Ein kleines Staubkorn

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M.B.Senna

Mitglied
Wie ein kleines Staubkorn,
wirst du durch die Luft gewirbelt.
Anfangs waren es kurze Ausflüge.
In die Vergangenheit,
oder auch in eine Welt,
die für uns unbekannt ist.
Zu Beginn hebst du durch
eine kleine Brise nur kurz
für einen Sprung vom
Boden ab.
Wir konnten es weglächeln,
wenn Namen vertauscht oder
Dinge verlegt wurden.
Aber der Wind nahm zu.
Aus kleinen Brisen wurden
starke Böen.
Plötzlich wurde,
alleine einkaufen gehen,
zur Herausforderung.
Terminen beim Arzt oder
bei Freunden wurden
vergessen.
Du wurdest immer höher,
immer wilder in die Luft
geschleudert.
Aus dem Sturm wurde
ein Tornado.
An stürmischen Tagen,
wusstest du:
Diese Person kenne ich.
Ich öffne ihr gerne die Tür.
An Tagen,
an denen ein Tornado
in deinem Leben wütete,
wurde mir der Zutritt
verwehrt.
Verwirrt und ratlos
lies er dich zurück.
Aber wenn er sich gelegt hat
und du auch nur einen
kleinen Moment hast,
wo du mich kennst.
Wo du mein Gesicht
in deine Hände nimmst
und einen zarten Kuss
auf meine Nasenspitze
drückst.
So wie du es schon
immer getan hast.
Dann hat es sich gelohnt.
Mit dir in den Tornados
zu stehen
und gemeinsam
durch die Luft gewirbelt
zu werden.
 
Zuletzt bearbeitet:

johP

Mitglied
Sehr berührend beschrieben. die situation die angehörige so belastet bekommt durch dein gedicht, den blick auf die noch schönen, behutsamen momente. Auch deine wunderbaren metaphern zeigen sehr viel gefühl für das erlebte chaos. Ich habe es sehr gern gelesen
 



 
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