Familiengeheimnisse

tantan1234

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Die kargen Bäume zogen an Julie vorbei. Sie fuhren jetzt schon seit vier Stunden mit dem Auto und die Umgebung wurde immer trister und leerer. Anfangs waren noch größere Städte am Fenster vorbeigezogen. Doch diese wurden nach gewisser Zeit von kleineren abgelöst, die aber auch irgendwann verschwunden waren. Und jetzt fuhren sie seit zwei Stunden nur noch an Bäumen und Wiesen vorbei.
„Hier gibt es ja absolut nichts mehr! Wieso müssen wir hier herziehen?“
„Julie, deine Großtante ist 104 Jahre und kann sich nicht mehr alleine versorgen. Sie braucht Hilfe. Und dir schadet eine neue Umgebung bestimmt nicht; ein frischer Wind. Du wirst sehen, das Leben in Shepherds Growth wird dir gut tun. Ich bin hier auch groß geworden.“
„Tante Ida hätte doch auch in ein Seniorenheim ziehen können.“
„Die Entscheidung wurde getroffen Julie. Ende der Diskussion.“
Nach einer Stunde Schweigens bog Julies Vater auf einer Straße nach links ab und nach ein paar weiteren Minuten kam endlich wieder ein Dorf in Sicht. Shepherd Growth.
Und schließlich hielt das Auto vor einem großen Haus. Es hatte 4 Etagen und sah mehr wie ein kleines Schloss aus, als ein Haus. Die Einfahrt war lang und der Vorgarten hatte in der Mitte einen großen Springbrunnen. Doch sprudelte kein Wasser mehr aus dem Brunnen, stattdessen war er von Moos überwuchert. Auch die Hecken, die das Grundstück umgaben, waren schon lange nicht mehr gestutzt worden. Überall wucherten wilde Äste heraus. Das Laub von den Bäumen lag im Garten verteilt herum. Alles sah sehr düster aus. Hätte Julie nicht gewusst, dass in diesem Haus noch jemand lebt, hätte sie vermutet, dass es seit Jahrzehnten leer steht.
Sie stieg mit ihren Eltern zusammen aus dem Auto und betrachtete die Umgebung. Das Haus trotz allem wirklich beeindruckend. Sie betraten das Grundstück und gingen durch das große steinerne Eingangstor.
„Sagtet ihr nicht, dass wir zu Großtante Ida ziehen, da sie sich nicht mehr alleine versorgen kann?“
„Ja, das sagten wir. Wieso fragst du?“

Julie antwortete, indem sie auf eine Gestalt zeigte, die neben dem Brunnen im Blumenbeet kniete. Tante Ida war anscheinend gerade dabei die abgeblühten Blumen aus dem Beet herauszunehmen. Als sie bemerkte, dass sie Besuch bekommen hat, stand sie vorsichtig auf, indem sie sich auf einen Stock stützte, der neben ihr lag. Langsam, aber für ihr stolzes Alter sehr sicher, ging sie auf Julie und ihre Eltern zu. Schon kurz vor dem Ziel breitete sie die Arme aus.
„Wie schön, dass ihr endlich da seid. Ich konnte es kaum erwarten. Um mich zu beruhigen habe ich dann angefangen das Blumenbeet zu pflegen.“
„Aber Tante Ida, das können wir doch ab sofort für dich erledigen. Und Julie hilft uns bestimmt auch dabei.“
„Nein, nein. Kommt gar nicht in Frage. So halte ich mich wenigstens fit.“
„Na wenn du meinst, Ida.“
„Ja, das meine ich und jetzt kommt, kommt. Ich mache euch einen Tee. Ihr hattet doch eine lange Anreise. Euer Gepäck könnt ihr später noch reinbringen.“
Sie gingen alle über die große Haupttreppe in das Haus und waren im Eingangsbereich. Hier war alles verstaubt. An der einen Wand hing ein großer Spiegel. Doch er hatte schon Flecken. Darunter stand ein altertümlicher Tisch. Darauf eine große Vase mit vertrockneten Blumen darin. Auf der anderen Seite der Wand stand ein alter verzierter Schrank aus dunklem Holz. Die großen Fenster, die man von außen gesehen hatte, waren alle hinter dunklen Vorhängen versteckt. Von der Decke hing ein mit Spinnenweben versehener Kronleuchter herunter. Früher musste er wunderschön gewesen sein. Aber die Steine, mit denen der Kronleuchter verziert war, waren mittlerweile stumpf, glänzten nicht mehr und auch die Goldelemente waren mittlerweile verblichen.
„Eure Jacken könnt ihr gerne auf den Stuhl da drüben legen. Wir werden den Schrank ausräumen und Platz für euch schaffen. Aber dazu bin ich noch gar nicht gekommen. Hier gibt es immer etwas zu tun, wie ihr euch bestimmt denken könnt. Aber gehen wir doch erstmal in die Küche. Dann könnt ihr mir von eurer Fahrt berichten.“

Sie folgten ihr durch die Tür, die sich hinten Rechts im Eingangsbereich befand. Auch hier bot sich kein anderes Bild als schon zuvor. Vom Küchenfenster aus konnte man in den hinteren Teil des Gartens schauen. Man kam über eine große Terrasse und wieder eine Treppe in den Garten. Dieser zog sich so weit nach hinten, dass man das Ende nur erahnen konnte. Links im Garten befand sich ein Pavillon, dessen Balken mit schönen Blumenmustern verziert waren. Aber auch ihm sah man das Alter an. Dennoch konnte man sich vorstellen, wie schön er einmal gewesen sein musste. An manchen Stellen waren noch Reste von Farben vorhanden. Im restlichen Garten waren alte Eichen verteilt. Sie mussten schon ewig den Garten verziert haben, denn ihre Baumstämme waren mächtig und die Baumkronen wollten nicht enden. In der Mitte des Gartens befand sich ein leerer Swimmingpool. Ähnlich wie beim Brunnen hat auch hier das Moos die Wände befallen.
Tante Ida ging an ihren altertümlichen Ofen und schürte ein Feuer, wobei Julie gar nicht mitbekommen hatte, wo Ida ein Feuerzeug oder Streichhölzer geholt hatte. Die Flamme war einfach da. Aber vielleicht war sie zu sehr vom Anblick des Gartens abgelenkt gewesen. Tante Ida füllte eine Teekanne mit Wasser und stellte diese auf den Ofen. Julie hoffte, dass sie hier einen elektrischen Ofen einbauen würden, sobald sie endgültig eingezogen waren. Während das Wasser kochte, führte Tante Ida ihre drei Besucher im unteren Geschoss herum. Erst gingen sie in das Esszimmer, das an die Küche anschloss. Danach führte ihr Weg sie wieder zurück in den Eingangsbereich wo sie auf die linke Seite wechselten und im Wohnzimmer angelangt waren. Hier standen mehrere Sofas sowie ein schwarzes Klavier. Von den Fenstern aus konnte man wieder in den Garten schauen. Die Wände zierten alte Bilder mit schweren, goldenen Bilderrahmen. Julie erkannte niemanden auf den Portraits, aber sie vermutete, dass es ihre Verwandtschaft war. Auf einem kleineren Bild waren mehrere Personen abgebildet. Alle hatten einen schwarzen Mantel an, der bis zum Boden reichte. Interessanter Modestil, dachte sich Julie und schaute sich dann weiter um. Die eine Frau sah Tante Ida ähnlich. Nur viel jünger. Sie blieb an dem Bild hängen. Großtante Ida bemerkte dies und kam zu ihr. „ über 70 Jahre ist das Bild nun alt. Das waren Zeiten früher.“
„Da siehst du fast ein wenig aus wie Mum finde ich.“
„Ja, da hast du Recht. Eine wunderschöne Frau deine Mum.“ Lachend ging Ida weiter um die Tour zu beenden, da der Wasserkessel pfiff.

Mit ihren Teetassen setzten sich alle vier an den kleinen Tisch in der Küche. „Wann kommen eure restlichen Sachen? Wir müssten vorher die Zimmer vorbereiten.“
„Das Umzugsunternehmen wollte unsere Sachen in fünf Wochen bringen. Bis dahin leben wir erstmal aus unseren Koffern“, antwortete Julies Vater Josh.
„Ich habe schon mit den Handwerkern aus dem Dorf geredet. Sie hätten ab nächster Woche Zeit uns beim Renovieren zu helfen. Ihr müsst euch nur einigen, wer welches Zimmer bekommt.“
„Es gibt ja genügend zur Auswahl.“ Antwortete Josh.

Danach holten sie ihre Koffer aus dem Auto. Julies Eltern wählten Zimmer im ersten Stock aus. Julie dagegen wählte für sich das große Schlafzimmer im zweiten Stock mit einem Balkon, mit Blick auf den Garten. Idas Zimmer befand sich direkt darunter. Alle Zimmer waren in einem ähnlichen Stil wie der Rest des Hauses eingeräumt und auch hier war überall Staub verteilt. Es würde eine lange Zeit dauern das Haus auf Vordermann zu bringen.

