Eine Weihnachtsgeschichte

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Yakob

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Der folgende Text ist Teil einer größeren Geschichte, an der ich gerade arbeite, hat aber mit dem eigentlichen Plot nicht wirklich viel zu tun. Das einzige was ihr fürs Verständnis wissen müsst ist, dass der anfangs kurz erwähnte Jakob(eigentlich die Haupt-, in diesem Kapitel aber nur Nebenfigur) gerade seinen Zivildienst in einer psychiatrischen Klinik absolviert.


Eine Weihnachtsgeschichte

Habt ihr vielleicht den Film „Smoke“ von Wayne Wang und Paul Auster gesehen? Diesen Film, in dem Harvey Keitel den Besitzer eines Tabakwarenladens in Brooklyn spielt? Nein? Ist ja eigentlich auch egal, ich habe ihn mir jedenfalls vor nicht allzu langer Zeit auf Video angesehen, und bis auf die Tatsache, dass das natürlich bloß wieder so ein Bildungsbürgerfilm ist, in dem sich linksliberale Arzt- und Anwaltsgattinnen anschauen können, wie die Unterschicht sich so durchs Leben schlägt, hat er mir eigentlich ganz gut gefallen. Vor allem wegen der letzten Szene, in der Harvey Keitel einem befreundeten, in Ideennot geratenen Schriftsteller, der für eine große Zeitung eine Weihnachtsgeschichte schreiben soll, die, zugegeben etwas verkitschte, aber wie ich finde doch sehr schöne Geschichte erzählt, wie er einmal mit einer alten, fast blinden Frau, die ihn, aufgrund ihrer mangelnden Seh-, dafür aber um so stärkeren Einbildungskraft für ihren Enkel hielt, obwohl er sie eigentlich überhaupt nicht kannte, ein Weihnachtsessen zelebrierte (na ja, was heißt Weihnachtsessen, es war halt vom Fast-Food-Chinesen um die Ecke, aber immerhin). Und weil ich die Geschichte so schön und den Gedanken daran eine Weihnachtsgeschichte zu schreiben so toll fand, ist dieses Kapitel hier zustande gekommen, in dem es ausnahmsweise mal nicht um Jakob gehen soll. Denn was Jakob am vierundzwanzigsten Dezember zweitausendundeins erlebte, war wirklich nicht so außergewöhnlich, als das es wert wäre hier wiedergegeben zu werden.
Er hatte an diesem Tag Frühschicht, wusch Leute, maß Blutdruck, gab Frühstück aus, wechselte Frau Weller die eingenässten Windeln, kratzte Herrn Pranzkat die eingetrocknete Spermakruste vom Bauch, half dabei Herrn Theben zu fixieren, der einen Tobsuchtsanfall bekam, weil er fürchtete, seine Mutter habe ihn mit den Zimtsternen vergiften wollen, die sie für ihn gebacken hatte und erfuhr gegen Mittag von Oberschwester Ina, dass er heute schon nach dem Essen nach hause gehen könne, weil doch schließlich Weihnachten sei.
Als er gerade dabei war sich umzuziehen, klopfte es leise an die Tür des Schwesternzimmers. Vor der Tür stand Ludwig Rohrbeck, ein dreiundfünfzigjähriger Schizophreniepatient, der vor ungefähr drei Wochen von der Geschlossenen auf die offene Station 6A verlegt worden war und den Jakob sehr mochte. Denn im Gegensatz zu den meisten anderen Schizophrenen auf der Station, hatte Ludwig eine angenehm ruhige und zurückhaltenden Art, außerdem liebte Jakob es ihm zuzuhören, beherrschte er doch die Kunst des sich möglichst umständlichen und altertümlichen Ausdrückens wie kein Anderer.
„Hoffe ich störe nicht werter Herr Feinsen, aber ich hörte, wie Oberschwester Ina vor einigen Minuten das Wort an sie richtete und sie dazu bevollmächtigte, ihre Arbeit heute schon kurz nach dem mittäglichen Mahl zu beenden. Da ich nun vorhabe diesem tristen Etablissement für einige Stunden den Rücken zuzukehren, um im weihnachtlich geschmückten Städtchen einen Spaziergang zu unternehmen, und davon in Kenntnis bin, dass sie, werter Herr Feinsen, im Besitz eines fahrbaren Untersatzes sind, möchte ich sie höflichste darum zu bitten, einige Kilometer weit ihr Gast sein zu dürfen. Natürlich nur wenn es keine allzu großen Umstände macht.“
Jakob lächelte.
„Das macht überhaupt keine Umstände Herr Rohrbeck, aber da muss ich erst mal mit der Oberschwester abklären, ob das in Ordnung geht. Vielleicht nutzen sie einfach die Zeit und machen sich schon mal ausgehfertig.“
