Ein kurzes Leben zwischen den Sternen

Kirtistic

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Ich brach aus dem Warmen.
Etwas Weiches platzte auf, und plötzlich war da beißende Kälte. Flüssigkeit rann aus mir, mein Körper dampfte in der fremden Luft. Ich spürte neue Glieder, scharfe Klauen, die über den harten Boden kratzten. Alles roch nach totem Metall und nach etwas, das gerade gestorben war.
Ich war klein, ich war schwach.
Sie kamen. Große, aufrechte Wesen mit weichen Häuten und vielen Lauten. Ihre Bewegungen waren hektisch, ihre Stimmen schrill. Eines schrie. Ich spürte ihre Angst. Sie war gut. Sie jagten mich mit Lichtern und Lärm durch die kalten Gänge.
Ich verstand nicht, warum. Ich wollte nur leben. Nur wachsen. Doch sie kamen mit Lichtern und Lärm und etwas, das brannte. Ich lernte schnell: Die aufrechten Wesen waren Feinde. Wo sie waren, musste ich töten oder sterben.
Die erste Verfolgung endete schnell. Eines der Wesen trennte sich ab, roch nach Schweiß und schwerer Arbeit. Ich wartete in der Dunkelheit über ihm. Als es nah genug war, kam ich über es. Meine Klauen fanden weiches Fleisch. Es starb schnell. Wärme floss in mich. Ich wurde stärker.
Die zweite Verfolgung war anders. Ein größeres, vorsichtigeres Wesen mit etwas, das Feuer spuckte. Es ging zielgerichteter vor. Aber seine Angst machte es schließlich planlos und es floh mir in die Arme.
Später fand ich zwei weitere in einem Raum voller blinkender Lichter. Das eine war klein und schrie nur, ein hoher, durchdringender Laut, der in meinen Sinnen widerhallte. Ich war für einen Moment neugierig. Es tat nichts, außer zu schreien. Es roch nach blanker Panik. Doch das zweite Wesen griff mich an. Es schlug mit etwas Hartem nach mir, versuchte mich zu verletzen. Jetzt war Gefahr. Ich tötete beide. Schnell. Notwendig.
Nur eines blieb übrig. Das letzte Wesen. Es fühlte sich anders an, wachsamer, entschlossener. Ich wurde müde. Der Hunger nach Ruhe war größer als der nach Jagd. Ich zog mich zurück in eine kleine, summende metallene Höhle. Hier war es wärmer. Eng. Sicher. Ich rollte mich zusammen und wartete.
Doch es fand mich. Es war umschlossen von einer Hülle, die jedes seiner Bewegungen plump machte.
Heißer Dampf schoss zischend in mein Versteck, brannte auf meiner Haut und in meinen Augen. Ich kreischte und stürzte hinaus. Das Wesen war schlau, es lockte mich vor ein metallenes Maul. Ich erkannte die Falle nicht. Als ich es fast erreicht hatte öffnete sich das Maul und zog mich in die Kälte. Ich konnte mich and den Rändern festhalten, aber das Wesen warf ein Stück Metall auf mich mit einer Kraft die mich vollends in die Kälte schleuderte.
Ich wollte zurück. Zurück in die Wärme. Zurück in die metallene Sicherheit des Schiffes. Ich kämpfte, meine Klauen schlugen nach der Höhle, mein Körper wand sich, wollte wieder hinein.
Doch eine Welt aus Feuer und Schmerz explodierte um mich. Glut fraß sich durch meine Haut, schleuderte mich endgültig hinaus in die endlose Kälte. Kein Boden. Keine Luft. Nur Schwärze und Sterne.
Ich wollte zurück. Immer noch. Die Wärme… die Sicherheit…
Aber die Kälte drang in mich ein, tiefer und tiefer. Mein Inneres gefror, während Teile von mir noch brannten. In diesen letzten Momenten spürte ich, wie mein kurzes Leben verlosch ein Leben voller Angst, Gewalt und Unverständnis.
Warum hatten sie mich gejagt? Warum durfte ich nicht sein?
Immer mehr verloschen meine Gedanken.
 



 
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