder- [red]UND oder KOMMA oder NEBST oder NEBEN[/red] Schweinehälften, Speckseiten. [...] Aber sie frieren natürlich trotzdem.<

12. >Aber auch das gibt es noch: Juli 1944. [...] Es gibt auch eine kleine Strömunung [red]KOMMA[/red] die von dem Bächlein herrührt, das den Teich speist. Langsam gelangen die Kinder so über das Wasser bis zum Garten des Pfarrhauses. Vorher sehen sie noch noch, wie ganze Fischschwärme rundum verwirrt [red]r- > R[/red]eißaus nehmen.<

13. >Für Hermine ist das Spiel dann doch nicht so leicht und locker, wie es für die Buben zu sein scheint. [...] „Das sind ja mindestens sechs Meter [blue]A´ZEICHEN WUERDE ICH SETZEN[/blue]“, ruft Resi entsetzt, als die Kinder ihr von dem Abenteuer erzählen. Und doch wird es ihnen nicht verboten.<

14. >Im Winter von 1944 auf 45 herrscht in Bayern klirrende Kälte. [...] Bis zum Horizont nichts zu sehen, [red]KOMMA ENTFERNEN[/red] als eine glatte, weiße Fläche.[...]
Tausend Sachen fallen ihr ein ( "Das Kind ist aufgedreht wie ein Uhrwerk", sagt Resi) [blue]KOMMA[/blue] und dazu ist sie auch noch hungrig wie ein Bär...<

15. >Aber [strike]das[/strike] [blue]dies/Folgendes/dieses[/blue] geschieht auch im Winter 1944 / 45: [...]<
Ein einfaches DAS akzentuierte die andere, quasi gegenüber gelagerte Komponente dieses Winters nicht stark genug - und vor allem die Änderung.

16. >Jedes winzige Zimmer ist bald vollgestopft. In Ställen und Scheuern schlafen zwischen Vieh und Heu, [red]KOMMA ENTFERNEN[/red] Kinder, Mütter, Greise. [...] Natürlich gibt es an den meisten Plätzen weder Toiletten, [red]KOMMA ENTFERNEN[/red]noch Waschgelegenheiten. Im Herrenhaus hat die Verwaltersfamilie nur noch einen Raum zum Schlafen. Ein Zimmer für fünf Erwachsene und zwei Kinder. Monika, Lisa, Hermine, Werner liegen nun nachts auf Matratzen am Boden. Jedes andere Zimmer ist zur Unterkunft für die Flüchtlinge geworden.<

17. >Kindersoldaten...Wenn sie Hunger haben, halten sie sich an Resi, die rothaarige Magd [red]KOMMA[/red] oder an Halena, die Ukrainerin. [...]<

Bis hierher fürs Erste.
Viele Grüße und einen schönen Sonntagabend noch.
Petra :)
 

Inu

Mitglied
Ach liebe Petra
das ist ja eine Mammutaufgabe, die Du Dir da vorgenommen hast. Ich hatte auch noch nie einen so langen Text eingestellt.
Ich bin sehr froh, dass Du Dich gemeldet hast, nie hätte ich damit gerechnet, dass jemand überhaupt die unverschämten 50 Seiten liest. Ich wollte den Text nur im Internet sicherstellen und vor Verlust schützen, da ich keinen Drucker habe. Und dann kamst Du. Meine Freude eben war riesengroß.

Gerade jetzt, wo ich fast alle Deine Anregungen schon umgesetzt habe, (bis Kapitel 5) finde ich schon den zweiten Teil Deiner Korrektur vor
Da freue ich mich auch drauf. Aber erst einmal zum ersten Teil.

( als Attribut für meinen Stil) finde ich sehr gut ausgedrückt. Das ist es, was ich mehr als alles anstrebe, dass jeder meine Schreiberei leicht lesen und ohne wahnsinniges Nachdenken verstehen soll, was ich meine.


4. >Auf dem flimsigen GUT; ABER WAS HEISST DAS?
Das Wort gibt es nicht. Weiß nicht, das muss kindlicher Jargon sein aus meiner Gegend. Habs auch schon verändert.

Ewig dauert diese Nacht. Und dass die Nacht so furchtbar ist, daran sind nicht die Bomben s- >Schuld,
Da glaube ich zum ersten und einzigen Mal, dass ich im Recht bin... siehe: "schuld sein" (recherchiert unter "Wortschatz Deutsch" im Netz.
17. >„Obwohl...ein Fräulein ist die nicht, eher ein schwarzes, heimtückisches Etwas, eine, die niemand durchschaut... die ist schon eine rechte Hexen", meint Marie, "ganz eine Böse..."
Zwar komme ich selbst nicht aus bayrischen Landen, aber müßte es nicht "nett" heißen anstelle des "nicht"?
Du hast Recht, aber wenns richtig Bayrisch sein sollte, könnte ich den Satz so überhaupt nicht stehen lassen, sondern da würde so a richti gscherte Soachn rauskumma und des gfällt mer nett inn so oaner Gschichtn. So hab ich halt die Mundart nur ein bisschen angedeutet.- Gut, nach einigem Nachdenken schreib ich doch "nett", aber dann mit einem t = net

(Weiß jemand nicht, wo Verdun liegt? Ich würds vielleicht nicht ausformulieren.)
Verdun... es gibt Leute, die nicht so viel nachdenken, ich wollte damit ins Gedächtnis rufen, dass es schon Mal einen Krieg mit F r a n k r e i c h gab und viele deutsche Soldaten dort begraben liegen.