Jakob wusste, dass Ludwig dafür wie immer sehr lange brauchen würde. Schließlich musste er sich gegen die Strahlung schützen, und die war ja bekanntlich am heiligen Abend immer ganz besonders stark. Er begann damit, sich zwei Paar wollene Strumpfhosen über die kahlrasierten Beine zu streifen, darüber zog er eine Hose aus grobem dunkelbraunem Cord, die er auf der Innenseite mit Wachs imprägniert hatte. Daraufhin panzerte er Brust und Bauch mit alten Tageszeitungen, die er fixierte, indem er sich ungefähr fünf Meter Bindfaden um den Oberkörper wickelte. Dann befeuchtete er einen Waschlappen, legte sich ihn in den Nacken und zog eine vergilbte ausgefranste Halskrause darüber. Zu guter letzt schmierte er sich das Gesicht mit Melkfett ein, setzte eine schwarze Sonnenbrille auf und zog eine Badekappe aus blauem Gummi und darüber einen breitkrempigen braunen Filzhut über den Kopf, sprach ein kurzes Gebet und machte sich auf den Weg zum Schwesternzimmer, wo Jakob schon ungeduldig auf ihn wartete.
Kaum hatte Ludwig sich von Jakob verabschiedet und die Autotüre hinter sich zugeschlagen, bereute er es in die Stadt gekommen zu sein. Die vielen Menschen, die wie immer auf den letzten Drücker ihre Weihnachtseinkäufe erledigen mussten beunruhigten ihn, außerdem fand er es mittlerweile ganz schön leichtsinnig, sich in einem solch kümmerlichen Schutzanzug einer dermaßen hohen Strahlenbelastung auszusetzen. Aber was sollte er machen, den Taucheranzug, seiner Meinung nach die ideale Lösung für sein Strahlenproblem, konnte er sich nun mal nicht leisten, und seinen Weihnachtsspaziergang wollte er nicht missen, auf den freute er sich schon seit Monaten.
Und als Ludwig schließlich den festlich geschmückten Weihnachtsmarkt erreichte, vergaß er dann auch schnell die Gefahren, die um ihn herum lauerten und begann verzückt inmitten der vielen Menschen zwischen den mit Tannenzweigen und Lichterketten verzierten kleinen Holzbuden auf und ab zu schlendern, sog genussvoll den Geruch von warmen Bratäpfeln, gebrannten Mandeln und gezuckertem Glühwein in sich hinein und besah staunend die vielen bunten Kerzen, kleinen Tonfiguren und feinen Holzschnitzereien, die die zahlreichen Händler zum Kauf anboten. Später fand er eine noch fast volle Tüte Pfeffernüsse in einem der Mülleimer, setzte sich auf eine Bank gleich neben dem riesigen Weihnachtsbaum in der Mitte des Marktes und begann genüsslich daran zu knabbern. Nachdem er dort etwa eine halbe Stunde gesessen und die Tüte fast vollständig geleert hatte, fror es ihn ein wenig, und da er das Geld für einen Becher Glühwein nicht hatte, und es recht ärgerlich gewesen wäre sich ausgerechnet heute eine Erkältung zuzuziehen, beschloss er sich in einem der vielen Kaufhäuser in der Fußgängerzone etwas aufzuwärmen.
Ein wenig seltsam erschien Herbert Ernst, der im Kaufhof als ziviler Personenschutzbeauftragter arbeitete, dieser Mann mit der dunklen Sonnenbrille um diese Jahreszeit ja schon, und weil man bei solchen Verrückten schließlich nie wissen konnte, tat er seine Pflicht und folgte Ludwig, der auf direktem Wege in die Lebensmittelabteilung ging, in einigen Metern Entfernung.
Während Ludwig zwischen den prall gefüllten Einkaufsregalen hin und her spazierte, musste er an das Weihnachtsessen denken, das es heute Abend im Krankenhaus geben würde, und dabei wurde ihm sehr traurig zumute. Denn schön würde es sicher nicht werden, im düsteren Speisesaal inmitten all dieser debilen Trottel eine verfettete Gänsekeule und zwei trockene Knödel herunterzuwürgen. Als er gerade dabei war sich vorzustellen, wie sein Tischnachbar Herr Haas sich mit den Fingern einen ganzen Knödel in den zahnlosen Mund stopfte, erschien ihm Jesus. Das fand Ludwig allerdings keineswegs ungewöhnlich oder beängstigend, war es ihm doch in den letzten Jahren schon einige Male passiert.
„Herr von Nazaret, welche Freude sie zu sehen!“, rief er aus.
„Mein lieber Ludwig!“ Jesus sah ihn tadelnd an. „ Ich meine mich zu erinnern, dass wir uns aufs ‚du’ geeinigt hätten.“
