Ein Schwur lang

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jon

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Bitte mal die Leerzeilen entfernen und die Dialoge sinnvoll strukturieren. So mag ich es nicht lesen, das ist mir zu anstrengend.

PS:

Man muss das Heu im Kaninchenstall nicht wechseln, das fressen die Tiere ja. Meinst du, dass sie das Stroh wechseln müssen?

Man macht kein Haarspray ins Haar, während die Wickler noch drin sind.

Was ist denn eine Kompostgrube?

… und wieso um alles in der Welt bekommt der Kleine nur ein einziges Ei und wieso ist es nur "ein Spaß" von Emilia, die das Ei dorthin legte? Sind die Nester der anderen etwa von selbst gewachsen, was eine ganz ernste Sache ist?
 
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Vielen Dank für das Feedback.

Ich habe die Leerzeilen deutlich reduziert und die Dialoge stärker zusammengeführt. Ich hoffe, dass sich der Lesefluss dadurch verbessert.

Man muss das Heu im Kaninchenstall nicht wechseln, das fressen die Tiere ja. Meinst du, dass sie das Stroh wechseln müssen?
Heu wird zwar gefressen, aber nicht vollständig. Es kann verschmutzen oder feucht werden – gerade bei Außenställen. Deshalb wird auch Heu regelmäßig gewechselt.

Man macht kein Haarspray ins Haar, während die Wickler noch drin sind.
Haarspray wurde auch beim Frisieren mit eingesetzten Wicklern verwendet, etwa zur Fixierung vor dem Trocknen. Gerade in den 1960er- und 70er-Jahren war das durchaus üblich.

Was ist denn eine Kompostgrube?
Eine Kompostgrube ist ein vertiefter, meist befestigter Kompostplatz, wie er in ländlichen Gegenden vorkommt.

… und wieso um alles in der Welt bekommt der Kleine nur ein einziges Ei und wieso ist es nur "ein Spaß" von Emilia, die das Ei dorthin legte? Sind die Nester der anderen etwa von selbst gewachsen, was eine ganz ernste Sache ist?
Es war in diesem familiären Kontext üblich, dass zunächst die ältesten Jungen ein vollständiges Osternest bekamen. Emilia selbst hat sich keinen „Spaß“ erlaubt. Als Elia enttäuscht war, versteckte sie für ihn heimlich ein Ei, damit auch er etwas finden konnte. Für ihn wurde dieser Moment zu einer prägenden Erfahrung.
 

jon

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Die Leerzeilen müssen nicht einfach reduziert werden, die allermeisten von denen, die jetzt noch da sind, sind einfach nur falsch. Leerzeilen zeigen Sprünge an - Ort, Zeit, Erzählperspektive u. Ä. Man macht die nicht mitten im Fließtext.

Die Dialoge (und nicht nur die) müssen auch nicht "zusammengerückt", sondern mit sinnvollen Absätzen versehen werden. Regel: Absatz bei Redner/"Redner"- Wechsel - nicht bei jeder Rede.
Also statt
Das Hämmern klang dumpf zwischen den Stallwänden. Neugierig kam Elia dazu und verfolgte, wie die beiden älteren Jungen die Teile zusammensetzten.
„Zieh Leine!“, sagte Aiden. Doch Elia war ganz aufgeregt.
„Kann ich nicht zusehen?“, flehte er.
Aiden zuckte mit den Schultern. „Meinetwegen.“

so:
Das Hämmern klang dumpf zwischen den Stallwänden. Neugierig kam Elia dazu und verfolgte, wie die beiden älteren Jungen die Teile zusammensetzten.
„Zieh Leine!“, sagte Aiden.
Doch Elia war ganz aufgeregt. „Kann ich nicht zusehen?“, flehte er.
Aiden zuckte mit den Schultern. „Meinetwegen.“

Und nicht so:
Aiden schnitzte weiter, bis das kleine Boot fertig war. Dann gab er es Elia.
„Los, lassen wir es zu Wasser!“
Elias Augen glänzten, als er den Ritter hineinstellte und das Boot in den Bach setzte. Plötzlich wandte sich Aiden an seinen jüngeren Bruder.
„Wir zwei halten zusammen. Egal was kommt.“
Er sah ihn fest an und fügte hinzu: „Ich lass dich nicht im Stich.“

sondern so:
Aiden schnitzte weiter, bis das kleine Boot fertig war. Dann gab er es Elia. „Los, lassen wir es zu Wasser!“
Elias Augen glänzten, als er den Ritter hineinstellte und das Boot in den Bach setzte.
Plötzlich wandte sich Aiden an seinen jüngeren Bruder. „Wir zwei halten zusammen. Egal was kommt.“ Er sah ihn fest an und fügte hinzu: „Ich lass dich nicht im Stich.“