Stiere sind sicherlich furchteinflößend - aber böse? Da die Augen - besonders bei diesem Text bekommt ja jedes Wort seine eigene Qualität - der Spiegel zur Seele sind, stört mich die Bösartigkeit und, wie Du es weiter unten irgendwo geschrieben hast, die Boshaftigkeit der Augen. Ihre Fürchterlichkeit (wildes furchtbares, fürchterliches Blitzen etwa, wild kampfbereites Aufbäumen - das ist, was ich, wenn ich an einen Stier denke, vor Augen habe) kann ich gelten lassen; Bösartigkeit nicht. Aber das ist vielleicht auch subjektiv gefärbte Ansichtssache - für mich ist noch nicht einmal eine Hyäne bösartig.
Möglicherweise würde ich böse/ boshaft aber doch stehen lassen, um herauszustellen, wie Hermine in dem Augenblick EMFPINDET, denn sie empfindet ja doch sehr stark und jedenfalls mehr als andere.
Ja genau das: mit Rücksicht auf das eher einfache Empfinden von Herminchen.
>Der Raum hat auf einer Seite ein Podest, darauf steht ein pechschwarzer Flü-gel Trennung aus Versehen passiert?, auf dem spielt Monika manchmal [...]Von Schopin und Ras-mol-ki-noff. Nur des Verständnisses halber und in privater Angelegenheit: Wer ist Rasmolkinoff? [...]
Flü-gel soll indirekt andeuten, dass Hermine das Wort vorher nie gehört hatte.
Rasmolkinoff: o je, gut dass Du mich darauf hinweist, es sollte Rachmaninow sein( Der Fehler liegt in meinem Hirn, hab ihn mit dem Typen aus Schuld und Sühne verwechselt) , jedenfalls sollte das so sein, dass auch da Hermine etwas von den Erwachsenen aufgeschnappt (Raskolnikoff) und in ihrem Köpfchen verdreht hat (Rasmolkinoff)

Alles andere hab ich nach Deiner Anregung verändert.
Endlich hab ich auch die Sache mit den Kommas hinter ! und ? begriffen. Danke Dir sehr. Morgen werde ich mir Deinen 2. Teil vornehmen.

Eine gute Nacht wünscht Dir
Inu
 

Petra

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Je m´excuse milles fois ...

Liebe Inu,

es tut mir Leid, ich muss mich entschuldigen wegen des SCHULD SEIN - das wird (infolge der VEREINFACHUNG durch die Rechtschreibereform :) ) natürlich klein geschrieben (im Ggs. zu Schuld haben - denn: die HAT man ja ;))! Prima! Naja, gehen wir hinweg über Sinn und Unsinn neuer Orthographien ...

Dass Du Dich an Raskolnikoff angelehnt hattest, dachte ich mir bereits; allerdings zweifelte ich dann doch etwas, ob es nicht vielleicht doch einen von mir noch nicht entdeckten Komponisten gegeben haben könnte mit zitiertem Namen. Nur deshalb meine Nachfrage.
Aber Rachmaninoff ist natürlich (auch) eine ganz ausgezeichnete Idee!

Was Herminchen anbelangt, finde ich übrigens ganz und gar nicht, dass sie EINFACH empfindet. Auch sieht sie mehr als andere. Sie ist m.E. auch nicht zurück geblieben. Ein Kind, das den Tod sieht (im Auge einer sterbenden Kuh); ein Kind, das weiss, WAS da passiert ... ist weiter als andere, nicht etwa weniger weit...

:) So, liebe Inu - Du möchtest also gar nicht, dass sich jemand Deiner Texte annimmt, hab ich Dich richtig verstanden?! :) Sondern einfach nur im Netz sichern. Aha. Gut, gut. Werde mich danach richten. Werd´ mich zurückziehen für die nächsten 512 Jahre und Dich ordentlich schmoren lassen. Anflehen wirst Du mich, zähneknirschend, auf Knien rutschend mich bitten, Deine Textlein zu lesen; aber nein - ich werde standhaft bleiben. "Nein, liebe Inu", werde ich rufen. "Jetzt werd´ ich erstmal ´ne Runde schaukeln gehn unterm Birnbaum im Garten. Nächstes Jahr vielleicht wieder. Gehab Dich wohl!"

:) Viele Grüße. Petra

PS Das Wort FLIMSIG fand ich gut - kannte es nur nicht! Hätte nicht geändert zu werden brauchen! Petra
 

Petra

Mitglied
... nicht ganz bis zum Ende ...

