Eine wirklich schlimme Geschichte

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Randolph sah ungeduldig auf seine Uhr. Schon zehn Minuten über die Zeit. Pünktlichkeit schien nicht zu den Tugenden der alten Schrulle zu gehören. Er sah sich im Café um und taxierte zum hundertsten Male die anderen Gäste. Ausgeschlossen, dass sie sich darunter befand, ihn bereits gesehen und sich entschlossen hatte, unerkannt zu bleiben. Ausgeschlossen! Davon abgesehen, dass ihm so etwas einfach nicht passieren konnte, war auch keine ältere Frau darunter, auf die die Beschreibung passte. Er trommelte mit den Fingern auf die Tischplatte, winkte dann den Kellner heran und bestellte mit herrischer Stimme einen Schnaps. Wenn die Alte sich schon nicht blicken ließ, wollte er wenigstens nicht auf dem Trockenen sitzen. Und wofür er seine letzten 20 Euro nun ausgab, war nun auch egal. Die Stellenbeschreibung hatte super geklungen: „Gesellschafter/in für ältere Dame gesucht, die zwar rollstuhlpflichtig, aber fit im Kopf ist, ein wenig Hilfe im Haushalt wird erwartet, vorrangig sollten sich Bewerber/innen jedoch auf höherem Niveau unterhalten können, gute Allgemeinbildung wird vorausgesetzt." Randolph war überzeugt gewesen, dass diese Stelle der Himmel auf Erden sein musste. Wahrscheinlich sollte er die Alte hauptsächlich spazierenfahren und sie unterhalten. Zunächst war sie am Telefon sehr reserviert gewesen.
„Ich hatte eigentlich eher auf eine Bewerberin gehofft", hatte sie mit tiefer kehliger Stimme gesagt, „ich weiß nicht, ob es eine so gute Idee ist, einen Mann für das, was mir vorschwebt, einzustellen."
„Ich habe ausgezeichnete Referenzen", hatte er versichert. „Es liegt mir fern, anzugeben, aber ich habe tatsächlich schon in einigen Häusern der höheren Gesellschaft gearbeitet und man war immer sehr mit mir zufrieden." Während er sprach, machte er sich eine kleine Notiz zur Erinnerung, sich ein entsprechendes Zeugnis zu schreiben. Aber das sollte das geringste Problem sein, in solchen Dingen war er geübt. Doch es war auch gar nicht nötig. Die alte Dame ließ ein spöttisches Lachen hören. „Sie glauben im Ernst, ich verlasse mich auf Zeugnisse? Das können Sie getrost zu Hause lassen. Ich habe andere Möglichkeiten, Sie einzuschätzen, junger Mann."
Sie gab ihm Anweisungen zu Zeit, Ort und Treffpunkt, nannte ihm sogar den Tisch, an dem er sich im Café setzen sollte und ließ ihn gar nicht mehr zu Wort kommen. „Warten Sie auf Agnes", sagte sie am Schluss und legte auf. Das war vor zwei Tagen gewesen.

