Ein folgenschwerer Beinbruch

molly

Mitglied
Ein folgenschwerer Beinbruch

Christian lebt in Freiburg bei seiner Oma. Er freut sich auf die großen Ferien mit ihr. Als er am letzten Schultag nach Hause kommt, erfährt er, dass seine Oma sich das Bein gebrochen hat und er seine Ferien beim fremden Großvater in Norddeutschland verbringen muss. Diesen kennt er nur von den jährlichen Weihnachtsbriefen, die er diesem stets mit dessen vollen Namen (und in Klammern „Großvater“ ) schreibt. Nein, Christian will nicht in den Norden, aber auch der Großvater freut sich nicht über den Besuch. Dass beide diese Ferien niemals vergessen würden, hätten sie nicht gedacht!

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1. Überraschung
2. Am nächsten Morgen
3. Die Reise mit dem Zug
4. Mit dem Auto unterwegs
5. Beim Großvater
6. Die erste Nacht
7. Hille
8. Birgit
9. Der erste Ausflug
10. Das Geschenk
11. Aufräumtag
12. Von Dampfgeistern und Moorhexen
13. Auf Schatzsuche
14. Die Mühle
15. Die kurze Tour
16. So viel Arbeit
17. Ferienende
 
A

aligaga

Gast
Hallo @molly,

was @ali nicht so recht versteht - warum kommt ihr Mädelz immer gleich mit einem ganzen Packen Manuskripte auf einmal an ...*bautz!*... und erwartet, dass sich jemand fände, der sie von vorn bis hinten durchackerte?

Warum geht ihr regelmäßig das Risiko ein, bei Nichtgefallen, Nichtgutfinden, Nichtapplaudieren auf dem ganzen Haufen sitzenzubleiben, also eine Totaloperation zu erleiden, die euch aller schriftstellerisch lebensnotwendiger Organe beraubt, statt nur Abschnitte eures "Erzählkörpers" einer Art "Vorsorgeuntersuchung" unterziehen zu lassen, hm?

@Ali hat sich mit den 12 Abschnitten beschäftigt und ist zu dem Befund gekommen, dass hier keine Kindergeschichte geschrieben wird, sondern eine Geschichte, in der auch Kinder vorkommen. Es ist nicht die Welt eines 8jährigen, in die wir (erwachsene!) Leser hier eintauchen, sondern ein leider recht erklärungslastiges, nach viel Kernseife und Moralin "duftendes" Milieu, in der weniger das Kind als vielmehr deren Urgroßeltern Mittelpunkt sind.

"Urgroßeltern" deshalb, weil der Erzählstil jener ist, dessen sich eine Johanna Spyri noch befleißigte und der zumindest heute für 8-10-jähre völlig unlesbar ist.

Kindergeschichten leben vom Konflikt zwischen Gleichaltrigen und vom Konflikt zwischen den Generationen; wer recht und wer unrecht hat, wir nicht dauernd justiert, sondern einem Ende vorbehalten, auf das man (möglichst) dramatisch zusteuert.

8-jährige Jungs wollen nicht angepasst sein wie das von dir beschriebene Kind, sondern sich trotz ihrer schlechten Schulnoten, ihrer Frechheit, ihrer Streiche und der Verletzungen, die sie sich und anderen zufügen, geliebt sein. Diese Liebe wollen sie nicht sofort und von jedem bekommen, weil das tooodlangweilig ist, sondern die müssen und die wollen sie sich verdienen.

Wenn im Klappentext steht, dass der Opa eine kritische Figur sei, dann sollte sie das in der Geschichte auch wirklich sein, und wenn der Junge am Ende doch mit ihm klar kommt, dann sollte das ein Prozess gewesen sein, wo's durch dick und durch dünn ging. @Ali könnte sich vorstellen, dass ein Omi-Kind, dessen Pappa die wenigste Zeit daheim ist, ein ziemlich verzogener, vorlauter Fratz ist, der seine Defizite hinter allen möglichen Sprüchen und Dummheiten zu verbergen versucht. Bei der Omi kommt er damit durch, in der Schule schon weniger und beim Opa auf dem Bauernhof erst mal gar nicht.

