Erinnerung

Oscarchen

Mitglied
Ja lieber Outymier,
Ich weiß mal wieder nicht so recht, wie ich deine Lebenshymne einordnen soll.
Technisch unsauber gereimt. Warum immer dieser verunglückten Satzkonstrukte wie in Vers eins?
Lese dir dieses Werk doch einmal laut vor, dann wirst du es merken.
LG
Oscarchen
 

Tula

Mitglied
Hallo Outymier

In der Tat schießt du dir mit diesem "Kunstgriff" (S1) ins dichterische Knie.
Die Zeit verrinnt durch die Distanz? Hm ...


Ein Versuch:

Wie konntest du Distanz gewinnen,
nur weil dir etwas nicht gefällt?
Wird das was war von tausend Sonnen
der Nostalgie nicht aufgehellt?

Die schlimmsten Dinge sind vergessen
und andere nicht eng bemessen.
Es bleibt ein wundersamer Schein,
viel lichter als erlebtes Sein.

LG
Tula
 

Mimi

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Nun, lieber Outymier,
vielleicht ist ja diese teilweise "schiefe" Syntax,
Dein persönlicher Stil...(korrigiere mich bitte, wenn ich da falsch liege...)

Lieber Tula,
Deinen Vorschlag finde ich sehr gelungen.
Er veranschaulicht die "Schwachstellen" in Outymiers Werk auf eine sehr hilfreiche Weise...
(allein dafür 5* von mir:p)

Gruß
Mimi
 

Outymier

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ja, bei lautem Vorlesen ruckelt der Versfluss wohl. Ist von 1987, wollte mal testen, wie das alte Teil ankommt. So wie ich mich zurückerinnere wars philosophisch angelegt, also für alle Zeiten überdauernd, immer die gleiche Thematik (der Erinnerung ist alles halb so schlimm). Die Version von Thula gefällt mir besser als mein "Original", die 2te Strophe werde ich überarbeitet wohl übernehmen, S 1 ist meiner Auffassung nach persönlicher als meine Intention als allgemein für alles Leben gültig (glaube, auch Tiere haben solche "Vergangenheitsbewältigungsstrategien") Jedenfalls heute noch habe eine Überarbeitung begonnen und festgestellt, dass solche Sachen von früher mir irgendwie einen Zugang verweigern, vermutlich hatte Atira wohl recht, dass... (werde aber trotzdem weiter daran arbeiten)

Grüsse und danke euch für die hilfreiche Kritik
 

Tula

Mitglied
Hallo
der Thula muss der Narr vom König in Thule sein ;)

Gute Frage was die Tiere anbelangt. Denn Erinnerung bedarf mMn eines gewissen Ich-Verständnisses, oder ich rede mir das ein. Aber ein Hund zum Beispiel, und nur als solches, erinnert sich ganz gewiss auf die eine oder andere Art. Wie kreativ er gegen Sehnsucht und Probleme ankämpft (das vergessen-Wollen), kann ich nur ahnen. Aber auch er muss 'mit der Realität fertig werden'.

LG Tula
 

Outymier

Mitglied
hallo Tula, ja der König von Thule (gibts da eine Ballade vom Theodor Fontane, einer meiner Lieblinge, beschreibt so schön, habe alle Bücher in einer Gesamtausgabe, zu lesen begonnen derzeit sein Erstlingswerk "vor dem Sturm"). Das mit den Tieren, auch ihr Vergessen des Schlimmen (was ich gestern spontan unüberlegt behauptete) gerade heutigen Tages das Gegenteil erlebte: die Kröte, die vor vier Tagen in meinen Keller fiel, ersten Tages regungslos an ihrem Platz, den zweiten 2 Meter weiter wieder so, ja und als ich alle Informationen zusammengesammelt hatte bzgl. sie wieder in die Freiheit zu befördern, war sie hinter einer Plastikwanne versteckt, ich räumte also alles Störende weg, Plastikeimer vor sie und von hinten anschubsen war der Plan, ja und nach Abschluss der Vorbereitungen war sie weg! Dabei sprach sie die ganze Zeit während ihres Aufenthaltes in meinem Keller sehr freundlich an um sie an meine Stimme zu gewöhnen. naja, seitdem ist die unauffindbar, hat ganz eindeutig mit ihrem Verhalten meine gestrige Behauptung widerlegt. mfG
 

Oscarchen

Mitglied
Moin Outymier,
Ich hatte auch schon mal eine Kröte im Keller.
Ich habe sie dann geküsst.
Es war eine verzauberte Wasserpumpenzange....
 

Outymier

Mitglied
hallo Oskar
eine Wasserpumpenzange kann man ja wesentlich besser brauchen als eine Kröte, war also wohl eine Verbesserung deiner Lebenssituation (falls noch keine gehabt zuvor), gut geölt übersteht die auch das feuchte Kellerklima (die Kröte braucht das angeblich sogar). Habe jetzt S 1 überarbeitet und wollte bei der Gelegenheit anfragen was du von der Version hältst?
 

Oscarchen

Mitglied
Hi Outymier,
was mir an dir gefällt ist die Ausdauer und Beharrlichkeit, die du bei deine dichtenden Tätigkeit an den Tag legst. Viele hätten den Griffel schon in die Ecke
geschmissen. Nun, es ist sicherlich nicht so verschwurbelt wie die erste Version. Wenn ich ehrlich bin, und Ehrlichkeit hast du verdient, gefällt mir Tulas
Vorschlag am besten. Mein Rat...du musst dich mehr mit der Theorie beschäftigen. Eingebungen, Gefühle und lichte Momente sind ja bei dir vorhanden.
Aber du missachtest mitunter das zur Verfügung stehende Regelwerk und gewisse Gesetzmäßigkeiten zur Verfassung von Lyrik.
Ich vermisse bei dir auch ein Feingefühl für geformte Sprache. Ob nun in gereimter oder ungereimter Form. Du musst du ran! Und lese ausreichend
gute Lyrik. Nicht um sie abkupfern, sondern um deine Sensorik zu wecken und zu sensibilisieren.
Bleibe am Ball und verliere nicht die Lust.
Lieben Gruß
Oscarchen
 


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