Julie schlief unruhig diese Nacht. Drehte sich ständig von einer Seite auf die andere. Irgendwann war es zu viel für sie und sie ging nach unten in die Küche um sich eine heiße Schokolade zu machen. Als sie jedoch die Küche betrat saß schon jemand am Küchentresen. Ein kleines Licht leuchtete schwach, Julie konnte die Quelle davon aber nicht erkennen. Vielleicht war es ein kleines Teelicht oder ein Feuerzeug. Als sie noch einen Schritt in Richtung Küche machte, knarzte der Boden unter ihr und das Licht war weg. Julie ging weiter in die Küche und sah Tante Ida am Tresen sitzen.
„Na kannst du nicht schlafen? Ist das Bett unbequem?“
„Das Bett passt, danke. Aber es ist alles noch etwas neu. Und du?“
„Ich war wach und konnte nicht wieder einschlafen. Setz dich doch.“
„Danke. Es muss bisher doch sehr leer hier gewesen sein oder?“
„Ja. Da hast du Recht. Es gab Zeiten, da waren alle Zimmer bewohnt. Das waren noch Zeiten.“
„Wirklich? Alle Zimmer? Aber doch nicht allein durch unsere Verwandtschaft?“
„Nein. Du musst wissen, das Haus hat schon meinen Eltern vorher gehört. Doch sie sind recht früh verstorben. Da waren es nur noch mein Bruder Ryan und ich. Er war damals 20 und ich bin gerade 18 geworden. Damals war hier noch etwas mehr Leben im Dorf. Ähnlich wie unsere Eltern sind auch andere an einer Art Grippe gestorben. Manche Kinder waren leider nicht so glücklich wie wir, wenn man das in einer solchen Situation so sagen kann, also haben wir sie mit in unser Haus aufgenommen. Und so waren wir zeitweise zu 20igst hier.“
„Das hat mir Mum nie erzählt. Sind das die Leute auf dem Bild im Wohnzimmer?“
„Ja, gut aufgepasst Kleines. Das Bild wurde später gemacht, als wir alle schon etwas älter waren.“
„Aber wieso die Umhänge?“
„Ach das, das war die Mode damals. Aber ich denke wir sollten uns langsam wieder ins Bett begeben. Es gibt morgen viel zu tun. Und ich brauch meinen Schönheitsschlaf, oder was denkst du, wie ich mich so jung gehalten habe.“
Lachend standen beide auf und Julie reichte ihrer Großtante den Gehstock.
Julie brachte ihre Tante zu ihrem Schlafzimmer und ging dann weiter in den nächsten Stock. Als sie gerade ihre Tür aufmachte, viel ihr auf, dass sie kein Teelicht oder Feuerzeug bei ihrer Tante bemerkt hatte. Was war also dieses Licht? Sie tat es als eine Spiegelung ab und ging schließlich wieder ins Bett.

Am nächsten Morgen weckte sie der Geruch von frischen Brötchen und Kaffee, der anscheinend durch die offene Balkontür hereinzog. Ihre Eltern und Tante hatten sich zum frühstücken an den Tisch auf der Terrasse gesetzt. Julie ging auf den Balkon und schaute herunter. „Habt ihr was für mich übrig gelassen?“
„Aber natürlich. Wir können dich doch nicht verhungern lassen.“
„Das ist nett. Ich bin gleich bei euch.“

Julie machte sich schnell zurecht und setzte sich mit auf die Terrasse um zu frühstücken. „Gut, dass du schon wach bist, dann können wir gleich nach dem Frühstück anfangen, die Zimmer etwas aufzuräumen. Das wird bestimmt spaßig.“
Julie schaute ihren Vater ungläubig an. „Kommen die Handwerker nicht erst nächste Woche?“
„Wir brauchen doch nicht die Handwerker, um hier ein wenig sauber zu machen. Du hast immerhin die Wahl, ob du mit deiner Tante und deiner Mama die Zimmer putzt oder mir beim Garten hilfst.“
„Hm. Tolle Auswahlmöglichkeiten. Aber ich denke ich helfe Mum.“
„Na gut, wenn du keine frische Luft schnappen willst. Viel Spaß im Staub.“



Sie begannen mit dem putzen im Erdgeschoss. Julies Mum Marie und Tante Ida begannen in der Küche, Julie putzte das Wohnzimmer. Bevor sie anfing öffnete sie die großen Terrassentüren um frische Luft hereinzulassen. Danach begann sie damit, das Klavier zu entstauben und machte bei den Sofas weiter, indem sie mit einem Teppichklopfer auf die Sofas hieb. Zum Glück hatte sie vorher die Terrassentüren geöffnet, ansonsten wäre sie erstickt. Überall um sie herum bildete sich eine große, graue Staubwolke. Sie konnte kaum noch etwas sehen. Deshalb ließ sie das erstmal gut sein und ging weiter, um die Bilder in der gegenüberliegenden Ecke des Zimmers zu reinigen. Sie hatte von ihrer Mutter einen langen Staubwedel bekommen, mit dem sie bis an die 3 Meter hohe Decke kam. Da überall Spinnenweben waren, beschloss sie, mit dem Staubwedel auch hinter die Bilderrahmen zu gehen. Beim vierten Bild jedoch viel plötzlich ein zusammengefalteter Zettel herunter. Julie ging hin und hob ihn auf. Er war sehr vergilbt, aber sie konnte die Schrift drauf noch erkennen. Neugierig faltete sie den Zettel vorsichtig auf, um ihn nicht kaputt zu machen. Kurz überlegte sie noch, ob sie nicht lieber zu ihrer Tante gehen sollte, aber die Neugierde überwog. Und so las sie den Inhalt:

-Meine liebe Ida,

Ich musste es versuchen. Ich hoffe du kannst mir irgendwann verzeihen. Aber es war die einzige Möglichkeit, euch alle zu retten. Sollte ich den heutigen Abend nicht überstehen, sei dir gewiss, dass ich bis zu meinem Tod glücklich war. Glücklich dank dir. Dank euch. Gib gut acht auf unsere Tochter. Irgendwann werden wir uns wieder sehen.

In ewiger Liebe,
dein William-




Julie las den Zettel mehrere male durch, konnte aber einfach nicht verstehen, was ihr Großonkel da geschrieben hat. Ihre Mutter hatte ihr immer erzählt, dass Onkel William an einem Herzinfarkt gestorben sei. Wieso also dieser Text? Aber vielleicht hatte er ja das, was auch immer er da auf dem Zettel andeutete, überstanden und hatte später den Herzinfarkt? Leider stand kein Datum auf dem Zettel. Aber man hätte ihr doch bestimmt erzählt, wenn Onkel William etwas so wichtiges vollbracht hätte. Wieso wusste sie also von nichts. Sie verstand es nicht. Sie fand einfach keine Erklärung dafür. Julie überlegte für einen Moment, ob sie vielleicht in die Küche gehen und ihre Tante fragen sollte, aber wenn sie gewollt hätten, dass Julie davon weiß, hätten sie ihr das nicht schon längst erzählt? Sie entschied sich dafür, den Zettel schnell wieder wegzupacken und erstmal so zu tun, als hätte sie ihn nie gesehen. Heute Nacht würde sie auf den Dachboden gehen und nach Hinweisen suchen. Vielleicht fand sie etwas in alten Fotoalben oder alten Briefen, was ihr eine Erklärung geben würde.

Kaum, dass sie den Zettel wieder versteckt hatte, kam ihr Vater durch die Tür. „Alles ok hier? Als ich vom Poolboden wieder heraufgekommen bin, kamen ganz viele graue Wolken aus der offenen Tür. Ich hatte schon Angst, irgendwas würde hier brennen!“
„Nein nein Papa, alles ok. Ich habe nur die Sofas entstaubt. Aber ich glaube ich war zu energisch.“
„Na dann bin ich ja beruhigt.“ Er ging weiter in die Küche und Julie war wieder alleine mit ihren Gedanken. Ständig dachte sie an den Zettel zurück. Und als sie die weiteren Bilder abstaubte, hoffte sie jedes Mal, einen weiteren Zettel zu finden. Doch leider fand sie nur Unmengen an Spinnwegen.

Gegen ein Uhr gab es Mittagessen und die zweite Hälfte des Tages half sie ihrem Vater im Garten. Er war immer noch damit beschäftigt den Boden und die Wände des Pools zu reinigen, also begann sie damit, die Balken des Pavillons abzuschleifen, dass die Balken im Anschluss neu gestrichen werden konnten. Jeder Balken war verziert mit einer Art Blume. Nur kannte Julie die Sorte nicht. Es ähnelte einer Rose, war aber doch irgendwie anders. Julie hat die Blume auch schon im Haus gesehen. Die Balken des Pavillons waren früher einmal weiß gewesen, so viel war stellenweise noch zu erkennen, doch viele Balken waren zum größten Teil mit Moos übersäht. Es würde noch ewig dauern, bis sie jeden einzelnen Balkon soweit hätte, dass er neu gestrichen werden konnte.



