Ein Versehen?

Lars Koch

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Ein Versehen?

Es ist noch gar nicht so lange her, da war ich mit meiner Frau im Urlaub. Ein Kurzurlaub.
Ich konnte mir nicht mehr leisten, denn meine Frau war eine krankhafte Käufernatur. Jegliches Geld, was ich verdiente, verprasste sie für Schmuck, Kleidung, Kosmetik und Massagen.
Trotzdem beschwerte sie sich ständig, dass ich nicht genug verdienen würde. Manchmal musste ich sie sogar fragen, ob sie noch ein wenig Geld übrig hatte, damit ich mir einen neuen Anzug oder etwas anderes kaufen konnte.
Normalerweise sollte ich bei meinem Gehalt einen Jahresurlaub von zwei Wochen auf irgendeiner Südseeinsel verbringen können. Nun konnten wir nur noch für einen Kurzurlaub an einen nahe gelegenen See, in einer einfachen Hütte, mit null Verpflegung wohnen.
Natürlich beschwerte sie sich über alles. Die Hütte wäre zu schmutzig, die Gegend zu ärmlich, die Leute unter ihrer Würde. Das einzige was ihr noch Freude machte war, stundenlang im See zu schwimmen, besser gesagt zu treiben. Denn eigentlich konnte sie gar nicht richtig schwimmen. Sie saß auf einem Luftkissenstuhl und paddelte ein wenig mit den Füßen im Wasser.
Ich musste alles tun, was eigentlich ihre Sache wäre. Kochen zum Beispiel, Saubermachen und Kaffee kochen.
Sie glauben jetzt vielleicht ich wäre der typische Manager – Man, aber da liegen sie falsch. Denn während ich bei der Arbeit bin, tut sie nichts, was mit dem Haushalt zu tun hat. Wir, besser gesagt meine Frau hatte sich eine Putzfrau angeschafft, die alles machte, sogar kochte. Ich wurde noch nicht mal gefragt. Sie sagte nur, es wären so schwere Aufgaben, so dreckige, unwürdige Aufgaben, dass sie sich dafür zu schade war.
Nun ja, jetzt im Urlaub durfte ich alles erledigen, was sonst die Putzfrau tat. Ich konnte meine Frau noch rechtzeitig davon überzeugen, dass es vielleicht nicht die beste Idee wäre, wenn die Putzfrau mit in den Urlaub käme.
Am ersten Abend lag sie erschöpft auf dem Bett, während ich die Koffer auspackte. Sie sah mir dabei zu und kommentierte jedes Kleidungsstück. Dies muss dahin, jenes dorthin. Dann meckerte sie über meine Sporttasche, in der ich nur das nötigste hatte. Während ich noch auspackte und ihre Schuhe in einer Reihe aufbaute, fing sie an sich zu streicheln. Nein nicht was Sie jetzt denken. Sie wühlte in ihren Haaren, rieb sich den Hals, strich sich über die Brust und endete bei ihrem Bauch.
Schließlich bettelte sie, ich möge ihr doch mal den Nacken massieren, denn sie wäre so verspannt. Ich ließ von den Schuhen ab, kniete mich neben sie auf das Bett und fing an ihre Schultern zu massieren. Dabei versuchte ich immer an ihre Brust zu kommen, in dem ich mit meinen Händen in großen Wellen über ihren Rücken strich. Sie knurrte vor wohlgefallen. Als ich aber die Außenseite ihrer Brust berührte, machte sie eine abfällige Bemerkung und schob meine Hände weg.
Ich massierte sie in den Schlaf. Als ich aufhörte, schnarchte sie leise in die Kissen. Ich zog sie aus und deckte sie zu, dann legte mich schließlich neben sie und schlief auch ein.
Am nächsten Morgen schubste sie mich aus dem Bett und grummelte nur, ich solle doch schon mal Kaffee kochen.
Das Frühstück stand bereits auf dem Tisch, als sie von ihrem Erfrischungsbad kam. Danach ging sie erst mal wieder ins Bett um noch ein bisschen zu schlafen, während ich die Hütte sauber machte.
Das Wochenende ging dahin. Am letzten Abend schlug ich ihr vor, das wir doch noch gemeinsam ein wenig schwimmen könnten. Ich musste das Luftkissen festhalten, so das sie gefahrlos hinein gleiten konnte. Dann sprang ich in den See. Das Wasser war angenehm kühl. Ich kraulte ein Stück vor, musste aber wieder zurück, da meine Frau mit wollte. Ich zog den Luftstuhl hinter mich her, bis wir in der Mitte des Sees angekommen waren. Dort ließ ich das Kissen los und tauchte genüsslich unter. Ich tauchte bis zum Grund, tastete nach einem spitzen Gegenstand, hob ihn auf, taucht empor und stach ihn vorsichtig in das Luftkissen. Dann tauchte ich zurück zum Ufer.
Meine Frau döste in dem Kissen und merkte erst viel zu spät, dass das Kissen schon zur Hälfte unter Wasser war. Meine Frau rief nach mir. Doch irgendwie hörte ich gar nichts. Ich entstieg dem kühlen Nass, trocknete mich ab und ging zurück zur Hütte. Dort packte ich meine Tasche und lud sie in mein Auto. Dann ging ich noch mal zum Ufer und schaute über das Wasser, ich sah eine Person in der Mitte des Sees mit den Armen paddeln, die Person schrie wie am Spieß. Ich drehte mich um, stieg in mein Auto, startete den Motor und fuhr über den Kiesweg zur Ausfahrt, um dann auf der Landstrasse den Weg nach Hause anzutreten.
 

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