Lass den Kleinen in den Keller rutschen und danach langsam, ganz langsam wieder hoch krabbeln, erst aus eigener Kraft und, als klar erkennbar wird, dass er Hilfe braucht und Hilfe verdient, den Opa kommen und den richtigen Werkzeugkasten dabei haben. Am Ende schrauben sie gemeinsam und, o Wunder: Die Familienkutsche, die seit Jahren im Dreck stecken geblieben war, läuft wieder!

So. Und jetzt mach, o @molly. Wenn man möchte, dass etwas abläuft wie ein Uhrwerk, muss man es vorher aufziehen. Man braucht dazu den richtigen Schlüssel und, ab und zu, das Ölkännchen. Und schon würz!

Heiter immer, immer weiter

aligaga
 

molly

Mitglied
Hallo ali,

danke für Deinen ersten Eindruck.

jo, jetzt mach ich auch mal Pause mit dem Einstellen.

Ich galube aber, ein Kind, das praktisch von zwei Frauen erzogen wird, einer freundlichen und einer mehr ruppigen, wird kein frecher Fratz, eher ein schüchtener Kerl. Weißt Du noch, wo Dir besonders Moralin aufgestoßen ist?

Liebe Grüße

molly
 
A

aligaga

Gast
Ich galube aber, ein Kind, das praktisch von zwei Frauen erzogen wird, einer freundlichen und einer mehr ruppigen, wird kein frecher Fratz, eher ein schüchtener Kerl.
Soweit @ali deinen Text richtig gelesen hat, wohnt der Vater bei seiner Mutter, und die kümmert sich um den Knaben. Sowas nennt man allgemein ein "Omi"-Kind, und die sind in der Schul' wegen ihrer Besserwisserei und ihrer Disziplinlosigkeit sehr oft sehr problematisch. Da sie sich nirgends anpassen müssen (keine Geschwister, keine strengen, in der Zeit befindliche Eltern), sind sie oft eine sprichwörtliche Pest.

Etwa jeder dritte Satz in der Geschichte ist konventionell geprägt und "duftet" entsprechend, o @molly. Sorry, aber es liest sich wirklich so bräsig wie "Gritlis Kinder". TTip: Weniger "Bullerbü", mehr Pippi Langstrumpf und Michel aus Lönneberga.

Heiter

aligaga
 

molly

Mitglied
hallo ali,

"Grittlis Kinder" lagen mir als Kind schwer im Magen. Ich werde Christian und den Großvater borstiger beschreiben. Schau mer mal. Die "Überraschung" steht jetzt neu.

Liebe Grüße, an alle,

molly
 

molly

Mitglied
o ali, bitte schreibe mir einfach mal so einen bräsigen Satz :

"Etwa jeder dritte Satz in der Geschichte ist konventionell geprägt und "duftet" entsprechend"

Grüßle molly
 
A

aligaga

Gast
"Grittlis Kinder" lagen mir als Kind schwer im Magen.
Johanna Spyris aus der Kaiserzeit stammenden Werke waren (bis auf die unter Plagiatsverdacht stehende "Heidi") nie eine Kost, die man Kindern hätte zumuten dürfen. Sie waren für diese extrem unverdaulich. Es war der Lesestoff, den man "höheren Töchtern" zu Lesen aufzwang oder ihnen in kleinen Vorlese-Portionen ins spätpubertäre Hirn stopfte.

Da war ihr Zeitgenosse, der May Tscharlie, schon ein ganz anderes Kaliber. Plagiator zwar auch er (den "Winnetou" hat er bei dem Franzosen Gabriel de Bellemare geklaut), aber er hat bei der Jugend keine Gehirnwäsche veranstalten wollen wie die Spyri, sondern sie genau dort abgeholt, wo sie damals herumlümmmelte und sich langweilte.