Liebe Inu,

Fortsetzung gefolgt:

1. > Auch Hermine sieht die verkohlten Autowracks auf der Straße zwischen den Äckern, [...] Sie und Werner dürfen heute nicht einmal hinüber ins Wirtschaftsgebäude zum Frühstücken gehen. Sie bekommen [red]ese > es/ Essen/ zu essen[/red] im Herrenhaus auf der Veranda.<

2. > Nachher dann werden die beiden Kinder von Marie drüben in eine Baracke am Waldrand in die Kammer kriegsgefangener Franzosen gebracht. [...] euer Grandp[red] - è - [/red]re hat es befohlen.“<

3. > Wie gesagt, in letzter Zeit drehen sich die Erwachsenengespräche fast nur um den Krieg. [...] Ja, auf die Amerika [blue] > die Amerikaner ODER Amerika ? [/blue] bauen manche Menschen hier in einer vagen, halbwegs unbewussten Hoffnung.<

4. > Es herrscht große Aufregung, [...] abgeschossene Flugzeugpiloten, die sich mit ihren Fallschirmen über der Normandie gerettet hätten, so geht bald das Gerücht um.. Wie hochinteressant. <
Rein privat mein Interesse: Im Ernst? War das wirklich so? Die schoss man über der Normandie ab und verfrachtete sie dann - etwa 1000 km weiter östlich - nach Bayern?

5. > „Da[red]-s STREICHEN [/red] sind wirklich ein paar gutaussehende Männer dabei “, wird sogar Lisa beim Mittagessen später sagen.<

6. > - Einer oder zwei dieser Uniformierten müssen doch wohl zur Bewachung der Gefangenen auf dem Gut geblieben sein, [...] so wie sie auch außer dem schon früher erwähnten, leicht vertrottelten Toni, [red]KOMMA ENTFERNEN[/red] nie einen Gefangenenbewacher in Morgenau bewusst zu Gesicht bekommen hatte. Und sie glaubt noch heute, dass tatsächlich keiner da [red]gewesen[/red] war. -

7. > Wenn Amerika aber so groß und mächtig ist, [...] Fragen über Fragen, [strike]mit denen[/strike] [red]über die[/red] Herminchen sich den Kopf zerbricht.<

8. > Die „Kanzlei“, [...]
Für sie wird das Näh- und Bügelzimmer schnell zum Essraum umfunktion[red] - [strike]n[/strike] - [/red]iert.<

9. > „Wie stellen [red]s- > S[/red]ie sich das vor. Es geht nicht.“<

10. > „Hier herrscht die Hölle.. Deutsche sterben auch. Diese Amis interessieren mich einen feuchten Kehricht!“, sagt der Würdenträger.<
IM ERNST - EIN GEISTLICHER?

11. > "Diese Männer sind nicht irgendwer... [...] ... wenn [red]s- > S[/red]ie wissen, was ich meine... [...].“ <

12. >„Wenn diesen Leuten etwas passiert, ist das gewiss n i c h t im Sinne des Führers!“ [red]KOMMA[/red] fügt der Verwalter noch schlau und vielsagend hinzu, [...]<

13. > „Bei soviel eigenem Elend, [red]KOMMA ENTFERNEN[/red] interessieren einen die Fremden nicht mehr“, sagt Klara.<

14. >Hermine muss immer an die Amerikaner denken. [...] Schöne Lieder: „Rolling home[red]A`ZEICHEN[/red]...und [red]A`ZEICHEN[/red]Lilli Marleen...“<

15. > Da fragt das kleine Ding sie ständig nach den amerikanischen Soldaten, während sein Vater, [red]ENTWEDER KOMMA WEG[/red] irgendwo in den Weiten Russland[red]-s ODER AUCH HIER KOMMA[/red] in Gefangenschaft geraten oder vielleicht schon tot ist. Lisa hat seit Wochen keine Nachricht von Oskar.

„Die Amerikaner... Ist es auch wirklich wahr, dass sie gesund geworden sind?“ [red]KOMMA[/red] fragt Hermine schon wieder.<

16. > Hermine geht täglich nachschauen. [...], aber anscheinend hat auf einmal niemand mehr Lust. Vielleicht auch deswegen [strike]keine Lust mehr[/strike], weil eines Morgens kniehoch Wasser darin steht. Grundwasser.

"Wozu ist das Ding gut?“ [red]KOMMA[/red] hatte das Kind gleich am Anfang gefragt.
[...]
„Ist Versteck, aus dem man Feind schnell totschießen kann“, hatte Jean [red]-[/red] Pierre lachend gesagt.<

17. > „Da stehen die Amis bereits in Thüringen und Du hebst hier Panzergräben aus. Du bist, scheints, von a l l e n guten Geistern verlassen,“ [red]KOMMA HINTER DIE A`ZEICHEN[/red] sagt die Frau ziemlich ironisch.<

18. > Vision von Macht und Glorie.<
Ein zweitesmal dieselbe Überschrift?

19. > Gegen zehn Uhr morgens an einem der ersten Maitage des Jahres 1945 sitzt Hermine an ihrem sonnendurchfluteten [blue]Lieblings-Erkerfenster > Lieblingsfenster, einem Erker[/blue] im zweiten Stock des Herrenhauses. Resi kämmt ihr mit einem Staubkamm weiße Nissen vom Kopf, was schwierig ist und nicht wirklich funktion[red] - [strike]n[/strike] - [/red]iert, denn die Dinger [blue]sind[/blue] an jedem einzelnen Haar [/blue]festgeklebt[/blue]. Fast alle Kinder sind von Läusen befallen. Die Frau Verwalterin hatte im Ernst gemeint, das einzig [red]v- > V[/red]ernünftige wäre, die ganze Pracht ruckzuck abzuschneiden, am besten noch den Rest wegzurasieren.
„NEIN[blue]A`ZEICHEN[/blue]“, hatte Hermine geschrien und gleich losgeheult. <
zu: Nissen, die festgeklebt sind > das assoziiert bei mir Festgeklebt-werden mit Kleber (Uhu o.ä.). Diese kleinen Dingerlein krallen, klammern, beissen, kleben sich ja selber an/ fest.
Mein Vorschlag: Die Dinger kleben/ haften sich an jedem einzelnen Haar fest/ an.
Zumal im nächsten Satz auch bereits ein SIND aufkreuzt.


