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Die Geschichte der 3 Ringe (gelöscht)

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Ihr dürft gerne Kritik äußern. Es interessiert mich natürlich eure Meinung, ob ich die Geschichte Kingerecht (um)geschrieben habe. Und natürlich auch eure Bewertung meines Schreibstils.

Lg.
 

Fallanda

Mitglied
Hallo Schwarze Sonne,

ich begrüße deine Absicht, Klassiker der Literaturgeschichte für Kinder zugänglich machen zu wollen. Verstehe aber nicht, warum es eine Nacherzählung sein muss. Das ist zum einen eigentlich nichts Besonderes, da es mit Sicherheit derartige Nacherzählungen schon vielfach für Kinder aufbereitet geben wird und zum anderen ist es auch nicht besonders kreativ.

Dem Titel nach hast du die Ringparabel aufgreifen wollen, erzählst aber dennoch auch Handlung drum herum (teilweise auch nicht wirklich korrekt). Interessant wäre es gewesen, die Ringparabel vielleicht in eine moderne, neue Situation einzubetten oder sie allein mit ähnlicher Intention und Wirkung in einem anderen Beispiel zu erzählen. Ich musste dabei spontan an moderne Variationen von zum Beispiel „Romeo und Julia“ denken. Dabei hätte das Ganze dann auch eine kreative Eigenleistung.

Ich meine, sprachlich ist es soweit okay, auch wenn dann und wann aus einem, locker zwei Sätze gemacht werden könnten. Gerade wenn es für Kinder sein soll. (Vergesse ich selbst aber auch schnell mal :))

Inhaltlich wird es für Kinder schwierig sein, alle angesprochenen Religionen einfach so mal eben einordnen zu können. Das kommt natürlich auf die entsprechende Vorbildung diesbezüglich an, aber die meisten werden sich wohl kaum mit den Unterschieden und Gemeinsamkeiten auskennen. Daher auch nochmal der Gedanke meinerseits, die Ringparabel in eine andere Geschichte einzubauen. Alternativ müsste auf die einzelnen Religionen und deren Konflikte untereinander eingegangen werden, um überhaupt die Problematik der Fragestellung, welche Religion denn nun die wirklich Wahre sei, verstehen zu können.

Grundsätzlich solltest du keine Klammererklärungen verwenden, dafür aber Zahlwörter ausschreiben.

Vor langer Zeit lebte einmal ein reicher, alter Mann namens Nathan im Orient.
-> Klingt, als wäre sein Name „Nathan im Orient“ („...lebte im Orient…“) und „einmal“ ist überflüssig.

Da er als ausgesprochen klug (oder weise) galt...
-> Weisheit hat hier nicht so viel mit Klugheit zu tun. Nathan wird als weise bezeichnet, weil er mit Toleranz und Vernunft selbständig denkt und handelt (ganz im Sinne der Aufklärung). Das schließt Klugheit natürlich nicht aus, ist in diesem Falle aber nicht zu vergleichen.

Bei einer seiner vielen weiten Reisen kam er eines Abends an einen Palast. Da es schon sehr spät war ging er in den Palast, um den dort wohnenden Sultan um eine Unterkunft zu bitten.
„Lieber Sultan, mein Name ist Nathan und ich bin schon lange auf einer Reise von der ich sehr müde bin. Obwohl ich schon in der ganzen Stadt einen Platz zum Schlafen suchte , fand ich keinerlei Unterkunft. Deshalb bitte ich euch nun, ob Ihr mir für diese Nacht ein Bett zu Verfügung stellen könnt?“
-> Das ist inhaltlich nicht korrekt. Wenn du eine Nacherzählung anstrebst, musst du dich auch ausnahmslos an dem Original orientieren. Ich denke, du hast hier vielleicht eine einfachere Version wählen wollen, um nicht zu tief in das eigentliche Werk einzudringen, aber dann hättest du auch einfach schreiben können, dass der Sultan in Geldnöten war.

Da der Sultan in großen Geldnöten war, weil ihn seine letzten Kriege sehr viel Geld gekostet hatten, wollte er Nathan eine List stellen, damit er an dessen Gold kommt.
-> Satz an anderer Stelle einfügen.

...und darfst dafür so lange, wie du willst kostenlos in meinem Palast wohnen...
Außerdem bekommst du das beste Essen,das weit und breit angeboten wird. Wenn du mir aber die Frage nicht beantwortest, bekomme ich all dein Gold“
-> inhaltlich nicht richtig

Nathan war die Schwierigkeit der Frage sofort bewusst. Da er selbst Jude war, konnte die Antwort nicht der Islam sei, dies würde zwar den Sultan befriedigen, doch würde das den Verrat an der eigenen Religion bedeuten.
Wenn er aber sagen würde, das es das Judentum wäre, wäre der Sultan sehr erbost und würde ihn bestrafen. Außerdem hätte er keine ausreichenden Beweise hierfür.
-> Mit Verrat an der eigenen Religion hätte das hier nichts zu tun und mit der Überlegung mangelnder Beweise auch nicht. (Übrigens habe ich letztens mal gelernt, dass der Konjunktiv in Geschichten möglichst vermieden werden sollte…)

Lieber Sultan, diese Frage kann niemand auf der Welt eindeutig beantworten. Jedoch möchte ich euch eine Geschichte dazu erzählen.“
-> Diese Aussage macht er nicht. Damit würde er sich sofort vor dem Sultan ins Abseits manövrieren. Stattdessen weicht er direkt mit der Geschichte aus.

„Es ereignete sich vor vielen tausenden Jahren, als in den Bergen ein Mann einen Ring geschenkt bekam, von einem sehr guten Freund, der gleichzeitig ein großer Künstler war.
-> Das wird nicht erzählt.

Dieser Ring hatte viele bunte Farben und glitzernde Edelsteine.
-> Er hat einen Opal.

Der Ring machte beliebt und glücklich. Er schaffte es, dass alle Menschen den Ringträger mochten..
-> Hm, ja, Interpretation…

..und der Ringträger gleichzeitig ein guter Mensch wurde.
-> Das schafft der Ring definitiv nicht. Das ist die Eigenschaft, die sich der Ringträger selbständig aneignen muss. Vor allem muss er auch glauben.

Die Ringparabel ist desweiteren recht frei nacherzählt.
Die Antwort (Interpretation und Diskussionsstoff) ist meiner Meinung nach, dass jeder Ring bzw. jede Religion gleich wertvoll ist, solange sie im ‚Guten‘ und mit Toleranz anderer gegenüber ausgelebt wird.

Viele Grüße
Fallanda
 
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