Also keine der Frauen, die ich kenne (Oma, Mutter, Tante) haben Haarspray mit Wicklern benutzt. Das wäre auch absurd: Das feuchte Haar wurde aufgewickelt, man müsste Unmengen Spray draufgeben, um was zu fixieren (weil der Klebeffekt durch Trocknen des Sprays entsteht).

Auch wenn ein Heu übrigbleibt (weil der Bauer zu dumm ist, den Bedarf der Tiere korrekt einzuschätzen), wird in allererste Linie das Stroh gewechselt. Dass man Rest-Heu dabei mit entsorgt, ist eher ein Nebeneffekt.

In ländlichen Gegenden gab es Mistgruben/-haufen. Ja, da wurde auch das entsorgt, was heute auf den Komposthaufen kommt, es ist trotzdem was anderes. Der Sinn eines ("regelgerechten") Komposthaufens besteht darin, dass man das Material jedes Jahr umsetzt. Bei Gruben müsste es mindestens zwei geben, eher drei, und man müsste das Material jedes Jahr rausschaufeln, was die Arbeit deutlich erschwert. (Ja, auch die Misthaufen lagen nicht ewig, aber man setzte sie nicht jedes Jahr um. / Ja, es gibt auch heute "Gefäße" für Komposthaufen, aber die sind in der Regel so gemacht, dass man sie wegnimmt/aufmacht, also nichts aus einer Grube rausschippen muss.)


"Es war in diesem familiären Kontext üblich, dass zunächst die ältesten Jungen ein vollständiges Osternest bekamen." Was ist denn das für ein – sorry – Blödsinn? Im Ernst: So ein Brauch bedarf einer Erklärung.
Aus der Story: "Nur Elia ging leer aus. Sie ließen ihn glauben, der Osterhase habe nichts für ihn gebracht." Offensichtlich kennt Elia diesen Brauch nicht. Und zu "zunächst": Es wird nirgends erwähnt, dass Elia noch ein Nest bekommt.
"Emilia selbst hat sich keinen „Spaß“ erlaubt." vs. (aus der Story) "Jahre später, als er daran zurückdachte, wurde ihm klar, dass sie sich damals einen Spaß erlaubt hatten – und dass Emilia das Ei dort heimlich ins Gras gelegt hatte, damit er es finden konnte." Also was genau ist denn dann der "Spaß"? Und wenn - wie eben behauptet - das ein Brauch ist, wieso denkt Elia später, es sei ein Spaß gewesen?

… also ehrlich: Statt Ausreden zu erfinden, prüfe mal lieber die logischen Zusammenhänge in der Geschichte. Ich bin ja durchaus für eine komprimierte Erzählweise, aber wenn wichtige Infos fehlen, wird es - wie bei der Osternest-Sache - haarig.



Nachtrag, weil es mitr grade ins Auge springt: Lies auch noch mal sorgfältig danach durch, ob du in Sachen Perspektive konsequent bist. Der Satz Für Aiden aber fühlte es sich an wie ein Gewicht, als er leise murmelte: „Für immer.“ zum Beispiel passt nicht zum Point of View.
 
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jon

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Hallo J. R. Bennett,

der Grundton dieses Textes gefällt mir und ich denke, dass du nach Ausmerzen der Anfängerfehler (die machen manche Autoren auch im zehnten oder zwanzigsten Text noch – weil sie es nicht besser wissen) starke Texte machen kannst. Deshalb gehe ich mal Lektorats-ähnlich durch.


Es war noch früher Morgen, als Emilia hinüber zum Hühnerstall ging. Sie trug ihren dunkelblauen Arbeitskittel und abgenutzte Arbeitsschuhe.

