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Die Qual der Wahl, Kap.3+4

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visco

Mitglied
Die Qual der Wahl

Kapitel 3​

[ 6]»Wo willst du hin?«
[ 6]»Hey, Dibi, bleib´ cool, Baby, okay? Ich hol´ uns nur ´was zu futtern.«
[ 6]Dieser hirnlose Idiot hält mich wohl für bescheuert! »Einen Scheiß wirst du! Du willst dir doch bloß wieder ´was ´reinziehen! Keinen Stoff während dieser Sache! Das war abgemacht!«
[ 6]»Hey, Mann, jetzt krieg´ dich wieder ein, ja? Würde dir auch gut tun. Du bist ja total verkrampft.«
[ 6]»Ich nehm´ so´n Mist nicht! Und ich will auch nicht, daß du dir jetzt das Hirn zudröhnst, kapiert? Das können wir im Moment echt nicht gebrauchen!«
[ 6]Manchmal frage ich mich wirklich, ob er überhaupt noch ohne kann. Er macht sich selber kaputt und merkt es nicht einmal. Dabei ist er sonst eigentlich ganz süß. Dieses Zeug aber macht ihn völlig fertig, und es wird immer schlimmer.
[ 6]So war´s auch bei meinem Dad. Die Anfänge habe ich nicht so mitbekommen, war noch zu klein, aber später hat er gesoffen wie ein Loch. Er war fast ständig betrunken, und es hat ihn alles gekostet, seinen Job, seine Freunde, falls er überhaupt je welche hatte, und auf jeden Fall seinen Verstand. Alles ging den Bach ´runter, aber das interessierte ihn einen Dreck. Hauptsache, es war genug zu trinken da. Alles andere war ihm völlig egal.
[ 6]Stimmt vielleicht nicht ganz, denn zufriedener war er ´drum nicht. Eigentlich war er nie mit irgendwas zufrieden. Meistens durfte es meine Ma ausbaden, aber ich bekam genauso mein Fett weg. Keine Ahnung, wieso sie es so lange mit ihm aushalten konnte. Ich hätte ihm schon längst einen Tritt gegeben! Wir wissen nicht, wovon wir die ganzen Rechnungen bezahlen sollen, weil alles für seine verdammte Sauferei ´draufgeht, zum Leben bleibt uns fast gar nichts, obwohl Ma sich kaputtrackert, und was macht er? Er hockt bloß dumm ´rum, vor der Kiste oder liest die Blöd-Zeitung, und dann schreit er uns an, wenn ihm mal wieder ´was nicht paßt. Dieser Mistkerl! Manchmal rastet er völlig aus, einfach so, und nachher tut´s ihm dann leid. Sagt er jedenfalls. Zum kotzen ist das! So geht das echt nicht weiter, und jetzt, wo ich weiß, daß er nicht einmal mein richtiger Vater ist, schon mal erst recht nicht!
[ 6]Er selber weiß es gar nicht. Ma hat es ihm nie gesagt. Aber sie hat´s mir erzählt am Tag, als ich achtzehn wurde. Super Überraschung, wie man sich wohl denken kann! Hat mich ziemlich umgehauen. Da sage ich mein ganzes Leben zu einem riesen Arschloch Papa, und dabei ist er das überhaupt nicht! Klar wollte ich sofort wissen, wer denn nun eigentlich mein Dad ist, aber sie wollte es mir nicht sagen, nur, daß er auch nicht besser gewesen wäre. Nicht, daß das irgendwas einfacher machen würde. Spricht auch nicht unbedingt für meine Ma, daß sie scheinbar immer bloß auf Looser ´reinfällt.
[ 6]»Jetzt hab dich doch nicht so. Komm schon, Dibi. In ´ner halben Stunde bin ich wieder da. Muß nur schnell ´was besorgen, und auf´m Rückweg bring´ ich uns ´was vom Mac mit, okay?«
[ 6]»Und was bitteschön soll ich machen, wenn der Typ hier aufkreuzt, während du gerade high irgendwo in der Ecke liegst, heh? Du hast sie doch nicht alle! Wenn du Kohldampf hast, dann bestell´ dir eine verdammte Pizza, und wenn nicht, dann geh´ lieber nochmal nach oben und sieh´ nach, ob alles okay ist!«
[ 6]»Hey, easy, ja? Ich bin doch eben erst oben gewesen!«
[ 6]»Na und? Dann gehst du eben nochmal!«
[ 6]»Was pißt du dich so an? Wo soll die alte Schlampe schon hin mit einem Heizkörper an der Hand, kannst du mir das verraten?«
[ 6]»Sie ist keine alte Schlampe, kapiert? Und auf keinen Fall darf ihr oder dem Kind ´was passieren! Geht das jetzt endlich in deine aufgeweichte Birne?«
[ 6]»Schon gut, schon gut! Aber jetzt komm wieder ´runter, ja? Du müßtest dich mal sehen! Bleib´ einfach cool, Dibi-Baby. Das läuft schon.«
[ 6]Je mehr ich ´drüber nachdenke, desto weniger gefällt mir das Ganze. Ich hab´ ein echt ungutes Gefühl bei der Sache, aber wir stecken schon zu tief ´drin, um jetzt einfach auszusteigen. Wenn es glatt geht, kann uns mein Alter mal kreuzweise. Dann haben wir genug, um uns auf nimmer Wiedersehen aus dem Staub zu machen und irgendwo neu anzufangen, Ma und ich. Wir ändern einfach unsere Namen, damit er uns nicht findet, Ma könnte wieder in ihrem alten Job arbeiten, nur halt woanders aber ganze Tage, so wie früher, und vielleicht lernt sie ja mal jemand Nettes kennen. Soll er doch alleine gucken, wie er klar kommt!