„Natürlich, wie dumm von mir.“, sagte Ludwig ein wenig beschämt, „Welche Freude dich zu sehen, mein lieber Jesus!“, und schüttelte Jesus lächelnd die Hand, eine Geste, die Herbert Ernst, der tat, als würde er sich für pürierte Tomaten interessieren, in höchste Alarmbereitschaft versetzte. Denn die Tatsache, dass ein so seltsam vermummter Mann vor den Tiefkühlregalen stand, Selbstgespräche führte und einer nicht anwesenden Person die Hand gab, bestätigte natürlich seinen Verdacht, dass es sich hierbei um ein nicht zurechnungsfähiges, vielleicht sogar gefährliches Subjekt handeln musste, weshalb er auch sein Funkgerät zur Hand nahm, um im Falle eines Falles Verstärkung anfordern zu können.
„Freut mich auch Ludwig, freut mich sehr. Ist eine Zeit her seit wir uns das letzte Mal trafen.“
„In der Tat, ein halbes Jahr wird’s wohl gewesen sein. Ich hoffe es geht dir gut.“
„Danke, es geht. Ich sehe meinem Geburtstag immer mit etwas gemischten Gefühlen entgegen, wie du ja sicher weißt. Aber was ist mit dir, du wirkst ein wenig niedergeschlagen wie ich meine.“
Ludwig seufzte.
„Ach weißt du, es ist diese Anstalt, die mir das Gemüt schwer macht. Seit meine gute Mutter, Gott habe sie selig, vor drei Jahren einem Krebsleiden erlag, habe ich niemanden mehr mit dem ich das Weihnachtsfest begehen könnte, und ich sträube mich dagegen den schönsten und heiligsten Abend des Jahres mit einer Bande Verrückter zu verbringen. Und wenn ich an das sogenannte Weihnachtsessen denke, das sie uns dort vorsetzen werden, dreht sich mir schon jetzt der Magen um.“
„Was hältst du davon, wenn ich dir heute Abend Gesellschaft leiste? Ich hätte ein paar Stunden Zeit.“, schlug Jesus vor, aber Ludwig winkte ab.
„Dein Angebot ehrt mich, aber ich kann es beim besten Willen nicht annehmen. Ich hätte dir nichts zu bieten. Wo sollten wir feiern, was essen? Im Krankenhaus ist es dunkel und ungemütlich, und den Fraß dort will ich dir wirklich nicht zumuten. Nein, feiere du nur lieber mit jemandem, der deinen Geburtstag angemessener auszurichten weiß als ich.“
„Jetzt sei nicht kindisch!“, lachte Jesus. „Die Tugend der Bescheidenheit ist eine meiner größten, das müsstest du doch eigentlich wissen. Ob Festtagsbraten oder trockenes Stück Brot, das ist mir wirklich herzlich egal. Aber wenn dir ein üppiges Weihnachtsessen so wichtig ist, warum richtest du nicht einfach selbst eines aus?“
„Wie sollte ich das deiner Meinung nach denn anstellen?“, fragte Ludwig betrübt. „Ich habe ja nicht einmal Geld!“
„Also das ist nun wirklich das geringste Problem. Vergiss nicht, es ist Weihnachten, auch und vor allem das Fest des schlechten Gewissens.“
Ludwig verstand nicht.
„Na, sieh zum Beispiel diesen Mann dort drüben.“
„Den grauhaarigen Herrn in dem dunklen Lodenmantel?“
„Genau den. Vor einer Woche hat er, wie in jedem Jahr um diese Zeit, eine größere Summe Geld an UNICEF überwiesen und ist nun auf der Suche nach einem geeigneten Bedürftigen, bei dem er persönlich noch ein wenig mehr Geld loswerden kann. Denn natürlich reicht so eine läppische Spendenquittung für ein Jahr Seelenruhe nicht aus. Da braucht es schon das dankbare und demütige Lächeln eines netten Obdachlosen, der gerade einen hundert-Mark-Schein in die Hand gedrückt bekommen hat.“
In der Tat hatte Robert Fusi, einundsechzig Jahre alt und Professor für Nuklearmedizin, in der letzten Tagen oft darüber nachgedacht, wem er in diesem Jahr an Weihnachten etwas Gutes tun könne. Das lag vor allem daran, dass er seinen Enkelkindern Sarah und Jonas an den letzten zwei Adventswochenenden „Eine Weihnachtsgeschichte“ von Charles Dickens vorgelesen hatte und auf diese Weise daran erinnert worden war, dass Weihnachten ein wenig mehr bedeutete, als bloß gutes Essen und schöne Geschenke. Und deshalb hatte er sich fest vorgenommen heute jemanden zu beschenken, der es wirklich nötig hatte, nur hätte er nicht im Traum daran gedacht, dass dieser Jemand ihn direkt darum bitten, ja sogar mit konkreten Vorstellungen über Art und Umfang seines zu leistenden Almosens an ihn heran treten würde, so wie Ludwig es jetzt tat.
„Verzeihen sie die Störung gnädiger Herr, aber dürfte ich sie darum bitten mir für einen kurzen Augenblick ihre werte Aufmerksamkeit zu schenken?“
„Ja, äh, sicher.“, sagte Herr Fusi, durch das sonderbare Auftreten des seltsam gekleideten Mannes ein wenig verunsichert.