Vor dem Fenster des Cafés bewegte sich etwas, dann wurde die Tür geöffnet und eine junge Frau schob einen Rollstuhl, in dem eine ca. 60-jährige Dame saß, zur Tür hinein. Die Ältere trug ein Kopftuch und eine riesige Sonnenbrille, hinter der das Gesicht fast ganz verborgen war. Sie sagte etwas zur Jüngeren, diese nickte und bahnte sich mit dem Rollstuhl einen Weg zu Randolphs Tisch. „Sie sind Randolph?" fragte die Frau im Rollstuhl mit ihrer tiefen, kehligen, leicht gebieterisch wirkenden Stimme, die Randolph zweifelsfrei als die Stimme vom Telefon identifizierte. Er nickte, sprang auf, deutete eine leichte Verbeugung an, ergriff die Hand der Alten und deutete formvollendet einen Handkuss an. „Freut mich sehr, Sie kennenzulernen, gnädige Frau", sagte er.
Von der Jüngeren war ein leichtes Kichern zu vernehmen, doch die Ältere schien beeindruckt zu sein. Sie setzte zu einer Antwort an, doch leider erschien in diesem Moment der Kellner mit dem bestellten Schnaps, den er vor Randolph auf den Tisch stellte und ehe Randolph noch dazu kam, zu protestieren, dass er diesen Schnaps gewiss nicht bestellt hatte, war er auch schon wieder verschwunden.
Die Alte deutete auf den Tisch. „Sie trinken schon um 11 Uhr vormittags Hochprozentiges?"
„Mitnichten, gnädige Frau." Randolph setzte ein gewinnendes Lächeln auf. „Das ist nur ein Magenbitter. Ich habe manchmal leichte Probleme mit dem Magen und man will ja nicht ständig Tabletten schlucken, nicht wahr. Ich war so aufgeregt, Sie kennenzulernen, dass mein Magen ein wenig verrückt gespielt hat und ich etwas dagegen tun musste."
Die Jüngere lachte laut heraus, doch die Alte reagierte darauf ungehalten. „Halt den Mund, Judith. Du hast keine Ahnung, welche Probleme ein nervöser Magen machen kann."
Judith schaute zerknirscht. „Stimmt, das habe ich nicht. Entschuldige bitte, Tante Agnes."
„Setzen Sie sich!" befahl die Alte nun und Randolph gehorchte, erleichtert, dass er die erste Klippe so gut umschifft hatte.
„Also wie Sie sich ja denken können, ich bin Agnes", fuhr die Alte fort, „und das ist meine Nichte Judith. Sie hat mir bis jetzt oft Gesellschaft geleistet, geht aber nun aus beruflichen Gründen für ein Jahr nach Frankreich und ich brauche jemanden für diese Zeit, der ihre Aufgaben übernimmt. Ich komme eigentlich ganz gut zurecht, es ist nicht nötig, dass ich ständig jemanden um mich habe. Kleinere Arbeiten sind zu erledigen. Was mir vor allem fehlen wird, wenn Judith weg ist, ist ein geistiger Austausch, gute Gespräche, vielleicht auch ab und zu ein Kartenspiel." Sie machte eine Pause und sah Randolph an. „Fühlen Sie sich dieser Aufgabe gewachsen?"
„Aber selbstverständlich, gnädige Frau."
„Gut. Nennen Sie mich Agnes, ich werde Sie auch mit dem Vornamen anreden."
„Ich bin also eingestellt?" fragte Randolph, ein wenig verwirrt, dass die Sache so einfach gewesen war.
Die Alte lächelte. „Nun, noch nicht ganz, erzählen Sie erst mal ein wenig von sich und was Sie bis jetzt so gearbeitet haben."
Hier war Randolph in seinem Element. Es war ihm noch nie schwer gefallen, sich Geschichten auszudenken, in denen er die Hauptrolle spielte und ganz besonders gut weg kam. Zudem hatte er sich vorher für einen solchen Fall einiges zurecht gelegt. Er schilderte also seinen Werdegang, wie er in hochherrschaftlichen Häusern gearbeitet hatte und welche Persönlichkeiten er kennengelernt hatte. Jeder war von seinen Fertigkeiten begeistert gewesen und keiner hatte ihn freiwillig gehen lassen. Die beiden Frauen schienen während seiner Geschichte geradezu an seinen Lippen zu hängen.

„Das klingt ja ganz ausgezeichnet", sagte Agnes schließlich. „Ich denke ich werde es mit Ihnen probieren."
„Vielen Dank, gnädige Frau, Sie werden diese Entscheidung gewiss nicht bereuen.
„Nun, das will ich hoffen." Sie ließ ein kehliges Lachen hören. „Und Sie dürfen mich Agnes nennen. Sagte ich das nicht schon?"
„Ja natürlich, gnädige..... Agnes."
„Geht doch", sagte sie zufrieden. „Und nun noch zu den ganzen Kleinigkeiten... Gehalt, wieviel Stunden am Tag undsoweiter. Wann können Sie anfangen?"
„Jederzeit", Randolph versuchte, sich nicht allzusehr anmerken zu lassen, wie dringend nötig er Geld hatte.
„Morgen schon?"
„Aber natürlich."
„Dann schreiben Sie sich gerade mal meine Adresse auf und morgen setzen wir zusammen den Arbeitsvertrag auf. Können Sie um 9.00 Uhr da sein?"
„Selbstverständlich."
„Sehr schön." Die Alte strahlte ihn an. „Dann legen wir das alles morgen fest."

„Wie findest du ihn?" fragte Agnes später, als sie und Judith zu Hause waren.
„Er ist naiv und glaubt, wir fallen auf seine Geschichten rein. Perfekt", sagte Judith mit einem breiten Grinsen. „Perfekt für unseren Plan."
„Das dachte ich auch." Agnes erhob sich aus ihrem Rollstuh, ging zum Fenster und sah auf die Straße hinaus. Judith runzelte die Stirn. „Pass auf, dass du das nicht machst, wenn er hier ist."
„Werde ich schon nicht, Engelchen. Vielleicht bin ich aber auch schon tot, wenn er kommt." Agnes brach in lautes Lachen aus.
„Ein paar Tage musst du schon noch die Frau im Rollstuhl spielen",sagte Judith. „Sonst ist es zu ungläubigwürdig. Selbst für ihn. Gehen wir unseren Plan noch einmal durch?"
„Keine schlechte Idee, ich glaube, ich habe da noch ein paar kleine Änderungen zu machen."
„Hoffentlich zahlt die Versicherung auch, wenn keine Leiche gefunden wird", sagte Judith mit einem Stoßseufzer.
„Ich will es hoffen".
„Schade, dass wir uns solange nicht sehen können, Agnes. Das kann Jahre dauern...."
Plötzlich musste Judith die Tränen zurückhalten. „Eins musst du mir glauben, ich werde dich nicht betrügen. Nie! Ich werde auf dich warten, bis wir uns endlich wieder wiedersehen können."
„Ich weiß, Engelchen." Agnes hob sanft Judiths Kinn hoch und küsste sie auf den Mund. „Dreh nicht durch, wenn die Polizei hier ist. Versprichst du mir das?"
Judith nicke, doch sie konnte nicht verhindern, dass ihr die Tränen die Wangen hinunter liefen.
„Gibst du mir ein Lebenszeichen? Bitte...."
„Das haben wir doch besprochen, Judith, das ist überhaupt nicht drin. Die Gefahr, dass du dich verplapperst, ist viel zu groß."
„Das ist nicht wahr. Ich kann den Mund halten. Das hast du doch gesehen. Niemand weiß meinen richtigen Namen."
„So soll es auch sein." Agnes betrachtete die junge Frau, die ein Faible für ältere Semester hatte. Natürlich hatte ihr das anfangs geschmeichelt. Aber eine soviel jüngere Partnerin konnte auch verdammt anstrengend sein.
„Du weißt, was du der Polizei erzählst?"
„Sicher."
Agnes nahm sie in die Arme. „Wenn das so ist..... den Abend werden wir einfach genießen." Sie küsste ihren Hals und berührte sanft Judiths Brüste. Diese erschauerte - nicht nur vor rein sexueller Erregung, sondern auch in dem Gefühl, dass etwas Unerhörtes vor ihr lag, dass sie eine Herausforderung zu meistern hatte, die über ihr zukünftiges Leben entscheiden würde. Und nicht nur über ihres - vor allem auch über das von Agnes.

