Dolce Vita

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L'étranger

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Die Zukunft konnte uns gestohlen bleiben,
und von den Nächten gab es nie genug
für unseren Geschmack, denn was uns trug,
das war ein Strom, in dem die Boote treiben,

als gäbs für sie kein Ziel, und nur das Meer
wär groß genug für all den Lebenshunger.
Nach jeder langen Nacht fand uns ein junger
Tag in säumiger Geselligkeit. Komm her,

du seliges Vergessen, gib uns vom Leben
nur die Liebe und die Lust, die nie vergeht,
mach aus der Lebensfreude ein Gebet.
Sei dir gewiss, es muss kein Morgen geben.
 
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L'étranger

Mitglied
Hallo Hansz,

dass dieser quasi volltrochäische Vers die Metrik bricht, ist mir bewusst.

In dem Spannungsfeld zwischen Wortverliebtheit, handwerklichem Können und Metrik, habe ich mich trotzdem hierfür entschieden. Ich wollte mich vom "Lebenshunger" nicht trennen, obwohl das absehbar sperrig für ein metrisch geformtes, reimendes Gedicht ist.

Allerdings würde ich erwarten, dass viele Leser das doch glatt lesen, weil die Endung im vorigen Vers eben weiblich ist.

Gruß Lé.
 

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