[blue]Das alles zum Beispiel hielte @ali, wäre er denn noch 8, für bräsig[/blue]:

Christian war 8 Jahre alt. [blue]Er lebte mit seinem Vater und der Oma in Freiburg in einer Altbauwohnung. Wer ihn besuchen wollte, musste 36 Stufen hinauf steigen, fast bis unter das Dach. Die Oma nannte ihn "Gris". Nur wenn er zum Fußballspiel die guten Schulhosen anbehielt, rief sie: „Gristian, zieh alte Hosen an!“
[/blue]Christians Vater reiste viel, war oftmals wochenlang unterwegs. [blue]Er arbeitete als Ingenieur und baute Brücken und Tunnels.[/blue] Die Mutter hatte Christian nie kennen gelernt. Sie war bald nach seiner Geburt gestorben. [blue]Bisher hatte er sie noch nicht vermisst, denn seine Oma war kaum älter als die Mutter von seinem Freund Stefan.
[/blue]
[blue]Am letzten Schultag vor den Sommerferien schlenderte Christian mit seinem Freund nach Hause. Stefan sagte:" Ich darf heute nicht trödeln, wir fahren noch am Abend nach Spanien".
Christian seufzte: „Du hast es gut! Ich verreise nicht!“ [/blue]Doch wenn Christian geahnt hätte, was er in diesen Ferien alles erleben würde, hätte er seinen Freund bestimmt nicht beneidet. Inzwischen war er Zuhause angekommen und Stefan eilte [blue]vorhin schenderten sie doch noch?[/blue] alleine weiter.
[blue]Christian rannte die Treppe hoch und schwenkte dabei sein Zeugnis wie eine Fahne in der Hand.[/blue] Stürmisch läutete er an der Wohnungstür. Aber nicht die Oma öffnete, sondern ihre Schwester Lioba. [blue]Christian sagte kurz: „Tag", drängte sich an ihr vorbei und rief: "Oma, Oma, ich habe endlich Ferien.“
[/blue]Er eilte in die Küche und Tante Lioba folgte ihm.
Sie sagte: [blue]„Setz dich, ich muss dir etwas sagen!“ Ihre Stimme klang sanft und fremd, Christian blieb erschrocken stehen.[/blue] Wenn die Tante so zu ihm sprach, stimmte etwas nicht. [blue]Er flüsterte: „Wo ist die Oma? Sag, wo ist sie?“ [/blue]
[blue]Tante Lioba drückte ihn auf einen Hocker, legte ihm die Hände auf die Schultern und sagte: "Die Oma hat sich das Bein gebrochen, sie liegt im Krankenhaus." Ungläubig starrte er die Tante an und fragte: „Stimmt das wirklich?" Sie nickte und antwortete: "Die Oma hat schon mit deinem Vater telefoniert.[/blue] Vorläufig bleibe ich bei dir!"
[blue]Christian legte die Arme auf den Tisch und bettete sein Kopf darauf. Er dachte an die Abenteuer, die er mit der Oma für die Ferienzeit geplant hatte. Sie wollten eine Nachtwanderung machen, einmal mit der Seilbahn auf den nahen Berg gondeln, einmal auf den Münsterturm steigen und natürlich ins
Schwimmbad gehen. Und nun lag sie im Krankenhaus. Christian schluchzte leise.[/blue]
Die Tante stellte einen Teller Suppe vor ihn und sagte: „Iss Bub!"
Doch Christian schob den Teller weit von sich. Tante Lioba setzte sich neben ihn und sagte: "Lass den Kopf nicht hängen, du bist doch schon groß und vernünftig!"
