eine muschel (Monchielle Stanza)

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HerbertH

Mitglied
eine muschel

die muschel liegt am strand
und wartet auf den fund
durch eine fahle hand
und zittert noch im wind
der perlmutt bei ihr fand

die muschel liegt am strand
und wartet mit genuss
auf einen kinderfuß
der streichelt sie nur sanft
es ist ein leichter gruß

die muschel liegt am strand
ich hebe sie gleich auf
und halt sie an mein ohr
vom eisberg rauscht sie mir
ein lied bei dem sie fror

die muschel liegt am strand
als gruß vom meeresgrund
die welle warf sie her
sie glänzt wie helle haut
doch innen ist sie leer



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vgl. http://thepoetsgarret.com/2013Challenge/form12.html
 

Bernd

Foren-Redakteur
Teammitglied
Hallo, Herbert, ich freue mich, dass Du neue Formen vorstellst.

Die vorliegende Form baut einen gewissen Gegensatz auf zum sanften Inhalt. Sie wirkt hart, nicht wie weiche Wellen.
Das stört aber das Gedicht nicht, dass sich hin- und herbewegt, wie Wellen, um dann zum Schluss in einer Pointe zu enden.
 

HerbertH

Mitglied
Lieber Bernd, ich habe diese Gedichtform auch erst vor kurzem entdeckt. Mir gefällt daran vor allem der Refrain in den ersten Zeilen, der dann jeweils durch die folgenden Zeilen jeder Strophe interpretiert wird. Dadurch wird wohl der wellenförmige Charakter entstehen. Meist merkt man erst durch eigene Versuche, ob man mit der Form zurechtkommt. Mein Gedicht ist ein solches erstes Ausprobieren.

LG Herbert
 

HerbertH

Mitglied
Liebe Mary,

freut mich, dass ich Deinen Geschmack zumindest bis auf ein Wort getroffen habe. Das "fahl" bereitet die letzte Zeile vor.

Liebe Grüße

Herbert
 

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