[ 6]Was Chester mit seinem Anteil anfängt, ist mir so ´was von egal. Der geht sowieso früher oder später bei ´ner Überdosis ´drauf. Das muß ich echt nicht haben, also ziehen wir das hier durch, und dann heißt es ‚Bye, bye’.
[ 6]»Daniela? Hörst du mich?«
[ 6]Was will denn der nun schon wieder? »Was ist?«
[ 6]»Wie geht es meiner Frau? Ist alles mit ihr in Ordnung? Bitte! Ich mache mir wahnsinnige Sorgen!«
[ 6]»Keine Panik, ja? Alles Roger. Chester ist gerade hoch nach ihr sehen. Ihr passiert schon nichts. Kannst übrigens Dibi sagen. Sagen alle.«
[ 6]»In Ordnung, ... Dibi, hör´ zu, ich habe etwas Geld auf der hohen Kante. Es ist nicht sehr viel, aber es gehört dir, wenn du mir einen kleinen Gefallen tust.«
[ 6]»Und der wäre?«
[ 6]»Laß sie gehen. Ihr braucht sie nicht. Ihr habt doch noch Kevin und mich. Heike wird nicht zur Polizei gehen, darauf gebe ich dir mein Wort. Sie würde doch niemals das Leben eines ihrer Kinder gefährden!«
[ 6]»Da bist du dir wohl genauso sicher wie, daß dein Kumpel hier auftaucht, was?«
[ 6]»Der meldet sich schon noch, warte es nur ab. Hör´ zu, mir ist egal, was aus mir wird, aber bitte, Dibi, hast du auch nur eine Ahnung, was Kevin gerade durchmachen muß?«
[ 6]»Ja, stell dir vor, das hab´ ich. Zwei verdammte Tage war ich in der Besenkammer eingesperrt, und ich hab´s auch überstanden.«
[ 6]»Das ... tut mir leid, ehrlich. Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll.«
[ 6]»Und willst du auch wissen, weswegen? Weil ich meinen verdammten scheiß Teller nicht aufgegessen habe, nur deswegen!«
[ 6]»Ich ... ich kann nicht verstehen, wie jemand so etwas tun kann.«
[ 6]»Kein Drama. War halb so wild. Also keine Bange, keiner tut dem Jungen ´was, okay? Und deiner Frau auch nicht. Aber ganz sicher riskiere ich nicht, daß sie mit den Bullen quatscht, und das würde sie garantiert. Würde ich nämlich auch tun.«
[ 6]»Nein, das glaube ich nicht. Du hast keine Kinder, oder? Bitte denk´ wenigstens darüber nach. Wir sind alle mit den Nerven ´runter. Da fällt es ziemlich schwer, einen klaren Gedanken zu fassen, ich weiß.«
[ 6]»Spar´ dir dein dämliches Gesülze! Damit lullst du mich nicht ein! Ich weiß, was ich will, klar? Erzähl´ mir doch lieber mal, wie und wo du meine Ma kennengelernt hast.«
[ 6]»Hat sie es dir denn nicht erzählt?«
[ 6]»Laß mal deine Version hören!«
[ 6]»... Also schön. Ich war damals Techniker für eine Telekommunikationsfirma, Neu-Installationen, Umrüstungen, Wartungsdienst für Telefonanlagen, all so ´was. Wir haben bei Barnhorst die komplette Anlage modernisiert, und sie hat da gearbeitet. Als Sachbearbeiterin, nehme ich an.«
[ 6]»Und dann?«
[ 6]»Ich habe sie ein paar Tage später zufällig getroffen, in einem Getränkemarkt. Wir haben uns unterhalten, und sie meinte, sie bräuchte irgendwas an Werkzeug, kenne sich aber nicht aus und fragte mich, ob ich nicht mitgehen könnte, damit sie nichts Falsches kauft. Also bin ich mir ihr ´rüber zum Baumarkt. Nebenan ist ein Möbelhaus mit Restaurant. Da haben wir dann noch einen Kaffee getrunken.«
[ 6]»Davon kriegt man aber kein Kind, oder?«
[ 6]»... Du glaubst, ich wäre dein Vater, nicht?«
[ 6]»Und? Bist du es?«
[ 6]»Ich weiß es nicht. Na schön, möglich wär´s. Andererseits, sie hat mir nie ein Wort gesagt! Vielleicht war sie noch mit anderen zusammen, woher soll ich das wissen? Ich meine, weiß sie es denn nicht?«
[ 6]Ich kann mir irgendwie überhaupt nicht vorstellen, daß das mein Dad sein soll, und ich hab´ keinen blassen, mit wem meine Ma ´rumgemacht hat, bevor mein Alter auf der Bildfläche erschien. Sie muß wohl mal ganz gut ausgesehen haben. Wäre schon denkbar, daß es da den einen oder anderen gab. Gesprochen hat sie davon aber nie. Erst nachdem ich wußte, was Sache ist und sie dann gelöchert habe, rückte sie mit einem Namen ´raus: Axel Wiesmann aus Gersten. Total verknallt war sie in den Typ, natürlich verheiratet, was sie angeblich aber erst später erfahren hat, und so wurde nichts ´draus.
[ 6]»Es gab keine anderen, okay? Nur mein Alter, und der kriegt nicht mal das zustande.«



