Drei zu der Acht

Max Neumann

Mitglied
Auf Diät, seit die Entwarnungen stattgefunden haben. Auf Diät, seitdem ich wieder atmen kann. Auf Diät. Eins zu der Zwei. Drei zu der Acht.

Als ich die Wände durchschritten habe, begann ich zu atmen. Und der Schutt gab mir Recht. Er flog in alle Richtungen über den ganzen Erdball. So atmete ich auf, während alles in Staub versank. Und von Jahr zu Jahr wurde ich darin geübter, bis ich schließlich alles, was ich wollte, über meine Atmung steuern konnte: Gedanken, Wünsche, Handlungen, Träume und Erinnerungen.

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So geschah es, bis ich eines Tages in ein Labyrinth geriet, voller Häuser aus Klinkerbauten. Dieses dunkelrote Klinker, die überall standen und in denen ich mich immer mehr verlor und verlief, und in denen mir das Atmen immer schwerer fiel und ich mich nicht mehr konzentrieren konnte und plötzlich jegliche Steuerungskraft über alles verlor. So blieb mir nur, mich zu fangen. So blieb mir nur, mit aller Kraft meine Hände in den roten Klinker hineinzutrümmern, bis meine Hände völlig zerstört waren. Zermatscht. Verschwunden.

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Erst wenn du vor dem Tod wirklich Angst hast, erkennst du den wahren Wert des Lebens. Heute sah ich in das Gesicht eines guten Fisches. Dieser Fisch schnitt meinen Finger auf, um mich zu heilen.

Eins zu der Zwei. Drei zu der Acht. Jeder Schritt fühlt sich jetzt an, als liefe ich auf Magneten. Ich klebe so richtig fest und bin schwerer geworden. Alles, was ich erlebt habe, klebt nun an meinen Fußsohlen. Und gleichzeitig fühle ich mich so leicht, weil ich es erlebt habe.

Eins zu der Zwei. Drei zu der Acht. Und der Fisch sitzt auf der Rückbank. Ich atme ein. Und bis zum nächsten Ausatmen wird ein Horizont vergangen sein.
 



 
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