Es ist, was es ist

Anonym

Gast
Ich kann nicht essen, schlafen oder richtig denken,
denn Alles, was Du sagst, hält mich in Deinem Bann.
Dein Antlitz, engelsgleich, zieht mich wie magisch an.
Muß immerzu von Deinem Charme mein Herz weglenken.

Seit Monaten nun plagt mich ständig mein Gewissen.
Vergangenheit ist Nichts. Noch Zukunft. Nur das Hier
und Jetzt, in Sucht nach jedem bißchen Zeit mit Dir.
Der Anstand doch verbietet mir, Dich zu vermissen.

Bin so weit weg von der Person, mit der ich Jahre,
den Raum und auch die Kinder habe teilen müssen.
Am Anfang dachte ich, es wär' das wirklich Wahre.

Das wirklich Wahre gibt es nicht, das weiß ich jetzt.
In süßen Träumen nur kann ich Dich kosen, küssen.
Kein Ausweg. Mit Gewißheit. Doch Hoffnung stirbt zuletzt.
 

Anonym

Gast
Hallo A.,

dein Gedicht finde ich thematisch interessant, von der Ausführung her ist es für meinen Geschmack zu schwergängig, irgendwie zu träge und insgesamt zu larmoyant.

Was hälst du hiervon: (o.k., das Folgende hat einen leicht ironischen Unterton, bemüht sich dabei dennoch durchaus ernsthaft, das "Dilemma" herauszuarbeiten)


Was ist das für ein seltsames Verstricken,
dass ich mein wirres Herz in deines flechte,
dass ich nach deinem zarten Nacken spechte,
dass alle Uhren heimlich anders ticken?

Ich kann nicht essen, schlafen oder leben,
dein süßer Blick – ich komm nicht dran vorbei!
In meinen Träumen ist der Weg schon frei,
um kurzerhand in deine Welt zu schweben.

Die meine ist erstarrt in den Routinen,
das Glück hat seinen Dienst bei mir quittiert:
Beziehung rollt auf immer gleichen Schienen

durch einen Tunnel ohne Licht am Ende,
ich bin darüber ziemlich irritiert
und träume - siehe oben - von der Wende.





???
lg wüstenrose
 

Anonym

Gast
Lieber Wüstenrose

Vielen Dank für Deinen Kommentar. Du hast Recht, Deine Version ist zweifellos leichter und wirklich gut gelungen. Aber als mein Gedicht kann ich das nicht verkaufen ;)

Es war auch eigentlich mehr ein Versuch des Genres, das aus Versehen in meinen Augen besser war als in den Fingerübungen zu landen.

Aber ich werde mal dran feilen :)

Liebe Grüße A.
 

Anonym

Gast
Liebe/r A.,

okay - ich gebe zu, dass ich mich von deinem Ursprungsgedicht deutlich entfernt habe und somit die Bindung zu deinem Gedicht etwas auf der Strecke blieb.
Weiteres Feilen am Gedicht fände ich in jedem Falle lohnenswert! Ganz konkret: Folgendes überzeugt mich nicht:

- allzu gehobene bzw. antiquiert wirkende Sprache (Beispiel: Antlitz)
- allzu Süßliches ("engelsgleich")
- metrische Unstimmigkeit (natürliche Betonung: mein Herz weglenken
- die Wendung "und auch die Kinder habe teilen müssen." wirkt unglücklich. Kann man so verstehen, als wären die Kinder nur eine Belastung gewesen. Oder kann man auch so verstehen, als wären Kinder in erster Linie etwas, was man hat, besitzt, und diesen Besitz habe man teilen müssen.

Hier nochmal Gedanken, wie die zweite Hälfte anders gestaltet werden könnte:

Bin so weit weg von der Person, mit der ich Jahre,
den Raum und auch das Leben mit den Kindern teilte.
Am Anfang dachte ich, es sei das wirklich Wahre.

Das wirklich Wahre, Hand aufs Herz, was ist das nur?
Ach wenn ich doch in deinen hellen Ländern weilte!
Ein frommer Wunsch. Ich möchte fort und halte Spur.


lg wüstenrose
 

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