Dieses Fenster

Senmurv

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Dieses Fenster
hat zwei Flügel
und zwei Scheiben
und Stacheldraht gegen die Tauben
auf dem Fensterbrett.
Ein normales Großstadtfenster
und dahinter

ein alter Traum
Dieses Fenster ist
ein Symbol
für alles, was wir sind und nicht sind
was wir waren und nicht waren
was wir nicht werden
Dieses Fenster ist nicht normal
denn dahinter

ein Joghurt,
den du noch nicht gegessen hast
wie eine aufgewärmte Suppe
erinnert er
Es ist ein aufgewärmter Traum
hinter diesem Fenster
ungenießbar

Kalter Kaffee schmeckt nicht mehr
aus der Mikrowelle
selbst wenn er noch lauwarm ist
 

blackout

Mitglied
Sentmurv, ich denke, hier kannst du noch so einiges verdichten. Das Gedicht weiß meiner Ansicht nach noch nicht ganz genau, wo es hinwill. Ein paar Überlegungen: Steig ins Gedicht ein mit "Stacheldraht gegen die Tauben". Die drei Verse davor bringen nichts. In Strophe 2 überlädst du das Gedicht mit hoher Philosophie, bleib beim Fenster, überlass dem Leser die Wertung.
Die letzten drei Verse, würde ich dir vorschlagen, zu streichen, sie haben nichts mit dem Fenster zu tun. In diesem Gedicht vermisse ich den roten Faden, du schweifst zu sehr ab, vermutlich, um das Gedicht zu füllen, du musst wirklich beim Fenster bleiben. Und was hältst du davon, wenn du die Spiegelung der Straße in den Scheiben und nicht den nicht gegessenen Joghurt für den Traum nimmst? Das wäre poetischer. Dagegen kannst du dann auch den Joghurt als Widerpart stellen. Die Idee, dieses Fenster zum Thema des Gedichts zu machen, finde ich gut, es verdient aber noch Überarbeitung.

blackout
 

 
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