Eine Handbreit Wasser

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Pennywise77

Mitglied
Durch die höllisch heiße Wüste
ziehe ich mein Segelboot
mit dem Hanfseil in den Händen,
ohne Chance das Blatt zu wenden,
denn die schwer versengten Füße
färben meine Spuren rot.

Um den spröden Kiel zu tränken
in dem heißen Staub und Sand
und damit den Bug zu heben,
braucht es Wolken voll mit Regen.
Tropfen, die sich niedersenken
auf das ausgedörrte Land.

Horizont, komm lass dich finden
hinter dieser Dünenwelt.
Zeige dich im Hitzeflimmern,
lass mir blau den Ozean schimmern,
noch bevor die Kräfte schwinden
und mein letzter Vorhang fällt.
 

anbas

Mitglied
Moin Pennywise,

das hier ist nicht nur inhaltlich stark, sondern ich finde auch die Reimform (im positivsten Sinne) äußerst interessant.

Liebe Grüße

Andreas
 

Pennywise77

Mitglied
Moin Andreas,
ich habe diese Schreibform in einem Forum von einem Mitglied entdeckt und habe mich des Korsetts bedient. Es war etwas ungewohnt, aber es hat wirklich Spaß gemacht.
Danke fürs Kommentieren.

Gruß

Pennywise
 

Mondnein

Mitglied
Was soll an diesem Segelboot "biblisch" sein? Quark, Samoth.

Ich grüße Dich, Pennywise,

das ist eine erzählerisch ausgebreitete Metapher, ein Gleichnis unserer Bemühungen, noch das Unmögliche zu erreichen. Wo man Hoffnung braucht, vielleicht etwas Selbstbetrug.

grusz, hansz
 

Pennywise77

Mitglied
Moin Hansz,

damit triffst Du es eigentlich ganz genau. Ich denke, dass Selbstbetrug hier der Kern der Botschaft ist. Da geht es nicht um die Botschaft, dass man bloß nicht aufhören soll zu kämpfen. Denn in dieser Metapher gibt es ja nichts, woran man sich klammern könnte.

Gruß

Pennywise
 



 
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