Essay: Ich-Selbst-Lebensweg

wirena

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Essay: Ich-Selbst-Lebensweg

Prämisse

Das allumfassende Leben ist der Anfang allen Beginns und all das was es vorher war oder nicht war, und all das was im Sein zu finden ist. Es ist in allem, und alles ist durch dieses allumfassende Leben. Es ist einfach Leben, das alles durchdringt und alles ist aus ihm.


Ich – Selbst – Lebensweg
Das Selbst findet sich im aus dem Leben geborenen Ich und reift aus und am Ich, wie auch das Ich sich im Selbst finden kann. Mit dem Selbst vereint wächst das Ich von diesem Leben durchdrungen dem Leben entgegen, bis es am Ende gereift nur noch Leben ist.

Der Lebensweg des Ichs ist nicht vorgegeben. Mit jedem Tag, mit jedem Schritt entsteht er erst. Jeder Tag, jeder Schritt ist ein neues Stück Weg, bis das Ich als Selbst im Leben endet.
 

wirena

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Hallo Clown :) Du erwartest Fortsetzung? Nun, dies war nicht meine Absicht - dachte mit meinen Ausführungen sei dies ein komplettes, fertiges Essay - d.h. ein Versuch, sich über ein Thema klar zu werden - Hab ich da den Begriff "Essay" falsch verstanden? -

Danke Dir jedenfalls für Deine Rückmeldung und wünsche Dir einen guten gelungenen Tag - LG wirena
 
Ich weiß nicht, ob es irgendwo eine verbindliche Definition zum Umfang von Essays gibt. Eben mal im Netzt quergegooglet, las ich mehrmals den Tipp 5 bis 10 Seiten. Ich habe aber schon deutlich kürzere Texte von vielleicht einer A4-Seite gesehen, gern auch als "Kurzessay" benannt. Ich habe aber auch einige Essays in Form schmaler Bücher in meinen Regalen, mit vielleicht 40...60 Seiten Umfang.
Wenn ich mir unsicher bin mit solchen Begriffen, lese ich gern nochmal in der Wikipedia nach, was dort zu Form und Stil und sonstigen Anforderungen steht, wenn ich etwas z.B. als Essay oder essayistischen Text veröffentlichen will.
Insofern ja, liebe wirena, finde ich deine wenigen Zeilen selbst als Kurzessay zu dünn. Reichere die Gedanken an, stelle gedankliche Querverweise her, nenne, wo es passt, Beispiele, stelle persönliche Erfahrungen dar. Dann wird unter Umständen ein leckerer literarischer Obstkuchen daraus.

So. Der Clown hat kluggeschissen - aber nur aus dem Bauch heraus. Wäre schön, wenn berufenere Häupter als meiner was dazu plauderten ...
 
Ergänzung: Ein Text von mir, den ich in der Art schon als Kurzessay oder "essayistischen Text" bezeichne, also aus dem Bauch heraus.



Vom Lesen

Im Laufe der Jahre wurde ich häufig gefragt, warum ich so viel lese. Und meine Lieblingsbücher auch noch gern öffentlich vorstelle! Und zu guter Letzt einen wenig einträglichen Internethandel mit antiquarischen Büchern betreibe.

Oder jemand nimmt die vielen Bücherregale in unserer Wohnung wahr und fragt ganz erstaunt, ob ich die alle gelesen hätte. Das Lesen und der Besitz von mehr als einer Handvoll Bücher werden als seltsam, als fragwürdig, vielleicht als antiquiert empfunden. Bei manchem so Fragenden höre ich deutlich eine echte Abneigung gegen Bücher, gegen das Lesen, gegen die Zeitverschwendung in der Welt der Bücher heraus. Dabei kommen wir alle, zumindest die im Osten des Landes Geborenen, aus einem Leseland. In der DDR wurde bis zu ihrem Verschwinden viel gelesen. Das Gefühl der Enge in diesem kleinen Land der unbegrenzt kleiner werdenden Möglichkeiten führte die Menschen mit bewussten Sehnsüchten nach Weite, nach ungewöhnlichen Erfahrungen, nach Kreativität überall dorthin, wo man sich den Horizont seiner kleinen Welt erweitern konnte, und sei es nur durch Illusionen, Gedankenspiele und dem unablässigen Ablaufen der Grenzen, die einen gefangen hielten. Wenn die gefangene Raubkatze entlang des Gitters immer im Kreis läuft, kommt sie vielleicht auch irgendwann zur Erkenntnis, dass die Welt unendlich weit ist, dass sie nichts aufhält auf ihrem Weg im Kreis. So kann auch sie sich als Philosoph fühlen. Und so eigneten wir uns im kleinen Leseland auch die Überzeugung an, ein philosophisches Völkchen zu sein, das den größten menschlichen Ideen nachgeht, auf unserem Trott entlang der Gitterstäbe, der Mauern, der Gewehrläufe. Alles wird erträglicher mit einem guten Buch in der Hand und einem vollen Bücherregal auf dem Rücken. Darum habe ich auch immer, wenn ich mich in eine ungewisse Zeit begebe, und sei es nur eine Autobahnfahrt, die durch einen stundenlangen Stau unterbrochen werden könnte, mindestens ein Buch bei mir, oft auch ein Notizbuch, um markante Eindrücke oder eine Gedichtidee festhalten zu können.