Später nach dem Abendessen ging Julie in ihr Zimmer, wobei sie die Tür offen ließ, dass sie hören konnte, wann der Rest ihrer Familie ins Bett ging. Die letzten Schritte hörte sie gegen elf Uhr. Um sicher zu sein, wartete sie jedoch noch eine halbe Stunde. Doch nichts passierte mehr. Alles im Haus war still. Man konnte lediglich ab und zu die Balken hören, die gelegentlich knacksten. Sie nahm sich eine Taschenlampe und stieg die Treppen hoch bis sie schließlich die Tür zum Dachboden erreicht hatte. Sie hatte Glück, die Tür war nicht abgesperrt. Wieso auch, es sollte hier ja nur alte Erinnerungsstücke geben. Wer würde die schon stehlen. Vorsichtig, um keinen Lärm zu erzeugen, machte Julie die Tür auf und ging hindurch. Sie konnte es nicht glauben, aber hier oben waren sogar noch mehr Staub und Spinnenweben als in den unteren Stockwerken. Tapfer ging sie weiter. Überall standen große Truhen, alte Möbel und lehnten Bilder. Wo sollte sie hier nur anfangen? Es würde ewig dauern, alles durchzuschauen, aber irgendwo musste sie beginnen. Sie musste ja nicht heute Nacht alles absuchen. Sie hatte schließlich Zeit. Sie ging ans letzte Ende des Dachbodens, da sie vermutete, dass man hier die wertvollsten Sachen lagern würde. Sicher verstaut. Langsam leuchtete sie mit ihrer Taschenlampe die nahestehenden Kisten ab, um zu entscheiden, welche am wichtigsten aussah. Schließlich entschied sie sich für eine Kiste. Sie war mit einem bunten Blumenmuster verziert. Der Deckel war sehr schwer, doch irgendwann schaffte Julie es, die Truhe aufzumachen. Sobald die Truhe offen war flogen ihr Motten entgegen. Ängstlich wich sie zurück. Sie musste sich sehr anstrengen um nicht zu schreien. Stattdessen biss sie sich auf den Arm. Als die Motten verflogen waren ging sie wieder zur Truhe zurück. Ganz oben lagen alte Kleider. Manche hatten schon Löcher oder waren mit einer dicken Schicht Staub versehen. Vorsichtig nahm sie die Kleider heraus. Manche faltete sie auf. Es waren sowohl einfache Kleider dabei, als auch aufwändig verzierte, mit einem weiten Rock. Manche davon waren wunderschön. Eins erkannte sie sogar wieder von den Bildern, die früh abgestaubt hatte. Doch mehr als Kleidung war in dieser Truhe nicht zu finden.

Sie suchte weiter, aber auch in den weiteren Kisten waren nur alte Kleidungsstücke. Teilweise von Erwachsenen aber auch ab und zu von Kindern. Das musste noch aus den Zeiten gewesen sein, als sie die Kinder aus ihrem Dorf bei sich aufgenommen hatten. Julie wurde immer müder. Die Augen fielen ihr immer öfter zu. Doch sie wollte nicht schlafen gehen, ohne zumindest ein was interessantes gefunden zu haben. Aber nach einer weiteren Stunde musste sie schließlich aufgeben. Vielleicht hatte sie doch zu viel in den Zettel interpretiert und hier war nichts spannendes zu finden. Aber Julie konnte und wollte das einfach nicht glauben. Frustriert machte sie alle Kisten wieder zu und versuchte sich zu merken, welche sie sich bereits angeschaut hatte, dass sie an einem anderen Abend weitermachen konnte. Ganz hatte sie die Hoffnung nicht aufgegeben, doch etwas zu finden.

Auf dem Weg zurück zur Tür leuchtete sie noch etwas im Dachboden herum, um außergewöhnliche Dinge zu finden. Kurz vor dem Ausgang spiegelte sich das Licht plötzlich in etwas und blendete sie leicht. Neugierig ging sie auf die Lichtquelle zu und sah einen Spiegeltisch, auf dem Schmuck verteilt war. Ihr fiel besonders eine Kette auf, die auf einem Samtkissen lag. Sie erkannte das Amulett von einem der Bilder, die sie am Vormittag abgestaubt hatte. Doch in echt sah die Kette noch viel schöner aus. Wieso lagerte Tante Ida diese Kette hier oben, wo sie nur verstauben würde? Das Amulett selbst war verziert mit bunten Edelsteinen. In der Mitte befand sich ein einzelner weißlicher Stein in Sternform. Es war an einer filigranen, goldenen Kette festgemacht. Vorsichtig nahm Julie es in die Hand. Als sie es aufhob merkte sie an ihrem ganzen Körper einen kühlen Windhauch und bekam sofort Gänsehaut. Da sie es bei Tageslicht betrachten wollte, nahm sie schließlich auch noch das Kissen, auf dem das Amulett gelegen hatte und trug beide Sachen die Treppe herunter in ihr Zimmer. Am liebsten hätte sie es immer weiter angeschaut, doch sie konnte sich einfach nicht mehr wach halten. Kurz nachdem sie sich in ihr Bett gelegt hatte, war sie eingeschlafen. Selbst in ihrem Traum sah sie ständig das Amulett vor sich. Unruhig wälzte sie sich die ganze Nacht über in ihrem Bett hin und her.

Kapitel 2

Am nächsten Morgen dachte sie erst, dass sie alles nur geträumt hatte, doch dann sah sie das Amulett auf ihrem Nachttisch liegen. Es musste also doch passiert sein. Verwirrt setzte sie sich in ihrem Bett auf. Was würde sie wohl in den kommenden Nächten noch auf dem Dachboden entdecken? Um einen klaren Gedanken fassen zu können zog sie sich ihren Bademantel über und ging auf den Balkon und schaute in den Garten. Sie sah jemanden zwischen den Bäumen rumlaufen und wollte schon den Namen ihres Vaters rufen, aber da fiel ihr auf, dass die Person nicht ihr Vater war. Es konnte aber auch nicht ihre Mutter oder Tante Ida sein, da die Person jünger wirkte, als der Rest des Haushaltes. Wieso laufen denn fremde Menschen im Garten herum? Sollte sie ihre Eltern rufen? Irgendwie hatte sie ein merkwürdiges Gefühl, als hätte sie die Person schonmal irgendwo gesehen. Aber das konnte ja nicht sein, sie war noch nie vorher in diesem Dorf gewesen. Aber sie konnte das Gefühl einfach nicht abschütteln. Sie drehte sich kurz weg, um auf die Uhr zu schauen. Aber als sie sich wieder zurück drehte war die Person verschwunden. Julie schaute noch etwas länger auf den Punkt, wo sie die Person zuletzt gesehen hatte, aber sie tauchte nicht mehr auf.

Verwirrt zog sich Julie an. Sie brachte die Person einfach nicht aus ihrem Kopf. Oder war ihre Fantasie schon so mit ihr durchgegangen? Im Erdgeschoss traf sie auf ihre Tante. Julie fragte sie, ob sie auch jemanden im Garten gesehen hätte.
„Nein, mir ist niemand aufgefallen. Vielleicht hast du nur einen Schatten gesehen.“
„Das könnte sein.“ Aber Julie wollte das nicht so recht glauben. Sie ging weiter in die Küche um zu frühstücken. Als sie sich gerade ein Toastbrot zubereitete, sah sie die Person plötzlich wieder im Garten herumlaufen. Sie ließ alles stehen und liegen und rannte an ihrer Tante vorbei in den Garten. Die beobachtete Julie interessiert. Julie dagegen rannte gezielt auf die Person zu, doch als sie endlich am Pool vorbei war, in der Nähe einer der Eichen, konnte sie die mysteriöse Person nicht mehr sehen. Verzweifelt rief sie „Hallo? Haaaallooo?“
„Julie? Was machst du da?“
Julie erschrak. Sie drehte sich um. Aber statt einer unbekannten Person stand da nur ihr Vater. Er musste wohl im Garten gearbeitet haben.
„Ach, ich hätte gedacht, ich habe jemanden im Garten gesehen. Aber irgendwie war dann doch keiner hier.“
„Vielleicht hast du ja mich gesehen. Du solltest etwas essen.“
„Ja, ich war sowieso gerade dabei mir mein Frühstück zu machen.“

Enttäuscht ging sie wieder zurück. Das war nicht ihr Vater, den sie gesehen hatte. Aber die Person konnte ja nicht einfach kommen und gehen und kein andere hatte sie gesehen. Sie beschloss für heute erstmal vom Garten fern zu bleiben. Also ging sie mit ihrem Frühstück in der Hand in den zweiten Stock um sich die anderen Zimmer anzuschauen. Immerhin gab es noch so vieles, was sie noch nicht entdeckt hatte. Als sie gerade auf den letzten Stufen die Treppe hochstieg, fiel ihr eine Bewegung am Ende des Flurs auf. Schnell rannte sie hin. Aber sie sah nichts mehr. Sie machte vorsichtig die Tür auf, vor der sie stehen geblieben war und spitze in den Raum. Julie wich einen Schritt zurück und ließ dabei fast die Tür los. Das konnte nicht sein. Wer war das? Da saß jemand auf dem Bett im Zimmer. Ein Jugendlicher. Wie kam jemand in das Haus? Und dass ohne bemerkt zu werden? Was sollte sie nur tun. Sollte sie die Tür verbarrikadieren? Langsam schaute sie nochmal in das Zimmer…und die Person war weg. War Julie jetzt verrückt? Sie verstand nichts mehr. Sie rannte die Treppe herunter um ihre Mutter zu suchen, sie musste mit jemandem reden.

