WackyWorld
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Ich habe meine Schwester vom Balkon gestoßen. Nicht mit Absicht. Also schon mit Absicht, aber nicht mit der Absicht, dass sie danach unten aufscheppert. Das wollte ich niemals.
Zumal es um eine Lappalie ging. Ich bin jetzt 15 und ich denke, jeder in der Pubertät kann verstehen, dass es in der Phase bei mir auch in den Lenden kribbelt. Ich habe also einen Tag nach der Schule, naja, halt Hand angelegt. Und dann kam Merle rein.
„Das sage ich Papa, dass du so versaut bist!"
Mein Vater ist Pfarrer. Wenn das mit dem Handanlegen rauskäme, würde mein Vater hundertpro bei mir ne Austreibung machen. Er ist ja Exorzist. Ich hatte ohnehin schon so eine trockene Haut da unten, wenn da noch Weihwasser raufgekippt werden würde, dann könnte ich tagelang nicht mehr pinkeln vor Schmerzen.
Mutti hätte mir nicht geholfen. Mutti sagt seit zwei Jahren kaum noch was. Sie isst auch nichts mehr. Sagt, sie macht Diät. Papa sagt, lass sie.
Also habe ich Merle gepackt und wollte nur, dass sie kapiert, was dann passieren würde, dann ist sie gestolpert und rückwärts den Balkon runter. Unter dem Balkon ist die Friedhofsmauer. Hinter der Friedhofsmauer ist der Friedhof.
Sie ist in ein Loch gefallen. Da war schon eins. Die graben die immer einen Tag vorher, für die Beerdigung am nächsten Morgen. Unser Nachbar war gestorben, er wurde vom Blitz erschlagen. Schrecklich. Aber noch schrecklicher war das mit Merle.
Ich habe versucht, sie wiederzubeleben. Es hat nichts gebracht. Was sollte ich machen? Also hab ich das Loch zugeschaufelt und die Schaufel wieder hingestellt. Das Loch war nicht ganz so tief wie vorher, aber ich dachte, das merkt keiner. Die legen da morgen sowieso noch einen drauf. Unser Nachbar war extrem dünn, der war Extrem-Veganer, der hat nur Gras gegessen. Der passt da noch locker rein.
Als ich wieder oben war, hat es mich voll getroffen. Die Erkenntnis. Der Friedhof war ein Wiedergängerfriedhof. Wie dieser Friedhof der Kuscheltiere bei Stephen King. Papa hat das mal beim Abendessen erzählt, so nebenbei, als wäre es Wetter. Mutti hat da komisch geguckt.
Ganz ehrlich. Mag jetzt scheiße und egoistisch klingen, aber darauf hatte ich echt keinen Bock. Dass Merle jetzt wiederkommt. Wir hätten uns niemals wegen des Erbes geeinigt und Merles Zimmer war direkt neben meinem. Ein Wanddurchbruch und ich hätte ne Riesenbude gehabt.
Um halb zwölf hat es geklingelt.
Merle stand vor der Tür. Sie hatte Erde in den Haaren und war sehr sauer.
„Du hast mich vom Balkon gestoßen", sagte sie.
„Du wolltest es Papa sagen", sagte ich.
Sie kam rein und setzte sich auf mein Bett. Das hat sie sonst nie gemacht. Sie roch nach Keller.
Ich hab gefragt, ob das Loch noch offen ist. Sie hat gesagt, sie hat es hinter sich wieder zugemacht. Sie war schon immer ordentlicher als ich.
Dann hab ich gesagt, wir müssen das jetzt gut überlegen. Wenn rauskommt, dass sie tot ist, macht Papa eine Austreibung, und zwar richtig, nicht so eine kleine wie bei mir. Wenn rauskommt, dass ich das war, dann auch. Also müssen wir zusammenhalten.
Sie hat mich lange angeguckt. Ein Auge war ein bisschen nach innen gerutscht.
„Ja", sagte sie. „Wir halten zusammen."