20. > Als Hermine ihnen nachschaut und dann zufällig durch die Scheibe nach draußen sieht - das Herrenhaus steht auf einer Anhöhe - [red]KOMMA[/red] da stößt sie einen einzigen, kurzen Schrei aus, [...].<

21. > -Am Morgen, an dem General Pattons siegreiche Armee über die Landstraße heranrollt, herrscht auf Morgenau [red]ENTWEDER AUCH HIER KOMMA[/red] wie überall im ländlichen Bayern, [red]ODER AUCH HIER NICHT[/red] erst einmal irres Durcheinander.<

22. > Nun ja, Lisa ist eine Mutter mit einem Winzling von Söhnchen. [...] Die Frau Verwalterin bleibt ebenfalls da und tut so, als ob sie an einem Strumpf [red]strickte > stricke[/red]. <

23. > Ob sie Nazis im Haus habe, guns, gold, jewelry? [red]KOMMA[/red] fragen die Amis, die danach kommen, nun zur Abwechslung einmal Lisa. Natürlich wieder mit vorgehaltener Pistole. Die sagt beherzt "no". Sowas hat sie nicht im Haus.
( Es könnte höchstens sein, dass ein paar kranke, achtzehnjährige deutsche Soldaten, die nicht wissen, wohin, noch immer in verborgenen Kellerlöchern herumlungern! Aber darüber spricht man auf Morgenau nicht... )
<
Bin mir nicht ganz sicher. Sagt sie das, was ich fett unterlegt habe > dann muss es HABE und im nächsten Satz ES KOENNE SEIN, DASS. Denkt sie das hingegen nur (es wird also nicht ausgesprochen, entspricht allerdings trotzdem der Realität, dann sind HAT und KOENNTE die richtigen Zeitformen.

24. > Sie seien „beautiful ladies“, sagt ein Soldat zu Lisa und Halena... und ihre Kleinen „really cute“... Doch sein Kamerad spuckt auf den Boden:
"You‘re crazy..., those sweet kids... they are nothing but little nazi-rats.“
Die süßen Kinder ( inclusive Halenas kleinem Russen! ) also böse Nazi-Ratten!.<
Ich würde das nicht noch einmal übersetzen!


25. > Hermine findet diesen Tag furchtbar aufregend. Jetzt gibt ein freundlicher, schwarzer Soldat mit schneeweißen Zähnen und nettem Jungengesicht, [red]KOMMA WEG[/red] den Kindern schon wieder Kaugummi. <

Rest folgt. Wann? Wenn ich - uff - wieder klar denken kann. ;)

Viele erschöpfte, aber lesbegierige Grüße.
Petra
 

Inu

Mitglied
Hallo Petra

Schön, dass Du wieder da bist. Ich hatte schon befürchtet, du würdest Deine Drohung wahrmachen und mein Herminchen doch noch so mittendrin im Stich lassen... Na ja, wenn jemand so tönt, als sei er an Korrekturen nicht interessiert und lege keinen Wert auf Leserklicks. Das schrieb ich doch nur aus Angst, dass doch niemand diese Bandwurmgeschichte lesen und erst recht nicht editieren würde. Klar wollte ich den Text auch sichern. Und da ruht er ja in LL wie in Abrahams Schoß ;)

Wie ich schon sagte, ich freue mich sehr, dass Du Dich des gesamten evakuierten Herminchens angenommen hast.

Leider bin ich heute nicht einmal zum Überarbeiten des zweiten Textteils gekommen, aber morgen muss es klappen.

Liebe Grüße und nochmals Dank für die große Hilfe
Inu
 

Inu

Mitglied
So meine liebe Petra

Jetzt bin ich im Text wieder up-to-date. Wow, bin ich fertig! Dabei hatte ich ja nur Deine Anweisungen zu übernehmen. Was ich auch reichlich getan habe.

Allerdings: das „ehrlos“ habe ich in Anführungsstrichen gelassen. Es war so ein total von den Nazis besetztes Wort ( wie z. B. auch „vaterlandslose Gesellen“), dass ich seine (ideologische) Besonderheit auf irgend eine Weise hervorheben wollte.

„flimsig“ hab ich wieder eingesetzt. ( Du gabst mir ja grünes Licht dazu ;). Es klingt ja auch gut. Schön, dass es das Wort eigentlich nicht gibt, aber da kann jetzt jeder seiner Fantasie freien Lauf lassen.

