«Die Rakete»

Yurii

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Ich erinnere mich noch genau an diesen Tag. Es war, als hätte ich auf etwas gewartet. Und dann geschah alles so schnell – nicht einmal wie im Film.
In meinem Leben habe ich vieles verloren. Ich konnte es nicht so leben, wie ich es mir einst erträumt hatte. Oft fragte ich mich, was mich daran gehindert hatte, meinen Träumen näherzukommen.
Meine Kinder starben, bevor sie überhaupt die Möglichkeit hatten, ihren Platz im Leben zu finden. Ganze Häuser in meiner Stadt wurden zerstört und niedergebrannt. Die leeren Augenhöhlen zerborstener Fenster blickten traurig auf uns herab. Die Wohnungen und Häuser, die wir über viele Jahre mit Mühe aufgebaut hatten, waren geplündert und wirkten fremd, als gehörten sie nicht mehr zu uns.
In meiner Wohnung roch es nach Rauch und Brand. Es war unmöglich, dort zu bleiben. Bei meinen Nachbarn, einer großen Familie, die mit uns auf derselben Etage wohnte, konnte man durch ein riesiges Loch in der Wand direkt auf die Straße sehen.
Ich konnte nicht glauben, was mit uns geschah. Es fühlte sich an wie ein schrecklicher Traum. Jeder Morgen war eine Herausforderung – allein deshalb, weil er überhaupt begann.

Die ersten Sonnenstrahlen des Frühlings kämpften sich mühsam durch die Rauchschwaden. Gemeinsam mit meiner Familie liefen wir durch die Straßen unserer kleinen Stadt und suchten verzweifelt nach einem Ort, an dem wir uns verstecken konnten. Doch die Kolonnen der Panzer holten uns immer wieder ein.
Zwischen den blühenden Apfelbäumen erkannte ich die Silhouetten von Soldaten auf den gepanzerten Fahrzeugen. Wir liefen weiter, den Kopf gesenkt, als würden wir ein aussichtsloses Versteckspiel spielen. Sie waren überall.
Wir versteckten uns wie Mäuse in fremden Kellern und verlassenen Häusern, die bereits halb zerstört waren. Aus Angst sprachen wir kaum ein Wort und verständigten uns nur mit Gesten, selbst dann, wenn ringsum das Dröhnen der Militärfahrzeuge und die Explosionen der Granaten zu hören waren.
Zwischen den Artillerieangriffen blieben oft nur wenige Minuten. Dann liefen wir weiter.
Während dieser wilden Jagd verlor ich das Wertvollste, was ich hatte, als sie kam.

Die Rakete.

Die Stadt war leer.
Überall herrschte eine bedrückende Stille, eine Stille, die fast körperlich spürbar war. Dennoch blieben unsere Sinne geschärft. Zu tief saß die Gewohnheit, auf die Sirenen des Luftalarms und die darauf folgenden Bombardierungen zu warten.
Wir gingen zur gleichen Zeit schlafen und wachten zur gleichen Zeit auf. In dieser seltsamen Ruhe hörte ich deutlich das Knarren eines Bettes über mir. Wenn ich mir in der Küche etwas zu essen zubereitete, hörte ich, wie oben etwas zu Boden fiel.
Sogar duschten wir scheinbar zur gleichen Zeit. Ich konnte das Rauschen des Wassers aus der Wohnung über mir hören.
Es war, als wären wir die einzigen Menschen in diesem Augenblick der Zeit. Als gäbe es außer uns niemanden mehr.
Irgendwann begann mich dieser Gedanke zu beschäftigen. Es kam mir merkwürdig vor, dass mich mit diesem unbekannten Menschen etwas Unsichtbares zu verbinden schien. Eine Art Faden, den ich weder sehen noch erklären konnte.
Doch ich hätte mir nicht einmal vorstellen können, wer dort oben lebte.
Eines Tages hielt der Aufzug auf meiner Etage.
Die Türen öffneten sich.
Ich machte einen Schritt nach vorne.
Und unsere Blicke trafen sich.
Augenblicklich versank ich wieder in ihren blauen Augen, so wie damals.
Ich konnte nichts sagen.

Nichts.