In jener Zeit, die ich heute „damals“ nenne, genauer gesagt „die ersten Jahre in eigenen Wohnungen, ab meinem 19. Lebensjahr also, achtete ich darauf, dass für den Fall, dass mich die Polizei oder StaSi abholen kommt, immer ein Buch dalag, das ich beim Verlassen der Wohnung greifen und einstecken konnte. Die willkürlichen “Zuführungen“, sie betonten stets, dass es keine Verhaftung sei, was einem da passierte, diese Zuführungen waren dafür bekannt, dass man in der Regel nie erfuhr, warum man zugeführt wurde, und wie lange der Aufenthalt dauern würde. Da war ein Buch für mich Nahrung, Beruhigungs- und Stärkungsmittel, Ablenkung. Ich hoffe, dass sie sich oft gewundert haben, warum ich äußerlich so gelassen wirkte. Denn eigentlich wurde der ganze Klamauk ja veranstaltet, um mir Angst zu machen. Angst? Mir, der einen kleinen Band mit den Gefängnisgedichten Bonhoeffers in den schwitzenden Händen hielt? Womit wollt ihr mir Angst machen?

Dass das Lesen von Büchern, von Gedichten, Erzählungen und Romanen in unserer sich enorm wandelnden Zeit so stark verdrängt wird, ist erklärbar. Das macht den Verlust aber nicht ungefährlicher für Individuen und Gesellschaft. Lesen hat immer gebildet. Lesende Menschen waren Nichtlesern in bestimmten Bereichen der Weltwahrnehmung und in der Verarbeitung jeglicher Einwirkungen oft überlegen. Aber es gibt Ausnahmen, das will ich gern einräumen. Nichtlesende Menschen mit klaren Denkstrukturen, die wohl aus anderen soliden Brunnen als der Literatur Kenntnisse und Ansichten schöpfen und diese gut strukturiert zu äußern wissen. Wenn jedoch die Weitergabe des kulturellen Reichtums, den uns die Literatur bietet, von Generation zu Generation verloren geht, verlieren wir mehr als eine schöne Freizeitgewohnheit. Viel mehr. Die sogenannten Sozialen Medien, die sich rasant vermehrenden Angebote moderner Film-Produktionsgesellschaften und die elektronischen Möglichkeiten, spielend in immer neue Erlebniswelten vorzudringen, können nicht die Lern- und mentalen Verarbeitungseffekte verloren gegangener Lesegewohnheiten ersetzen. Die Verluste sind schon jetzt wissenschaftlich nachgewiesen. Seinen Kindern, seiner oder seinem Liebsten Gedichte oder besondere Geschichten vorzulesen und diese Gedanken gemeinsam zu genießen, das formt ein Erlebnis, das man unter Umständen ewig als erlebtes Glücksgefühl in sich trägt.


Liebe Grüße
vom Clown
 

wirena

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Herzlichen Dank Clown für Dein Mitdenken, Recherchieren und Beispiel aus Deiner Schreibstube. Ich fand Folgendes im Internet:

Zitate:
«Wikipedia: Der oder das Essay (Plural: Essays), auch Essai geschrieben, ist eine Abhandlung, in der wissenschaftliche, kulturelle oder gesellschaftliche Themen betrachtet werden, und zwar in einer Form, die in der Hauptsache noch ein Sachtext ist, doch auch rhetorisch überzeugend und unterhaltsam sein will. Im Mittelpunkt steht oft die persönliche Auseinandersetzung des Autors mit einem Thema. Damit ist der Essay nicht auf formale Kriterien wissenschaftlicher Methodik angewiesen, sondern beruht auf den subjektiven Erfahrungen und Urteilen des Essayisten. »

und

" Nach der Duden-Definition ist ein Essay eine Abhandlung, die eine literarische oder wissenschaftliche Frage in knapper und anspruchsvoller Form behandelt. Einen Essay schreiben heißt also wissenschaftliches Schreiben, eine kritische Auseinandersetzung mit einem Thema. " Zitatende

Zu Deinen Vorschlägen, zu Deiner Empfehlung: hmmm – schwierig. Das sind meine Gedanken aus meinem erfahrenen, persönlichen Sein/Leben, die ich zu diesem Thema «Ich-Selbst-Lebensweg» habe. Es geht mir nicht darum, eine Geschichte darüber zu schreiben. Es ist ein Versuch einer komprimierten, komplexen Abhandlung.

Vielleicht ist der Titel oder das Forum falsch. Wüsste aber nicht wo ich es sonst einstellen sollte. Vorschläge für einen neuen Titel würden mich sehr interessieren – und sollte es das falsche Forum sein, bitte ich den Redakteur um entsprechende Verschiebung.

LG wirena
 
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