4. > Es herrscht große Aufregung, [...] abgeschossene Flugzeugpiloten, die sich mit ihren Fallschirmen über der Normandie gerettet hätten, so geht bald das Gerücht um.. Wie hochinteressant. <
Rein privat mein Interesse: Im Ernst? War das wirklich so? Die schoss man über der Normandie ab und verfrachtete sie dann - etwa 1000 km weiter östlich - nach Bayern?
Hundertprozentig sicher bin ich nicht, aber es ist ziemlich wahrscheinlich. Denn da über dem Inneren Deutschlands gegen Ende des Krieges kaum mehr Flugzeuge abgeschossen wurden, bei der Normandie-Offensive aber eine Menge, so kann das schon richtig sein. Recherchiert hab ich das nicht. Ich hab die Sache in der Geschichte ja auch als Gerücht bezeichnet.


Würdenträger: Dabei dachte ich eher an Ordensträger, Respektsperson, Funktionär der Partei, nur das klang alles nicht so gut... ich hab jetzt „nationalsozialistischer Würdenträger“daraus gemacht.

Zu guter Letzt noch die „nazirats“. Bedenke, liebe Petra, dass dieser Text nicht n u r für polyglotte Intellektuelle geschrieben ist, haha ...nein... ich will es a l l e n Lesern so leicht wie möglich machen, mein Geschreibsel zu verstehen.

Alles andere aber habe ich von Dir übernommen.


Nochmals großen Dank für Dein altruistisches (ja fast masochistisches:)? Tun. Einen Text von 50 Seiten zu korrigieren, das ist schon etwas! Möge es Dir ein grünes Plätzchen im Lektorenhimmel sichern

Liebe Grüße
Inu
 

Petra

Mitglied
Des Kommentares letzter Teil - fürs erste

Liebe Inu,

danke für den frommen ;) Wunsch, aber leider habe ich mir das grüne Plätzchen im Literaten-Himmel noch nicht verdient, fehlt doch noch der letzte Rest der Bearbeitung - und zwar ab EINE FLUCHT Deines Textes. Oder ... sollte es Dir zu viel werden mit meinen aufdringlichen Kommentaren ... ?

1. > Lisa zieht sich selbst und den Kindern ein dutzend Wäschestücke und Kleider übereinander [...]. Den Seppl legt sie, umwickelt von Extra-Windeln und Strampelhöschen [red]KOMMA[/red] in einen Tragekorb. [...] für sie ist die ganze Sache ein neues, geheimnisvolles Abenteuer.<

2. Und da ich befürchte, ich übe entschieden zu viel Kritik (dabei ist es ja gar nicht so sehr viel - immerhin ist der Text auch sehr lang; und wo viel Licht ist, findet sich eben zumindest auch etwas von Schatten), will ich hier mal explizit eine Stelle angeben, die ich für regelrecht genial gelungen halte:

> Die kleine Gruppe eilt also durch die von dünner, abnehmender Mondsichel nur schwach beleuchtete Nacht. Knackende Äste am Wegrand, dräuende Schatten hinter Gebüschen, aus der Ferne ab und zu der peitschende Knall immerwährender Schüsse....Die Kinder sind übererregt vor Spannung, die Erwachsenen halbtot vor Furcht. Endlich erreichen sie zitternd und ausgelaugt den Klosterberg in Hohenkirchen, wo sie bei den katholischen Nonnen Zuflucht finden.<

Allerdings könnte man sich drüber streiten, ob man nicht besser die Nacht erleuchtet denn beleuchtet lassen sein sollte. Aber das ist vielleicht Ansichtssache. Beleuchtet assoziert bei mir elektrisches Licht.

3. > „D a s ist mir von dieser verflixten Flucht am besten in Erinnerung geblieben: [red]D`PUNKTE ENTFERNEN[/red]“, wird Lisa, die Stiefmutter, Jahre später zu Hermine sagen, “nämlich...als ich [red]d- > D[/red]ir all deine Unterhöschen, Strumpfhosen, Latzhosen, Pullis übereinander und zuoberst noch dein Mäntelchen angezogen hatte und wir endlich losmarschieren wollten, da musstest du ganz furchtbar dringend aufs Klo [blue]B`STRICH, UM SPRECHPAUSE ANZUDEUTEN[/blue] und da habe ich dich wieder ausgewickelt. Vor der ganzen Anzieherei hatte ich dich mehrmals gefragt, da k o n n t e s t Du ums Verrecken n i c h t .[blue]A`ZEICHEN M.E. GUENSTIGER[/blue] Na ja... das war wieder einmal typisch.“<

4. > „Da hab ich was, das schenk ich meinem Kurt, wenn er aus Gefangenschaft zurück kommt!“ [red]EIN WINZIGES KOMMACHEN MOECHTE DER SATZ AN DIESER STELLE SEHEN[/red]ruft sie noch ihrer Schwester zu, die auf dem gleichen Feld arbeitet. Zumindest erzählt es diese später so...<

5. > Unfallhergang bleibt wohl sogar für die Erwachsenen für immer rätselhaft.<

Zweimal für. Alternativ: Entweder DEN ERWACHSENEN FUER IMMER RAETSELHAFT oder FUER DIE ERWACHSENEN AUF IMMER ... oder etwas Ähnliches.