„Jetzt auf einmal“, fauchte Christian. Neulich, als er mit ihrem Rad fahren wollte, hatte sie gemeint, er sei noch zu klein dafür. Wie schnell war er nun groß geworden. Aber Suppe mochte er trotzdem keine. Tante Lioba erhob sich.
„Lass dir ruhig Zeit, wenn du gegessen hast, besuchen wir die Oma im Krankenhaus!"
Christian hob den Kopf. Er wischte sich mit dem Ärmel die Tränen vom Gesicht und fragte: „Warum hast du das nicht gleich gesagt?" Er zog den Teller näher, Suppe schwappte über, aber das war ihm egal. Sollte die Tante doch schimpften. Aber sie sagte kein Wort. [blue]Nachdem Christian gegessen hatte und das Geschirr weggeräumt war, nahm die Tante ihn bei der Hand. Christian zog rasch seine Hand zurück und gemeinsam verließen sie die Wohnung. Sie fuhren mit dem Bus zur Klinik und Christian fand das Krankenhaus sei riesig. Am liebsten hätte er nun doch Tante Liobas Hand genommen. Aber sie hatte gesagt, er sei groß und so steckte er seine Fäuste in die Hosentaschen. Der Lift brachte sie in den vierten Stock.
[/blue]Die Tante sagte: "Sie liegt in 412. Christian rannte den Flur entlang, fand rasch das Zimmer und riss die Tür auf. Tante Lioba lief hinterher.
[blue]„Kannst du nicht warten? Erst wird angeklopft". Aber Christian hörte nicht zu. Die Oma lag am Fenster und steckte ihm die Arme entgegen. Er schmiegte sich an sie und flüsterte: „ohne dich ist es daheim nicht schön. Warum hast du dir das Bein gebrochen?" [/blue]
[blue]Die Oma drückte ihn fest an sich und sagte: „Mein lieber Bub, es wird alles wieder gut werden, aber ich muss eine Weile hier bleiben. Komm, setz dich doch mal zu mir!" Sie klopfte einladend auf ihr Bett und Christian setzte sich auf den Rand. Die Tante rief: "Vorsichtig, sei nicht so wild, Kind", und zog sich einen Stuhl heran. Die Oma tätschelte Christians Hand. „Weißt du, ich bin einfach ausgerutscht, das kann jedem passieren!"
[/blue]Christian schluckte schwer und meinte: „Aber Oma, ich habe doch jetzt Ferien. Muss ich die ganze Zeit bei der Tante bleiben?"
Die Oma schüttelte den Kopf und erklärte ihm, dass er die Ferien bei seinem Großvater, dem Vater von Christians verstorbener Mutter, verbringen werde. Christian hob abwehrend die Hände hoch und rief: „Zum Weihnachtsgroßvater! Aber den kenne ich doch gar nicht! Nein, da will ich nicht hin!“
[blue]Die Oma seufzte laut und sagte: „Ich weiß, er hat bisher nur an Weihnachten an dich gedacht, dir eine Karte mit einem Geldschein geschickt und sich weiter nicht um dich gekümmert, es wird jetzt höchste Zeit, dass du ihn kennen lernst. Mein Beinbruch war vielleicht ein Wink mit dem Zaunpfahl.“
„Aber Oma", entrüstete sich Christian“, er brauchte dich doch nicht unbedingt am Bein zu treffen. Ich bleibe hier, wenn es sein muss auch bei Tante Lioba, und besuche dich jeden Tag!"
„Kommt nicht in Frage, ich habe keine Zeit“, mischte sich die Tante ein. Auch die Oma schüttelte den Kopf und sagte: "du weißt doch, dass deine Tante den ganzen Tag arbeitet. Sie kann sich nicht um dich kümmern. Du bist doch mein großer, vernünftiger Bub. Ich habe mit deinem Papa telefoniert. Er kann nicht bei dir bleiben und wird dich deshalb zum Großvater bringen".