Am nächsten Tag wurde der Arbeitsvertrag in der Wohnung der Alten unterzeichnet und Randolph war anschließend in Hochstimmung. Die Alte wollte an diesem Tag lediglich spazieren gefahren werden. Sie ließ es sich allerdings nicht nehmen, wieder die riesige Sonnenbrille und dazu einen Schlapphut aufzusetzen. Aber ihm konnte es ja egal sein, wie die Alte sich kostümieren wollte. Als sie zurück waren, erwartete Judith sie in der Wohnung.
„Hast du den Schlüssel nachmachen lassen?" fragte Agnes. Judith nickte und holte einen Schlüssel aus ihrer Handtasche. Agnes griff danach und hielt ihn Randolph hin. „Der ist für Sie. Damit Sie nicht immer klingeln müssen. Und für mich ist es auch umständlich, immer an den Türöffner rollen zu müssen. Ganz davon abgesehen, dass es dann wesentlich länger dauert, bis Ihnen die Tür geöffnet wird."
Randolph nahm den Schlüssel an sich.
„Sie kommen jeden Vormittag um 9.00 Uhr," erteilte Agnes ihm Anweisungen. „Dann gehen wir ein wenig spazieren, unterhalten uns dabei nett und anschließend erledigen Sie den Abwasch vom Vortag. Eine Spülmaschine habe ich nicht. Dann muss natürlich die Wäsche gewaschen werden."
Randolph nickte.
Und so verging eine Woche, in der jeder Tag genauso ablief: er ging mit Agnes spazieren, brachte sie wieder nach Hause, dann kümmerte er sich um den Abwasch und die Wäsche und ab und zu spielten sie zusammen ein Kartenspiel.
„Am Wochenende haben Sie natürlich frei", sagte Agnes freitags zu ihm.
„Ich komme aber auch am Wochenende gerne", versicherte er.
„Ihnen stehen zwei freie Tage zu. Keine Widerrede, wir sehen uns am Montag."

Als Randolph am folgenden Montag in die Straße einbog, in der Agnes lebte, erlebte er eine böse Überraschung: Die ganze Straße war mit Polizeifahrzeugen zugeparkt. Zögernd blieb er stehen und blickte fragend in die Runde. Ein Polizist kam auf ihn zu.
„Wohnen Sie hier?"
„Nein, ich arbeite hier. Bei Agnes Stucker. Sie hat mich vor einer Woche eingestellt."
Der Polizist musterte ihn von oben bis unten.
„Wann haben Sie sie das letzte Mal gesehen?"
„Am Freitag", antwortete Randolph erstaunt. „Was ist denn los?"
„Sie ist verschwunden."
Die Alte war verschwunden? Die konnte doch niemand entführt haben, wer wollte denn so eine? Und reich war sie doch auch nicht... und wer könnte schon Lösegeld bezahlen?
„Können Sie sich ausweisen?" fragte der Polizist. Du lieber Himmel, das war ja wie im Krimi. Randolph kramte seinen Personalausweis aus dem Portemonnaie. Der Polizist studierte ihn eifrig. „Sie sind Randolph Richter?"
Randolph nickte.
„Kommen Sie bitte mit zur Wache. Gegen Sie liegt eine Anzeige vor."
Die ganze Situation war so absurd, dass Randolph nur ein „Waaaaaas?" herausbrachte.
„Die Nichte der Ermordeten... äh Verschwundenen hat Sie im Verdacht, dass Sie etwas damit zu tun haben."
„Ermordet?"
„Die Nichte nimmt an, dass ihre Tante tot ist."
„Und wo ist dann die Leiche?" Die Sache wurde wirklich immer alberner.
Der Polizist fixierte ihn. „Das frage ich Sie."
„Also das ist doch...." Zum ersten Mal in seinem Leben fehlten Randolph die Worte.
„Steigen Sie ins Polizeifahrzeug ein", befahl der Polizist. „Unsere Spurensicherung hat Fingerabdrücke von Ihnen in der Wohnung gefunden."
„Ist doch klar, ich habe ja dort gearbeitet."
„Das können Sie alles auf der Wache erzählen. Einsteigen."
Und ehe Randolph sich versah, saß er im Polizeifahrzeug.