Beim Aufschließen musste sie sich gegen die Tür stemmen, weil sie mal wieder klemmte. Als sie schließlich offen war, folgte Elia (1) ihr über die verwitterte Schwelle in den niedrigen Vorraum(2). Es roch nach Getreide und Hühnermist. Emilia schöpfte mit einem Messbecher Futter aus einem großen Papiersack, dann öffnete sie den Türriegel am Hühnergehege, trat hinein und streute(3) die Körner in die Tröge. Die Hühner gackerten und trippelten herbei, um sich über die Körner herzumachen. Unterdessen kontrollierte Emilia die Legeplätze nach Eiern, sammelte alle ein, die sie finden konnte, und legte sie vorsichtig in einen Korb.
0: Hiernach kommt eine Leerzeile, die hier nicht hergehört.
1: Elia erscheint quasi aus dem Nichts. Lass doch im ersten Satz beide zum Hühnerstall gehen.
2: Ich verstehe nicht, wofür das der Vorraum ist. Danach ist von einem Gehege die Rede, also ist in dem Raum (der nur ein Vorraum sein soll) ein eingezäunter Bereich oder Käfig.
3: „Streuen“ heißt mehr oder weniger breitwürfiges Ausbringen. Emilia schüttet die Körner in den Trog.


„Wenn sie gefressen haben, können wir sie später(1) nach draußen ins andere(2) Gehege lassen“, meinte sie.
Plötzlich gab es einen Tumult. Etwas schien die Hühner aufzuschrecken(3). Sie flatterten wild umher.
„Bestimmt dieser Marder“, rief Emilia und deutete nach oben. KEINEN ABSATZ MACHEN
„Der treibt sich schon eine Weile unterm Dach herum und holt sich manchmal ein Küken(4).“
Elia machte große Augen. „Ist das wie eine Katze?“, fragte er.
„Nein, mehr wie ein Fuchs – nur kleiner.“
0: Hiernach kommt eine Leerzeile, die hier nicht hingehört, denn danach geht es nahtlos in der Szene weiter.
1: Wie viel später nach dem Gefressen-Haben? (Eigentlich können sie schon jetzt die Tür nach draußen öffnen – die Hühner werden sich erst sattfressen – und müssen nicht nochmal vorbeikommen, um zu sehen, ob die Hühner mit Fressen fertig sind.)
2: Was für ein anderes Gehege? Du meinst einfach nur das Außengehege, oder? Und: Sie würde wohl nicht so geschwollen reden, sondern einfach „rauslassen“ sagen. Elia, dem sie das erzählt, kennt ja die Gegebenheiten. Für die Geschichte ist es zudem schnurz, ob „draußen“ ein Außengehege ist oder die Hühner frei rumrennen.
3: Genau genommen muss es „aufgeschreckt zu haben“ heißen, denn der Tumult ist ja schon da.
4: Marder holen sich nicht nur Küken, sie fressen auch ausgewachsene Tiere. Mehr noch: Sie töten mehr Hühner, als sie fressen. Und sie fressen Eier. Dafür ist Emilia erstaunlich gelassen wegen dieses Räubers.


Sie stellte den Korb am Eingang ab. Nach einer Weile beruhigten sich die Tiere wieder. Elia blieb im Gehege und beobachtete, wie die Hühner langsam wieder zu scharren begannen. Einige ließen sich auf den Holzstangen nieder, andere pickten wieder im Stroh.
„Du kannst ihnen noch ein bisschen Wasser geben“, sagte Emilia und wies auf den halb gefüllten Zinkeimer. Dieser reichte ihm bis zur Hüfte(1). Er fasste den Griff mit beiden Händen und schleppte den Eimer zur Tränke. Das Wasser schwappte mehrmals über(2), aber am Ende schaffte er es und goss behutsam nach.
Emilia hörte eine Weile hinauf in die Balken, als könnte der Marder noch dort lauern(3). Elia folgte ihrem Blick, doch er sah nur Schatten zwischen den Sparren.KEINEN ABSATZ MACHEN
Für einen Moment hielt er den Atem an.
„Komm“, sagte Emilia schließlich. Sie schloss den Stall und hob den Korb wieder auf. KEINEN ABSATZ MACHEN
„Das reicht für heute.“
0: Die Leerzeile hiernach ist falsch.
0: Worthäufung „wieder“
1a: Entweder ist der Eimer riesig oder Elia extrem klein. Ein normaler Eimer ist 25 bis 30 cm hoch, wenn Elia quasi doppelt so groß ist, ist er 60 cm, also kleiner als ein normales einjähriges Kind (ca. 80 cm). Wenn das ein Rätsel für den Leser sein soll (was man tunlichst vermeiden sollte): Was ist die Lösung? Ist er extrem jung? Seine Worte klingen nicht danach. Oder ist er selbst für einen Kleinwüchsigen extrem klein?
1b: Egal, ob der Eimer riesig oder Elia winzig ist – er kann den halbvollen Eimer nicht anheben.
2: Man muss einen halbvollen Eimer ziemlich stark schwenken, wenn da Wasser rausschwappen soll.
3: Wieso „könnte“? Und warum sollte sie nur hinaufhören, wenn der Marder noch da ist?