Kapitel 4​

[ 6]Dibi meinte, es wäre alles echt total easy. Wir machen´s eben genauso wie in dem Video, den wir mal gesehen haben. Titel hab´ ich vergessen, aber ist´n voll cooler Film. Wir schnappen uns also den Kleinen, der am Kindergarten auf seine Mama wartet, und ich bringe ihn ´rüber zur alten Fabrik. Da gibt´s ´nen Schacht mit haufenweise Zeugs ´drin, Rohre, Stangen, irgendwelcher Abfall eben und ´ner großen Kiste. Ich hab´n Schloß ´dranmontiert und sogar ´ne Isomatte ´reingelegt, damit´s nicht so kalt ist. Zu essen hat er auch gekriegt. Wollte ihm erst noch ´nen Comic da lassen, echt, hätt´ ich gemacht, aber bringt ja nix. Ist zu dunkel da ´drin, kannste eh nicht lesen.
[ 6]Auf´m Parkplatz vom Supermarkt treffe ich dann wie verabredet Dibi und die völlig aufgelöste Mutti. Ich steige zu ihnen in den Wagen, halte der Frau zum Beweis die Jacke von dem Kleinen unter die Nase, die losrotzt, so ´was haste noch nicht gesehen, und dann fahren wir zu ihr nach Hause. Mann, die kann die Karre kaum auf der Straße halten, so von der Rolle ist die! Meine Mutter hätte nicht so´ne Show abgezogen, garantiert nicht. Glaube nicht mal, daß sie sauer gewesen wäre.
[ 6]Seit gestern Mittag hocken wir jetzt schon in der blöden Bude. Gegen sechs kreuzte dann ihr Macker auf, obwohl doch Freitag war. Hatten eigentlich gedacht, daß er viel früher käme. Die Alte hatte ich oben im Schlafzimmer verstaut. Dibi hetzt mich dauernd hoch, ich soll nach ihr sehen, was totaler Quatsch ist! Erstens kann die sowieso nirgendwo hin, ohne den scheiß Heizkörper aus der scheiß Wand zu reißen, und zweitens muß die auch nicht alle zehn Minuten auf´s Klo.
[ 6]Egal, jedenfalls als der Typ aufkreuzt, versucht er doch tatsächlich, den wilden Mann zu markieren, brüllt ´rum wie doof, flippt voll aus, sag´ ich dir, aber Dibi bleibt total cool. Von seiner Tussi oben hört er dann, daß wir den Kleinen haben, und jetzt erst kriegt er sich wieder ein. Der hat voll die Panik in den Augen stehen, als er wieder ´runter kommt! Wenn er die Bullen ruft oder weiter den Helden spielen will, geht der Junge ´drauf, macht Dibi ihm klar, und das zieht. Seitdem hockt er im Gästeklo. Diese Kabelbinder sind total praktisch und kosten fast nix. Der läuft auf jeden Fall nirgendwo hin, ohne daß wir ihn vorher los machen.
[ 6]Dibi sagt, der Typ hätte früher mal ´was mit ihrer Mutter gehabt, und eigentlich wäre er ihr Dad. Keine Ahnung, ich meine, ist mir auch egal, aber deswegen gibt´s später keinen Stress mit den Bullen, sagt sie. Er soll bloß die Kohle ´rausrücken, Unterhalt und so, was er eben nie gezahlt hat, und das war´s dann. Kommt ganz schön ´was zusammen, und klar hat er soviel Patte nicht einfach so in der Schulade liegen. Muß eben erst besorgt werden. Auf der Bank hat er´s aber auch nicht, dafür ist Dibi dann heute zu irgend so´nem reichen Kunst-Fuzzi gefahren, ist wohl´n Bekannter von dem Typ, der ihm die Knete leihen soll.
[ 6]»Sie waren mal die besten Freunde, die zwei.«
[ 6]»Hi. Alles klar bei dir? Was ist jetzt? Wie lange braucht der Typ denn noch, um die Kohle ´ranzuschaffen?«
[ 6]»Keine Panik, ja? Der kommt schon. Hier. Hab´ ich im Kühlschrank gefunden.«
[ 6]»Hey, cool. Ist zwar nicht meine Marke, aber was soll´s? Bier ist Bier. Scheiße, Mann, heute geht im Pentagon echt ´was ab, und ich bin nicht da!«
[ 6]»War ich schon ewig nicht mehr. Steh´ irgendwie nicht mehr so auf Disco. Wegen der Typen. Ist doch nur Müll, was da ´rumläuft.«
