Eva

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anemone

Mitglied
Adam sprach nicht mit mir, weil er es nicht gelernt hatte. Aber er zeigte mir alles, sah mir in die Augen und ich wusste gleich, was er meinte. Ich bewunderte ihn. Er wusste so viel. Er wusste von den Bächen, dass sie zu durchwaten waren, zu überspringen. Dass ihr Quellwasser das beste war, was man trinken konnte, dass ich die Schlange meiden sollte, zeigte er mir, indem er mit seinen Händen aufgeregt in der Luft herumfuchtelte. Ja, er war schon etwas länger hier im Paradies.
Diese Früchte an den Bäumen kannte er alle. Er schob sie mir in den Mund. Es gab von jeder Frucht mindestens einen Baum.
Ich liebte es in die Obstbäume zu klettern und mir die Früchte in den Mund zu schieben.
Als ich im Apfelbaum saß, war dort plötzlich diese Schlange, vor der Adam mich gewarnt hatte. Ich hielt Ausschau nach ihm, aber er war wohl wieder bei Gott. Zu ihm hatte er ein besonderes Verhältnis. Gott liebte Adam so sehr, dass er ihm mich zur Gesellschaft gab. Und jetzt war da dieses Tier, dass sich um den Baum schlängelte und mit mir sprach.
Komisch, ich konnte es verstehen, dabei hatte ich es nie gelernt. Zunächst sah ich die Schlange nur an und begegnete ihr skeptisch. Meine Ohren, die nur Geräusche kannten hörten verwundert diese Stimme, die zunächst sehr leise sprach.
"Hey, Eva!" flüsterte sie. Ich zeigte keine Reaktion. Tat so, als höre ich sie nicht. Sah mir das Muster auf ihrer Haut an und wie es sich veränderte, je nachdem, wie das Tier sich bewegte. Ich versuchte sogar ihr zu entkommen. Langsam ließ ich mich vom Baum gleiten. Sprang das letzte Stücken auf den Boden und hob meinen Kopf nicht, um nach ihr zu schauen.
Als ich Adam begegnete, sagte ich nichts von meiner Begegnung. Ihm fiel es trotzdem auf, dass ich weniger lebhaft war, als sonst. Er dachte wohl, ich wäre eifersüchtig auf Gott und er streichelte mir über den Rücken. Durch seine Streicheleinheiten vergaß ich die Schlange wieder für eine kurze Zeit. Doch als Adam am Tag darauf wieder bei Gott war, besuchte ich erneut
den Apfelbaum. Kurz fiel mir das Muster der Schlange auf, doch bald sah ich diesen bildhübschen Mann auf den untersten
Ast des Baumes sitzen. Er versteckte etwas zwischen seinen Beinen und winkte mir mit einem Zweig zu, etwas näher heran zu kommen. Es machte mich unendlich neugierig, zu sehen, was er dort versteckte. Ich kam ihm gefährlich nahe und er sprach:
"Hallo Eva!" Ich sprach ihm diese Worte nach, da auch ich die Sprache noch nicht gelernt hatte. Er verzog das Gesicht
zu einem Lachen. Ich ebenfalls. Und dann ließ er es mich sehen, dieses Ding zwischen seinen Beinen. Sowas kannte ich nicht. Er winkte mich zu sich heran. Ich stand direkt unter ihm. "Probier mal diese Frucht!", sagte er zu mir.
Ich bohrte meinen Finger hinein und wiederholte seine Worte. Er schob meinen Kopf an diese Frucht heran und sie wuchs zur vollen Größe auf. Er zeigte mir die Lust, die mich immer wieder zu ihm gehen ließ, täglich, und ich zeigte sie Adam, der von nichts eine Ahnung hatte und Gott zeigte uns seinen Zorn, indem er kam und uns aus dem Paradies warf auf diese bitterböse kalte Erde.

Ja, so war das. Apfelbäume haben wir inzwischen auch wieder.
Schlangen? Ja, die gibt es immer noch.
Adam? Ist traurig, Gott redet nicht mehr mit ihm.
Außerdem muss er arbeiten, leider!
 