Zwei Nachbarn hatten die Szene beobachtet und schauten ihm hinterher.
„Du meine Güte", sagte der eine. „Dass so etwas hier passieren kann...."
„Ja, die ganze Wohnung soll mit Blut verschmiert sein. Kein Wunder, dass sie keinen reinlassen."
„Warum musste sie auch einen völlig Fremden einstellen? Ich hätte ihm angesehen, dass er nichts Gutes im Schilde führt."
„Ja, ich auch", der erste sprach jetzt wieder, bedächtig und dem furchtbaren Thema angemessen, „es ist wirklich eine richtig schlimme Geschichte."
 

Etma

Foren-Redakteur
Teammitglied
Das liest sich so flüssig wie die Autobahn! Und ist so verständlich, wie eine Ohrfeige! Bravo!

Mehr muss ich nicht sagen, außer dem "Judith nicke" nach "versprichst du mir das" ...

Grüße, Etma
 
Randolph sah ungeduldig auf seine Uhr. Schon zehn Minuten über die Zeit. Pünktlichkeit schien nicht zu den Tugenden der alten Schrulle zu gehören. Er sah sich im Café um und taxierte zum hundertsten Male die anderen Gäste. Ausgeschlossen, dass sie sich darunter befand, ihn bereits gesehen und sich entschlossen hatte, unerkannt zu bleiben. Ausgeschlossen! Davon abgesehen, dass ihm so etwas einfach nicht passieren konnte, war auch keine ältere Frau darunter, auf die die Beschreibung passte. Er trommelte mit den Fingern auf die Tischplatte, winkte dann den Kellner heran und bestellte mit herrischer Stimme einen Schnaps. Wenn die Alte sich schon nicht blicken ließ, wollte er wenigstens nicht auf dem Trockenen sitzen. Und wofür er seine letzten 20 Euro nun ausgab, war nun auch egal. Die Stellenbeschreibung hatte super geklungen: „Gesellschafter/in für ältere Dame gesucht, die zwar rollstuhlpflichtig, aber fit im Kopf ist, ein wenig Hilfe im Haushalt wird erwartet, vorrangig sollten sich Bewerber/innen jedoch auf höherem Niveau unterhalten können, gute Allgemeinbildung wird vorausgesetzt." Randolph war überzeugt gewesen, dass diese Stelle der Himmel auf Erden sein musste. Wahrscheinlich sollte er die Alte hauptsächlich spazierenfahren und sie unterhalten. Zunächst war sie am Telefon sehr reserviert gewesen.
„Ich hatte eigentlich eher auf eine Bewerberin gehofft", hatte sie mit tiefer kehliger Stimme gesagt, „ich weiß nicht, ob es eine so gute Idee ist, einen Mann für das, was mir vorschwebt, einzustellen."
„Ich habe ausgezeichnete Referenzen", hatte er versichert. „Es liegt mir fern, anzugeben, aber ich habe tatsächlich schon in einigen Häusern der höheren Gesellschaft gearbeitet und man war immer sehr mit mir zufrieden." Während er sprach, machte er sich eine kleine Notiz zur Erinnerung, sich ein entsprechendes Zeugnis zu schreiben. Aber das sollte das geringste Problem sein, in solchen Dingen war er geübt. Doch es war auch gar nicht nötig. Die alte Dame ließ ein spöttisches Lachen hören. „Sie glauben im Ernst, ich verlasse mich auf Zeugnisse? Das können Sie getrost zu Hause lassen. Ich habe andere Möglichkeiten, Sie einzuschätzen, junger Mann."
Sie gab ihm Anweisungen zu Zeit, Ort und Treffpunkt, nannte ihm sogar den Tisch, an dem er sich im Café setzen sollte und ließ ihn gar nicht mehr zu Wort kommen. „Warten Sie auf Agnes", sagte sie am Schluss und legte auf. Das war vor zwei Tagen gewesen.