Die Tränen liefen mir über das Gesicht.
Vor mir stand meine erste Liebe aus der Schulzeit.
Die Liebe, die ich damals verloren hatte. Die Liebe, die ich in meinem früheren Leben nicht hatte bewahren können. Die Liebe, die ich niemals vergessen hatte.
Welch unendliches Glück, dich wiederzusehen, dachte ich.
Jetzt werde ich dich nie wieder gehen lassen.
„Wie hast du mich gefunden?“, fragte ich leise.
Sie sah mich an.
„Ich habe einen hellen Lichtblitz gesehen“, antwortete sie. „Und dann war da nur noch Leere.“
Ich schwieg einen Moment.
„Vielleicht sind wir am selben Tag gestorben“, sagte ich schließlich.
Sie nickte kaum merklich.
„Es war einfach eine Rakete.“
Sie holte tief Luft, lächelte schwach und legte ihren Kopf an meine Brust.
In jenem Leben verließen wir die Welt am selben Tag.
Doch unsere Seelen fanden einander wieder – in einer anderen Wirklichkeit.
Denn die Liebe kennt keine Grenzen.

„Die Zeit ist eine seltsame Sache, und das Leben erst recht. Menschen begegnen einander entweder zu früh oder zu spät.“
— Ray Bradbury


Zweisprachige Fassung
Deutsche Übersetzung mit russischem Originaltext.


«Ракета»

Я прекрасно помню тот день. Я как будто бы ждал чего-то, а произошло все настолько быстро, даже не так как в кино.
Мне многое пришлось терять в этой жизни и я не смог прожить ее так, как хотелось бы мне. Что же помешало мне приблизится к моим мечтам.
Мои дети погибли не успев даже выполнить своего прямого предназначения в этой жизни. Целые дома в моем городе были разрушены и сожжены. На нас понуро смотрели пустые глазницы разбитых горелых окон. Жилье, которое мы с таким трудом всю свою жизнь отстраивали стояло разграбленным и выглядело каким то чужим, не нашим. В моей квартире пахло гарью, в ней находиться было невозможно. У моих соседей, большой многодетной семьи, что жили с нами на одной лестничной клетке, можно было видеть улицу через стену, в которой была огромная дыра. Мне не верилось в то, что происходило тогда с нами, это был какой-то страшный сон. Каждое утро было подвигом потому, что оно начиналось.

Весенние солнечные лучи с трудом пробивались через клубы дыма. Мы, все вместе с моей семьей перебегали с улицы на улицу нашего небольшого городка, в поисках возможности хоть где-то спрятаться, но танки в колоне войск настигали нас. Я только видел, как в цветущих яблонях проявляются силуэты военных сидящих на броне и мы наклонившись вперед продолжали бежать дальше. Это выглядело как игра в жмурки, когда мы маленькими играли во дворе и у нас не было шансов спрятаться. Они были повсюду. Мы скрывались как мыши в чужих подвалах и домах, которые были уже пустые и наполовину разрушены. Мы боялись проронить хоть слово, общаясь жестами, даже тогда, когда вокруг стоял страшный гул от военной техники и разрывов снарядов. Промежутки между обстрелами из тяжелой артиллерии были небольшими, две минуты и мы бежали дальше. Во время этой "дикой охоты" я не смог сохранить свою семью, когда прилетела она.

Город был пуст. Вокруг было очень тихо, стояла гробовая тишина. Наш слух был по привычке, по-прежнему обострен в ожидании воздушной тревоги и последующей бомбежки.
Мы вместе ложились спать в одно и то же время, вместе просыпались. В этой тишине я отчетливо слышал как скрипела кровать у меня над головой. Падало что-то на пол сверху, когда я готовил себе на кухне еду. Мы в одно и то же время даже принимали душ, мне было слышно как шумит вода этажом выше. Впечатление было такое, что мы здесь, в этом промежутке времени были только вдвоем и вокруг никого.
В один момент мне показалось очень странным все это, что нас связывает с этим человеком какая-то невидимая нить. Но я даже на минуту не мог представить себе кто бы это мог быть.

Лифт остановился на моем этаже. Двери лифта открылись и когда я сделал шаг вперед наши глаза встретились. Я снова, как прежде утонул в ее голубых глазах. Я ничего не смог с собой поделать и сказать я тоже ничего не мог. У меня просто покатились слезы из глаз. Передо мной стояла моя первая школьная любовь. Любовь, которую я не смог сберечь тогда, в той, прежней жизни и про которую я не забывал никогда.
Какое это безграничное счастье видеть тебя, любовь моя, подумал я. Теперь я тебя от себя никуда не отпущу.
- Как ты нашел меня?
- Я видела яркую вспышку и затем пустота, тихо сказала она.
- Наверное нас не стало с тобой в один и тот же день, ответил ей я.
- Просто прилетела ракета.
Она глубоко вздохнула, слегка улыбнувшись положила свою голову мне на грудь.
Нас не стало с ней в один день, в той жизни, но наши души нашли друг друга, в другой. У любви нет пределов.

"Время - странная штука, а жизнь и подавно, люди либо встречаются слишком рано, либо - слишком поздно." (Рэй Брэдбери)
 
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