Yamana

Mitglied
ist dieser text zu retten? -aber ja!

liebe anemone!
erst dachte ich (so mal grob und unkonkret als erstes gefühl:)
oh je - adam und eva, der schwanz als köstliche frucht, naja. etwas verbraucht kam das bei mir an, etwas ausgelutscht (nicht der schwanz an sich, wie ich aus anderen gründen hoffe..) dies alles in einem etwas schnoddrigen ton, der manchmal etwas im ungefähren dahinplätschert... und dann fand ich aber auch die qualität darin, das naive murmeln eines zutiefst unschuldigen menschen. das gefällt mir dann wieder.
ich hab einen vorschlag, was die struktur deines textes angeht - was meinst du dazu:
(an der 'roten stelle' habe ich drei sätze verbunden)


Adam sprach nicht mit mir, weil er es nicht gelernt hatte.

Aber er zeigte mir alles, sah mir in die Augen und ich wusste gleich, was er meinte.

Ich bewunderte ihn. Er wusste so viel.

Er wusste von den Bächen, dass sie zu durchwaten waren, zu überspringen.

Dass ihr Quellwasser das beste war, was man trinken konnte, dass ich die Schlange meiden sollte, zeigte er mir, indem er mit seinen Händen aufgeregt in der Luft herumfuchtelte.

Ja, er war schon etwas länger hier im Paradies.
Diese Früchte an den Bäumen kannte er alle. Er schob sie mir in den Mund.

Es gab von jeder Frucht mindestens einen Baum.
Ich liebte es in die Obstbäume zu klettern und mir die Früchte in den Mund zu schieben.

Als ich im Apfelbaum saß, war dort plötzlich diese Schlange, vor der Adam mich gewarnt hatte.

Ich hielt Ausschau nach ihm, aber er war wohl wieder bei Gott. Zu ihm hatte er ein besonderes Verhältnis. Gott liebte Adam so sehr, dass er ihm mich zur Gesellschaft gab.

Und jetzt war da dieses Tier, dass sich um den Baum schlängelte und mit mir sprach. Komisch, ich konnte es verstehen, dabei hatte ich es nie gelernt.

Zunächst sah ich die Schlange nur an und begegnete ihr skeptisch. Meine Ohren, die nur Geräusche kannten, hörten verwundert diese Stimme, die zunächst sehr leise sprach.
"Hey, Eva!" flüsterte sie. Ich zeigte keine [red]Reaktion, tat so, als hörte ich sie nicht, sah mir [/red]das Muster auf ihrer Haut an und wie es sich veränderte, je nachdem, wie das Tier sich bewegte. Ich versuchte sogar ihr zu entkommen. Langsam ließ ich mich vom Baum gleiten. Sprang das letzte Stücken auf den Boden und hob meinen Kopf nicht, um nach ihr zu schauen.

Als ich Adam begegnete, sagte ich nichts von meiner Begegnung.

Ihm fiel es trotzdem auf, dass ich weniger lebhaft war, als sonst. Er dachte wohl, ich wäre eifersüchtig auf Gott und er streichelte mir über den Rücken. Durch seine Streicheleinheiten vergaß ich die Schlange wieder für eine kurze Zeit.

Doch als Adam am Tag darauf wieder bei Gott war, besuchte ich erneut den Apfelbaum.

Kurz fiel mir das Muster der Schlange auf, doch bald sah ich diesen bildhübschen Mann auf den untersten Ast des Baumes sitzen.

Er versteckte etwas zwischen seinen Beinen und winkte mir mit einem Zweig zu, etwas näher heran zu kommen.

Es machte mich unendlich neugierig, zu sehen, was er dort versteckte. Ich kam ihm gefährlich nahe und er sprach:

"Hallo Eva!"

Ich sprach ihm diese Worte nach, da auch ich die Sprache noch nicht gelernt hatte. Er verzog das Gesicht zu einem Lachen. Ich ebenfalls.

Und dann ließ er es mich sehen, dieses Ding zwischen seinen Beinen.

Sowas kannte ich nicht.

Er winkte mich zu sich heran.

Ich stand direkt unter ihm.

"Probier mal diese Frucht!", sagte er zu mir.

Ich bohrte meinen Finger hinein und wiederholte seine Worte. Er schob meinen Kopf an diese Frucht heran und sie wuchs zur vollen Größe auf.

Er zeigte mir die Lust, die mich immer wieder zu ihm gehen ließ, täglich, und ich zeigte sie Adam, der von nichts eine Ahnung hatte und Gott zeigte uns seinen Zorn, indem er kam und uns aus dem Paradies warf auf diese bitterböse kalte Erde.

Ja, so war das. Apfelbäume haben wir inzwischen auch wieder.
Schlangen? Ja, die gibt es immer noch.
Adam? Ist traurig, Gott redet nicht mehr mit ihm.
Außerdem muss er arbeiten, leider!

gruss Yamana
 

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