Vor dem Fenster des Cafés bewegte sich etwas, dann wurde die Tür geöffnet und eine junge Frau schob einen Rollstuhl, in dem eine ca. 60-jährige Dame saß, zur Tür hinein. Die Ältere trug ein Kopftuch und eine riesige Sonnenbrille, hinter der das Gesicht fast ganz verborgen war. Sie sagte etwas zur Jüngeren, diese nickte und bahnte sich mit dem Rollstuhl einen Weg zu Randolphs Tisch. „Sie sind Randolph?" fragte die Frau im Rollstuhl mit ihrer tiefen, kehligen, leicht gebieterisch wirkenden Stimme, die Randolph zweifelsfrei als die Stimme vom Telefon identifizierte. Er nickte, sprang auf, deutete eine leichte Verbeugung an, ergriff die Hand der Alten und deutete formvollendet einen Handkuss an. „Freut mich sehr, Sie kennenzulernen, gnädige Frau", sagte er.
Von der Jüngeren war ein leichtes Kichern zu vernehmen, doch die Ältere schien beeindruckt zu sein. Sie setzte zu einer Antwort an, doch leider erschien in diesem Moment der Kellner mit dem bestellten Schnaps, den er vor Randolph auf den Tisch stellte und ehe Randolph noch dazu kam, zu protestieren, dass er diesen Schnaps gewiss nicht bestellt hatte, war er auch schon wieder verschwunden.
Die Alte deutete auf den Tisch. „Sie trinken schon um 11 Uhr vormittags Hochprozentiges?"
„Mitnichten, gnädige Frau." Randolph setzte ein gewinnendes Lächeln auf. „Das ist nur ein Magenbitter. Ich habe manchmal leichte Probleme mit dem Magen und man will ja nicht ständig Tabletten schlucken, nicht wahr. Ich war so aufgeregt, Sie kennenzulernen, dass mein Magen ein wenig verrückt gespielt hat und ich etwas dagegen tun musste."
Die Jüngere lachte laut heraus, doch die Alte reagierte darauf ungehalten. „Halt den Mund, Judith. Du hast keine Ahnung, welche Probleme ein nervöser Magen machen kann."
Judith schaute zerknirscht. „Stimmt, das habe ich nicht. Entschuldige bitte, Tante Agnes."
„Setzen Sie sich!" befahl die Alte nun und Randolph gehorchte, erleichtert, dass er die erste Klippe so gut umschifft hatte.
„Also wie Sie sich ja denken können, ich bin Agnes", fuhr die Alte fort, „und das ist meine Nichte Judith. Sie hat mir bis jetzt oft Gesellschaft geleistet, geht aber nun aus beruflichen Gründen für ein Jahr nach Frankreich und ich brauche jemanden für diese Zeit, der ihre Aufgaben übernimmt. Ich komme eigentlich ganz gut zurecht, es ist nicht nötig, dass ich ständig jemanden um mich habe. Kleinere Arbeiten sind zu erledigen. Was mir vor allem fehlen wird, wenn Judith weg ist, ist ein geistiger Austausch, gute Gespräche, vielleicht auch ab und zu ein Kartenspiel." Sie machte eine Pause und sah Randolph an. „Fühlen Sie sich dieser Aufgabe gewachsen?"
„Aber selbstverständlich, gnädige Frau."
„Gut. Nennen Sie mich Agnes, ich werde Sie auch mit dem Vornamen anreden."
„Ich bin also eingestellt?" fragte Randolph, ein wenig verwirrt, dass die Sache so einfach gewesen war.
Die Alte lächelte. „Nun, noch nicht ganz, erzählen Sie erst mal ein wenig von sich und was Sie bis jetzt so gearbeitet haben."
Hier war Randolph in seinem Element. Es war ihm noch nie schwer gefallen, sich Geschichten auszudenken, in denen er die Hauptrolle spielte und ganz besonders gut weg kam. Zudem hatte er sich vorher für einen solchen Fall einiges zurecht gelegt. Er schilderte also seinen Werdegang, wie er in hochherrschaftlichen Häusern gearbeitet hatte und welche Persönlichkeiten er kennengelernt hatte. Jeder war von seinen Fertigkeiten begeistert gewesen und keiner hatte ihn freiwillig gehen lassen. Die beiden Frauen schienen während seiner Geschichte geradezu an seinen Lippen zu hängen.

„Das klingt ja ganz ausgezeichnet", sagte Agnes schließlich. „Ich denke ich werde es mit Ihnen probieren."
„Vielen Dank, gnädige Frau, Sie werden diese Entscheidung gewiss nicht bereuen.
„Nun, das will ich hoffen." Sie ließ ein kehliges Lachen hören. „Und Sie dürfen mich Agnes nennen. Sagte ich das nicht schon?"
„Ja natürlich, gnädige..... Agnes."
„Geht doch", sagte sie zufrieden. „Und nun noch zu den ganzen Kleinigkeiten... Gehalt, wieviel Stunden am Tag undsoweiter. Wann können Sie anfangen?"
„Jederzeit", Randolph versuchte, sich nicht allzusehr anmerken zu lassen, wie dringend nötig er Geld hatte.
„Morgen schon?"
„Aber natürlich."
„Dann schreiben Sie sich gerade mal meine Adresse auf und morgen setzen wir zusammen den Arbeitsvertrag auf. Können Sie um 9.00 Uhr da sein?"
„Selbstverständlich."
„Sehr schön." Die Alte strahlte ihn an. „Dann legen wir das alles morgen fest."