6. >Als die Amerikaner einmarschieren, hofft man auf Hilfe. Man hält den obskuren Behälter ohnehin für amerikanischer Herkunft, von einem U.S. Flugzeug abgeworfen. [strike]Aber jetzt [/strike] [blue]Jetzt [/blue] werden die Amis [blue]ja doch[/blue] alles wieder gut machen. Man weiß, dass dieses Volk die modernsten Heilmethoden, die besten Ärzte der Welt besitzt. Doch [blue]schon bald/ bald schon > BALD < im vorherigen Absatz bereits dreimal vorhanden [/blue] stellt sich heraus, dass selbst die Wundernation nicht helfen kann.. Es verbreitet sich das Gerücht, man werde Sophie in eine Spezialklinik [strike]nach[/strike][blue]in die[/blue] USA fliegen. [...]<

7. > Aber Hermine glaubt ihr nicht. Sie riecht und spürt es: [blue]es > BESSER (?): dies[/blue] ist der Todesgeruch: [red]ZWEIMAL D`PUNKT HINTEREINANDER. PUNKT HIER BESSER[/red] Sophie verfault [strike]am > bei[/strike] lebendige [red]-[strike]n[/strike] > -m[/red] Leib<
Ausserdem hast Du den Ausdruck bereits zwei Absätze weiter oben gebraucht.

8. > In Hohenkirchen erzählt man sich später, die verzweifelten Schreie der Armen seien viele Tage und Nächte lang aus dem Fenster ihres Krankenzimmers gedrungen, bis Gott sie endlich von ihren Qualen [blue]erlöste.... > erlöst habe[/blue]<

9. > Die Russen, die Polen, die Ukrainer... mit ihren armseligen Bündeln... , [red]KOMMA ENTFERNEN[/red] sind auf dem Innenhof von Morgenau versammelt, um in ihre Länder zurückzukehren.<

10 > Kaum ist der Krieg zu Ende, da kehrt Lisa mit Werner, Hermine und Seppl nach Marienstock zurück.
Vorher aber kommt noch der Tag, an dem die Arbeiter und die Kriegsgefangenen aus dem Osten abgeholt werden. Die Franzosen auf Morgenau haben den Gutshof schon eine Weile vorher in Richtung Heimat verlassen.
[...]
Lisa, Monika und die Frau Verwalterin sind nicht hinunter gegangen. Auch Werner und Hermine nicht. Den Kindern hat man es verboten. Alle fünf stehen nun hinter den Vorhängen am Fenster des schwarzen Zimmers. Den Blicken der Leute im Hof verborgen, beobachten sie das Schauspiel. Niemand sagt ein Wort.<

Wie, was, wo?! Wann denn IST denn nun der Krieg zu Ende und WANN kehrt Lisa zurück > SIEHT sie die Rücktransporte ODER ist sie noch auf ihrer (Rück-?)Flucht, da ja: VORHER ABER KOMMT NOCH DER TAG, AN DEM [...]?

11 > Da fahren sie dahin, [...] Die Gruppe der stolzen Polinnen, unter ihnen Sonja, Dunja, Malenka, die Schönen. Mit ihrem Charme, ihrem herben Humor, ihrer Lebenslust hatten die [/b]zwei[/b] WELCHE ZWEI? DU SPRICHST VON DREI - DU MEINST DIE LETZTEN BEIDEN? selbst den freudlosen, alten Toni zum Lachen gebracht.<


Liebe Inu, das wars zunächst zu den noch übrig gebliebenen zehn Seiten. Danke für die Aufklärung so mancher Frage meinerseits - wie etwa über die abgeschossenen amerikanischen Piloten in Bayern. Ich hätte diesbezüglich noch Fragen über Fragen (über die gesamte Thematik), aber das wäre keine Thema, das man hier unter der LL erschöpfend behandeln könnte.
Darüber hinaus habe ich noch eine Anmerkung zu meinem Punkt 24. Meines, so glaube ich, letzten Kommentars (nazi-rats). Wahrscheinlich habe ich mich mißverständlich ausgedrückt. Ich meinte, dass man es natürlich noch einmal und einfach nur so übersetzen könnte; man hätte es aber auch noch etwas weiterspinnen können - bsp.weise, dass Du die vielleicht verständliche Ablehnung der Amerikaner gegen alles Deutsche und ihre - wohl auch wieder verständliche, und dennoch pauschalierte und damit auch schon wieder irrwitzige - Aburteilung als allesamt nazi-haft noch etwas mehr hätte herausheben können. Den Anfang hattest Du ja schon getan, indem Du das russische Baby anführst. Ein Vorschlag:
Ursprünglich:
> Die süßen Kinder ( inclusive Halenas kleinem Russen! ) also böse Nazi-Ratten!.
In:
> Die süßen Kinder also inklusive Halenas kleinem Russen allesamt böse Nazi-Ratten!
Dann kann sich der Leser da nicht heraus schrauben, wie es mir - leider - auf den allerersten Blick passiert ist und sich sagt: "Hm, naja (hüstel verlegen), eigentlich ein ganz klein wenig nachzuvollziehen." - Nein! Denn ich habe die Klammer nicht genug beherzigt. Darauf liegt thematisch doch das Hauptaugenmerk. DAS ist doch kennzeichnend dann für die weiteren Verhältnisse im Nachkriegsdeutschland.