Sie wollte gerade vom Wohnzimmer aus auf die Terrasse gehen, als sie plötzlich stehen blieb. Langsam drehte sie sich zur Wand um. Ganz langsam ging sie zum Bild, dass genau vor ihr hing. Schockiert hielt sie den Atem an. Beide Personen, die sie gesehen hatte, waren auf dem Bild zu sehen. Sie war sich ganz sicher. Sie stand vor dem Gruppenbild ihrer Tante, das vor gut 70 Jahren aufgenommen worden war. Sie war wirklich verrückt. Hatte sie möglicherweise etwas schlechtes gegessen? Oder ungesunde Dämpfe eingeatmet? Vielleicht auf dem Dachboden?

„Julie, alles ok mit dir? Ich habe dich die Treppe herunter rennen sehen.“
„Tante Ida. Ich…Ich“ stotterte Julie, „ich habe zwei Personen von diesem Bild hier auf dem Grundstück gesehen.“
„Julie, das ist unmöglich. Alle Personen auf diesem Bild außer mir sind tot.“
„Aber Tante Ida, ich bin mir wirklich sicher. Wirklich!“
„Hast du dir vielleicht gestern irgendwo den Kopf gestoßen?“
„Nein, zumindest könnte ich mich nicht daran erinnern.“
„Hast du gestern vielleicht noch ein Buch gelesen, dass bei dir die Fantasie angeregt hat?“
„Nein, ich habe gestern nichts mehr gelesen.“ Julie überlegte, ob sie ihrer Tante sagen sollte, dass sie noch auf dem Dachboden war. Das sollte doch eigentlich nichts ausmachen?. Sie fasste allen Mut und erzählte es ihrer Großtante.
„Das einzige was ich gestern noch gemacht habe…Also, ich bin gestern Abend vor dem schlafen nochmal auf dem Dachboden gewesen. Aber da habe ich mich auch nicht gestoßen.“

Die Körperhaltung ihrer Tante veränderte sich plötzlich. „Du warst auf dem Dachboden? Was hast du da gesucht? Hast du etwas angefasst?“
„Ich habe nur ein paar alte Kisten angeschaut. Mehr nicht. Ich habe nichts kaputt gemacht. Wirklich. Ich war nur neugierig.“
„Nur ein paar Kisten? Sicher? Julie. Denke gut nach. Nur Kisten?“
„Ja, nur ein paar Kisten. Und als ich wieder ins Zimmer zurück wollte, habe ich da noch ein Amulett gesehen. Das war wirklich schön. Das habe ich aufgehoben.“ Verlegen schaute Julie auf den Boden. Sie hatte nicht erwartet, dass ihr Besuch auf dem Dachboden für Ärger sorgen würde.
„Ein Amulett?“ Julies Tante wurde plötzlich ganz bleich. Sie ging zu einem der Sofas und setzte sich.
„Julie. Wie soll ich dir das nur erklären. Du hättest das niemals herausfinden sollen. Wie soll ich es nur sagen. Es war vorbei. Wer weiß, was jetzt von neuem beginnt.“
„Aber Tante Ida. Es ist doch nur eine Kette? Und ich habe sie wirklich nicht kaputt gemacht. Versprochen. Es tut mir Leid.“ Sie setzte sich zu ihrer Tante.
„Julie. Deine Familie ist keine normale Familie. Wir alle haben gewisse Kräfte. Eigentlich solltest du das nie erfahren. Aber durch das Amulett hast du deine Kräfte aufleben lassen. Das hätte nicht passieren dürfen. Und dank deiner Kräfte, siehst du tote Menschen.“

Kapitel 3

Julie konnte nicht glauben, was sie da gehört hatte. „Das war ein guter Scherz Tante Ida.“
„Das ist kein Scherz. Du hast es doch selbst gesagt, dass du Menschen von dem Bild gesehen hast.“
„Vielleicht habe ich mir ja wirklich nur irgendwo den Kopf gestoßen. Aber so etwas wie besondere Kräfte gibt es doch nur in Filmen.“
Tante Ida schüttelte ihren Kopf. Sie zögerte, aber schließlich hielt sie ihre Hand etwas nach vorne, mit der Handinnenfläche nach oben. Und plötzlich war eine kleine Flamme auf ihrer Hand zu sehen.
„Aber…Aber. Dann habe ich mir das Licht in der Küche doch nicht nur eingebildet.“
„Und ich hatte gehofft, ich hätte sie früh genug ausgemacht. Du hast sie also doch gesehen. Ich muss mehr aufpassen. Ich bin es nicht mehr gewohnt, Personen um mich zu haben.“
„Und diese Kräfte, hat die jeder aus unserer Familie?“, fragte Julie, sie war sich ganz sicher, dass sie schlief und das alles nur träumte.
„Nein. Nicht jeder. Aber dein Opa Ryan hatte zum Beispiel auch Kräfte. Er konnte das Wasser in seiner Umgebung beeinflussen, so wie ich Feuer hervorrufen kann.“
„Wieso hat mir Mum nie erzählt, dass wir Kräfte haben?“
„Sie weiß es nicht. Es ist seit Jahrzehnten ein gut gehütetes Geheimnis. Und ich hatte gehofft, dass es für immer mit mir sterben würde. Aber ich hatte wohl zu viel erhofft.“
„Tante Ida, wieso muss es denn so geheim gehalten werden, dass es nicht mal die Familienmitglieder wissen dürfen?“
„Weil die, die diese Kräfte in sich tragen in großer Gefahr sind. Meine Eltern hatten Kräfte und wurden deshalb umgebracht. Ähnlich erging es den Eltern anderer Kinder in diesem Dorf.“
„Die Kinder, die ihr aufgenommen habt.“ Julie konnte nicht glauben, was sie da hörte.

Tante Ida war in ihren Gedanken versunken und ließ die Flamme auf ihrer Hand Tänzeln. „Es war kurz vor Weihnachten. Alles war schon dekoriert und für die Festlichkeiten vorbereitet. Auch wenn ich damals schon 18 war, freute ich mich trotzdem darauf. Weihnachten in unserer Familie war schon immer etwas Besonderes. Am Morgen vor Weihnachten ging unser Vater mit uns in den Wald und wir durften uns einen Weihnachtsbaum aussuchen. Doch das Jahr damals war anders. Wir hatten schon vorher die Spannungen gespürt, die sich langsam zwischen den Menschen entwickelt hatten. Und dann kam es zum entscheidenden Vorfall. Ein Kind ohne Kräfte ist umgekommen. Man hat uns dafür verantwortlich gemacht. Doch wir würden niemals jemandem unschuldigen schaden. Aber niemand hat uns geglaubt. Und so sind manche Dorfbewohner auf unsere Eltern losgegangen. Natürlich hätten Menschen ohne Kräfte niemals etwas gegen sie ausrichten können. Mein Vater konnte die Erde befehligen und meine Mutter die Tiere. Aber sie mussten gegen noch mächtigere Begabte kämpfen und hatten leider keine Chance, da ihnen keiner zur Hilfe gekommen war. Aber sie haben sich nicht mit dem Tod unserer Eltern begnügt. Nein. Sie haben alle Erwachsenen ausgelöscht, von denen sie die Vermutung hatten, dass sie besondere Fähigkeiten besitzen. Doch einige Kinder waren bei uns, deren Eltern niemals Kräfte hatten und trotzdem getötet wurden. Es war schrecklich. Viele Kinder sind verhungert ohne ihre Eltern. Zum Glück haben es die meisten zu uns geschafft. Keiner hatte vermutet, dass wir Kinder auch Fähigkeiten besitzen würden. Und so machten wir es uns zur Aufgabe unsere Eltern zu rächen. Also trainierten wir jedes Kind. Nach einigen Jahren zogen wir dann in den Krieg. Anfangs verfolgten wir jedes unserer Ziele einzeln. Aber irgendwann erkannten sie, was wir vorhatten und schlossen sich zusammen. Und so kam es zur großen Schlacht. Es war grausam. Wir hatten viele unserer engsten Freunde verloren. Doch wir hatten uns geschworen unsere Eltern zu rächen und so kämpften wir weiter. Unsere Gegner kapitulierten irgendwann. Wir waren zu stark für sie. Jedoch gelang es manchen zu fliehen und sich vor uns zu verstecken. Und so mussten wir immer in Furcht leben, von ihnen gefunden zu werden. Was schließlich mehrere Jahre später passiert war. Sie hatten uns entdeckt. Ich wollte fliehen, aber dein Großonkel William hat sich für uns alle geopfert.“

