Ei

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anemone

Mitglied
Ganz kräftig schlug der spitze Schnabel innen gegen die Schale, immer und immer wieder, bis endlich darin ein Loch entstand und Licht in die Dunkelheit eindrang.Verwundert hielt das kleine Kücken inne und öffnete die Augen. Der Lichtstrahl blendete es, sodass es sie gleich wieder schloss. Eine kurze Verschnaufpause und dann ging es weiter:

Es breitete die Flügel auseinander und die Schale brach entzwei. Es knackte, als sie auseinanderbrach und das Kücken blieb im gleichen Moment vor Erschöpfung reglos liegen. Bis hierher hatte das Kücken es jetzt alleine geschafft und es spürte die Kälte, denn die Welt in die es gelegt wurde war eine kalte Welt und wieder öffnete es die Augen, doch es erkannte nur verschwommen wo es sich befand doch es roch gleich als erstes die Nähe seiner Mutter und es spürte die Wärme, die es umgab, als sie sich auf es legte, nachdem sie es gebührend bewundert hatte.

Die Entenmutter saß jetzt auf ihren Jungen. Könnte sie zählen, dann hätte sie vier gezählt und sie wärmte ihre Schätze, auf die sie jetzt in jeder freien Minute aufzupassen hatte. Der Erpel, der ihr diese Bescherung verursacht hatte registrierte flüchtig seine Nachkommenschaft und es erfüllte ihn mit Stolz, dass er es zu vier Nachkommen gebracht hatte. Er hielt sich weiter entfernt bei den übrigen Erpeln auf. Erziehung war schließlich Frauensache, genauso wie das Brüten. Doch würde er gebraucht, war er da: Natürlich, selbstverständlich, Ehrensache!

Die Entenmutter verließ ab und zu mal das Nest, welches sie zuvor mit ihrem Gatten gebaut hatte. Die Jungen mussten sich an die Kälte der Welt gewöhnen und sie besaßen ja schon gleich ein prächtiges Federkleid. Sie sahen schwarz aus, das war eine gute Tarnfarbe und die brauchten sie hier in der freien Natur, wo Raubvögel aus der Luft kommen konnten und jeden hellen Fleck aus der Ferne klar erkennen konnten. Doch Mutter Ente ließ ihre Jungen nicht aus den Augen. Es gab noch viel zu tun: Sie mussten zunächst schwimmen lernen, welches keine große Mühe für sie war, hatten sie doch Schwimmhäute zwischen den Zehen. Sie musste ihnen beibringen die tieferen Gewässer zu meiden, denn dort, nahe am Grund gab es die gefräßigen Fische, die sich gerne mal ein Kücken schnappten, besonders, wenn es gerade erst auf der Welt war, dann war es noch so weich und passte prima in ihr Fischmaul.
Nun begann es zu regnen und die Jungen kuschelten sich wieder unter das Federkleid ihrer Mutter. Gut, dass sie da war!
 

flammarion

Foren-Redakteur
Teammitglied
oh,

diese sehr nette geschichte schreit förmlich nach einer fortsetzung, die ich sehr gern lesen würde. ich staune, wie produktiv du bist. ganz lieb grüßt
 

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