Dann hat sie gesagt, dass sie ab jetzt mein Zimmer nimmt, weil ihres zum Friedhof rausgeht und sie das nicht mehr sehen will.
Ich fand das fair. Wir halten ja zusammen.
Der Wanddurchbruch war damit auch erledigt.
Am Montag sind wir zur Schule. Ich hab ihr den Schal von Mutti umgemacht und gesagt, sie soll nicht so viel reden. Das war kein Problem, sie redet sowieso nur noch mit mir, seit Sonntag.
In Bio hat sie sich gemeldet. Sie hat sich noch nie in Bio gemeldet. Wir haben das Thema Neuroplastizität drangenommen. Merle fragte, ob die Formbarkeit des Gehirns im Alter auch dann noch vorhanden sei, wenn das Gehirn draußen wäre.
Als Frau Ostholt meinte, dass dann ja ohnehin alles zu spät sei. Das sehe sie anders, meinte Merle und dann ist ihr ein Stück Wange auf den Tisch gefallen
Es war nicht groß. Etwa wie ein Radieschen.
Frau Ostholt hat gefragt, was das ist.
„Neurodermitis", sagte ich. "Endstadium" schob ich nach. Weil das einfach zu krass aussah.
Frau Ostholt hat genickt. Ihr Sohn habe das auch. Ich wusste bis dato gar nicht, dass Frau Ostholt nen Sohn hatte. Sie war ja schon ziemlich alt, der musste dann ja auch schon alt sein. Ok, Lehrer sehen oft älter aus, weil die ja meistens so uralte Pullunder anhaben. Da rechnet man schnell die Kleidungsepoche mit rein.
Jedenfalls hat Merle das Stück aufgehoben und in ihre Federmappe getan. Es müffelte etwas, aber neben uns saß Dirk und der müffelt noch mehr.
In der Pause hat sie gesagt, dass ich ab jetzt ihre Hausaufgaben mache. Alle. Auch Mathe. Sie könne sich nicht mehr so gut konzentrieren, wegen des Auges. Dabei hat sie schief gegrinst. Sah irgendwie cringe aus.
Ich hab trotzdem gesagt, okay.
Abends gab es Nudeln. Merle hat nichts gegessen. Papa hat gefragt, ob sie jetzt auch Diät macht.
„Ja", sagte Merle.
Mutti hat nichts gesagt. Mutti sitzt beim Essen da und guckt aus dem Fenster, Richtung Friedhof. Papa hat gesagt, lass sie. Dann hat er das Tischgebet gesprochen und dabei Merle angeguckt. Länger als sonst.
Dienstag war Sport. Ich hab Merle gesagt, sie soll sich krankmelden. Sie hat gesagt, sie ist nicht krank, sie ist tot, das ist was anderes. Und dann hat sie gesagt, ich soll ihr mein Taschengeld geben, sonst überlegt sie sich das mit dem Zusammenhalten noch mal.
Ich hab es ihr gegeben. Alles. Auch die zwanzig Euro von Oma.
Beim Fußball hat Kevin Brandt sie angerempelt. Ihr Arm hat danach anders gehangen. Nicht ab, nur anders. So wie bei den Puppen, wenn man den Arm zu weit dreht.
Kevin hat gesagt, sorry.
Merle hat gesagt, schon gut. Und dann hat sie ihm ins Ohr gebissen. Nicht fest. Kevin hat gelacht. Kevin lacht immer, wenn er nicht weiß, was los ist. Merle hat danach den ganzen Nachmittag gegrinst. Ich glaub, da hat sie gemerkt, dass das auch bei anderen geht. Nicht nur bei mir.
Ich hab sie gefragt, ob der Nachbar auch wiederkommt. Der lag ja jetzt auch im Loch.
"Woher soll ich das wissen?", meinte sie. Und dann wollte sie mich überreden, dass wir dem Nachbarn den Schädel öffnen. Das merke der doch gar nicht, meinte sie. Ich habe dann gesagt, dass der ohnehin nicht so schlau war, da wäre kaum was dran am Hirn. "Arschkrampe." hat sie mich genannt und beim Versuch vor mir zu laufen ist sie gegen eine Mülltonne gekracht.