„Das ist unglaublich.“ Flüsterte Julie. Das war alles zu viel für sie. Konnte das wirklich sein oder war Tante Ida doch nicht mehr ganz bei klarem Verstand? Aber dann war ja da noch der Brief von William, den Julie hinter dem Bild gefunden hatte. Es musste also stimmen, oder?
„Aber was ist William denn passiert? Wie hat er alle gerettet?“
„Das erzähle ich dir wann anders. Aber jetzt bin ich müde. Es ist nicht einfach alles wieder zu erleben. Sag deiner Mutter bitte Bescheid, dass ich mich etwas hinlege.“
„Aber klar. Das mache ich.“
„Danke Kleines. Aber denke daran. Kein Wort an niemanden!“

Mit dem letzten Satz machte sich Tante Ida auf den Weg in ihr Zimmer und ließ Julie alleine im Wohnzimmer zurück. Diese musste sich erstmal hinsetzten und alles verdauen. Den Rest des Tages war sie sehr still und in ihren Gedanken versunken. Und Abends ging sie früh ins Bett. Sie hatte keine Lust mehr auf Entdeckungstouren auf dem Dachboden. Doch wie erwartet hatte sie keine ruhige Nacht. Ständig musste sie an ihre Tante denken und das, was sie ihr erzählt hatte. Irgendwann jedoch waren es nicht mehr die Bilder von den Erzählungen ihrer Tante die sie sah, sondern andere. Und alles wirkte so realistisch. Sie sah Kinder im Haus herumrennen und fangen spielen. Sie sah, wie sie zusammen im Garten ihre Kampftechniken trainierten und sah dabei die unterschiedlichsten Fähigkeiten. Das eine Kind konnte schweben, ein anderes wiederum ließ gerade eine vertrocknete Blume wieder aufblühen. Es blieb aber nicht bei den harmlosen Momenten. Irgendwann fand sie sich auf einem Schlammfeld wieder. Es regnete stark. Überall hörte sie Schmerzensschreie und Kampfgebrüll. Sie drehte sich um und konnte sich gerade noch auf den Boden fallen lassen, als eine Armee an ihr vorbei stürmte. Um sich herum blieben die Regentropfen in der Luft stehen, fingen die Bäume das Schweben an und riss etwas die Erde auf der sie stand auseinander. Es war grauenhaft. Von der anderen Seite des Kampffeldes flogen Gewehrkugeln und einige der Kämpfer zuckten nur noch zusammen, bis sie auf den Boden fielen und für immer dort liegen blieben.

Julie schrie und fand sich in ihrem Bett wieder. Sie war komplett nass geschwitzt. Ihr Puls raste. Im Haus war es komplett still, aber in Julies Kopf hörte sie immer wieder die verzweifelten Schreie und die Gewehrschüsse.

Kapitel 4

Julie konnte in dieser Nacht nicht mehr schlafen. Wieder und wieder musste sie an ihren Traum denken. War das alles aus ihrer Fantasie heraus entstanden oder waren diese Bilder tatsächlich passiert? Aber es war alles so real. Sie war sich sicher, dass sie die Vergangenheit gesehen hatte. Und sogar ein Teil davon war. Da sie sowieso nicht mehr schlafen konnte, zog sie sich an und ging nach unten in die Küche um sich zur Beruhigung einen Tee zuzubereiten. Auf dem Weg nach unten schaute sie auf die große Uhr im Flur. Es war erst kurz nach halb 2. Leise, um niemanden im Haus zu wecken, ging sie weiter. Unten angekommen machte sie ein kleines Feuer im Herd und stellte dann den Wasserkessel darauf. Während sie darauf wartete, dass das Wasser zu kochen anfing, setzte sie sich an die Theke. Wieso konnte sie nicht eine bessere Begabung haben, wie zum Beispiel Großtante Ida. Was wirklich nützliches. Und nicht etwas, was einen die Nacht vor Schrecken aufbleiben lässt. Julie beschloss, dass sie zumindest für ein paar Stunden aus dem Haus musste. Also plante sie, den Tag über in die Stadt zu gehen um sich etwas abzulenken; etwas anderes zu sehen. Sie erwartete sich nicht viel von der kleinen Stadt, aber alles war besser, als hier in dem Haus zu sitzen und noch mehr Tote zu sehen.

Sie verbrachte die nächsten Stunden damit Bücher zu lesen, um sich abzulenken. Früh beim Frühstück erzählte sie ihren Eltern von ihrem Vorhaben. Diese hatten nichts dagegen. Also machte sich Julie gleich im Anschluss mit einem alten, etwas verrosteten Fahrrad auf den Weg. Es war kein allzu schöner Tag, der Himmel war grau und alles sah trist aus. Sie fragte sich, ob in diesem Ort wohl jemals die Sonne scheinen Würde. Die frische Luft tat ihr jedoch gut. Sie war ungefähr 10 Minuten gefahren, bis sie den Marktplatz von Shepherds Growth erreicht hatte. Viele Menschen waren nicht anzutreffen. Aber was hatte sie sich auch erwartet. Es war früh und es gab insgesamt nur 10.000 Einwohner. Sie stellte ihr Fahrrad an einem Baum ab und machte es fest. Die Häuser um den Marktplatz waren in einem Quadrat angeordnet. In der Mitte befand sich ein großer Brunnen mit einem steinernen Vogel in der Mitte, der anmutig die Flügel spannte. Doch auch hier floss auch kein Wasser mehr, wie bei Julies Großtante. Stattdessen war alles mit Moos besetzt.

Ihre Erkundungstour begann beim Rathaus. Es war, wie auch der Rest der Stadt, sehr alt und etwas heruntergekommen. In ein paar Fenstern brannte Licht, aber Personen konnte sie nicht sehen. Sie ging weiter und lief an einer Reihe von Geschäften vorbei. Viel war in den Läden jedoch nicht los. Neben vielen Kleidungsgeschäften konnte sie auch einen Buchladen finden. Bei genauerem Betrachten fiel ihr allerdings auf, dass es gleichzeitig eine Bibliothek war. Interessiert ging sie hinein. Es roch etwas muffig nach alten Büchern. Aber sie mochte das. Es war angenehm warm. Neugierig ging sie weiter hinein. In einem hinteren Eck gab es einige ältere Sofas, auf denen man in Ruhe Bücher lesen konnte. Es kam ihr ein Junge entgegen, der ungefähr ihr Alter haben musste.
„Kann ich dir helfen? Suchst du etwas bestimmtes?“, verlegen schaute er zu Boden.
„Nein danke. Ich wollte mich nur etwas umsehen. Ein wirklich schöner Laden.“
„Danke sehr. Er gehörte schon meinem Uropa und jetzt führen ihn mein Vater und ich weiter.“ Er war sehr schüchtern. Wenn er sprach, schaute er immer wieder weg, weil er sich nicht traute sie zu lange anzuschauen.
„Ein Familienerbstück sozusagen.“ Julie lächelte. Er wirkte sehr freundlich. Man konnte sich in dem Laden wie zu Hause fühlen. Beide wussten nicht mehr was sie sagen sollten, also verabschiedete sich Julie wieder und verließ den Laden. Sie sah ihn noch hinter dem großen Schaufenster stehen und winkte nochmal zum Abschied. Und ging weiter an den Häusern rund um den Markplatz entlang. Sie würde definitiv wieder hierher kommen um zu lesen und neue Bücher zu finden.

Irgendwann war sie an allen Geschäften und Gebäuden einmal vorbei gelaufen und hatte sich alles angeschaut. Es war beinahe Mittag. Sie ging zum Brunnen in der Mitte, setzte sich auf eine Stufe und packte ihr Küchlein aus, das sie sich in der Bäckerei gekauft hatte. Sie ließ ihren Blick über die Menschen schweifen. Bei einem Gesicht blieb sie hängen. Hatte sie ihn nicht schon mehrere male gesehen heute? Sie schaute noch einmal genauer hin, aber er war weg. Er war nirgends mehr zu finden. Doch sie war sich absolut sicher. Sie hatte den Jungen des Öfteren in ihrer Nähe gesehen. Sie schüttelte ihren Kopf. Da war sie extra in die Stadt gefahren um auf andere Gedanken zu kommen und dann fantasiert sie hier schon genauso.

