ein Kind der Zeit

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L'étranger

Mitglied
du isst das harte brot
das dir die straße schenkt
dein herz ist tot
in einer welt die keiner lenkt

ach du verlorenes kind
an dir klebt fremdes blut
und unsre zeit ist blind
für deinen sack voll wut

ein neuer tag beginnt wach auf
zieh deine kleider aus
sieh nicht zurück und lauf
zum hellen tor hinaus

wohin du heute schaust
der himmel streckt sich weit
wo immer du auch haust
du bist ein kind der zeit
 
Zuletzt bearbeitet:

Bellador

Mitglied
Hi Lé,

ich hatte mich schon gefragt, warum
"lauf zum roten tor hinaus", jetzt ist hell und hoffnungsvoll.
Mir gefällt die dritte Strophe am besten. Die Kleider ausziehen, damit meinst du die Sorgen und alles was belastet, stimmt? Alles zurück lassen, leicht werden, neu anfangen.

Ja, dein Gedicht macht mich nachdenklich.
Wir sind alle "Kinder der Zeit"...

Danke für diese schöne Zeile.

Lieben Gruß
Bella
PS. Ich laufe nicht, ich fliege!
 

Mondnein

Mitglied
Ach, ich weine vor Reue, weil ich mir dessen bewußt geworden bin, daß es doch Sozialkitsch gibt. Ich habe gerade vor fünf Minuten erst beweisen wollen, daß es Sozialkitsch gar nicht geben könne, eine perfekte Argumentation, und nun muß ich alles umwerfen, umhauen,
wo immer auch ich haue,
ich bin ein kind der zeit.​

Mich verstört allerdings ein wenig der pädophile Unterton dieser Strophe:
ein neuer tag beginnt wach auf
zieh deine kleider aus
sieh nicht zurück und lauf
zum hellen tor hinaus

Aber das ist wahrscheinlich bloß metaphorisch gemeint, und weniger Sozialkitsch als vielmehr religiöse Jenseitsfrömmigkeit. Nacktes Jesusbaby. Nicht knutschen! Sonst mußt Du mitsterben.
 

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