Mittwoch hat sie richtig übel nach süßlichem Abfall gerochen. Mir liefen die Tränen runter und als sie kurz außer Sichtweite war, musste ich mich übergeben. Ich hab dann ne alte Coronamaske geholt und mir die aufgesetzt. Kurz vor der Schule habe ich sie wieder abgenommen. Und dann schossen auch sofort wieder die Tränen in die Augen.
Nicht so, dass es nur ich gemerkt hab. Alle. Frau Ostholt hat das Fenster aufgemacht, und Kevin Brandt hat gefragt, ob jemand seine Sportsachen vergessen hat. Dirk ging richtig ab, der hat ununterbrochen gehustet und dann hat ihn Frau Ostholt nach Hause geschickt. Sie selbst war auch ziemlich bleich. Aber alte Menschen sind ja oft bleich.
Auf dem Heimweg hat Merle gesagt, dass das so nicht weitergehen könne. Dass sie das mit dem Zusammenhalten noch mal neu regeln müsse. Sie hat mich angeguckt mit dem Auge, das noch geradeaus guckt.
„Der Balkon", hat sie gesagt.
Ich hab gesagt, ich hab nichts gemacht.
„Noch nicht", hat sie gesagt.
Zu Hause war Papa schon da. Er stand in der Küche und hat den Tisch gedeckt. Er hat Merle angeguckt. Die Wange. Den Arm. Er hat gerochen. Man konnte sehen, wie er gerochen hat.
Dann hat er mich angeguckt.
Ich hab gedacht, jetzt.
Er ist zum Schrank gegangen, hat die Flasche mit dem Weihwasser rausgenommen, sie eine Weile in der Hand gehalten und wieder reingestellt.
„Die Schaufel", sagte Papa, „gehört rechts neben das Tor. Nicht links. Das fällt sonst auf."
Er hat vier Teller hingestellt. Dann hat er zwei wieder weggenommen.
Mutti hat gelächelt.
Das tut sie sonst nie.
Sie roch genauso wie Merle.
Zumal es um eine Lappalie ging. Ich bin jetzt 15 und ich denke, jeder in der Pubertät kann verstehen, dass es in der Phase bei mir auch in den Lenden kribbelt. Ich habe also einen Tag nach der Schule, naja, halt Hand angelegt. Und dann kam Merle rein.
„Das sage ich Papa, dass du so versaut bist!"
Mein Vater ist Pfarrer. Wenn das mit dem Handanlegen rauskäme, würde mein Vater hundertpro bei mir ne Austreibung machen. Er ist ja Exorzist. Ich hatte ohnehin schon so eine trockene Haut da unten, wenn da noch Weihwasser raufgekippt werden würde, dann könnte ich tagelang nicht mehr pinkeln vor Schmerzen.
Mutti hätte mir nicht geholfen. Mutti sagt seit zwei Jahren kaum noch was. Sie isst auch nichts mehr. Sagt, sie macht Diät. Papa sagt, lass sie.
Also habe ich Merle gepackt und wollte nur, dass sie kapiert, was dann passieren würde, dann ist sie gestolpert und rückwärts den Balkon runter. Unter dem Balkon ist die Friedhofsmauer. Hinter der Friedhofsmauer ist der Friedhof.
Sie ist in ein Loch gefallen. Da war schon eins. Die graben die immer einen Tag vorher, für die Beerdigung am nächsten Morgen. Unser Nachbar war gestorben, er wurde vom Blitz erschlagen. Schrecklich. Aber noch schrecklicher war das mit Merle.
Ich habe versucht, sie wiederzubeleben. Es hat nichts gebracht. Was sollte ich machen? Also hab ich das Loch zugeschaufelt und die Schaufel wieder hingestellt. Das Loch war nicht ganz so tief wie vorher, aber ich dachte, das merkt keiner. Die legen da morgen sowieso noch einen drauf. Unser Nachbar war extrem dünn, der war Extrem-Veganer, der hat nur Gras gegessen. Der passt da noch locker rein.