Trotzdem machte sie sich, kurz nachdem sie aufgegessen hatte, auf den Weg zurück nach Hause. Sie konnte einfach das Gefühl nicht loswerden, dass sie dieser Junge verfolgt hat. Aber das konnte einfach keinen Sinn machen. Um auf andere Gedanken zu kommen, ging sie in den Garten und direkt auf den Pavillon zu. Dort setzte sie sich in einen Schneidersitz und versuchte zu Meditieren. Vielleicht konnte sie sich so ablenken. Und es funktionierte auch. Danach fühlte sie sich befreiter. So konnte sie auch den letzten Tag vergessen. Sie merkte, wie ihr der Traum von der letzten Nacht immer mehr wie ein Traum vorkam und nicht so real.
Beruhigter stand sie auf und machte sich auf den Weg zurück ins Haus und traf auf ihren Vater, der sie nach ihrem Tag fragte. Natürlich erzählte sie ihm nichts von dem merkwürdigen Jungen. Sie schwärmte dafür aber von dem Buchladen. In dem Moment kam ihre Mutter dazu.
„Was, es gibt den Laden noch? Ich bin als Kind immer gerne hingegangen. Es war so ruhig dort.“
„Ja, wirklich ein toller Ort. Man kann richtig die Geschichte der Bücher riechen.“ Julie hatte sofort den Geruch des Ladens wieder in der Nase, als sie mit ihrer Mutter darüber sprach.

Beim Abendessen erfuhr auch ihre Tante, dass sie im Stadtzentrum war. Sie wirkte nicht so begeistert wie ihre Eltern, auch wenn sie es nicht so richtig zeigte. Sie wollte vor allem wissen, wo genau Julie alles vorbei gekommen war. Und als Julie erneut vom Buchladen erzählte, ließ ihre Großtante vor Schreck ihr Besteck fallen. Julies schlechtes Gefühl, dass sie heute hatte, als sie von der Stadt zurück kam, war sofort wieder da. Vielleicht hatte sie sich das mit dem Jungen ja doch nicht nur eingebildet?
„Hast du jemanden interessantes getroffen?“ wollte ihre Tante wissen. Julie merkte deutlich, dass sie versuchte ungezwungen zu reden, aber sie konnte ihre Entrüstung nicht verstecken.
„Nicht wirklich. Ich habe nur die Besitzer vom „Bookshelf“, dem Buchladen kennen gelernt. Sonst hat sich nicht wirklich jemand mit mir unterhalten.“
„Martin und Ben. Haben sie gefragt, wer du bist?“
„Nein. Der Sohn hat mich nur gefragt, ob er mir helfen kann und ob ich etwas spezielles suche. Mehr nicht. Wieso?“
„Ich wollte nur Fragen. Man weiß ja nie, was fremde Leute machen.“ Für den Rest des Abends war Julies Großtante ruhig und saß nachdenklich an ihrem Platz. Das Essen hatte sie aufgehört. Und auch Julie war der Hunger vergangen. Wieso hatte ihre Tante so extrem auf ihren Besuch in der Stadt reagiert? War sie jetzt wohl eine Gefangene des Hauses? Aber das wollte sie nicht akzeptieren. So würde sie hier nicht leben wollen.

Deprimiert ging Julie ins Bett. Sie wollte sich doch nur Ablenken. Immerhin sind ihr die ganze Zeit über auf dem Marktplatz keine Toten begegnet. Und sie war auch nicht plötzlich auf einem Kampffeld gelandet. Wenn sie nur hier im Haus bleiben musste, würde sie wahrscheinlich verrückt werden. Also fasste sie einen Beschluss. Sie würde wieder in die Stadt gehen und mehr über die Leute, vor allem über Martin und Ben herausfinden. Immerhin sollte sie hier leben. Vielleicht fand sie Freunde, die ihr das erleichtern würden. Möglicherweise war ihre Tante einfach schon zu lange alleine. Wer weiß schon, was Einsamkeit aus einem Menschen machen kann.

Irgendwann schlief Julie ein, doch statt von ihrem Besuch der Stadt zu träumen, fand sie sich im Flur wieder, und sah Kinder an sich vorbei rennen. Sie konnte lachen hören. Einen kurzen Moment später stand sie im Garten. Die Sonne schien auf ihre Haut. Überall blühten Blumen. Und auch der Pavillon war nicht verfallen, sondern leuchtete regelrecht in der Sonne. Julie ging darauf zu. Sie konnte zwei Personen darin entdecken. Erst erkannte sie sie nicht, doch als sie sich langsam näherte, merkte sie, dass es ihre Großtante Ida mit ihrem Mann William war. Sie sahen glücklich aus.



Kapitel 5

Am nächsten Morgen wachte Julie mit einem lächeln auf. Die Sonne, auch wenn nur in einem Traum, hatte ihr Gut getan. Es war noch recht früh. Leise, um niemanden zu wecken, packte sie einen Rucksack und nahm ihn mit in die Küche. Hier machte sie sich ein paar Scheiben Brot zurecht, die sie mitnehmen würde und holte sich noch Wasser. Um ihren Eltern keine Sorgen zu bereiten schrieb sie ihnen einen Zettel mit dem Hinweis, dass sie wieder in die Stadt gegangen ist. Entschlossen nahm sie ihren Rucksack, verließ das Haus und setzte sich wieder auf ihr Fahrrad. Die Geschäfte hatten zwar noch nicht offen, aber sie hatte vor, sich wieder zum Brunnen zu setzten und etwas zu lesen, bis sie ins „Bookshelf“ konnte. Hier wollte sich nach alten Büchern über die Stadt suchen. Vielleicht konnte sie so mehr über die Bewohner herausfinden.

Während sie ihr Buch las, füllte sich die Stadt nach und nach mit Leben. Ab und zu schaute Julie von ihrem Buch auf und sah ab und zu Gesichter, die sie gestern schonmal gesehen hatte. Aber vor allem eins fiel ihr besonders auf. Es war schon wieder der Junge, bei dem sie gedacht hatte, er würde sie verfolgen. Neugierig beobachtete sie ihn weiter. Er stand an einer Ecke eines älteren Hauses und schaute in den Himmel. Was er wohl da oben sah? Sie überlegte, ob sie hingehen sollte, aber traute sich nicht. Sie hatte trotz allem die Worte ihrer Großtante im Hinterkopf, vorsichtig zu sein. Deshalb blieb sie lieber auf Abstand. Doch sie schaute zumindest weiter zu ihm hin. Er musste circa ihr Alter haben, vielleicht etwas jünger. Seine blonden Haare waren durcheinander, als wäre er gerade erst aufgestanden. Seine Kleidung war verschmutzt und eigentlich zu groß für ihn, was ihn noch dünner aussehen ließ, als er es eh schon war. Und er wirkte müde. Julie fragte sich, wo wohl seine Eltern waren oder wo er wohnte, aber das würde sie wohl nur erfahren, wenn sie ihn fragen würde. Aber dazu war sie noch nicht bereit.

Stattdessen merkte sie, dass das Licht im Buchladen anging. Sofort war ihre Aufmerksamkeit vom Jungen abgelenkt. Sie wartete noch einen kleinen Moment, packte ruhig ihre Sachen zurück in den Rucksack und ging langsam auf den Laden zu, um nicht sofort nach Öffnung hineinzugehen. Gleich nachdem sie die Tür öffnete, kam ihr wieder der selbe Geruch wie auch schon am Tag zuvor entgegen. Sie fühlte sich gleich besser. Langsam lief sie durch die Regale auf der Suche nach Büchern über die Stadtgeschichte. Nach einer kurzen Zeit hörte sie hinter sich Schritte und drehte sich um. Es war wieder Ben. Julie konnte nicht leugnen, dass sie sich darüber freute. Er stand am Eingang der Regalreihe und lächelte.
„Oh Hallo, du warst gestern schon mal da, oder?“
„Ja, genau“, Julie musste lächeln.
„Hast du gestern etwas verloren, oder wie kann ich dir helfen?“
„Ich habe gedacht, jetzt wo ich hier wohne, könnte ich etwas über die Geschichte der Stadt lernen, und wo geht das besser als in der Bibliothek?“
„Ja das stimmt. Ich kann dir Bücher zeigen, aber ich vermute viel interessantes gibt es nicht über diese Stadt. Aber wenn du mir folgst, dann bringe ich dich zu dem entsprechenden Regal.“
„Danke. Wirklich sehr nett.“
„Gerne. Verrätst du mir dafür deinen Namen?“ Er grinste ihr charmant zu. Die Schüchternheit von gestern war auf einmal weg.
„Ich bin Julie.“
„Nett dich kennen zu lernen Julie. Mein Name ist Ben.“
„Hallo Ben“. Julie konnte nicht mehr aufhören zu lächeln. Es tat gut, mit jemandem außerhalb ihrer Familie zu reden.