[/blue]
Diesen Großvater hatte die Oma auch angerufen und ihm ihre Not geschildert. Er war bereit, Christian eine Weile bei sich aufzunehmen, doch begeistert hatte seine Stimme nicht geklungen. [blue]Nun wollte Christian wissen, warum der fremde Großvater ihn noch nie besucht und auch noch nie eingeladen hatte. Die Oma
überlegte einen Augenblick. Nachdem Christians Mutter, das einzige Kind des Großvaters, gestorben war, hatte er voll Bitterkeit erklärt, dass er nichts von dem Kind wissen wolle. Doch das mochte sie Christian nicht erzählen. So sagte sie nur, dass der Großvater weit fort in Norddeutschland eine Gaststätte besäße und keine Zeit zum Reisen habe.
[/blue]Christian lachte laut, seine Oma konnte Gaststätten nicht leiden und wie sie sagte, stank es darin zu sehr nach Bier. Das Essen sei sündhaft teuer. Sie kochte gern und aß viel lieber Zuhause.
Er fragte: "Du willst wirklich, dass ich in einem Gasthaus wohne, bei einem fremden Opa?" Die Oma nickte mit dem Kopf und antwortete:
[blue]"Ja, genau, der Großvater führt ein gutes Haus. Das ist keine Spelunke und auch keine Räuberhöhle!" Sie strich ihm über den Kopf und sagte: „Du fährst mit dem Zug zu deinem Papa. Er hat noch in Frankfurt zu arbeiten. Dann reist ihr gemeinsam zum Großvater! Und nenn ihn auch Großvater, du weißt, dass er die Weihnachtsbriefe stets mit seinem Namen und (in Klammer „Großvater") unterschreibt.“[/blue]
Während die beiden Frauen die Reisevorbereitungen besprachen, rutschte Christian vom Bett, stellte sich ans Fenster und beobachtete das Treiben auf dem Klinikhof. Zum Abschied umarmte die Oma den Jungen und sagte: „Gris, mein lieber Bub, ich wünsche dir schöne Ferien!" Christian stöhnte leise, doch nun zog ihn die Tante aus dem Zimmer.
[blue]Auf dem Heimweg stiegen sie am Bahnhof aus. Tante Lioba erkundigte sich, wann Christians Zug abfuhr und besorgte die Fahrkarte. Danach marschierten sie zu Fuß nach Hause, denn vom Bahnhof aus war es nur ein Katzensprung bis zu Omas Wohnung in der Wilhelmstraße. Tante Lioba befahl ihm, in der Küche zu spielen, damit sie in Ruhe seinen Koffer packen konnte. Christian gehorchte wortlos. Er war froh, dass diese Tante nur in derselben Straße wohnte und nicht seine Oma war, und dass er bald seinen Vater wieder sah. Vielleicht durfte er bei ihm bleiben und musste nicht zum fremden Großvater.
Er setzte sich auf die Eckbank und malte ein Bild für die Oma, bis Tante Lioba ihn ins Bett schickte. [/blue]
Doch da erlebte Christian eine große Überraschung. Als er im Bett lag, an die Decke stierte und an seine Oma im Krankenhaus dachte, kam Tante Lioba zu ihm und setzte sich auf seine Bettkante.
Sie sagte: "Schlaf gut, Kind, und mach dir nicht zu viel Sorgen um deine Oma. Es wird schon alles wieder gut werden!"