[ 6]»Dafür sind die Weiber echt scharf, na ja, ´ne Menge von denen, und da ist gut Kohle zu machen. Jeder nimmt doch heute ´was. Ist schnell verdientes Geld.«
[ 6]»Dealst du etwa immer noch? Du weißt doch, daß sie gerade da welche von den Jungs hochgenommen haben. Willst du in den Knast oder was?«
[ 6]»Ach, Quark mit Soße! Immer cool bleiben, Baby. Mein Daddy ist Anwalt, klar? Und bin ich vielleicht volljährig? Das gibt bloß´n bißchen bla bla und vielleicht´n Bußgeld, das war´s dann aber auch, dafür sorgt mein Daddy schon.«
[ 6]»Das glaubst du doch selber nicht!«
[ 6]»Hey, wenn ich´s doch sage!«
[ 6]»Kann ich mir echt nicht vor...«
[ 6]»Psst! Sei mal ruhig! Ich glaub´, es hat geklingelt. Da. Hörst du´s?«
[ 6]»Klar, Mann, bin ich taub oder was? Ich werd´ mal nachsehen.«
[ 6]»Ist vermutlich dieser Kunst-Heini. Wird aber auch langsam Zeit! Warte, ich komme mit. ... Und? Was ist? Warum machst du nicht auf?«
[ 6]»Weil er´s nicht ist. Was sollen wir jetzt machen?«
[ 6]»Vielleicht ein Nachbar oder so. Frag´ einfach, was er will. Aber laß ihn nicht ´rein!«
[ 6]Sie erklärt dem Pappi im Gästeklo noch schnell, daß er besser keinen verdammten Mucks von sich gibt, und ich verdrücke mich außer Sichtweite, kriege aber jedes Wort mit.
[ 6]»Ja?« höre ich Dibi fragen.
[ 6]»Oh, hallo. Bitte entschuldigen Sie, ich hatte nicht erwartet, daß mir eine junge Dame öffnet. Ach, dumm von mir. Sie sind sicher der Babysitter, hab´ ich Recht?«
[ 6]»Ähem, ja, der Babysitter, klar. Was wollen Sie?«
[ 6]»Jetzt sagen Sie nicht, sie sind schon weg, Axel und Heike meine ich. Ich sollte sie abholen.«
[ 6]»Doch, sind sie.«
[ 6]»Was denn, aber ihr Wagen steht doch noch in der Einfahrt.«
[ 6]»Sie sind mit dem Taxi.«
[ 6]»Verstehe. Tja, ich bin auch tatsächlich etwas spät ´dran. Ich wurde aufgehalten, wissen Sie, und dann dieser Verkehr. In Ordnung. Ich treffe die beiden dann sicher auf der Party. Schönen Abend noch.«
[ 6]»Ja, danke, Ihnen auch.«
[ 6]»... Ist er weg?«
[ 6]»Ja, verdammt! Geh´ mir aus dem Weg! Ich glaub´, ich muß da mal mit jemand ein ernstes Wörtchen reden! ... Sag´ mal, tickst du noch sauber?« machst sie dann den Pappi an, und klar stellt der sich doof.
[ 6]»Es ... es war also nicht Bernd?«
[ 6]»Nein, verdammt, war es nicht! Warum hast du nicht gesagt, daß ihr auf ´ne Party wollt? Du wußtest doch, daß dieser Typ hier aufkreuzt, um euch abzuholen! Was zum Geier sollte das?«
[ 6]»Party? Ach, die Party! Ja, die ... die hatte ich ganz vergessen. Tut mir leid, ich hatte wirklich nicht mehr daran gedacht, ehrlich.«
[ 6]»Mann, das ist doch nicht zu fassen! Und was ist mit dem scheiß Babysitter? Kommt der etwa auch noch?«
[ 6]»Dann können wir hier bald selber ´ne Party schmeißen.« Dibis Blick haut mich fast um. Okay, war vielleicht nicht besonders witzig.
[ 6]»Wir haben keinen bestellt, weil ... wir hatten es uns anders überlegt. Wir wollten gar nicht mehr hingehen. Ich hab´ total vergessen, ähem, den anderen Bescheid zu sagen. Es kam ja auch alles ganz anders, und da ... Dibi, bitte, du mußt mir glauben, ... ich hab´ wirklich nicht mehr daran gedacht, sonst hätte ich euch vorgewarnt, ganz bestimmt!«
[ 6]Ich weiß nicht, aber irgendwie glaube ich dem Typ kein einziges verdammtes Wort. Echt, ich denke, der lügt uns hier die Hucke voll, keine Ahnung, wieso, weil was soll das bringen? Ich meine, angenommen, der Typ latscht hier ´rein und kriegt mit, was hier läuft, na und? Was will er denn machen? Die Bullen rufen?