Draußen zwitscherten die Vögel in den Obstbäumen. Der Boden war noch feucht, und in der milden Luft summten Insekten. Elia trottete neben Emilia her und dachte an den Marder. Irgendwo da oben wartete er vielleicht noch.
„Gehen wir jetzt zu den Kaninchen?“, fragte Elia.
Seine Großtante(1) nickte und sah ihm zu, wie er zu den Kaninchenställen eilte.
„Warte, hier sind noch Karotten. Die kannst du ihnen geben.“
Während Elia mit den Karotten vorausstürmte(2), rief Emilia ihm nach: „Und wir müssen auch noch das Heu(3) wechseln.“
1: Etwas spät diese Info.
2: Dazu hätte er zurückkommen müssen, um die Karotten zu holen.
3: Wie schon erwähnt: Nein, gewechselt wird vor allem das Stroh. Wenn es ums Füttern geht (bei dem auch altes Futter entfernt wird), würde sie „füttern“ sagen. Mein Großvater hat bei den Kaninchen auch nicht „die Kartoffeln gewechselt“, auch wenn er beim Füttern Reste vom Vortag durchaus entfernt hat.

Was sagt mir diese Szene? Elia ist auf einem Bauernhof und hat eine Großtante, die dort lebt. Ob er dort lebt? Kann sein, muss aber nicht. Das ist sehr wenig Information, zu wenig für einen eigenen Abschnitt mit „Unterkapitel-Charakter“.

*****

Die Kinder (1) mussten früh aufstehen. Es war ein besonderer Tag(2). Elia stand auf dem Bett, noch in seinem Schlafanzug mit den kleinen Lokomotiven und Sternen, und hüpfte(3) herum. Er hatte keine Lust, in die Kirche zu gehen. Doch Ausreden(4) wurden nicht geduldet.
Aiden wusch sich und zog sich an, während ihre Mutter hastig zwischen den Zimmern(5) hin- und herlief(6). Sie half Lottie mit der Frisur und kam dann zu ihnen(7). Als sie sah, dass Elia noch nicht fertig war, scheuchte sie ihn ins Bad.
„Los Kinder, macht schon – ihr wisst doch, Oma mag keine Unpünktlichkeit.“
Sie selbst hatte noch Lockenwickler im Haar, und man roch das Haarspray(8), das sie in aller Eile aufgetragen hatte.
1: Was für Kinder?
2: Was für einer? Soll das wieder ein Rätsel werden, bei der Leser raten muss, was für ein Tag frühes Aufstehen erfordert? Wobei man nicht erfährt, was „früh“ meint. Es könnte objektiv früh sein (4 oder 5 Uhr) oder früh im Verhältnis dazu, wie lange „die Kinder“ sonst schlafen.
3: Also was denn nun: Steht oder hüpft er?
4: Was für Ausreden? Niemand redet sich bisher heraus.
5: Zwischen welchen Zimmern? (Zwischen den Kinderzimmern? Wohl kaum, dann würde sie eher sehen, dass Elia nicht zu Potte kommt. / Gibt es Kinderzimmer? Wie viele?)
6. „hin und her lief“
7: Zu wem?
8: Wie schon erwähnt: Es ist nicht sinnvoll, Haarspray (in jener Zeit, die du erwähnst, Haarlack) zu benutzen, während die Wickler noch drin sind.

