Die Höchststrafe

hein

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Neulich abends fiel es mir zum ersten Mal richtig auf: alle Lichter im Haus waren gelöscht, und trotzdem konnte ich mich bequem orientieren. LED an allen Ecken und Enden: Radio, Fernseher, Computer, Telefon, Zahnbürsten und ich weiß nicht was sonst noch. Alleine im Hauswirtschaftsraum dreizehn! Punkte: Breitbandanschluss, Fritz-Box, Heizung, Gaswarner, etc. Wenn Greta das wüsste würden wir die Friday-Kids nie wieder von unserer Auffahrt wegbekommen.

Als ich dann im Bett lag löste sich eine Frage aus der Tiefe meines Gehirns: "wieso blinken da noch Lichter am Breitbandanschluss? Läuft da noch was? Kann doch nicht sein, ist doch nichts mehr aktiv! Sind die Geräte auf Standby denn nicht aus? Was könnte es wohl sein?"

"Der Fernseher? Hat der arme Mensch in Korea denn noch keinen Feierabend gemacht? Diese bemitleidenswerte Kreatur, dessen Aufgabe es ist, ein durchschnittliches mitteleuropäisches Ehepaar zu beobachten? Der trotz einem Diplom in Germanistik nichts von der mageren, in einer unverständlichen Sprache geführten Unterhaltung zwischen den beiden vor der Glotze hindämmernden Personen verstanden hat? Wartet er etwa ab, ob sich noch jemand von uns zurück schleicht um sich die späte Talkshow anzutun? Erhofft er doch noch eine aussagekräftige Emotion des Zuschauers ob eines zum x-ten Mal durchgekauten Themas?"

Sein Report dürfte letztlich wohl mal wieder dürftig ausfallen sein: "verschlüsselte Kommunikation zwischen den Zielpersonen erzeugen einen Verdacht, der aber durch die sonstigen Umstände (Schläfrigkeit; ordinäres Fernsehprogramm) nicht vertieft wird. Empfehlung: weitere Beobachtung, aber möglichst durch einen anderen Sachbearbeiter".

Ich hoffte, dass die Bitte des guten Mannes in Korea noch lange ignoriert wird und das er uns weiterhin als täglicher Wegbegleiter erhalten bleibt.
Der Gedanke an diese Höchststrafe ließ mich beruhigt einschlafen.
 

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