Die Welt retten

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minitaurus

Mitglied
Die Welt retten

Da wachst Du morgens auf und weißt,
Du kannst sie retten, diese Welt
auch wenn es immer wieder heißt:
Das sei ein viel zu weites Feld.

Es war im Traum auch gar nicht schwer.
Man musste nur…. und nicht zu sehr…
Du holst Papier und Bleistift her
- und stockst - und merkst, Du weißt nicht mehr,

was denn genau Du da getan
im Schlaf. Das schöne Bild verschwimmt.
Wie fing das alles denn nur an?
Jetzt gibst Du auf, bist leicht verstimmt.

Schon richtig: viel zu weites Feld,
so denkst Du nun. Ihr habt ja recht.
Ich geb es zu, so schwer‘s mir fällt.
Und doch war das Gefühl nicht schlecht….

Man könnte süchtig werden drauf.
Du schüttelst dir das Kissen auf
und lässt Gott Hypnos freien Lauf,
- und wachst am besten nicht mehr auf.
 

blackout

Mitglied
Die Traumdeuter sagen: Es geschieht in der Realität fast immer das Gegenteil dessen, was im Traum geschieht. Daher das Wort "Wunschtraum". Wenn du also geträumt hast, du willst die Welt retten, dann wird's nichts draus. Und ob es Sinn hat, diese Welt retten zu wollen, weiß ich auch nicht, es könnte ja sein, dass sie nicht mehr zu retten ist und du hast umsonst geträumt. Und wenn ich die Conclusio richtig verstehe, willst du es noch mal mit der Träumerei probieren? Na, dann gut Holz.

Soweit gut geschrieben, umarmender Reim. Allerdings passt du zweimal, wenn du viermal denselben Reim nutzt, dies aber nicht in allen Strophen. Ist mir aufgefallen. Achte mal drauf, die Endreime müssen bei einem perfekten Gedicht, auch wenn es schwerfällt, in jeder Strophe gleich sein.

blackout
 

Willibald

Mitglied
Ungewöhnlich clever und anmutig und komisch intoniertes Gedicht mit einem so mehrdeutigen und mehrdeutbaren Schluss, dass es eine emotionale und kognitive Freude ist.

Dazu zwei Strophen mit umarmendem Reim und zwei mit Dauerreim, die auf der Stelle treten. Egal, ob das sehr oder weniger bewusst so gesetzt wird: Es funzt und funkt beim Leser.

Er lächelt und kratzt sich am Kopf. Dort wabert eine genauere Analyse des minitaurischen Gedichtes und wird dann bald das Licht der Welt in Bürgstadt erblicken.

Gruss von Thrasybulus/Willibald
 

DOSchreiber

Mitglied
Ich darf freundlichst korrigieren: In diesem Gedicht befinden sich drei Strophen kreuzgereimt (1,3&4) und zwei Strophen mit durchgehendem/-gängigem Reim. Eine umarmende Reimung kann ich nicht finden.

Die dritte Strophe ist krisenhaft.

was denn genau Du da getan
Ich gestehe, dass ich solche Umstellungen von Satzteilen nicht besonders mag, sie sind aber oft gar nicht zu vermeiden. Erschwerend ist auch noch der anschließende, sehr harte Zeilenbruch. Und weil der schlechten Dinge auch drei sein sollen: In V3 taucht erneut denn auf, wie schon eben zitiert.
Sprachlich/rhythmisch nicht ganz geglückt, die dritte...

Aber das tolle Schlussquartett - da gibt's reichlich Entschädigung! Wenn es schon mit der Weltrettung nicht klappt, dann mit der eigenen, und wenn man (vorübergehnd) nicht aufwacht ...

Bei allem Gemeckere - mir hat das Gedicht Freude bereitet!

An Thrasybul Willibald: Schön, von dir mal wieder was zu lesen! Wohl dem Korinthischen entstiegen ...

Es grüßt
Dyrk
 

Ciconia

Mitglied
Hallo minitaurus,

ich würde
was denn genau Du da getan
ändern in
was du denn da genau getan
und die vielen Auslassungspunkte weglassen. Wenn Du nicht auf sie verzichten möchtest: Drei Punkte sind ausreichend, und als Auslassungspunkte sollten sie auch nicht direkt am Wort kleben.

Auch hier solltest Du auf korrekte Zeichensetzung achten:

und lässt Gott Hypnos freien Lauf[red],[/red] [blue]-[/blue]
und wachst am besten nicht mehr auf.
wobei man über das doppelte "und" noch einmal nachdenken könnte.

Gruß Ciconia
 

DOSchreiber

Mitglied
Na ja, wenn es um ein Kommerchen ankommt, dann bitte auch hinter Welt in Zeile 2, erste Strophe.

Aber es ist schon richtig: Wenn ich formstreng plus Interpunktion schreibe, dann sollte Zeile für Zeile alles i.O sein.

Gruß von
Dyrk
 

minitaurus

Mitglied
Die Welt retten

Da wachst Du morgens auf und weißt,
Du kannst sie retten, diese Welt,
auch wenn es immer wieder heißt:
Das sei ein viel zu weites Feld.

Es war im Traum auch gar nicht schwer.
Man musste nur ... und dabei nicht ...
Du holst Papier und Bleistift her
- und stockst - und merkst, Du weißt es nicht

mehr, was genau Du da getan
im Schlaf. Das schöne Bild verschwimmt.
Wie fing das alles denn nur an?
Jetzt gibst Du auf, bist leicht verstimmt.

Schon richtig: viel zu weites Feld,
so denkst Du nun. Ihr habt ja recht.
Ich geb es zu, so schwer‘s mir fällt.
Und doch war das Gefühl nicht schlecht….

Man könnte süchtig werden drauf.
Du schüttelst dir das Kissen auf
und lässt Gott Hypnos freien Lauf,
- und wachst am besten nicht mehr auf.
 

 
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