die quallen de sade (gelöscht)

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Mondnein

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alles Seelenbilder

Ja, Delphine, das ist logisch richtig.
Man kann allerdings zwei Spiegelflächen vermuten, die das Bild brechen:
Zum einen die Emotion, die dahinter steht, wenn einer sagt, der verzeihe etwas nicht - es ist eine gewisse Kälte, eben sein Mangel an Emphathie schon im ersten Ansatz;
zum anderen die Rolle, die das lyrische Ich und aber auch die "Nonne" in den psychoanalytischen Tiefen eines Liedes spielen: Es sind (bloße) Bilder, die die Seele von sich selbst malt, da die Seele sich immer nur in Bildern sehen kann, Bilder der Bildnerin selbst. Dann sind es Rollenspiele der Seele als Kind und zugleich, nur scheinbar polar gegenüber, einer etwas schrägen Muttergestalt, etwas offensichtlich "Verdrängtes", das dadurch so furchtbar verzerrt wird. Das heißt, daß die "Nonne" auch nichts anderes als eine Repräsentation des lyrischen Ich ist, nur eben "verpersert, verpicht", wie die Deformierung sogar noch in die Sprache hineingreift, in der das lyrische Ich seine Selbstverstümmelung ausdrückt.

Der ganze Traum ist dann noch in das ruhige, symmetrische Bild der Brennessel-Blätter gerahmt, denen das lyrische Ich zu nahe gekommen ist.
 
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