In der Kirche rutschten die Jungen ungeduldig auf der Sitzbank hin und her, bis Mrs. Benning(1) sie mehrmals ermahnte. Der Pfarrer sprach über Schuld und Erlösung, über das Opfer und das Versprechen eines neuen Anfangs. Elia verstand den Sinn nicht, aber das Wort Schuld blieb in ihm hängen. Er sah zur Decke hinauf, wo dunkle Holzfelder mit gemalten Engeln über ihm schwebten.
Der Altar war festlich geschmückt. Überall brannten Kerzen und warfen ihr warmes, flackerndes Licht auf das Weiß der Altartücher. Hinter der Kanzel standen zwei große Figuren, deren Gesichter er nicht richtig erkennen konnte(2). Aus(3) dem Seitenschiff fiel nur ein matter Streifen Morgenlicht durch die hohen Mosaikfenster; die Farben darin wirkten gedämpft, als warteten sie noch auf den Tag.
Elia fragte sich, ob Gott ihn jetzt sah – hier, auf dieser Bank, mit den Händen im Schoß und den Schuhen, die er nicht geputzt hatte.
1: Wer ist das?
2: Warum nicht? Nein, das mit den Mosaikfenstern erklärt es nicht.
3: Aus dem Seitenschiff fiel das Licht durch Fenster? Also sind die Fenster zwischen Seiten- und Hauptschiff? Sehr merkwürdig.


Was erfahre ich in diesem Unter-Kapitel? Elias hat – vermutlich – 2 Geschwister. Wie alt die sind? Keine Ahnung. Die Mutter lebt noch und es gibt zumindest eine Oma. Diese legt Wert darauf, zu Ostern in die Kirche zu gehen. Wie lange dieses Ostern nach der Szene aus I/1 stattfindet – keine Ahnung. Sind wir noch auf dem Bauernhof? Keine Ahnung. Das Wort „Schuld“ bleibt in Elia hängen. Warum? Keine Ahnung.


***** (1)

Nach der Messe gab es kein Halten. Die Kinder konnten es kaum erwarten, ihre Osterhasen und die liebevoll gefärbten und mit Ostermotiven verzierten Eier zu suchen. Kaum waren sie in Sichtweite von Mrs. Bennings(2) Haus, stürmten die beiden Älteren voraus. Als Elia etwas später in die Küche(3) kam, zeigten sie ihm voller Stolz ihre Osternester.
Die Nester bestanden jeweils aus einem Korb mit grüner Holzwolle; darin lagen Schokoladenhasen, bunte Eier und Schokokugeln in glänzender Folie. Zwischen den Süßigkeiten standen Filzküken mit gelbem Flaum, einem angeklebten Schnabel und Knopfaugen. Doch das Besondere war das Osterlamm(4) – ein Kuchen, in einer Lammform gebacken und mit Puderzucker bestäubt.
Nur Elia ging leer aus(5). Sie(6) ließen ihn glauben, der Osterhase habe nichts für ihn gebracht. Die Enttäuschung stand ihm ins Gesicht geschrieben, und die Tränen wollten nicht mehr aufhören.(7) ABSATZ MACHEN Mit tröstenden Worten(8) nahm Emilia ihn schließlich an der Hand.UND HIER IHRE WORTE ANHÄNGEN
0: Die Leerzeile an dieser Stellte trennt nicht nur eine Handlungssequenz mitten durch, sie schneidet sogar Emilia von ihren Worten ab.
1: Es ist immer noch dieses Ostern wie eben – also warum diese Trennung in ein neues Unter-Kapitel?
2: Wer ist das? Was hat sie mit der Ostereiersuche zu tun?
3a: In welche? In Mrs. Bennings Haus? Warum? Zu Hause?
3b: Was heißt „etwas später“? Und was passiert inzwischen? Aiden und Lottie haben in dieser kurzen Zeit Nester gesucht und gefunden – okay. Und Elia? Warum geht der nicht sofort suchen, sondern in aller Seelenruhe in die Küche (welche auch immer)? In Satz zwei wird doch behauptet, die Kinder – also alle – konnten es kaum erwarten.
4: Ein Lamm oder eines pro Korb?
5: Er ist ja auch gar nicht suchen gewesen.
6: Wer? Die Geschwister? Na meinetwegen, Kinder können grausam sein. Die Mutter auch? Warum? Und Emilia – die plötzlich da ist – auch? Mrs. Bennings? Weil es Brauch ist?? Warum, womit wird diese Grausamkeit begründet und warum ist Elia nicht eingeweiht?
7a: Womit aufhören?
7b: Wenn er weint, ist der Teilsatz davor sowas wie ein Euphemismus.
8: Welchen?