Sie wuschelte ihm durch seine blonden Haare, fuhr ihm über den Kopf, und streichelte seine Wangen, genauso, wie die Oma das sonst tat. Doch als sie ihn küssen wollte, drehte er den Kopf zur Seite. Sie stand nun rasch auf, strich sich über ihre Schürze und eilte aus dem Zimmer. Christian hörte noch das Telefon läuten. [blue]Er winkte zum Fenster und flüsterte: „Gute Nacht Oma.“ Dann drehte er sich auf die Seite und schlief ein[/blue].
Achtjährige treibt man mit derlei braven Milljöhschilderungen in die Flucht, jedenfalls lesen sie sowas nicht freiwillig. Ein Beinbruch, auch der einer Omi, ist für sie nichts Besonderes - in der Welt, in der sie herumzappen und herumsurfen, brechen tagtäglich noch ganz andere Sachen entzwei. Mit ihren Spielkonsolen legen sie pro Stunde locker ein paar Dutzend "Feinde" flach und knabbern nach diesen Blutbädern ungerührt aus der Speisekammer stibitzte Kokosmakrönchen und Zimtsterne. Mit G'schichteln, die gehen wie die von dir angefangene, o @molly, holt man sie nicht mehr aus der Ecke.

Daher nochmal der TTip: Entschlacken, entmiefen, entlangweilen. Schick den Kleinen durch die Hölle (in der Vorhölle steckt er ja schon) und lass ihn am Ende einen Gruppensieger sein. So muss Jugendbuch ...

Heiter

aligaga
 

molly

Mitglied
Lieber ali,

ich danke dir für Deine hilfreichen Tipps und werde in der Geschichte sehr viel streichen.

Aber Rosen - Resli hat mir, außer Heidi, auch gefallen. Das waren die beiden ersten Bücher, die ich allein gelesen habe, mit 8.

Viele Grüße

molly
 

molly

Mitglied
Diee Überraschung steht jetzt neu drin, mehr will ich nicht gestrichen, es sei denn,ein Druck-Fehler hätte sich eingeschlichen.

Frohes Wochenende

molly
 
A

aligaga

Gast
Tja, o liebe @molly - was soll man am Ende sagen?

Es ist eine lange, lange, sehr lange Geschichte geworden, in der allerlei untergebracht ist, unter anderem auch ein 8-jähtiger Junge und dessen Großvater. Näher kommen wir den beiden nicht - sie sind bräver als brav und bewegen sich in einer Peter-Rosegger-Welt, die den Kindern schon vor hundert Jahren zu langweilig war, um noch gern von ihnen gelesen zu werden.

Deine Figuren agieren nicht, sondern reagieren, nota bene auf Umstände, die so unspektakulär sind, dass sie ein heutiges Kind wohl kaum vom Bildschirm und von der Playstation wegbrächten.

Pferde, Schafe und Hühner, die der Bengel doch nur vom Bild oder vom Fernseher her kennen kann, sind bei einer direkten Begegnung für einen 8-jährigen etwas ziemlich Bemerkenswertes. Allein schon der Geruch, die Eigenwärme, der Lärm, die Kraft! Davon findet sich in dem Text leider nichts. Die Bilder bleiben flach, es plätschert so dahin, und alles ist so entsetzlich harmlos, dass man Bauchweh davon bekommt.

@Molly, so geht das nicht! Das ist eine Omageschichte. Du gibst dem Jungen zwar ein Fernrohr in die Hand, aber er erkennt dadurch wieder nichts anderes als nur die todlangweiligen, platten Provinzbilder. In einer Jungengeschichte würde er etwas sehen, das (noch) nicht für ihn bestimmt ist und mit dem er selber fertig werden muss, statt zum Opa zu laufen und sich gleich wieder alles erklären zu lassen.

Übrigens - Kindern darf man das Waten und das Baden in Bächen nicht verbieten. Es gehört zum jedermann erlaubten Gemeingebrauch. Nicht erlaubt ist das Herausnehmen von Muscheln, Wasserflöhen oder Fischen. Das darf nur der Fischereiberechtigte. Von ein paar Kindern lassen sich Forellen nicht verjagen. Die Viecher sausen ins nächste Loch am Ufer und warten cool, bis die Luft wieder rein ist.

Warum lässt du die Kinder nicht schwarzfischen? Das käme ihnen wesentlich näher als das "Perlen-für-die-Omi-Gesuche", wäre spannend und könnte, wenn sie erwischt würden, endlich mal wirklich für Zündstoff sorgen. Und wieso zündeln die Kinder nicht? Haben die keine Streichhölzer in Haus? Warum bringt die Zehnjährige dem Kleinen nicht das Rauchen bei? Und warum versucht er sie nicht zu küssen? Wie das geht, hat er bestimmt schon mal gesehen.