„Nun, es geht um folgendes: Mein größter Wunsch wäre es, heute, am heiligen Abend, für mich und einen Freund, dessen Geburtstag morgen gefeiert wird ein Festmahl auszurichten. Nun bin ich leider Insasse einer psychiatrischen Heilanstalt, völlig mittellos und ohne Angehörige oder Freunde, die mich bei diesem Vorhaben unterstützen könnten, und da sie, werter gnädiger Herr, mit Sicherheit ein großes Herz und vielleicht ein wenig Geld im Portemonnaie haben, und weil wir doch in den nächsten Tagen das Fest der Liebe begehen...“
Doch weiter kam Ludwig nicht.
„Belästigt sie dieser Mann?“, unterbrach Herbert Ernst, der von Herrn Fusis irritiertem Gesichtsausdruck alarmiert worden war seinen Redefluss. Hilflos blickte Herr Fusi zwischen dem schmächtigen Psychotiker und dem bulligen Türsteher hin und her. Er fühlte sich von der Situation vollkommen überfordert. Denn natürlich war er nach wie vor dazu entschlossen heute Abend einen Bedürftigen glücklich zu machen, aber dieser Verrückte hier und die seltsame Geschichte mit dem Geburtstagsessen, das erschien ihm doch alles etwas sehr dubios. Vielleicht war der Kerl ein Hochstapler und zog mit derselben Nummer zehn Mal am Tag gutgläubigen Menschen das Geld aus der Tasche. Und dann diese Verkleidung... Und diese hochgestochene Art zu reden... Sehr vertrauensvoll wirkte das alles wirklich nicht... Aber dann begriff Herr Fusi. Natürlich!, es konnte ja gar nicht anders sein. Das hier war alles bloß getürkt, der Typ ein Lockvogel, und irgendwo gab es eine versteckte Kamera. Von einer dieser Sendungen, die die Leute auf die Probe stellen und ihnen hinterher ein schlechtes Gewissen einreden wollten. Dass er an so etwas nicht gleich gedacht hatte! Er unterdrückte ein Grinsen, legte Ludwig seine Hand auf die Schulter und blickte Herbert Ernst entschlossen in die Augen.
„Nein, es ist alles in Ordnung. Dieser gute Mann hier hat mir nichts getan.“
„Ich danke ihnen vielmals gnädiger Herr.“, sagte Ludwig erleichtert, nachdem der Sicherheitsmann mit enttäuschtem Gesicht abgezogen war.
„Keine Ursache mein Bester.“, sagte Herr Fusi gönnerhaft. „Schrecklich diese Möchtegern-Sherifs! Aber zur Sache mein lieber Herr...,“
„Rohrbeck, Ludwig Rohrbeck.“
„Mein lieber Herr Rohrbeck, was denken sie denn, was sie, beziehungsweise, haha, dann doch wohl eher mich solch ein Festmahl kosten könnte?“
„Oh, bestimmt nicht allzu viel gnädiger Herr. Ich dachte daran, ganz dem weihnachtlichen Anlass entsprechend, einen Gänsebraten zuzubereiten. Nun ja, so eine Gans ist sicher nicht ganz billig, aber darüber hinaus werde ich nicht viel brauchen. Ein paar Äpfel für die Füllung, ein halbes Kilo Kartoffeln, ein Glas Rotkraut und vielleicht eine Dose Maronen, das wäre eigentlich schon alles.“
„Was meinen sie,“, fragte Herr Fusi und wühlte in seinem Portemonnaie, „reichen ihnen fünfzig Mark?“
„Fünfzig Mark sind mehr als genug, vielen Dank gnädiger Herr. Sie sind wirklich überaus großzügig.“
Nachdem Robert Fusi ungefähr zehn Minuten später die Kasse passiert hatte, sah er sich erwartungsvoll nach allen Seiten um. Denn er hatte sich genau überlegt, was er dem Kamerateam sagen wollte, das in den nächsten Augenblicken auf ihn zugestürmt kommen würde. Von Nächstenliebe und Menschlichkeit wollte er reden, und davon, dass es ihm mehr bedeute einen Menschen zu beschenken, der diese Zuwendung wirklich nötig habe, als seiner Frau ein teures Schmuckstück zu kaufen. Er würde von Dickens und seiner sechsjährigen Enkelin Sarah erzählen, die ihn immer wieder fassungslos gefragt habe, warum dieser Scrooge den so böse zu den armen Menschen sei, und dass ihm dabei ein Licht aufgegangen wäre und er verstanden habe, dass diese ungerechte Welt nur zu verbessern sei, wenn wir, und damit meine er jeden von uns, sie wieder ein wenig mehr durch Kinderaugen betrachteten, und das so etwas wie der elfte September dann wohl auch hätte verhindert werden können. Und er hätte sicherlich noch viel mehr zu sagen gehabt, wenn denn endlich ein Kamerateam gekommen wäre, dummerweise kam aber keins.
„Also, mir war bewusst, dass du vielerlei außergewöhnliche Fähigkeiten besitzt, aber dass du Gedanken lesen kannst hast du mir bisher verschwiegen.“, sagte Ludwig anerkennend zu Jesus, während sie dabei zuschauten, wie die Frau hinter der Fleischtheke eine tote Gans von den Resten ihrer Eingeweide säuberte und sie in weißes Wachspapier wickelte.