Als ich wieder oben war, hat es mich voll getroffen. Die Erkenntnis. Der Friedhof war ein Wiedergängerfriedhof. Wie dieser Friedhof der Kuscheltiere bei Stephen King. Papa hat das mal beim Abendessen erzählt, so nebenbei, als wäre es Wetter. Mutti hat da komisch geguckt.
Ganz ehrlich. Mag jetzt scheiße und egoistisch klingen, aber darauf hatte ich echt keinen Bock. Dass Merle jetzt wiederkommt. Wir hätten uns niemals wegen des Erbes geeinigt und Merles Zimmer war direkt neben meinem. Ein Wanddurchbruch und ich hätte ne Riesenbude gehabt.
Um halb zwölf hat es geklingelt.
Merle stand vor der Tür. Sie hatte Erde in den Haaren und war sehr sauer.
„Du hast mich vom Balkon gestoßen", sagte sie.
„Du wolltest es Papa sagen", sagte ich.
Sie kam rein und setzte sich auf mein Bett. Das hat sie sonst nie gemacht. Sie roch nach Keller.
Ich hab gefragt, ob das Loch noch offen ist. Sie hat gesagt, sie hat es hinter sich wieder zugemacht. Sie war schon immer ordentlicher als ich.
Dann hab ich gesagt, wir müssen das jetzt gut überlegen. Wenn rauskommt, dass sie tot ist, macht Papa eine Austreibung, und zwar richtig, nicht so eine kleine wie bei mir. Wenn rauskommt, dass ich das war, dann auch. Also müssen wir zusammenhalten.
Sie hat mich lange angeguckt. Ein Auge war ein bisschen nach innen gerutscht.
„Ja", sagte sie. „Wir halten zusammen."
Dann hat sie gesagt, dass sie ab jetzt mein Zimmer nimmt, weil ihres zum Friedhof rausgeht und sie das nicht mehr sehen will.
Ich fand das fair. Wir halten ja zusammen.
Der Wanddurchbruch war damit auch erledigt.
Am Montag sind wir zur Schule. Ich hab ihr den Schal von Mutti umgemacht und gesagt, sie soll nicht so viel reden. Das war kein Problem, sie redet sowieso nur noch mit mir, seit Sonntag.
In Bio hat sie sich gemeldet. Sie hat sich noch nie in Bio gemeldet. Wir haben das Thema Neuroplastizität drangenommen. Merle fragte, ob die Formbarkeit des Gehirns im Alter auch dann noch vorhanden sei, wenn das Gehirn draußen wäre.
Als Frau Ostholt meinte, dass dann ja ohnehin alles zu spät sei. Das sehe sie anders, meinte Merle und dann ist ihr ein Stück Wange auf den Tisch gefallen
Es war nicht groß. Etwa wie ein Radieschen.
Frau Ostholt hat gefragt, was das ist.
„Neurodermitis", sagte ich. "Endstadium" schob ich nach. Weil das einfach zu krass aussah.
Frau Ostholt hat genickt. Ihr Sohn habe das auch. Ich wusste bis dato gar nicht, dass Frau Ostholt nen Sohn hatte. Sie war ja schon ziemlich alt, der musste dann ja auch schon alt sein. Ok, Lehrer sehen oft älter aus, weil die ja meistens so uralte Pullunder anhaben. Da rechnet man schnell die Kleidungsepoche mit rein.
Jedenfalls hat Merle das Stück aufgehoben und in ihre Federmappe getan. Es müffelte etwas, aber neben uns saß Dirk und der müffelt noch mehr.
In der Pause hat sie gesagt, dass ich ab jetzt ihre Hausaufgaben mache. Alle. Auch Mathe. Sie könne sich nicht mehr so gut konzentrieren, wegen des Auges. Dabei hat sie schief gegrinst. Sah irgendwie cringe aus.
Ich hab trotzdem gesagt, okay.
