Dunkles Simulacrum

Die Nacht ist warm
und atmet wie ein Tier,
das müde sich im hohen Grase
dehnt.

Der Flieder neigt sich schwer
und dunkel mir,
als hätte auch das Dunkel
sich gesehnt
(zu Dir).

Du kommst.
Die Luft wird dichter, wo du gehst,
und meine Haut weiß früher schon als ich,
daß du am Rand des Schweigens vor mir stehst
und daß die Stille gleich zerbricht
in dich -

Wir fallen langsam,
wie das Korn sich legt,
wenn warmer Wind ihm durch die
Halme greift;
und was uns trennte,
und was nun uns trägt
wird Atem,
wird ein Mund,
der reift und reift.

Ich trinke dich.
Du löst dich auf in mir.
Die Grenze unsrer Leiber wird
zu Licht. Und in der letzten,
tiefsten Stunde hier
verlieren wir uns ganz -
und sterben nicht.

Musik: KI

 



 
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