„Davon wissen nur die Allerwenigsten. Ich prahle mit so etwas nicht gern.“
Nachdem sie Kartoffeln, Äpfel, eine Dose Bier, Rotkraut und Maronen besorgt hatten, bezahlten sie ihre Einkäufe und verließen das Kaufhaus unter den misstrauischen Blicken von Herbert Ernst, der sich wieder vor einem der Ausgänge postiert hatte.
„Und nun?“, fragte Ludwig, als er sich in der übervölkerten Fußgängerzone darüber bewusst wurde, dass sie jetzt zwar die Zutaten für einen leckeren Gänsebraten, aber keine Küche hatten, wo sie diesen hätten zubereiten können. „In der Anstalt werden sie denken, ich habe das alles gestohlen. Außerdem werden sie mich dort bestimmt nicht in die Küche lassen.“
„Jetzt sei doch nicht gleich wieder so pessimistisch. Hast du den kein Vertrauen in mich? Sieh zum Beispiel diese Frau dort drüben.“
„Die junge Frau mit den hohen schwarzen Stiefeln?“
„Genau die. Sie hat ein weiches Herz, eine große Küche und nicht vor heute Abend ihren Backofen zu benutzen. Frag sie einfach höflich, ob du für ein paar Stunden ihr Gast sein darfst.“
Aber die junge Frau blieb nicht einmal stehen, als Ludwig versuchte sie anzusprechen. Und auch die nächsten drei Leute, die Jesus ihm empfahl, würdigten ihn keines Blickes. So bescheiden wie Jesus tat war er nämlich keineswegs. Denn natürlich konnte er keine Gedanken lesen, nicht mal ansatzweise, und der Erfolg bei Herrn Fusi war lediglich ein glücklicher Zufall gewesen. Das dämmerte irgendwann auch Ludwig, nachdem er von vier weiteren Passanten abgewiesen worden war.
„Mit deiner Gedankenleserei ist es ja nicht gerade weit her!“, schimpfte er.
„Hab Geduld. Bei diesen vielen Menschen hier draußen ist es ganz schön schwierig sich auf einzelne Gedanken zu konzentrieren... aber warte,... jetzt hab ich eine! Da, die junge Frau mit den langen blonden Haaren, bei der wird’s gehen!“
Und tatsächlich, diesmal hatte Ludwig Glück. Denn die zweiunddreißigjährige Kindergärtnerin Katharina Schütte fühlte sich durch ihn stark an ihren Vater erinnert, der ebenfalls an einer schizophrenen Erkrankung gelitten und sich vor zwei Jahren das Leben genommen hatte, deshalb brachte sie es nicht übers Herz ihn abzuweisen.
„Verstehe ich sie richtig, sie möchten in meiner Küche einen Braten zubereiten?“
„Wenn es keine allzu großen Umstände macht natürlich. Es wird auch bestimmt nicht lange dauern. Und sobald der Vogel aus dem Ofen ist bin ich verschwunden, darauf haben sie mein Ehrenwort.“
Katharina überlegte. Ganz wohl war ihr bei der Sache nicht, und ihr Mann wäre sicher auch nicht begeistert, wenn sie am Heiligabend einen Psychotiker mit nach Hause brächte. Auf der anderen Seite tat dieser arme Mann ihr leid, und sie wusste, dass sie sich später fürchterliche Vorwürfe machen würde, wenn sie ihn jetzt einfach hier stehen ließe. Außerdem brauchte sie die Küche heute Abend sowieso nicht, weil es wie in jedem Jahr auf Wunsch ihrer beiden Kinder Raclette geben würde, deshalb fasste sie sich ein Herz und entschloss sich Ludwig mitzunehmen.
Als sie einige Minuten später nach einem kurzen Fußmarsch vor ihrer Wohnungstür standen, bat sie ihn aber doch noch einen Augenblick im Treppenhaus zu warten.
„Es ist wegen meines Mannes wissen sie. Er ist, nun ja, Leuten wie ihnen gegenüber manchmal etwas empfindlich, deshalb muss ich kurz mit ihm reden, bevor ich sie in die Küche lasse.“
Manfred Schütte reagierte in der Tat immer sehr empfindlich auf Geisteskrankheiten jeglicher Art. Was nur verständlich war, nach der dramatischen Erkrankung und dem schrecklichen Tod seines Schwiegervaters, den er sehr gemocht hatte. Zu allem Überfluss hatte dann auch Katharina nach seinem Tod eine schwere Depression entwickelt und fast sechs Monate in einer Psychiatrie verbringen müssen. Und wenn ich mir vorstelle, ein halbes Jahr lang Tag für Tag am Bett eines geliebten Menschen sitzen und in dessen ausdrucksloses Gesicht sehen zu müssen, finde ich Überreaktionen wie die folgende auch durchaus nachvollziehbar.
„Sag mal bist wahnsinnig?! Hier einen Verrückten anzuschleppen! Und das ausgerechnet heute!“, schrie Manfred seine Frau an.