Und nun, nachdem ich den gesamten Text mehrere Male gelesen habe, ein abschließendes Wort. Mir gefällt der Text sehr gut. Literarisch, linguistisch fehlt mir nichts an ihm. Allerdings muß ich ja nicht maßgeblich sein ... Und dennoch - er ist auch sehr idyllisch, trotz natürlich des grausam empfundenen Getötet-werdens der Tiere. Die Kriegsgefangenen leiden nicht - wie andernorts - unter der Knute ihres "Herrn" (das mag durchaus so gewesen sein; ich zweifele das NICHT an - in diesem Einzelfall). Die Nazi-Herrschaft und deren philosophische, psychologische Bewertung ist ja KEINESWEGS Deine Intention in diesem Text (hier geht es ja um die Ursachen in Hermines Vergangenenheit dafür, dass sie nachher, sagen wir, einen Schritt neben sich steht und sich psychisch gezwungen sieht, einem Dr. Goldmann in einer gewissen Art und Weise ziemlich auf die Nerven zu gehen (also zumindest vorüber gehend nicht mit ihrem Leben klar zu kommen)). Und da es nun um Hermines Empfindungen/ Empfindsamkeit (en) geht - sie erlebt nun einmal auf diesem abgeschiedenen Hof nichts weiter als KEINE Greueltaten. Das ist in Ordnung! Auch dass Du das SO UND NICHT ANDERS schreibst. Aber Du hast das Thema NAZIS angeschnitten, und sie, Hermine, wird nachher im Verlauf ihres Lebens ganz sicher in der einen wie auch der anderen Form damit konfrontiert werden... Ich bin da sehr gespannt auf weitere Texte. Sie wird sich dazu ja positionieren müssen - wahrscheinlich kann sies nicht. Daher vielleicht ihre Probleme. Wahrscheinlich sogar. Worauf ich nur hinaus will:
Irgendwo hast Du geschrieben (ich kann die Stelle im Augenblick nicht so schnell finden), da sagt Katharina (oder war es die überforderte Lisa?), es würde nichts zu essen liegen gelassen, noch dazu, während draussen die Menschen hungerten. Ich mußte beinahe lachen vor lauter Naivität dieser Frau und ihrer fast schon grotesk-grausamen Selbstgerechtigkeit (in dieser Hinsicht; in anderer ist sie wieder nicht selbstgerecht). Natürlich läßt man in solchen Zeiten nichts an Essen liegen - nur: vom Hungern weiss SIE nichts! Sie hat genug. Ich nun habe an dieser Stelle zwischen den Zeilen diese immense Verlogenheit heraus gelesen (und zwar nicht nur, was die Nazi und Schuld und Sühne anbelangt, sondern ganz generell - das Kind wird ja permanent angelogen, über den Tod zumeist: Nein, tot ist er nicht; überfahren hat man ihn, ja; fürchterlich zerquetscht, ja, nun gut - aber tot, nein tot ist er nicht! Die Kuh - die ist naturgemäß geschlachtet worden ... Natürlich weiss ich, warum man das macht ... trotzdem, es geht um Lüge...). Ich komme - leider erst jetzt - zum Punkt: Wenn Du es also verstehst, die Groteske dieser Haltung (Alle hungern - also: iss! > Ist ja richtig, wie erwähnt; und dennoch.) so gut und leichtfüßig zu entlarven und anzutippen - warum DANN sparst Du das historische Thema aus? In einem einzigen, höchst einzelnen Satz (vielleicht kommt das ja noch, drei Kapitel weiter etwa - ich wollte dem nicht vorgreifen; es sind nur meine GEDANKEN, die mir zu diesem Text durch den Kopf gehen): >Dieses sind die Fürchterlichkeiten in Hermines Leben gewesen - von den Fürchterlichkeiten da draußen/ außerhalb/ jenseits des Hofes (o.ä.) hatte sie zum Glück jedoch keine Ahnung.< Oder so ähnlich. Nur um anzudeuten: >Ich verschweige innerlich nicht den Rest! Allerdings mußt Du, lieber Leser, hierüber selbst recherchieren, denn es ist nicht THEMA meines Textes. Denn hier geht es um Hermine, und die hat das nicht gesehen!<

Ansonsten - ich wiederhole mich; und dieses ANSONSTEN soll auch keine Einschränkung bedeuten, sondern ein DARÜBER HINAUS IST ES MEINE MEINUNG, DASS - gefallen mir Deine Texte sehr gut. Sie sind sehr vielschichtig. Gut geschrieben. Man liest MIT. Man erlebt. Mit einem Wort: Du erzählst, und gleichzeitig vermittelst Du Wissen; und zwar so leichtfüßig, dass man entweder nicht merkt, dass unterdessen die Nacht bereits herein gebrochen ist ;) ... - oder aber man ist dermassen neugierig auf das Folgende, dass man unruhig-müde auf dem Stuhl hin- und herrutscht, aber nicht anders kann als weiterzulesen. Oder - was heißt man? Ich jedenfalls. Aber ich bin vielleicht auch - ich wiederhole mich erneut - kein Maßstab.

Viele demzufolge leswütige Grüße.
Petra :)
 

Inu

Mitglied
Großen Dank

Hallo, liebe Petra

Jetzt hast Du Dir Dein Plätzchen im Literatenhimmel endgültig verdient
Wie Du sehen kannst, habe ich Deine Anregungen und Verbesserungen für die letzten zwei Kapitel schon übernommen.