„Wie findest du ihn?" fragte Agnes später, als sie und Judith zu Hause waren.
„Er ist naiv und glaubt, wir fallen auf seine Geschichten rein. Perfekt", sagte Judith mit einem breiten Grinsen. „Perfekt für unseren Plan."
„Das dachte ich auch." Agnes erhob sich aus ihrem Rollstuh, ging zum Fenster und sah auf die Straße hinaus. Judith runzelte die Stirn. „Pass auf, dass du das nicht machst, wenn er hier ist."
„Werde ich schon nicht, Engelchen. Vielleicht bin ich aber auch schon tot, wenn er kommt." Agnes brach in lautes Lachen aus.
„Ein paar Tage musst du schon noch die Frau im Rollstuhl spielen",sagte Judith. „Sonst ist es zu ungläubigwürdig. Selbst für ihn. Gehen wir unseren Plan noch einmal durch?"
„Keine schlechte Idee, ich glaube, ich habe da noch ein paar kleine Änderungen zu machen."
„Hoffentlich zahlt die Versicherung auch, wenn keine Leiche gefunden wird", sagte Judith mit einem Stoßseufzer.
„Ich will es hoffen".
„Schade, dass wir uns solange nicht sehen können, Agnes. Das kann Jahre dauern...."
Plötzlich musste Judith die Tränen zurückhalten. „Eins musst du mir glauben, ich werde dich nicht betrügen. Nie! Ich werde auf dich warten, bis wir uns endlich wieder wiedersehen können."
„Ich weiß, Engelchen." Agnes hob sanft Judiths Kinn hoch und küsste sie auf den Mund. „Dreh nicht durch, wenn die Polizei hier ist. Versprichst du mir das?"
Judith nickte, doch sie konnte nicht verhindern, dass ihr die Tränen die Wangen hinunter liefen.
„Gibst du mir ein Lebenszeichen? Bitte...."
„Das haben wir doch besprochen, Judith, das ist überhaupt nicht drin. Die Gefahr, dass du dich verplapperst, ist viel zu groß."
„Das ist nicht wahr. Ich kann den Mund halten. Das hast du doch gesehen. Niemand weiß meinen richtigen Namen."
„So soll es auch sein." Agnes betrachtete die junge Frau, die ein Faible für ältere Semester hatte. Natürlich hatte ihr das anfangs geschmeichelt. Aber eine soviel jüngere Partnerin konnte auch verdammt anstrengend sein.
„Du weißt, was du der Polizei erzählst?"
„Sicher."
Agnes nahm sie in die Arme. „Wenn das so ist..... den Abend werden wir einfach genießen." Sie küsste ihren Hals und berührte sanft Judiths Brüste. Diese erschauerte - nicht nur vor rein sexueller Erregung, sondern auch in dem Gefühl, dass etwas Unerhörtes vor ihr lag, dass sie eine Herausforderung zu meistern hatte, die über ihr zukünftiges Leben entscheiden würde. Und nicht nur über ihres - vor allem auch über das von Agnes.

Am nächsten Tag wurde der Arbeitsvertrag in der Wohnung der Alten unterzeichnet und Randolph war anschließend in Hochstimmung. Die Alte wollte an diesem Tag lediglich spazieren gefahren werden. Sie ließ es sich allerdings nicht nehmen, wieder die riesige Sonnenbrille und dazu einen Schlapphut aufzusetzen. Aber ihm konnte es ja egal sein, wie die Alte sich kostümieren wollte. Als sie zurück waren, erwartete Judith sie in der Wohnung.
„Hast du den Schlüssel nachmachen lassen?" fragte Agnes. Judith nickte und holte einen Schlüssel aus ihrer Handtasche. Agnes griff danach und hielt ihn Randolph hin. „Der ist für Sie. Damit Sie nicht immer klingeln müssen. Und für mich ist es auch umständlich, immer an den Türöffner rollen zu müssen. Ganz davon abgesehen, dass es dann wesentlich länger dauert, bis Ihnen die Tür geöffnet wird."
Randolph nahm den Schlüssel an sich.
„Sie kommen jeden Vormittag um 9.00 Uhr," erteilte Agnes ihm Anweisungen. „Dann gehen wir ein wenig spazieren, unterhalten uns dabei nett und anschließend erledigen Sie den Abwasch vom Vortag. Eine Spülmaschine habe ich nicht. Dann muss natürlich die Wäsche gewaschen werden."
Randolph nickte.
Und so verging eine Woche, in der jeder Tag genauso ablief: er ging mit Agnes spazieren, brachte sie wieder nach Hause, dann kümmerte er sich um den Abwasch und die Wäsche und ab und zu spielten sie zusammen ein Kartenspiel.
„Am Wochenende haben Sie natürlich frei", sagte Agnes freitags zu ihm.
„Ich komme aber auch am Wochenende gerne", versicherte er.
„Ihnen stehen zwei freie Tage zu. Keine Widerrede, wir sehen uns am Montag."