„Wollen wir mal schauen, ob der Osterhase noch etwas versteckt hat?(1)
Elia nickte. Draußen suchte er zwischen Sträuchern und bei den Kaninchenställen, fand aber nichts. Ihm standen noch immer Tränen in den Augen.
„Schau mal dort bei der alten Kompostgrube“, sagte Emilia. ABSATZ Die Grube war ringsum von einer niedrigen, grauen Betonmauer eingefasst. Direkt daneben entdeckte Elia im Gras ein blaues Ei, auf dem ein Osterhase zu sehen war – eines dieser dünnen Abziehbilder, die man im Wasser von der Folie löste und dann aufkleben konnte. Er hob es auf und hielt es stolz in die Höhe. Dann fiel er Emilia vor Freude um den Hals.
Gemeinsam gingen sie zurück ins Haus, und Elia hielt das Ei in beiden Händen, umschlossen wie einen Schatz. Die Erwachsenen lachten.
1: Eben haben sie ihm erzählt, dass er nichts weiter versteckt hat.
Also Elia ist klug genug, im Moment das Fundus sofort an die Technik des Abziehbildes zu denken, aber wundert sich nicht, dass die anderen jeweils ein komplettes Nest fanden, der Osterhase aber auch dieses einzelne Ei versteckte? Seltsam.


Jahre später, als er daran zurückdachte, wurde ihm klar, dass sie sich damals einen Spaß erlaubt hatten – und dass Emilia das Ei dort heimlich ins Gras gelegt hatte, damit er es finden konnte. Doch in diesem Augenblick – mit dem Ei, das er festhielt, und Emilias Hand auf seiner Schulter – war er einfach glücklich.
Moooooooooooooooooment!
A: Er hat also kein Nest mehr bekommen und bucht das nach Jahren als „Spaß“ ab?
B: Das ist EIN Ostern. Was ist mit all den anderen, zu denen er dem Brauch nach kein Nest bekam?
 

jon

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*****


Elia war schon früh wach und ganz aufgeregt. Nachdem er sich angezogen hatte, lief er mit den Schuhen zu Emilia(1).KEINEN ABSATZ MACHEN
„Ich kann meine Schnürsenkel nicht binden.“
Emilia half ihm und gab ihm zuletzt einen kleinen weinroten Brustbeutel aus Leder, in den sie ein Pausenbrot(2) gesteckt hatte.
„Im Kindergarten wird es dir gefallen“, meinte sie. KEINEN ABSATZ MACHEN
„Dort kannst du mit anderen Kindern spielen.“
0: Die Leerzeile hiernach ist falsch.
0: Wann spielt das jetzt?
1: Warum zu ihr? Ist er wieder auf dem Bauernhof, wo (wie in Szene I/1) weder Geschwister noch Mutter dabei sind?
2: Das muss ein winziges Brot sein, in diesem kleinen Brustbeutel.


Doch als Elia mit Emilia(1) vor der großen Eingangstür des Kindergartens stand, wurde ihm angst und bange. Die Tür wirkte wie eine Pforte(2), und davor standen zwei Frauen, die ihm fremd und streng erschienen. Schwester Bonaventura leitete den Kindergarten; die andere Frau stellte sich als „Tante Adele“ vor.
Schon beim Anblick der Nonne spürte Elia ein leises Unbehagen. Die schwarz-weiße Tracht, das unbewegte Gesicht – alles an ihr flößte ihm Respekt ein und wirkte einschüchternd.
0: Die Leerzeile hiernach ist falsch
1: Warum bringt die Großtante ihn – am ersten Tag! – zum Kindergarten
2: Eine Tür IST eine Pforte.


Als sie näherkamen(1), blieb Elia stehen. Mit energischer Miene schüttelte er den Kopf und weigerte sich, weiterzugehen. Zur Tür führten ein paar Stufen hinauf. Emilia hielt seine Hand fest, doch Elia zog daran und begann zu schreien. Aber er konnte sich nicht losreißen, und auch auf den Boden werfen half nichts. Da kam Tante Adele die Stufen(2) herab, und gemeinsam zerrten sie ihn die Treppe hinauf. Alles Sträuben und Zetern war vergeblich – am Ende stand er im Flur, schluchzend und mit rotem Gesicht.
1: Die Frauen stellten sich schon vor, bevor Emilia und Elia überhaupt nah waren?
2: Die Frauen standen also sogar oben auf der (kleinen) Treppe, als die Emilia und Elia zuriefen, wer sie sind?