Sie liefen weiter in den Laden hinein. Die Bücher zur Stadtgeschichte standen in einem dunklen Eck, relativ am Ende des Ladens. Vermutlich fragten hier nicht viele nach solchen Büchern. Wieso auch. Alle die hier lebten, kannten die Geschichte vermutlich und viele neue Bewohner gab es wahrscheinlich nicht.

„Hier solltest du Bücher über die Stadtgeschichte finden. Aber wie gesagt, erwarte nicht zu viel davon. Wenn du etwas brauchst, ich bin wieder vorne.“
„Alles klar. Vielen Dank.“

Julie machte sich auf die Suche. Die neueren Bücher ignorierte sie. Sie suchte gezielt nach älteren. Ihr fiel ein besonders altes, zerschlissenes und dickes Buch ganz unten im Regal auf. Neugierig holte sie es heraus. Vorsichtig öffnete sie das Buch und blätterte durch die ersten Seiten. Konnte aber nichts finden. Es stand einiges über den Gründungsvater darin und die Gründungsgeschichte, aber gerade das letzte Jahrhundert war kaum erwähnt. Nach einer Stunde lesen fand sie nur eine kurze Erwähnung von einem Bürgerkrieg, aber leider keine weiteren Infos. Auch in den anderen Büchern stand nichts mehr. Frustriert gab sie irgendwann auf, stellte alle Bücher zurück und wollte sich auf den Weg machen, wurde aber durch Ben abgehalten.
„Erfolgsreich etwas über die Stadtgeschichte gelernt?“
„Ja, zumindest kenne ich jetzt die Gründungsgeschichte.“
„Du siehst aber nicht zufrieden aus. Hast du etwas spezielles gesucht?“
„Ach…“ Julie wusste nicht, ob sie ihm wirklich von ihrem Ziel berichten sollte.
„Gib es zu, du hast nach etwas speziellem gesucht.“ Wieder lächelte er und sie konnte nicht anders.
„Meine Großtante hat mir Geschichten erzählt. Von Kämpfen zwischen den Bürgern von Sheperdsgrowth. Aber vermutlich fantasiert meine Tante mittlerweile ein bisschen. Immerhin ist sie nicht mehr die jüngste.“ Julie lachte, sie kam sich dumm vor, weil sie an die Geschichten ihrer Tante geglaubt hatte. Ben schaute sie fast schon schockiert an. Er musste sie für verrückt halten.
„Aber ich sollte wieder gehen. Meine Familie wird sich noch wundern, wo ich bleibe.“
„Ok, ich weiß leider nichts über einen Kampf, aber du kannst ja gerne wiederkommen und wir können zusammen danach suchen.“
„Wen du nichts weißt, sind es bestimmt nur Geschichten.“
„Man kann es nie wissen, Julie. Komm doch einfach wieder vorbei und wir suchen zusammen.“
„Ok. Das machen wir so. Bis bald.“

Julie machte sich wieder auf den Weg nach Hause. Es war mittlerweile fast Mittag. Auch wenn sie ihrer Familie einen Zettel hinterlassen hat, machten sie sich mittlerweile vielleicht doch Gedanken. Auf dem Weg nach Hause sah sie wieder den Jungen, den sie auch schon früh beobachtet hatte.
Daheim angekommen konnte sie das Essen riechen, das ihre Mutter gekocht hatte und ihr viel auf, wie hungrig sie eigentlich war. Eilig ging sie in die Küche, wurde vorher aber von ihrer Großtante abgefangen.
„Warst du etwa wieder in der Bibliothek?“
„Ja, wieso?“
„Du solltest aufpassen, mit wem du Zeit verbringst.“
„Aber was spricht denn gegen Ben? Er ist so alt wie ich. Was kann er schon machen.“
„Es ist seine Familie. Sie waren damals auf der anderen Seite. Wer weiß, ob sie es nicht immer noch sind. Wenn sie erstmal herausfinden, wer du bist. Weiß Gott, was sie mit dir machen. Das könnte alles wieder aufwecken. „
„Aber Tante. Meinst du nicht, dass du hier etwas zu vorsichtig bist? Ich habe nirgendswo irgendwas gesehen, was die Leute an die Vergangenheit erinnern würde.“
„Du wirst auch nichts finden Julie, dafür haben wir damals gesorgt. Von jedem wurde die Erinnerung verändert. Nur der engste Kreis hat die Erinnerungen behalten, mit der Aufgabe, zu verhindern, dass so etwas jemals wieder passieren wird. Leider bin nur noch ich übrig. Eigentlich hatte ich gedacht, dass das Geheimnis mit mir stirbt, aber anscheinend haben wir nicht so viel Glück. Oder es ist Fügung. Vielleicht solltest du dein Talent auch entdecken. Wer weiß schon, was das Universum manchmal für uns geplant hat.“
„Talent? Wer will schon keine bereits toten Menschen um sich haben. Wahrlich ein Glücksfall.“
„Du solltest dankbarer sein Julie. Wer weiß, vielleicht retten dich deine Kräfte irgendwann mal.“
„Ich glaube nicht, dass ich jemals in eine solche Situation geraten werde, aber ich würde jetzt gerne etwas essen, ich bin am Verhungern.“
„Na dann los. Deine Mutter hat dein Leibgericht, Spaghetti Carbonara, gekocht.“
„Lecker!“

Fortsetzung folgt...
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo tantan1234,

am Anfang zieht es sich ein bisschen, aber ich wollte dann doch wissen, was Julie in ihrem zukünftigen Zuhause erwarten würde.
Dann kommt die entscheidende Szene: sie findet den Zettel hinter dem Bilderrahmen. Jetzt will der Leser mehr erfahren. Aber dann ist die Geschichte auch schon zuende :(.
Dürfen wir auf eine Fortsetzung hoffen, um zu erfahren, welchem Geheimnis Julie auf die Spur kommt?

Schöne Grüße,
Rainer Zufall
 

tantan1234

Mitglied
Hallo Rainer Zufall,

vielen Dank für dein Feedback :)
Die Geschichte wird fortgesetzt. Ich habe leider vergessen am Ende "Fortsetzung folgt" zu ergänzen.

Schöne Grüße,
tantan1234
 

ahorn

Mitglied
Hallo tantan1234,

am Anfang zieht es sich ein bisschen,
dies kann ich nicht behaupten, jedenfalls nicht, wenn ich den ersten Absatz die Einleitung betrachte. Mehr habe ich nicht gelesen, aber die Einleitung entscheidet mit, ob man weiter liest oder nicht. ;)
Der Kracher ist es nach meiner Meinung nicht. :rolleyes:
Entweder streichen, gleich im Text Anfangen und die Anreise als Retroperspektive nachholen oder mehr Futter unter die Fische. Das Ding ist irgendwie, wie man sagt, zwischen Fisch und Fleisch.

Die kargen Bäume zogen an Julie vorbei.
Bäume sind eher kahl. Landschaften bezeichnet man gewöhnlich als karg. Außerdem passt der bestimmte Artikel nicht. Es sei den es sind bestimmte Bäume. – Eine karge Landschaft zog an Julie vorbei.

Sie fuhren jetzt schon seit vier Stunden mit dem Auto und die Umgebung wurde immer trister und leerer.
Auf das leer kannst du verzichten. Ist eine triste Landschaft abwechslungsreich? Außerdem ist trist subjektiv. Sie fuhren seit vier Stunden mit dem Auto. Die Umgebung erschien ihr, immer trister zu werden.

Anfangs waren noch größere Städte am Fenster vorbeigezogen.
Was ist groß, was ist klein? Ein Adjektiv, welches vergleicht ohne Vergleich. Geht es nicht um die Stadt an sich. – Am Anfang ihrer Fahrt fuhren sie noch durch Städte, in dem das Leben pulsierte.

Doch diese wurden nach gewisser Zeit von kleineren abgelöst, die aber auch irgendwann verschwunden waren. Seit zwei Stunden und jetzt fuhren sie seit zwei Stunden nur noch an Bäumen und Wiesen vorbei.
Aus den Städten wurden Dörfer, die gleichfalls sich auflösten, einzelnen Gehöften Platz machten. Seit zwei Stunden fuhren sie nur an trostlosen Bäumen und verlassenden Wiesen vorbei.