Sorry, o @molly, aber das ist alles wirklich nicht so dolle. Natürlich muss es nicht immer gleich Mord und Totschlag sein. Aber Kindsein heißt nicht zuletzt auch, Dummheiten zu machen, etwas anzustellen, etwas zu wagen, und am Ende entweder dafür zu bezahlen oder mit einem blauen Auge davonzukommen. In der Schachtel, die man mit nach Haus bringt, sollte dann die Quintessenz aus den Erfahrungen stecken, die man gemacht hat, und nicht ein paar tote Erinnerungsstücke herumklappern.

TTip: Von vorn beginnen und aus Puppen echte Lebewesen machen!

Heiter

aligaga
 

molly

Mitglied
Lieber ali,

ich hoffe, ich kann Dich von Deinem Bauchweh befreien, werde es auf jeden Fall versuchen. Im Moment werde ich sowieso nichts mehr einstellen und habe Zeit für die Oma-Geschichte.
Danke für den Hinweis mit den Fischen. Kann man kleine Forellen mit der Hand fangen?

Herzlichen Dank für die Beschäftigung mit meinem Text, ali, ich bin sehr froh darüber.

Viele Grüße

molly
 
A

aligaga

Gast
Danke für den Hinweis mit den Fischen. Kann man kleine Forellen mit der Hand fangen?
Kann man. Es ist gar nicht schwer: Am Bach entlangtrampeln und genau gucken, wo die flüchtende Forelle unter dem Ufer verschwindet. Sich dort auf den Bauch legen und mit dem bloßen Arm unter der Böschung nach dem Loch suchen. In aller Regel flüchtet der Fisch nicht am Arm vorbei, sondern zieht sich ganz nach hinten ins Loch zurück. Dort muss man ihn entschieden und möglichst fest packen, dann hat er keine Chance und du ein feines Mittagessen - vorausgesetzt, man hat dich dabei nicht erwischt!

Heiter

aligaga
 

molly

Mitglied
Ein folgenschwerer Beinbruch

Christian lebt in Freiburg bei seiner Oma. Er freut sich auf die großen Ferien mit ihr. Als er am letzten Schultag nach Hause kommt, erfährt er, dass seine Oma sich das Bein gebrochen hat und er seine Ferien beim fremden Großvater in Norddeutschland verbringen muss. Diesen kennt er nur von den jährlichen Weihnachtsbriefen, die er diesem stets mit dessen vollen Namen (und in Klammern „Großvater“ ) schreibt. Nein, Christian will nicht in den Norden, aber auch der Großvater freut sich nicht über den Besuch. Dass beide diese Ferien niemals vergessen würden, hätten sie nicht gedacht!

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Die Geschichte stammt aus einer Zeit, als hauptsächlich D-Züge unterwegss waren, in denen man noch die Fenster herunter schieben konnte - 1994.
Monika Rieger
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1. Überraschung
2. Am nächsten Morgen
3. Die Reise mit dem Zug
4. Mit dem Auto unterwegs
5. Beim Großvater
6. Die erste Nacht
7. Hille
8. Birgit
9. Der erste Ausflug
10. Das Geschenk
11. Aufräumtag
12. Von Dampfgeistern und Moorhexen
13. Auf Schatzsuche
14. Die Mühle
15. Die kurze Tour
16. So viel Arbeit
17. Ferienende
 

molly

Mitglied
Nun sind alle Geschichten noch einmal verbessert, nur mit der letzten bin ich nicht zufrieden.Ich überlege mir, ob es nicht besser ist, mit dem letzten Ferientag zu beginnen und erst zum Schluss die Heimreise einzufügen.

Gruß von molly
 

Monochrom

Mitglied
Hallo,

die achtjährige Emma hat das erste Kapitel gelesen und findet:

"Gefällt mir gut. Spannend"

Grüße,
Monochrom
 

molly

Mitglied
Hallo Monochrom,

vielen Dank für dieses positive Echo. Ich wünsche Emma weiterhin Spaß am Lesen.

Viele Grüße, besonders auch an Emma

molly
 

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