<wird fortgesetzt>

Zeige Kapitel 1+2
 
R

Rote Socke

Gast
Hallo Viktoria,

die Sache wächst und sie wächst gut. Die Geschichte bekommt richtig Drive. Was mir sehr angenehm auffällt, wie perfektionistisch Du die "Teenie-Kiffer-Sprache" beherrschst. Die Dialoge sind sehr stimmig und glaubwürdig.

Ich denke, wenn ich mal Kap. 5+6 gelesen habe, kann ich etwas ausführlicher auf den Inhalt eingehen. Bei Kurzgeschichten ist es einfacher, da hat man die Komplettübersicht vor Augen. Momentan lasse ich mich von der Geschichte einfach mal treiben, so wie ich es auch in einem neuen Buch machen würde.

LG
Volkmar
 

visco

Mitglied
Lieber Volkmar,

[ 6]Vorsicht! Zuviel Lob steigt mir noch zu Kopf! *lach* Nein, keine Sorge. Ich bleibe schon noch selbstkritisch und schiele dann und wann neidisch auf das, was andere Schreiberlinge hier so veröffentlichen. Es spornt mich an, weiter an mir und meinem Erzählstil zu arbeiten.

[ 6]Ich kann dir gar nicht sagen, wieviel Kopfzerbrechen mir die sprachliche Umsetzung jugendlicher Gedankengänge bereitet hat! Entsprechend dankbar bin ich, wenn du insbesondere die Dialoge für stimmig und glaubwürdig hälst. *freudig strahl*

[ 6]An den nächsten Kapiteln arbeite ich noch. Die Geschichte ist zwar bis zu Ende gedacht und auf dem Reißbrett vorgezeichnet, aber die Umsetzung entpuppt sich doch als ... sagen wir ... etwas knifflig.

[ 6]Ich würde mich sehr freuen, wenn du dich noch ein wenig weiter treiben lassen würdest; ein paar Stromschnellen liegen noch vor uns, aber bis zum Wasserfall ist es nicht mehr weit :)

Ganz liebe Grüße,
[ 6]Viktoria
 

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