Ein Frosch

gareth

Mitglied
Ein Erlösungsgedicht im besten Sinne.


Ein Frosch,

ein Meister im Erkennen von Fliegen und wie man sie fängt,
erlag einst, schuldlos, einem Prinzenzauber,
und fristete von da ein karges Leben
als schöner Prinz, von allerliebsten Damen
umschwärmt, doch ohne Amt, auf einem Königsschloss.

Was einzig er dort brauchte und ersehnte:
ein hübsches, grünes Ding mit starken Beinen
und einer langen Zunge, ein Insekt vielleicht,
für sie und ihn von Zeit zu Zeit, das ward ihm vorenthalten.
So kümmerte sein Wesen und sein Sinn.

Bis eines Nachts ein Wind vom Weiher her
ihm zutrug, dass ein Kuss vom zarten Munde
der Königstochter ihm die Rettung sei.
O fremde Welt. Doch ohne Zagen ging er
zum Schlafgemach des Fräuleins, es zu wagen.

Mit Schauder trat er ein und tapfer sei die Tat
genannt für alle Zeit. Und die Prinzessin, weich geküsst,
bereit, sich zu ergeben, schreckte auf,
als nur die Prinzentracht, erschlafft und leer,
in ihren heißen Händen leblos lag. Wir fühlen mit.

Ein guter Zauber hat dem Frosch geholfen,
wie´s in den alten Zeiten recht und üblich war.
Und eine dralle Fröschin ward zur selben Stunde
umklammert unter zarter Entengrütze mit großer Kraft.
Doch davon will ich schweigen.

Die Königstochter wird, da seid getrost,
schon bald von einem neuen Prinzen hören,
denn ihre Art, ihr wisst es, ist begehrt
bei Männern, die nach gold‘nen Kugeln suchen.
Die, freilich, holt am Ende stets ein Frosch.
 

lapismont

Foren-Redakteur
Teammitglied
Hey, ein Gareth!

Ziemlich verquirrlter Text, der mich inhaltlich an Shrek denken ließ.
Irgendwie fehlt mir aber der Biss. Wer interessiert sich noch für Prinzessinnen?
:D

cu
lap
 

gareth

Mitglied
Gerade seh ich, lieber lapismont,

dass ich in all' den Jahren meinen Frosch hier noch gar nicht verteidigt habe.

Eine große Zahl an Überlieferungen der Menschheit berichtet von Menschen und Prinzen, die in Tiere oder Ungeheuer verwandelt und dadurch sehr unglücklich wurden. Man zeigt großes Interesse an derartigen Vorfällen.

Hier wird über ein erheblich tragischeres Schicksal erzählt, nämlich über ein armes Tier, das in einen Prinzen verwandelt wurde, seine Zeit mit Prinzessinnen* verbringen muss und nur reinem Glück seine Errettung verdankt. Man kann als Tier ja keinerlei Strategien ausarbeiten, um sich aus der Lage zu befreien. Man weiß nicht einmal was das Wort bedeuten soll.

Es ist deshalb eigentlich bedauerlich, dass einem solchen Schicksal so wenig Beachtung geschenkt wird. Du bist dabei eine hervorragende Ausnahme, wofür ich Dir dankbar bin.

Was mit dem Shrek war weiß ich gar nicht, aber das ist ja wohl auch ein erfundenes Wesen. Dies hier ist aber wahr.

Na, egal. Ich habe alle Dramatik und Mitgefühl in den Text gelegt, deren ich fähig war. Wenn es nicht genug ist, darf man das nicht dem Frosch zurechnen.

Liebe Grüße
gareth


* was das Interesse an Prinzessinnen angeht, verweisen wir auf die Auflagen von das goldene Blatt und Freizeitrevue.
 

Mondnein

Mitglied
oh, noch ein alter Hochpuscher!

nun ja, nicht ganz so bescheuert wie der Hochpuschkommentar, Söhne seien Taten ihrer Väter.

Nun zu breit, zu lang, zu betulich, zu überflüssig
 

gareth

Mitglied
Erst mal Danke für's Ausblenden der anmaßenden Unterstellung.

Im Zusammenhang mit der Neugestaltung der Leselupe wäre mein Vorschlag, dass später an einem Text ausgeführte Veränderungen und Kommentare nicht automatisch zu einem "Hochpuschen" führen. Den Terminus habe ich gerade eben gelernt.

Wenn es dafür eine technische Lösung gibt, sollte das "Nachvornebringen" des geänderten oder ergänzten Textes im Ermessen des Autors liegen.

So würde es möglich, auch sehr verspätet noch auf übersehene Kommentare und Anregungen mit einem Beitrag reagieren zu können, über den die Betroffenen m.W. dann ohnehin benachrichtigt werden, ohne dass man auf seine alten Tage einem derartigen Kommentar ausgesetzt ist.

Dem Kommentator Mondnein gebührt zumindest das Verdienst, mir das Problem, wenn auch auf unangenehme Art und Weise, klar gemacht zu haben.

Gruß
gareth
 

lapismont

Foren-Redakteur
Teammitglied
Hallo gareth,

der Umgangston einiger Lupinen ist momentan katastrophal. Ob wir das in der neuen Lupe in den Griff bekommen, bleibt abzuwarten.

Was Hochpusherei ist, entscheiden die RedakteurInnen der jeweiligen Bereiche selbst, es gibt einen entsprechenden Ausblendlgrund für Kommentare. Das Ändern eines Werkes zählt nicht als Hochpusherei.

cu
lap
 

 
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