Als Randolph am folgenden Montag in die Straße einbog, in der Agnes lebte, erlebte er eine böse Überraschung: Die ganze Straße war mit Polizeifahrzeugen zugeparkt. Zögernd blieb er stehen und blickte fragend in die Runde. Ein Polizist kam auf ihn zu.
„Wohnen Sie hier?"
„Nein, ich arbeite hier. Bei Agnes Stucker. Sie hat mich vor einer Woche eingestellt."
Der Polizist musterte ihn von oben bis unten.
„Wann haben Sie sie das letzte Mal gesehen?"
„Am Freitag", antwortete Randolph erstaunt. „Was ist denn los?"
„Sie ist verschwunden."
Die Alte war verschwunden? Die konnte doch niemand entführt haben, wer wollte denn so eine? Und reich war sie doch auch nicht... und wer könnte schon Lösegeld bezahlen?
„Können Sie sich ausweisen?" fragte der Polizist. Du lieber Himmel, das war ja wie im Krimi. Randolph kramte seinen Personalausweis aus dem Portemonnaie. Der Polizist studierte ihn eifrig. „Sie sind Randolph Richter?"
Randolph nickte.
„Kommen Sie bitte mit zur Wache. Gegen Sie liegt eine Anzeige vor."
Die ganze Situation war so absurd, dass Randolph nur ein „Waaaaaas?" herausbrachte.
„Die Nichte der Ermordeten... äh Verschwundenen hat Sie im Verdacht, dass Sie etwas damit zu tun haben."
„Ermordet?"
„Die Nichte nimmt an, dass ihre Tante tot ist."
„Und wo ist dann die Leiche?" Die Sache wurde wirklich immer alberner.
Der Polizist fixierte ihn. „Das frage ich Sie."
„Also das ist doch...." Zum ersten Mal in seinem Leben fehlten Randolph die Worte.
„Steigen Sie ins Polizeifahrzeug ein", befahl der Polizist. „Unsere Spurensicherung hat Fingerabdrücke von Ihnen in der Wohnung gefunden."
„Ist doch klar, ich habe ja dort gearbeitet."
„Das können Sie alles auf der Wache erzählen. Einsteigen."
Und ehe Randolph sich versah, saß er im Polizeifahrzeug.

Zwei Nachbarn hatten die Szene beobachtet und schauten ihm hinterher.
„Du meine Güte", sagte der eine. „Dass so etwas hier passieren kann...."
„Ja, die ganze Wohnung soll mit Blut verschmiert sein. Kein Wunder, dass sie keinen reinlassen."
„Warum musste sie auch einen völlig Fremden einstellen? Ich hätte ihm angesehen, dass er nichts Gutes im Schilde führt."
„Ja, ich auch", der erste sprach jetzt wieder, bedächtig und dem furchtbaren Thema angemessen, „es ist wirklich eine richtig schlimme Geschichte."
 

Hagen

Mitglied
Hallo SilberneDelfine,
Deine Geschichte kommt bei mir so rüber wie das berühmte Glass Wasser, welches etweder halb voll oder halb leer ist.
Mir ist das egal; - Hauptsache es ist Platz für einen guten Schuss Whisky!
Dieser gleitet dann so leicht und easy in mir runter wie sich Deine Geschichte liest.
Allerdings keimt in mir die Vermutung auf, dass es sich um den Anfang eines Romans handelt?

Nun ja, ich wünsche dir auf alle Fälle fröhliche Weihnachten!
Wir lesen uns!
Herzlichst
yours Hagen
 
Hallo Hagen,

vielen Dank für dein Interesse! Freut mich, dass dir die Geschichte gefällt. Es existieren tatsächlich noch einige Teile, die ich dann aber nicht gut genug fand, um sie in der LL einzustellen. Deswegen wollte ich es beim Einteiler belassen.

LG SilberneDelfine
 

Ilona B

Mitglied
Hallo SilberneDelfine,
ich stimme zu, eine schöne Geschichte, gut geschrieben und flüssig zu lesen. :)
Die beiden Damen werden damit aber nicht durchkommen, denn es fehlen entscheidende Dinge. Randolph hat bestimmt ein Alibi und es ist kein Motiv vorhanden.

Hier ein paar Kleinigkeiten die ich ändern würde.

Und wofür er seine letzten 20 Euro nun ausgab, war nun auch egal.
Gesellschafter/in für ältere Dame gesucht, die zwar rollstuhlpflichtig, aber fit im Kopf ist, ein wenig Hilfe im Haushalt wird erwartet, vorrangig sollten sich Bewerber/innen jedoch auf höherem Niveau unterhalten können, gute Allgemeinbildung wird vorausgesetzt."
Wenn Agnes eigentlich keinen Mann einstellen wollte, warum hat sie in ihrer Anzeige schrieben Gesellschafter/in?

