du bist der See

4,90 Stern(e) 7 Bewertungen

Chandrian

Mitglied
Sorry, Wiesner
Das sollten 5 Sterne sein… mein Fehler :eek:
Ich mag den Text in seiner Absurdität wirklich sehr!

LG
Chandrian
 

surrusus

Mitglied
Lieber @wiesner

Ein wahrhaft interessantes poetisches Spektakel, in dem eine Metapher des Sees gebaut und für persönlich-philosophische Belangungen umfunktioniert wird.
Eine zarte und sehr dichte Auseinandersetzung mit den eigenen Limitationen "Steinwerfer, der es nicht bis zum See schafft", die menschliche Tendenz, sich oder das Leben zu unterschätzen, aus dem aber ein Aufruf hervorgeht, über sich hinauszuwachsen. Das Bild ist visuell und dicht, eine Ressonanz, die über die eigentliche Lektüre hinausgeht, und hinter der Okönomie der Sprache sich zu schützen weiß.
 

sufnus

Mitglied
Hey wiesner!
Dieser Umschlagspunkt an dem der steinewerfende See-Anrainer selbst zum See wird, ist wirklich genial!
LG!
S.
P.S.:
surrusus & ich sind optisch wirklich sehr verwechslungsfähig... zumindest bei mir erstrahlt das Avatar-S auch noch beinahe im identischen Blauton (wird das eigentlich für jeden farblich gleich angezeigt?)... da hab ich eben doch selbst kurz gedacht, ich hätte hier schon kommentiert und besternt... ;) Da sieht man mal wieder, dass es in der Lyrik auf die feinen Unterschiede ankommt. :D
 

surrusus

Mitglied
surrusus & ich sind optisch wirklich sehr verwechslungsfähig...
Insofern möglich, könnte ich mich, um Verwechslungen aus dem Feld zu räumen, umbennen lassen. Eigentlich heißt es "Susurrus" (leises Flüstern, Murmeln). Die Bedeutungen unserer Nicks liegen jedoch weit auseinander (englisch vs lateinische Persiflage). Ich nahm nun einen anderen Avatar. Ansonsten beauftrage ich einen Wechsel des Nicks.
 

sufnus

Mitglied
Hey surrusus! :)
Das war von mir gar nicht kritisch gemeint... :) ... ich hab nur wirklich erstmal gestutzt und mich gefragt, wann zum Geier ich eigentlich schon auf Wiesner Gedicht geantwortet habe und dann hab ich erst begriffen, dass Du das bist ;) Dieses Verwunderungserlebnis drängte sich ungestüm in den Mitteilungsmodus. Meines Erachtens ist der (sehr hübsche!) Baumavatar doch prima geeignet allfälligen Verwechslungen einen wirksamen optischen Riegel vorzuschieben - eine Umbenennung ist da doch wirklich nicht nötig.
Kein Stress. :)
LG!
S.
 

Rachel

Mitglied
"du bist der See" ... "du bist der See"
selten vier Wörter so gern vor mir hergesagt,

(mit 14 stand ich mal urplötzlich reglos ergriffen (ernüchtert?)
vor einem spiegelblanken dunkelblauen Bergsee).

Es liest sich also gespannt in die Handlung, in eine anscheinend fremde Person hinein, bis klar wird, durch die Wiederholung, "du bist der See" - man trifft sich "zum wiederholten Male" ... immer selbst.

"als" ist die Winzigkeit, die mich irritiert.

Vielleicht:

für den ersten Sieg
den Stein in Ufernähe zu finden

Liebe Grüße, Rachel
 

wiesner

Mitglied
@Chandrian
Die Sternewertung ist doch kein Problem. Das Bild der Selbstfindung hat was Absurdes, sie selbst aber nicht.

@surrusus
Eine schöne Interpretation ist Dir gelungen. Solche Antworten sind immer sehr wertvoll.

@sufnus
'Umschlagpunkt' - sehr gut! Auch das Reden im Text könnte von außen zu einem Selbstgespräch umschlagen. Oder ein immer härter werdender Drang in ihm sein.

@Rachel
als immer in Ufernähe den Stein finden zu müssen ... so ist's gemeint
Deine Umschreibung wäre eine gute Alternative.


Euch allen noch mal Danke schön!
 

fee_reloaded

Mitglied
Ich mag sehr, wie das Gedicht selbst (und sich selbst) atmet, Anläufe nimmt und Kreise auf der niemals ganz glatten Oberfläche zeichnet. Der See ist überall und überall ist der See und man findet sich, wenn man aufhört zu suchen.

Es geht mir wie Rachel - "du bist der See" hat etwas ganz wundersam Beschwörendes.

Sehr gerne gelesen!
fee
 

wiesner

Mitglied
Besten Dank, fee!

Ich muss gestehen, dass ich anfänglich befürchtete, dies würde religiös gedeutet ... ich wollte schon umschreiben. Dann verflog der Gedanke, so wie der Stein, der sein Ziel nicht erreicht. In den Religionen gibt es ja immer und immer wieder diese 'Lösungen' ... Das wollte ich in diesem Gedicht unbedingt vermeiden.

Schönen Sonntag
Béla
 



 
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