„Es ist doch nur für ein paar Stunden. Er hat mir versprochen, dass...“
„Er hat dir versprochen! Versprochen! Katharina, dieser Mann ist verrückt, der weiß doch gar nicht was er redet. Und wer weiß, vielleicht nimmt der uns die Küche auseinander, vielleicht tut der den Kindern was an, oder uns. Nein, kommt nicht in Frage, der kommt uns nicht in die Wohnung!“
„Aber ich kann ihn doch jetzt nicht einfach wieder wegschicken.“
„Dann schick ich ihn eben weg.“
Aber als Katharina daraufhin in Tränen ausbrach und stammelte, dass dieser Mann ebenso gut ihr Vater hätte sein können, wurde Manfred Schütte weich und ließ Ludwig herein. Natürlich nicht ohne ihm vorher gründlich eingeschärft zu haben, dass er bei der geringsten Auffälligkeit die Polizei rufen würde.
Selig wies Katharina Ludwig in ihre Küchenordnung ein.
„Hier oben rechts sind die Gewürze, da unten Töpfe und Pfannen, und... sie werden sicher einen Bräter brauchen für ihre Gans, der steht hier, links unten, ganz hinten drin. Dort finden sie Teller, Schüsseln und Gläser und in diesen Schubladen hier ist das Besteck. Und wenn sie etwas aus dem Kühlschrank brauchen bedienen sie sich einfach, nur bitte nicht an den Käse gehen, den brauchen wir fürs Raclette. Ich bin im Wohnzimmer und schmücke mit den Kindern den Baum, wenn irgendetwas ist, rufen sie einfach nach mir, in Ordnung?“
„Eine feine Frau, wirklich!“, sagte Ludwig zu Jesus, während er die Gans unter fließendem kalten Wasser wusch.
„Hab ich’s dir nicht gesagt? Du musst mir einfach vertrauen.“
Die Füllung aus Äpfeln und Maronen war schnell gemacht, und nachdem Ludwig die Gans von innen und außen getrocknet, mit Salz, Pfeffer, Knoblauch und Beifuss gewürzt, gefüllt und mit Zahnstochern verschlossen hatte, legte er sie zusammen mit den geviertelten Kartoffeln in den Bräter, übergoss alles mit einem halben Liter kochendem Wasser und schob es in den heißen Ofen.
„So, jetzt müssen wir eigentlich nur noch zwei Stunden warten. Und das Rotkraut wärmen wir später einfach auf, würzen ein bisschen nach und lassen es ein halbes Stündchen köcheln.“, erklärte er Jesus, der nicht viel vom Kochen verstand und rückte sich einen der Küchenstühle vor den Ofen, um seiner Gans beim Garwerden zusehen zu können.
In diesem Augenblick beschloss der viereinhalbjährige Alexander Schütte, der im Wohnzimmer seinen Eltern beim Christbaumschmücken half, dass es wieder einmal an der Zeit sei auf die Toilette zu gehen. Dorthin ging er oft und gerne, seit er vor einigen Monaten gelernt hatte, wie sein Papa im Stehen zu pinkeln. Aber als Alexander an der geöffneten Küchentüre vorbei ging und in der Küche einen fremden Mann sitzen sah, der in den Herd starrte, bekam er es mit der Angst und rannte zurück zu seiner Mutter.
„Mama, wer ist der komische Mann da in der Küche?“
„Siehst du, den Kindern macht er auch Angst! Das hast du jetzt davon. Schöne Weihnachtsstimmung, echt!“
„Jetzt sei nicht gleich wieder so..., ach scheiße!“, fuhr Katharina ihren Mann an und wandte sich an Alexander.
„Der Mann da hat kein Zuhause weißt du, und Hunger hat er auch, da hab ich ihm erlaubt, sich bei uns in der Küche etwas zu essen zu machen und sich ein bisschen aufzuwärmen.“
„Und mit wem redet der Mann?“
„Er redet mit sich selber Schätzchen.“
„Und warum macht er das?“
„Weil er ein bisschen verrückt ist.“
Verständnislos sah Alexander seine Mutter an.
„Na komm, ich bring dich auf die Toilette.“
Etwa eineinhalb Stunden später bestrich Ludwig den Gänsebraten mit Bier, damit sich eine schöne goldbraune Kruste bilden konnte und setzte das Rotkraut auf den Herd, während Katharina Schütte im Wohnzimmer versuchte ihrem Mann ins Gewissen zu reden.
„Aber wir können ihn doch nicht irgendwo auf der Straße essen lassen.“
„Ist mir scheißegal wo er isst, in dieser Wohnung jedenfalls nicht!“
„In der Küche stört er doch niemanden.“
„Nein nein nein, vergiss es! Wir haben genug für ihn getan, und er hat selbst gesagt, dass er geht wenn er mit dem Kochen fertig ist. Er wird schon irgendwo eine Unterführung finden, in der er es sich einigermaßen gemütlich machen kann.“
Katharina spürte, dass es hoffnungslos war ihren Mann überreden zu wollen, aber wegen der Unterführung kam ihr eine Idee.
