Die kanten entlang

Walther

Mitglied
Die kanten entlang


Die kanten länge vermessen und
dem Pythagoras hinter her gesetzt
der weg da hin war weit

Der weg von dort war kurz

Ereignis horizonte nach sonnen
Unter gang gequert zerreißt die
vor stellungs welt in jet pulse

Nach stellen unter der mond scheibe

Schlag schatten schlag zwölf
und das käuzchen ruft den
dichter auf den plan

Plan loser projektiert frei schnauze

Gemessen die kanten entlang
schreitend verändern sich welt
bilder in licht geschwindigkeit

Zum dunkel der nacht im all
 

Mondnein

Mitglied
analytischer Kubismus

Nicht übel!
Da es zunächst (bei den ersten Lesedurchgängen) in sich stimmig ist - z.B. darin, wie die Bilder sich "mit Lichtgeschwindigkeit" (denn Licht ist ihr Träger) in den Kosmos auflösen - zerstört die weitestgetriebene Trennung der Wortelemente, das Zerpflücken der Komposita, noch nicht den Sinn, sondern splittert die Oberfläche zu vielen kleineren Spiegeln auf.
Da lohnt es sich, immer neu hineinzuschauen und ohne zerstücktes Stocken, aber wortwendend-blickwechselnd, verschiedene Leseflüssigkeiten durchzuprobieren.
 

Walther

Mitglied
hi mondnein,

danke für deinen eintrag. das fraktale der wörter ist absicht und soll zu dem von dir beschriebenen nachspüren der bedeutungen einladen. der text erhält dadurch wendungen, die assoziativ neue blickwinkel bzw. bedeutungsebenen eröffnen.

ebenfalls wird der leser dadurch zum langsameren lesen angehalten.

ich habe dazu eine poetologie entwickelt. das entsprechende essay wird erstmals in der ausgabe 21 der asphaltspuren veröffentlicht, die im juni 2014 erscheinen wird. mehr dazu hier: http://www.asphaltspuren.de.

mein aktueller gedichtband "Die dunkle seite der nacht" hat dieses poetische prinzip umgesetzt, ein weiterer band ist geplant.

lg w.
 

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