Den ganzen Vormittag schmollte er. Auf keine Aufforderung reagierte er, und alle Versuche, ihn zum Spielen zu bewegen, scheiterten. Schließlich kam eine andere „Tante“ zu ihm, sprach freundlich mit ihm und brachte Stifte und Papier zum Malen.
Das Gefühl(1) war verflogen, und er zeichnete einen Vogel, wie ihn noch kein anderes Kind dort je gemalt hatte – nicht nur ein paar unbeholfene Striche, sondern eine naturnahe Abbildung mit den richtigen Proportionen und Farben(2).
Tante Hetti(3) betrachtete das Bild und sagte: „Du hast ja richtig Talent. Du wirst bestimmt mal ein Künstler.“
Sie nahm das Blatt, schnitt den Vogel sorgfältig aus(4) und hängte ihn im großen Saal an die Wand. Dort blieb er – über all die Jahre, die Elia im Kindergarten verbrachte. Zwischen den gebastelten Scherenschnitten und bunten Zeichnungen der anderen Kinder fiel er auf – der Vogel, der sich erheben wollte(5), aber der niemals flog(6).
1: Welches?
2: Das ergibt nur Sinn, wenn man von einem konkreten Vogel spricht. Farbe und Proportionen einen Storches sind völlig anders als die eine Rotkehlchen – nur mal als Beispiel.
3: Wer ist das?
4: Warum schneidet sie den Vogel aus?
5: Es war nie die Rede davon, dass der Vogel so gemalt worden war.
6. Was soll dieser Schwulst?


*****

Es war ein warmer Sommertag, und die ganze Familie hatte sich zum Sonntagnachmittag eingefunden – Mrs. Benning, ihre Schwester Emilia, Elias Eltern, Onkel Henry und Tante Faye. Kurz darauf traf noch Stanleys(1) Bruder William ein, der in der Stadt lebte und nur am Wochenende zu Besuch kam.
Die Erwachsenen saßen vor dem Haus, tranken Kaffee und aßen Kuchen. Tante Faye unterhielt sich mit Elias Mutter, während die Männer rauchten und über den neuen Wagen sprachen.(2)
0: Wo haben sie sich eingefunden?
1: Wer ist das?
2a: Also waren Tante Faye und Elias Mutter keine Erwachsenen (na gut: Man kann Kaffee trinken und Kuchen essen und sich trotzdem unterhalten), die Männer waren aber definitiv keine Erwachsenen, denn Kuchen essen und rauchen passt nicht zusammen.
2b: Welchen neuen Wagen?


Die Kinder spielten im Hof. Aiden und sein Cousin Julian(1) trugen wie so oft dieselben Polohemden und Hosen; jeder hatte ein fast identisches Dreirad – nur die Farben unterschieden sich. Lottie und ihre(2) Cousine Hannah(3) trugen gleiche Kleidchen und hielten ihre Puppen fest umklammert, als wären sie lebendig(4).
Da kam Elias Vater auf die Idee, Fotos zu machen. Er ging ins Haus und holte die Kamera.
0: Die Leerzeile hiernach ist falsch.
1: Wo kommt der plötzlich her? Eingefunden hatten sich: Mrs. Benning, ihre Schwester Emilia, Elias Eltern, Onkel Henry und Tante Faye und ein gewisser William
2: Mooooooment! Laut deiner Erklärung über den Osterbrauch ist Lottie ein Junge: „Es war in diesem familiären Kontext üblich, dass zunächst die ältesten Jungen ein vollständiges Osternest bekamen.“
3: Wo kommt die her? Eingefunden hatten sich: Mrs. Benning, ihre Schwester Emilia, Elias Eltern, Onkel Henry und Tante Faye und ein gewisser William
4: Was ist sinnvoll daran, lebendige Puppen fest zu umklammern, unlebendige aber nicht?