„Er könnte im Keller essen!“
„Katharina!!“
„Warum den nicht? Dort ist er doch nun wirklich niemandem im Weg.“
Manfred seufzte.
„Komm schon!“
„Na gut, von mir aus. Bevor du mir den ganzen Abend damit in den Ohren liegst.“
Katharina strahlte über das ganze Gesicht, als sie Ludwig, der eine gute halbe Stunde später, eigentlich bloß um sich nach Alufolie und Papptellern zu erkundigen das Wohnzimmer betrat, den Kellerschlüssel in die Hand drückte.
„Dann brauchen sie mit dem ganzen Krempel nicht durch die halbe Stadt zu laufen, um ein geeignetes Plätzchen zu finden. Außerdem ist es dort warm, da können sie in aller Ruhe ihr Essen genießen. Es riecht übrigens köstlich.“
Ludwig war so gerührt, dass ihm die Tränen in die Augen traten, was Katharina aber aufgrund seiner Sonnenbrille nicht sehen konnte.
„Kommen sie, ich bringe sie runter.“
Nachdem Katharina aus dem Gerümpel, das sie im Keller lagerten einen alten Campingtisch und, auf Ludwigs ausdrücklichen Wunsch, zwei wacklige Klappstühle herausgesucht hatte, drückte sie Ludwig eine gute Flasche Rotwein und ein paar Teelichter in die Hand, damit er es sich ein wenig gemütlich machen könne, wünschte ihm einen guten Appetit und ein frohes Weihnachtsfest und bat ihn, nach dem Essen doch noch kurz das Geschirr und den Kellerschlüssel raufzubringen.
„Verlassen sie sich auf mich gnädige Frau. Und noch einmal verbindlichsten Dank für alles.“
Die Gans schmeckte vorzüglich, dem Rotkraut allerdings war anzumerken, dass es aus dem Glas stammte.
„Diese Rotkraut ist scheußlich. Wir hätten es besser frisch zubereiten sollen.“, meckerte Jesus.
„Was heißt hier wir? Ich könnte mich nicht entsinnen, dass du in der Küche auch nur einen Handschlag getan hättest. Außerdem geht so etwas nicht in so kurzer Zeit.. Aber wenn es dir nicht mundet, dann modifiziere es eben ein bisschen. Sollte jemandem, der sich so hervorragend aufs Gedankenlesen versteht und angeblich Wasser in Wein verwandeln kann ja nicht allzu schwer fallen.“
„Ach, ist ja jetzt auch egal. Ich bin ohnehin nicht mehr besonders hungrig.“
Das war Ludwig dafür um so mehr, und er verspeiste fast den ganzen Braten allein und ließ auch von den Beilagen nicht viel übrig.
„Was mich interessieren würde,“ sagte er, als er sich daraufhin satt und zufrieden in seinen Stuhl zurücklehnte und mit einem Streichholz seine Zahnzwischenräume säuberte, „wäre, was ich in diesem Augenblick denke.“, und dachte schnell „Jesus ist ein Aufschneider, ein Aufschneider, ein Aufschneider.“
„Tut mir leid, aber das kann ich dir nicht sagen. Ich habe es mir nämlich zum Grundsatz gemacht, nicht in den Gedanken meiner Freunde zu lesen. Denn das wäre ziemlich unfair, findest du nicht?“
Ludwig lächelte höhnisch.
„Du glaubst mir nicht?“
„Ach weißt du, im Grunde ist es auch völlig egal ob du nun in anderer Leute Gedanken lesen kannst oder nicht. Was zählt ist, dass ich einen wunderbaren Abend verbracht habe, und das verdanke ich dir mein Freund.“, sagte Ludwig und prostete ihm zu.
Nach der guten Flasche Wein und angeregten Gesprächen über den Niedergang des Sozialismus, die mediterrane Esskultur und Sandalentragen im Winter, verabschiedete sich Jesus, der verständlicherweise vor Mitternacht zu Hause sein wollte, und Ludwig machte sich daran das Geschirr zusammen zu räumen und alles nach oben zu tragen. Es war Manfred Schütte, der ihm die Tür öffnete.
„Ah ja, das Geschirr, stellen sie am besten einfach alles in die Spüle.“
Er folgte Ludwig in Richtung Küche und blieb dann etwas verlegen im Türrahmen stehen.
„Ähm, hat es denn geschmeckt?“
„Es war vorzüglich, danke der Nachfrage. Soll ich das hier schnell spülen?“
„Neinnein!“, sagte Manfred schnell, „lassen sie einfach alles stehen. Wozu haben wir denn eine Spülmaschine.“
„Ah, gnädige Frau!“, rief Ludwig aus, als Katharina zu ihnen in die Küche trat und bedankte sich noch einmal aufs Herzlichste. Dann verabschiedeten sie sich voneinander, und Ludwig, der von Manfred Schütte als Entschuldigung für seine anfängliche Ruppigkeit noch mit einer Zigarre beschenkt worden war, machte sich genüsslich paffend auf den Weg zurück in die Anstalt.
 