Abends gab es Nudeln. Merle hat nichts gegessen. Papa hat gefragt, ob sie jetzt auch Diät macht.
„Ja", sagte Merle.
Mutti hat nichts gesagt. Mutti sitzt beim Essen da und guckt aus dem Fenster, Richtung Friedhof. Papa hat gesagt, lass sie. Dann hat er das Tischgebet gesprochen und dabei Merle angeguckt. Länger als sonst.
Dienstag war Sport. Ich hab Merle gesagt, sie soll sich krankmelden. Sie hat gesagt, sie ist nicht krank, sie ist tot, das ist was anderes. Und dann hat sie gesagt, ich soll ihr mein Taschengeld geben, sonst überlegt sie sich das mit dem Zusammenhalten noch mal.
Ich hab es ihr gegeben. Alles. Auch die zwanzig Euro von Oma.
Beim Fußball hat Kevin Brandt sie angerempelt. Ihr Arm hat danach anders gehangen. Nicht ab, nur anders. So wie bei den Puppen, wenn man den Arm zu weit dreht.
Kevin hat gesagt, sorry.
Merle hat gesagt, schon gut. Und dann hat sie ihm ins Ohr gebissen. Nicht fest. Kevin hat gelacht. Kevin lacht immer, wenn er nicht weiß, was los ist. Merle hat danach den ganzen Nachmittag gegrinst. Ich glaub, da hat sie gemerkt, dass das auch bei anderen geht. Nicht nur bei mir.
Ich hab sie gefragt, ob der Nachbar auch wiederkommt. Der lag ja jetzt auch im Loch.
"Woher soll ich das wissen?", meinte sie. Und dann wollte sie mich überreden, dass wir dem Nachbarn den Schädel öffnen. Das merke der doch gar nicht, meinte sie. Ich habe dann gesagt, dass der ohnehin nicht so schlau war, da wäre kaum was dran am Hirn. "Arschkrampe." hat sie mich genannt und beim Versuch vor mir zu laufen ist sie gegen eine Mülltonne gekracht.
Mittwoch hat sie richtig übel nach süßlichem Abfall gerochen. Mir liefen die Tränen runter und als sie kurz außer Sichtweite war, musste ich mich übergeben. Ich hab dann ne alte Coronamaske geholt und mir die aufgesetzt. Kurz vor der Schule habe ich sie wieder abgenommen. Und dann schossen auch sofort wieder die Tränen in die Augen.
Nicht so, dass es nur ich gemerkt hab. Alle. Frau Ostholt hat das Fenster aufgemacht, und Kevin Brandt hat gefragt, ob jemand seine Sportsachen vergessen hat. Dirk ging richtig ab, der hat ununterbrochen gehustet und dann hat ihn Frau Ostholt nach Hause geschickt. Sie selbst war auch ziemlich bleich. Aber alte Menschen sind ja oft bleich.
Auf dem Heimweg hat Merle gesagt, dass das so nicht weitergehen könne. Dass sie das mit dem Zusammenhalten noch mal neu regeln müsse. Sie hat mich angeguckt mit dem Auge, das noch geradeaus guckt.
„Der Balkon", hat sie gesagt.
Ich hab gesagt, ich hab nichts gemacht.
„Noch nicht", hat sie gesagt.
Zu Hause war Papa schon da. Er stand in der Küche und hat den Tisch gedeckt. Er hat Merle angeguckt. Die Wange. Den Arm. Er hat gerochen. Man konnte sehen, wie er gerochen hat.
Dann hat er mich angeguckt.
Ich hab gedacht, jetzt.
Er ist zum Schrank gegangen, hat die Flasche mit dem Weihwasser rausgenommen, sie eine Weile in der Hand gehalten und wieder reingestellt.
„Die Schaufel", sagte Papa, „gehört rechts neben das Tor. Nicht links. Das fällt sonst auf."
Er hat vier Teller hingestellt. Dann hat er zwei wieder weggenommen.
Mutti hat gelächelt.
Das tut sie sonst nie.
Sie roch genauso wie Merle.
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