MaziarB
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Vor ein paar Jahren war ich im Iran, im kurdischen Gebiet unterwegs. Ich wollte das alte Grab meiner Urgroßeltern besuchen.
Der Mann, der mich herumführte, war ein unglaublich abergläubischer Mensch. Mein Onkel hatte mich schon vor ihm gewarnt: „Wenn du ihn reden lässt, dann bist du bis Abend nicht zu Hause." Aber immerhin war er der beste Führer im Ort.
Er fuhr mich in seinem alten Jeep durch die Gegend und erzählte mir von den Orten, an denen wir vorbeikamen. Und das stimmte: Er war abergläubisch. Mehrfach sagte er „Bismillah", jedes Mal, wenn wir an einem Friedhof vorbeifuhren. Das fand ich zuerst lustig, mit der Zeit aber lästig. Er erzählte diverse Geschichten über Dschinn und was er alles schon gesehen haben wollte.
Die Friedhöfe sind in vielen Orten des Irans nicht einheitlich. Es gibt nicht immer einen großen Friedhof, auf dem alle Toten liegen. Viele Dörfer haben ihren eigenen kleinen Friedhof – genau wie das Dorf meiner Urgroßeltern.
Wir kamen endlich im Dorf an – das verlassene Dorf sah wirklich unheimlich aus –, also beschloss ich, ihm einen Streich zu spielen.
Auf dem Friedhof stand so etwas wie ein Mausoleum. Der Führer erzählte, der Mann, der dort liege, sei ein wichtiger Khan dieses Ortes gewesen, mit großem Vermögen, und sogar mit meiner Familie verwandt. Niemand wisse, woran er gestorben sei, erzählte er weiter – man habe ihn eines Morgens einfach tot in seinem Schlafzelt gefunden.
Ich dachte: Jetzt wäre eine passende Gelegenheit.
Wir gingen ein paar Schritte vom Mausoleum weg, und plötzlich drehte ich mich in dessen Richtung. Er blieb stehen und sah mich mit großen Augen an.
„Was ist?", fragte er.
„Hast du das gehört?"
„Nein, was?"
„Ach, nichts. Ich dachte, ich höre da was."
Ich wechselte kurz das Thema, und wir liefen weiter. Doch er war beunruhigt und schaute immer wieder zum Mausoleum zurück.
Dann drehte ich mich schnell wieder zum Mausoleum um und starrte reglos vor mich hin.
„Herr? Was ist los?", fragte er.
Keine Antwort.
„Herr?", fragte er noch einmal.
Wieder keine Antwort. Der Mann wurde sichtlich unruhiger.
Er schaute abwechselnd zwischen mir und dem Mausoleum hin und her.
„Herr, bitte", fragte er noch einmal.
Und ich sagte: „Da ruft jemand um Hilfe."
Er flehte mich tausendmal, dass wir dort weggehen sollten. Ich gab nach.
Während des ganzen Tages hatte ich das Gefühl gehabt, er sehne sich geradezu danach, genau so ein Erlebnis zu haben.
Also gab ich ihm diese Gelegenheit. Und zwar großzügig.
Der Mann, der mich herumführte, war ein unglaublich abergläubischer Mensch. Mein Onkel hatte mich schon vor ihm gewarnt: „Wenn du ihn reden lässt, dann bist du bis Abend nicht zu Hause." Aber immerhin war er der beste Führer im Ort.
Er fuhr mich in seinem alten Jeep durch die Gegend und erzählte mir von den Orten, an denen wir vorbeikamen. Und das stimmte: Er war abergläubisch. Mehrfach sagte er „Bismillah", jedes Mal, wenn wir an einem Friedhof vorbeifuhren. Das fand ich zuerst lustig, mit der Zeit aber lästig. Er erzählte diverse Geschichten über Dschinn und was er alles schon gesehen haben wollte.
Die Friedhöfe sind in vielen Orten des Irans nicht einheitlich. Es gibt nicht immer einen großen Friedhof, auf dem alle Toten liegen. Viele Dörfer haben ihren eigenen kleinen Friedhof – genau wie das Dorf meiner Urgroßeltern.
Wir kamen endlich im Dorf an – das verlassene Dorf sah wirklich unheimlich aus –, also beschloss ich, ihm einen Streich zu spielen.
Auf dem Friedhof stand so etwas wie ein Mausoleum. Der Führer erzählte, der Mann, der dort liege, sei ein wichtiger Khan dieses Ortes gewesen, mit großem Vermögen, und sogar mit meiner Familie verwandt. Niemand wisse, woran er gestorben sei, erzählte er weiter – man habe ihn eines Morgens einfach tot in seinem Schlafzelt gefunden.
Ich dachte: Jetzt wäre eine passende Gelegenheit.
Wir gingen ein paar Schritte vom Mausoleum weg, und plötzlich drehte ich mich in dessen Richtung. Er blieb stehen und sah mich mit großen Augen an.
„Was ist?", fragte er.
„Hast du das gehört?"
„Nein, was?"
„Ach, nichts. Ich dachte, ich höre da was."
Ich wechselte kurz das Thema, und wir liefen weiter. Doch er war beunruhigt und schaute immer wieder zum Mausoleum zurück.
Dann drehte ich mich schnell wieder zum Mausoleum um und starrte reglos vor mich hin.
„Herr? Was ist los?", fragte er.
Keine Antwort.
„Herr?", fragte er noch einmal.
Wieder keine Antwort. Der Mann wurde sichtlich unruhiger.
Er schaute abwechselnd zwischen mir und dem Mausoleum hin und her.
„Herr, bitte", fragte er noch einmal.
Und ich sagte: „Da ruft jemand um Hilfe."
Er flehte mich tausendmal, dass wir dort weggehen sollten. Ich gab nach.
Während des ganzen Tages hatte ich das Gefühl gehabt, er sehne sich geradezu danach, genau so ein Erlebnis zu haben.
Also gab ich ihm diese Gelegenheit. Und zwar großzügig.