„Eins musst du mir glauben, ich werde dich nicht betrügen. Nie! Ich werde auf dich warten, bis wir uns endlich wieder wiedersehen können
Als Randolph am folgenden Montag in die Straße einbog, in der Agnes lebte wohnte, erlebte er eine böse Überraschung:

So wie ich es verstehe haben Judith und Agnes sich kennengelernt und sind ein Paar geworden.
Wie kann Judith bei der Polizei als Nichte auftreten und wie soll sie erben, wenn sie nicht wirklich verwandt sind? Oder sind sie wirklich Tante und Nichte?
 
Hallo Ilona,

danke für die Wertung und deinen Kommentar. Mit den Füllwörtern hast du natürlich recht, ich lese immer drüber und habe trotzdem noch welche drin. Beim nächsten Mal werde ich von Anfang an darauf achten.

Wenn Agnes eigentlich keinen Mann einstellen wollte, warum hat sie in ihrer Anzeige schrieben Gesellschafter/in?
Weil das Standard ist. Aber eigentlich trotzdem falsch, es hätte w/m/divers heißen müssen heutzutage.....

So wie ich es verstehe haben Judith und Agnes sich kennengelernt und sind ein Paar geworden.
Wie kann Judith bei der Polizei als Nichte auftreten und wie soll sie erben, wenn sie nicht wirklich verwandt sind? Oder sind sie wirklich Tante und Nichte?
Natürlich nicht, aber durch und durch verlogen.. Es geht aber aus der Geschichte hervor, dass sie ein Paar sind und Tante und Nichte nur spielen, damit Judith nach dem Tod "ihrer" Tante, der noch zu inszenieren ist, von der Versicherung Geld kassieren kann...Bis ins kleinste Detail erklären muss man das dem Leser nicht. Den Fehler habe ich früher immer gemacht, dass ich tausend Erklärungen mitgeliefert habe, aber das muss man dem Leser nicht alles vorkauen, der kann/darf sich eigene Gedanken dazu machen. :)

LG SilberneDelfine
 
Zuletzt bearbeitet:

CPMan

Mitglied
„Sonst ist es zu ungläubigwürdig.
Hallo SilberneDelfine,

das ist eine tolle Idee: Betrügerinnen betrügen einen Betrüger. Da kann man was draus machen.

In dem vorliegenden Text wirkt es mir allerdings zu hastig heruntergeschrieben. Ich kenne das auch: Man hat eine gute Idee und
will sofort alles aufschreiben, bevor die Ideen wieder verschwinden.

Ich frage mich allerdings, warum Randolph betrügt? Nur um des Jobs willen? Anfangs dachte ich, er will sie ausrauben, aber
das scheint nicht der Fall zu sein.

Die Szene mit dem Polizisten empfinde ich als unglaubwürdig (sic!), da hier Randolph doch sehr schnell vorverurteilt wird. Es
wirkt ein bißchen so, als wolltest du schnell zum Ende kommen. Ich teile auch Ilona Bs Einschätzung, dass der Plan letztendlich
zum Scheitern verurteilt ist: Keine Leiche, kein Tatwerkzeug, lediglich Blut von der Verschwundenen, aber keins vom mutmaßlichen
Täter, etc.

Fazit: Geschichte mit Potenzial, etwas zu hastig und undurchdacht herunter geschrieben.

LG,

CPMan
 
Hallo CPMan,

vielen Dank für deinen Kommentar und deine Bewertung. Dass Randolph die beiden ausrauben wollte, ist eine super Idee, dürfte ich die verwenden, wenn ich die Geschichte noch einmal überarbeite?

Keine Leiche, kein Tatwerkzeug, lediglich Blut von der Verschwundenen, aber keins vom mutmaßlichen
Täter, etc.
Das Gespräch unter den Nachbarn und die Erwähnung des Bluts in der Wohnung sollte eigentlich verdeutlichen, wie schnell sich eine solche Geschichte verdichtet und ein Eigenleben entwickelt. Es muss gar nicht sein, dass wirklich Blut in der Wohnung gefunden wurde, aber beim mündlichen Weitergeben und Zusehen, wie jemand verhaftet wird, kann man schon mal selbst etwas zu einer solchen Geschichte beisteuern.... So war die Sache mit dem Blut von mir gedacht.

Insgesamt wollte ich eine Geschichte schreiben, in der nichts so ist wie es scheint, was noch nicht so ganz geklappt hat, wie es scheint :D

Wie gesagt, es existieren zwar schon Fortsetzungen, aber ich zögere, sie einzustellen.

Ich habe jetzt tatsächlich Lust, die ganze Geschichte samt Fortsetzungen komplett zu überarbeiten :) ihr habt mir richtig Lust darauf gemacht. Das wird allerdings noch etwas dauern.

. Die Szene mit dem Polizisten empfinde ich als unglaubwürdig (sic!), da hier Randolph doch sehr schnell vorverurteilt wird.
Da gebe ich dir recht, dass allerdings bis jetzt niemand meinen riesigen Logikfehler entdeckt hat, wundert mich doch ein wenig, aber ich verrate ihn nicht, mir ist er selbst erst Monate später aufgefallen.
Vielleicht kommt ja noch jemand drauf.

LG SilberneDelfine
 

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