Die Kinder sollten sich für die Aufnahmen in einer Gruppe aufstellen. KEINEN ABSATZ MACHEN
Elia mit seinen glatten, hellblonden Haaren und den blauen Augen stand in der Mitte, eingerahmt von Aiden und Julian, die auf ihren Dreirädern saßen. KEINEN ABSATZ MACHEN
Seine Arme lagen auf ihren Schultern. KEINEN ABSATZ MACHEN
Die Mädchen standen außen – Hannah links neben Julian, Lottie ganz rechts.
Mit einer Hand hielt sich Lottie am Dreirad ihres Bruders fest, in der anderen baumelte ein Teddy(1), die Arme hingen schlaff herab wie bei einem, der an den Füßen aufgehängt wurde. Beide Mädchen trugen dasselbe(2) Kleidchen: rosafarbenes Röckchen mit weißer Schürze, veilchenblaues Oberteil, darunter eine weiße Bluse mit aufgeplusterten Ärmeln und Rüschen am Saum.
0: Leerzeile hiernach ist falsch.
1: Wo ist die Puppe geblieben, die sie eben noch umklammert hat?
2a: Ganz sicher nicht. Höchstens das gleiche.
2b: Dass sie das gleiche Kleid anhaben, sagtest du schon.
Bizarr übrigens, dass auch Aiden und Julian gleich gekleidet sind. Das ist ganz schön gruslig, wenn man sich das bildlich vorstellt.


Fotografiert zu werden war den Kindern viel zu langweilig, und so kam die kleine Gruppe einfach nicht zur Ruhe. Hier wurde geblinzelt und da wurde geschupst.
Doch schließlich schien der Moment gekommen. Elias Vater drückte im selben Augenblick den Auslöser, als Hannah sich nach vorne beugte und Julian in die Hand biss. Julian schrie und verzog das Gesicht. Elias Geschwister schauten herüber, um zu sehen, was da vor sich ging – nur Elia nicht. Von all dem völlig unbeeindruckt, schweifte sein Blick in die Ferne, als ginge ihn das alles nichts an. Ganz gleich, woran er gedacht haben mochte – nun war diese Szene für immer auf Film gebannt.
0: Leerzeile hiernach ist falsch.
0: Wenn der Vater in dem Moment auslöst, als Hannah zubiss, erwischt er nicht die Reaktion der anderen Kinder auf den Schrei.
0: Elia scheint einen an der Waffel zu haben.

„Los, mach noch ein paar Schnappschüsse von uns“(1), rief Elias Mutter, die neben Tante Faye stand. Die beiden fassten sich an die Nasen(2) und versuchten, ihr Kichern zu unterdrücken, während sie sich vielsagende Blicke zuwarfen.
„Ganz zu Diensten, meine Damen“, erwiderte Stanley(3) mit gespielter Ernsthaftigkeit und schoss noch einige Bilder.
Indessen löste sich die Kinderschar auf. Die Mädchen wandten sich wieder ihren Puppen zu, als wäre nichts gewesen. Elias Vater rief nach den Jungen. Aiden und Julian, die noch auf ihren Dreirädern saßen und gerade losfahren wollten, sahen über die Schulter zu ihm zurück. Elia hingegen war mit seinen Gedanken ganz woanders und ging in die entgegengesetzte Richtung, ohne seinen Vater zu beachten.
0: Leerzeile hiernach ist falsch.
1: Vielleicht wäre es sinnvoller, erstmal eine brauchbare Kinder-Aufnahme zu machen.
2: Warum? Und: Das mag zwar albern sein, hat aber mit „Schnappschüsse machen“ nichts zu tun.
3: Wo kommt der plötzlich her und was hat der mit dem Fotografieren zu tun?


Stanley drückte erneut auf den Auslöser. Ihm schienen die Schnappschüsse auf einmal viel besser(1) zu gefallen.
„Vielleicht mache ich das Fotografieren zu meinem Beruf(2)“, flachste er.“
1a: Besser als was?
1b: Sofortbildkamera? Wäre sinnvoll gewesen, das vorn zu erwähnen.
2: Warum?





An dieser Stelle: Das alles hat so viele logische Lücken, dass ich argwöhne, dass das eine mithilfe von KI zusammengestoppelte Story ist. Dazu sprachliche Auffälligkeiten (wie unerklärlicher Schwulst hier und da) und Sachfehler … sogar die Antworten auf meinen ersten Kommentar klingen stark nach KI. Unter diesen Umständen höre ich hier auf.
 
Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, um die Geschichte zu lesen. Der Anfang der Erzählung enthält einige Kindheitserinnerungen. Elia ist gerade im Kindergartenalter. Das wird schon aus der Geschichte klar (erster Tag im Kindergarten).

Warum logische Löcher? Ja, es sind immer kleine Episoden und dazwischen gibt es zeitliche Sprünge. Die Abschnitte wollte ich durch die *** jeweils voneinander abgrenzen.

Ich sehe, dass es viele Kritikpunkte gibt. Die jetzt hier alle zu beantworten, wird wohl auch nicht viel Sinn machen.
 



 
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