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Dümpeln

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Tula

Mitglied
Hallo Walther

Die Serie der kürzeren Sinngedichte ist recht unterhaltsam und dieses besonders gelungen. Bringt die Dümpelstimmung trefflich herüber.

LG
Tula
 

wüstenrose

Mitglied
Hallo Walther,

erst mal mein Einwand: sitz an ... leeren Tischen -
ich finde, dass du hier von sitz am leeren Tisch abweichst, das passt so nicht, da es sich schlecht an mehreren leeren Tischen gleichzeitig sitzen lässt.
Was hälst du von:

In der alten Kaffeetasse
Dümpelt eine braune Masse
Vor sich hin.
Zwischen abgeräumten Tischen
Sitz ich beim Im-Trüben-Fischen,
Hand am Kinn.


Davon abgesehen: Ein ganz tolles Gedicht. Es trägt so überhaupt nicht dick auf (welch eine Wohltat!) bei ungemein viel Tiefgang. Fast bin ich versucht zu sagen: Angesichts des ganzen Wortmülls, der tagtäglich auf den hörenden Menschen einstürmt, begegnet uns hier eine segensreiche Reduktion.
lg wüstenrose
 

Mondnein

Mitglied
und "kreuztest bein bei beine",
lieber Walther,

jedenfalls saßest Du nicht brühend-brütend über der Filterkaffeesäure, die noch in den Siebzigern in Deutschland getrunken wurde, "Bodensehkaffee" (wie mein Vater ihn zu nennen pflegte), sondern eher so ein böhmisch-türkischer Schlamm mit Perl-Mutt.

Eine hübsche Pfütze Schlammpoeterei. Vielseitig offene Metapher.
Und last but not least die der "leeren Tische", die gerade mit ihrem Plural im Verhältnis zum einsamen Rumsitzer das Hintergrundbild ins Trostlose erweitern.

grusz, hansz
 

Walther

Mitglied
Hi Tula,

danke sehr. von dieser machart gibt es eine menge: zwei-, vier- und sechszeiler (wie dieses), acht- und zwölfzeiler.

ich übe mich gerade in der reduktion. mal sehn, wo ich damit lande.

lg W.
 

Walther

Mitglied
Hi Wüstenrose und mondnein,

das schöne ist manchmal, daß die gedanken, die man bei der herstellung hat, sich in den kommentaren wiederfinden. :) in der tat kann man sich an den "leeren Tischen" reiben. Hansz hat herausgearbeitet, auf was dieses bild abzielt: die schwermut des lyrichs ist repetitiv. er oder sie ist immer wieder in dieser situation.
es gibt durchaus trostlose cafés, in denen man diese situation an leeren tischen - es verlieren sich nicht einmal der serviettenhalter und der gläserne zuckerspender sowie das lieblose körbchen mit milchportionen - nacherleben kann. da ist der kaffee dann auch entsprechend, also eigentlich ungenießbar.
aber darum geht es dem lyrich gar nicht, sondern um das zelebrieren des beschriebenen zustands.

lg W.
 

James Blond

Mitglied
Seit ich in der LeLu dazu übergegangen bin, nur noch Gedichte anderer zu kommentieren, die ich für gelungen halte, habe ich fast nichts mehr zu tun. ;)

Um so schöner, dann doch mal auf ein Beispiel zu stoßen, dass trotz seines Themas alles andere als kalter Kaffee ist und in seiner gelungenen Reduktion, seiner treffenden Wortwahl, seinem geschlossenen thematischen Bezug und seiner besonderen, inhaltsbezogenen Metrik ein äußerst gelungenes Stück darstellt. :)

Den Plural "an leeren Tischen" finde ich übrigens sehr passend.
Einziger Wermutstropfen vielleicht dass "... beim Im ...", weil die doppelte Präposition etwas sperrig klingt. Gibt es keinen adäquaten Ausdruck a lá "xXx fischen"? Mir fällt aber auch nichts besseres ein.

Grüße
JB
 

wüstenrose

Mitglied
Gut, dann will ich mal dieser Sichtweise folgen

die schwermut des lyrichs ist repetitiv. er oder sie ist immer wieder in dieser situation.
Besagte Stelle scheint, so wie sie dasteht, allgemein gut anzukommen.
Und, wie gesagt: prima Gedicht!
 

Walther

Mitglied
Moin James,

danke für das lob aus berufenem munde. auch der gelegenheitsdichter findet mal ein korn unter den steinchen, wenn er pickt.

es ist schwierig, den kenner zufriedenzustellen, aber der mühe wert. :)

lg W.
 

Label

Mitglied
Ach Walther gräme dich nicht, eben eine jener Freunde erlebt dich offenbar als starke Person und ich kuschle mich an dich an - oder so
ich bin mir ziemlich beinahe ganz und gar sicher, dass jene mit den sprachlichen Schwierigkeiten ich sein muss, denn oft bekam ich exakt jenes von meine-m/r Stammkritiker/in attestiert.

Leider beteiligen sich auch Frauen an diesen Dummheiten. Nämlich solche, denen das Schreiben selbst nach über 10 Jahren formal und sprachlich schwerfällt und die sich deshalb gern eine "starke" Persönlichkeit zum Ankuscheln suchen.
aus #NotMe :D
 

Walther

Mitglied
Hi Label,
jetzt hamwa nummero drei. loitz, einfach nicht lesen, was der W. schreibt. das spart doppelt.
keine angst, je m'amuse. der aufgalopp ist spaßig anzusehen.
im übrigen ist nur ein text gut, der spaltet: in solche, die ihn mögen, und solche, die ihn nicht mögen. für mich ist das also ein kompliment, das mich zum schmunzeln bringt und zufrieden macht.
aber danke fürs beistehen. auch das freut natürlich!
lg W.
 

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