Du, wenn du bist

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Es reift in mir, was keiner je benannt,
seit diesem Frühling trag ichs wie ein Schweigen,
das sich nicht lösen will, das nur in Zweigen
des Schlafs sich regt und tastet nach der Hand.

Ich wohn in einem Haus aus dünnem Licht,
und meine Stimme findet nicht hinaus;
die Engel, die mir nisten überm Haus,
sie wenden still und langsam ihr Gesicht.

Manchmal, wenn sich der frühe Himmel kleidet
(Dunkelblau)
und Vögel durch das Dämmerlicht sich heben,
scheint mir, ein Ewiges sei mir gegeben –
doch wie ich hinseh, ist, was ausgebreitet, Kleid,
nicht mehr und
grau.

Vielleicht bin ich ein Zimmer, das man mied,
zu lang, und wo die Dinge schweigend stehen
wie Tote, die durch keinen Himmel gehen,
und horchen auf ein Wort, das nie geschieht.

Du, wenn du bist: du bist in diesem Raum,
der ich geworden bin aus lauter Warten.
Ich rufe nicht. Ich will dein dunkler Garten,
dein langes Schweigen sein, dein allerletzter Saum.

So werd ich still für dich. So wird das Jahr
zu einer Tiefe, die sich selbst vergisst.
Ich bin nicht mehr, was einst gewesen ist –
ich bin, was unter allem Schweigen war.

Und einmal, spät, wenn alle Namen schweigen
und selbst der meine mich nicht mehr umfasst,
wirst du, der ungesagte , ohne Last
aus meiner Stille wie ein Atem steigen.

Text dve
Musik ki

 



 
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