Ausserdem hast Du den Ausdruck bereits zwei Absätze weiter oben gebraucht.
Anmerkung: Es geht um den Satz: Sophie verfault bei lebendigem Leib.
Hermine hat das wortwörtlich so übernommen, wie sie es von den Erwachsenen gehört hat. Denn der Satz geht ihr nicht aus dem Kopf. Genau dieser Satz bricht furchtbar in ihre Kinderwelt ein. Deshalb wiederhole ich ihn auch noch einmal. Literarisch ist das nicht sehr gut... aber egal in diesem Fall....


Wie, was, wo?! Wann denn IST denn nun der Krieg zu Ende und WANN kehrt Lisa zurück > SIEHT sie die Rücktransporte ODER ist sie noch auf ihrer (Rück-?)Flucht, da ja: VORHER ABER KOMMT NOCH DER TAG, AN DEM [...]?
Du hast vollkommen recht... dass einem das selber aber nicht auffällt!! Ich habe nun Lisas Heimreise ganz am Schluss der Geschichte erwähnt, wie es auch logisch ist.


Darüber hinaus habe ich noch eine Anmerkung zu meinem Punkt 24. Meines, so glaube ich, letzten Kommentars (nazi-rats). Wahrscheinlich habe ich mich mißverständlich ausgedrückt. Ich meinte, dass man es natürlich noch einmal und einfach nur so übersetzen könnte; man hätte es aber auch noch etwas weiterspinnen können - bsp.weise, dass Du die vielleicht verständliche Ablehnung der Amerikaner gegen alles Deutsche und ihre - wohl auch wieder verständliche, und dennoch pauschalierte und damit auch schon wieder irrwitzige - Aburteilung als allesamt nazi-haft noch etwas mehr hätte herausheben können...
Liebe Petra, ich denke, auch die Erwachsenen haben damals nicht philosophisch gedacht und differenzierte Überlegungen kamen erst viel später.

Nun noch zu den Gräueln dieser Zeit! Vergiss nicht, Hermine ist am Ende des Krieges knapp sechs Jahre alt. Sie hat auf diesem einsam gelegenen Gutshof nur eine sehr gemilderte Form der Kriegswirren miterlebt. Nein, Unterdrückung der Gefangenen und „Fremdarbeiter“, oder gar Willkür und Folterung hat sie nie gesehen,so etwas hat dort wohl auch nicht stattgefunden. Subtilere Dinge sind es wohl geschehen, so zum Beispiel, dass Halena selbst im Winter im Schnee barfuß lief. Das tat sie wohl nicht aus Lust, sondern weil niemand sich darum kümmerte, dass sie Schuhe bekam. Aber wie auch immer, Tatsache ist, dass Herminchen diese Welt damals auf dem Hofgut als trotz Krieg noch ziemlich „heil“ und gut funktionnierend empfand. Und diese ganze Geschichte geht ja um die Erlebnisse des kleinen Mädchens und um seine eigenen Probleme und kann nicht schildern, wie zerrissen die Welt drumherum aussah, weil das Kind das einfach nicht erlebt hat.

Ich hab ja schon versucht, indem ich Monikas Tagebuch eingebracht habe, etwas auf die Problematik dieser Zeit einzugehen. Mehr, denke ich, passt auch in diese Geschichte nicht hinein. Dazu sind die auftretenden Personen nicht kompetent und informiert genug!

Du erzählst, und gleichzeitig vermittelst Du Wissen; und zwar so leichtfüßig, dass man entweder nicht merkt, dass unterdessen die Nacht bereits herein gebrochen ist ... - oder aber man ist dermassen neugierig auf das Folgende, dass man unruhig-müde auf dem Stuhl hin- und herrutscht, aber nicht anders kann als weiterzulesen.
Dieses Lob freut mich riesig. Ich habe auch lange an dem Text gearbeitet und mir damit manche Nacht um die Ohren gehauen schnüff. :(


- warum DANN sparst Du das historische Thema aus? In einem einzigen, höchst einzelnen Satz (vielleicht kommt das ja noch, drei Kapitel weiter etwa - ich wollte dem nicht vorgreifen; es sind nur meine GEDANKEN, die mir zu diesem Text durch den Kopf gehen): >Dieses sind die Fürchterlichkeiten in Hermines Leben gewesen - von den Fürchterlichkeiten da draußen/ außerhalb/ jenseits des Hofes (o.ä.) hatte sie zum Glück jedoch keine Ahnung.< Oder so ähnlich. Nur um anzudeuten: >Ich verschweige innerlich nicht den Rest! Allerdings mußt Du, lieber Leser, hierüber selbst recherchieren, denn es ist nicht THEMA meines Textes. Denn hier geht es um Hermine, und die hat das nicht gesehen!<
Nein, ein solcher Abschnitt wird in meinem Text nicht kommen. Ich fühle mich einfach nicht kompetent genug, mich dazu zu äußern. Und ich glaube, das gehört auch nicht in meine Geschichte. Das hieße ja ohnehin Eulen nach Athen zu tragen, denn diese Betroffenheit wurde schon von Hunderttausenden erklärt und macht doch nichts besser.

Liebe Petra, Du hast mir in meiner Geschichte sehr geholfen. Ich glaube, ich kann sie jetzt so stehen lassen!
:):)Ganz, ganz liebe Grüße und Dank:):)
Inu
 

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