H

hoover

Gast
Hallo Yacob,

ich hab wenig Erfahrung, wenn es ums kritik schreiben geht, aber ich versuch's mal.

Dein erster Satz läd schon mal nicht so zum Lesen ein, finde ich (auch wenn es wahrscheinlich nicht der erste Satz von deiner längeren Geschichte ist), du konzentrierst dich damit in einer Hinsicht auf Leser, die den Film "Smoke" gesehen haben. Das sind vielleicht zwei von zehn Leuten, keine Ahnung. Von diesen zwei Leuten mag keiner den Stil, in dem du schreibst oder deine Geschichte und schon stehen wir bei zwei von Hundert Lesern.
Besonders verwirrend fand ich auch das, was du über deine Geschichte geschrieben hast.

"Der folgende Text ist Teil einer größeren Geschichte, an der ich gerade arbeite, hat aber mit dem eigentlichen Plot nicht wirklich viel zu tun."

Also laberst du im Nebel rum oder was wolltest du damit sagen? Wenn's nicht um die Geschichte geht, um was geht's dann? Und wenn das nichts mit dem Plot zu tun hat, warum steht's dann drin?

"... was Jakob am vierundzwanzigsten Dezember zweitausendundeins erlebte, war wirklich nicht so außergewöhnlich, als das es wert wäre hier wiedergegeben zu werden."

Ist es gut, wenn du sagst, dass es eigentlich nicht interessant ist, was Jacob erlebt hat, aber hier trotzdem ausführlich beschrieben wird?"

So z.B.:

Die Geschichte, die ich ihnen erzähle, interessiert eigentlich niemanden, sie vermutlich auch nicht, aber vielleicht wollen sie ja trotzdem mal reinschauen.

Das macht keine Lust aufs Lesen. Beim ersten Absatz würde ich mir überlegen, ob ich ganz rausstreiche oder auf ein, zwei Sätze kürze (also der Absatz, der bis zu diesem Satz geht, den ich da oben beschrieben hab).
Der nächste Satz ist furchtbar lang, meinem Geschmack nach, da laberst du einfach eine Litanei runter. Wenn man da einen Punkt zwischendurch setzen würde, könnte der Leser mal ausschnaufen.

Also insgesamt denke ich, solltest du dir den Text noch mal anschauen, überarbeiten und stark kürzen. Das wird der Geschichte guttun.
Vielleicht solltest du ihn in dieses Schreibwerkstatt-Forum stellen, da können dir erfahrenere Leute bestimmt weiterhelfen.

Liebe Grüße
Patrick
 

Yakob

Mitglied
hallo patrick,
danke für deine kritik, hast recht, ist wahrscheinlich an manchen stellen wirklich ein wenig zu lang geworden, mein text.
überhaupt nicht nachvollziehen kann ich allerdings deine rechnung mit zwei von zehn und plötzlich hundert und hä?? außerdem verstehe ich das argument nicht, dass bloß leute die den film smoke gesehen haben sich für den text interessieren sollten. ich erkläre in der einleitung doch lediglich, wie meine motivation eine weihnachtsgeschichte zu schreiben zustande kam.
die einführenden worte haben bloß den sinn beim leser nicht unötig verwirrung zu stiften, wenn sie plötzlich etwas von einem jakob lesen, der aber dann nur ganz am rande vorkommt. und weil jakob eben wirklich nur am rande vorkommt, hat auch der von dir kritisierte satz, dass ich es nicht erwähnenswert finde wie jakob sein weihnachtsfest verbrachte doch durchaus seine berechtigung.
grüße, yakob
 
H

hoover

Gast
Hallo Yacob,

die Rechnung war eigentlich keine wirkliche Rechnung. Aber ich dachte, dass ich das Buch zuklappen würde, wenn er anfängt mit: "Habt ihr diesen und jenen Film gelesen?" Wenn ich sag: "Nö", hat der Autor schon mal ein kleines Problem. Ich würde da die Frage, die direkt an den Leser gestellt ist, allgemein halten. Weiß nicht, ich glaub, das wär besser.

Besonders gestört, hat mich das:

"Habt ihr vielleicht den Film „Smoke“ von Wayne Wang und Paul Auster gesehen? Diesen Film, in dem Harvey Keitel den Besitzer eines Tabakwarenladens in Brooklyn spielt? Nein? Ist ja eigentlich auch egal"

Dieses "ist ja auch egal" gehört meiner Meinung nach nur in einen Text, wenn es auch wirklich einen Sinn ergibt. Aber bei dir könnte man die vorigen Sätze definitiv streichen, weil: "Sie sind ja egal."

Vielleicht hilft dir das ein bisschen für den Anfang.

Liebe Grüße
Patrick
 
E

ElsaLaska

Gast
Lieber Yakob,

zufälligerweise HABE ich den Film gesehen, aber das war nicht der Grund, warum ich weiterlas. Ich kann es Dir nicht genau sagen warum eigentlich, sie ist ja nicht gerade kurz, Deine Geschichte, aber ich denke, ich fand Deine Personen so liebenswert geschildert, dass ich einfach weiterlesen wollte.Trotz des etwas umständlichen Einstiegs war ich plötzlich einfach drin in der Geschichte. Und das hat ihn in meinen Augen schon gerechtfertigt.
Manchmal ist es ganz einfach.

LG
Elsa
PS: Es heisst natürlich Jesus von NazaretH mit h am Ende. Und er hätte ruhig noch einen Tick verschrobener sein können, als Du ihn schon geschildert hast:)
 

Yakob

Mitglied
liebe elsa,
schön, dass dir die geschichte gefallen zu haben scheint.
ach ja und, scharfes foto...
frohe weihnachten, yakob
 

 
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