„Julie, deine Großtante ist 104 Jahre und kann sich nicht mehr alleine versorgen. Sie braucht unsere Hilfe. Und d Dir schadet eine neue Umgebung bestimmt nicht; ein frischer Wind. Du wirst sehen, das Leben in Shepherds Growth wird dir guttun. Ich bin Immerhin bin ich hier auch groß geworden.“
„Tante Ida hätte doch auch in ein Seniorenheim ziehen können.“
Ich weiß nicht? Wie alt ist Julie?
„Warum geht sie nicht in ein Altenheim?“

„Die Entscheidung wurde ist getroffen Julie. Ende der Diskussion.“
Nach einer Stunde des Schweigens bog Julies Vater (Name wäre nicht übel) auf einer Straße nach links ab PUNKT und nach e Ein paar weiteren Minuten später kam endlich wieder ein Dorf in Sicht. Shepherd Growth.
Sie schweigen???? Gut, sie sprechen nicht, aber schweigen? Julie tobt. Egal wie alt sie ist, ihre Eltern haben sie aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen. Sie hat Freunde, Schule zurückgelassen, um bei einer Mumie im Nirgendwo zu leben. Kein Leser verlangt ihre Lebensgeschichte, dennoch wären ein, zwei Sätze der Wut hilfreich.
Was ist mit ihren Eltern? Sie brechen ihre Zelte ab, geben unter Umständen ihre Jobs auf, um eine Frau zu pflegen, die mehr als ihren Zenit überschritten hat, vielleicht in einem halben Jahr bereits den Löffel abgibt. Wer macht so was? Ein zwei Sätze, ohne zu viel zu sagen – immerhin ist es die Einleitung - würden mich als Leser binden.

Und schließlich Sie hielten das Auto vor einem großen Haus.
Es hatte 4 Etagen und sah mehr wie ein kleines Schloss aus, als ein Haus. Die Einfahrt war lang und der Vorgarten hatte in der Mitte einen großen Springbrunnen. Doch sprudelte kein Wasser mehr aus dem Brunnen, stattdessen war er von Moos überwuchert. Auch die Hecken, die das Grundstück umgaben, waren schon lange nicht mehr gestutzt worden. Überall wucherten wilde Äste heraus. Das Laub von den Bäumen lag im Garten verteilt herum. Alles sah sehr düster aus. Hätte Julie nicht gewusst, dass in diesem Haus noch jemand lebt, hätte sie vermutet, dass es seit Jahrzehnten leer steht.
Sie stieg mit ihren Eltern zusammen aus dem Auto und betrachtete die Umgebung. Das Haus trotz allem wirklich beeindruckend. Sie betraten das Grundstück und gingen durch das große steinerne Eingangstor.
Das geht nun gar nicht! Schreibst du einen Schulaufsatz? Beschreibung Haus abgehakt.
Julie kommt vielleicht nach Jahren zu diesem Haus. Sie bewundert, beschreibt es, nicht der Erzähler.
Du hast drei handelnde Personen, dann lasse sie handeln.
Lasse die Mutter zu dem Brunnen gehen – sie kann sprechen, den Vater zu der Hecke – auch er kann sprechen.
Zeichne ein Bild des Anwesen – es scheint ja wichtig zu sein – bildhaft, plastisch.

Gruß
Ahorn
 
Hallo, tantan1234,
hallo, Ahorn,

ich denke, die Einleitung könnte man deutlich kürzer fassen, um schneller in die Geschichte hineinzukommen. Zum Beispiel so:

Schon seit vier Stunden waren sie unterwegs, die letzte Ortschaft lag schon lange hinter ihnen. Julie sah nur noch kahle Bäume und karge Wiesen. Das musste das Ende der Welt sein.
Doch dann kam endlich wieder ein Dorf in Sicht. Es war Shepherds Growth.
Julies Vater lenkte den Wagen in eine lange Einfahrt, an deren Ende ein großes, altes Haus zu sehen war. Der Garten wirkte sehr vernachlässigt, wild und sich selbst überlassen. Der Brunnen in der Mitte des Vorgartens war dick mit Moos überwuchert.
"Seid ihr sicher, dass wir hier richtig sind?", fragte Julie ihre Eltern. "Hier lebt doch schon längst niemand mehr."
"Hier wohnt deine Großtante Ida", antwortete die Mutter.
Julie stieg aus und schaute sich um. "Sagtet ihr nicht, sie könne sich nicht mehr alleine versorgen?"
"Ida ist schon 104 Jahre alt. Warum fragst du?"
Das Mädchen antwortete nicht, sondern ging ein paar Schritte und streckte dann den Arm aus, zeigte auf eine alte Frau, die dort in einem Blumenbeet hockte.


Im weiteren Verlauf verliert sich der Text zuweilen zu sehr in Details. Einige für die Geschichte wichtige Details müssen natürlich Erwähnung finden. Aber manche Bilder sind etwas zu üppig ausgemalt, finde ich. Zumindest ist das im ersten Kapitel der Fall. Danach wird es etwas lockerer. Ich habe die Geschichte heute noch einmal in einem Rutsch gelesen. Man bekommt eine Vorstellung von dem, was war und was kommen könnte, wenn es wiederentdeckt würde.
Vom Schreibstil her ist es schon fast kindgerecht gehalten. Nur die Beschreibung der Vergangenheit durch Tante Ida wirkt etwas martialisch.
Aber apropos Kind. Wie alt ist die Tochter Julie eigentlich?

Liebe Grüße,
Rainer Zufall
 

ahorn

Mitglied
Hallo tantan1234, hallo Rainer Zufall,
ich denke, die Einleitung könnte man deutlich kürzer fassen, um schneller in die Geschichte hineinzukommen.
Kann man. Jedoch bin ich der Auffassung, dass die Geschichte eine gefühlsbetonte Einleitung eines "jungen Mädchens" verkraftet.
Im weiteren Verlauf verliert sich der Text zuweilen zu sehr in Details. Einige für die Geschichte wichtige Details müssen natürlich Erwähnung finden.
Da stimme ich zu.
Schwerpunkte setzen.

Julie antwortete, indem sie auf eine Gestalt zeigte, die neben dem Brunnen im Blumenbeet kniete. Tante Ida war anscheinend gerade dabei die abgeblühten Blumen aus dem Beet herauszunehmen.
Julie entdeckte eine für sie alte, am Brunnen kniende Gestalt, die abgeblühte Blumen aus einem Blumenbeet zog.

Als sie bemerkte, dass sie Besuch bekommen hat, stand sie vorsichtig auf, indem sie sich auf einen Stock stützte, der neben ihr lag.
Als diese sie bemerkte, stützte sie sich Besuch auf einen Stock ab und stand behäbig auf.

Langsam, aber für ihr stolzes Alter sehr sicher, ging sie auf Julie und ihre Eltern zu. Schon kurz vor dem Ziel breitete sie die Arme aus.
Langsam, jedoch sicheren Schrittes, ging sie zu Julie und ihre Eltern, wobei sie ihre Arme ausbreitete.

„Wie schön, dass ihr endlich da seid. Ich konnte es kaum erwarten. Um mich zu beruhigen KOMMA habe ich dann angefangen KANN KOMMA das Blumenbeet zu pflegen.“
„Na KOMMA wenn du meinst , Ida.“
„Ja, das meine ich und jetzt kommt , PUNKT kommt. Kommt! Ich mache euch einen Tee. Ihr hattet doch eine lange Anreise. Euer Gepäck könnt ihr später noch reinbringen.“
Haben sie ihr gesagt, dass sie das Gepäck reinholen wollen.

Sie gingen alle über die große Haupttreppe in das Haus und waren im Eingangsbereich. Hier war alles verstaubt. An der einen Wand hing ein großer Spiegel. Doch er hatte schon Flecken. Darunter stand ein altertümlicher Tisch. Darauf eine große Vase mit vertrockneten Blumen darin. Auf der anderen Seite der Wand stand ein alter verzierter Schrank aus dunklem Holz. Die großen Fenster, die man von außen gesehen hatte, waren alle hinter dunklen Vorhängen versteckt. Von der Decke hing ein mit Spinnenweben versehener Kronleuchter herunter. Früher musste er wunderschön gewesen sein. Aber die Steine, mit denen der Kronleuchter verziert war, waren mittlerweile stumpf, glänzten nicht mehr und auch die Goldelemente waren mittlerweile verblichen.
Schulaufsatz!
Beschreibung der Örtlichkeiten sind wichtig, jedoch ist der Anlass für dergleichen ausschlaggebend.
Möchte ich Stimmungen, Gefühle untermalen oder Sachen beschreiben, die ich später noch benötige.
Beim Ersten ist alles erlaubt, was die Stimmung darstellt. Untermale mit bildhaften Adjektiven. (Groß und dunkel gehören nicht dazu)
Schreibe aus Sicht deines Charakters.
Die musealen Möbel der Großtante erdrückten sie.
Zum Zweiten:
Beschreibe Dinge, die außerhalb der Norm sind. Das eine 104-jährige in einem noch ältern Haus keine Avantgarde Möbel hat, ist klar.
Beschreibe Sachen, die du später noch brauchst. Wenn dieses ein Spiegel ist okay.
Schreibe jedoch dynamisch nicht statisch.
Julie interessierte sich für einen wandhohen Spiegel. Sie schwang den Rock ihres blütenweißen Rüschenkleides, dreht sich. Oder Julie interessierte sich für einen wandhohen Spiegel. Sie lehnte sich vor und drückte einen ihrer Pickel aus.
Nebeneffekt. Der Leser erfährt mehr über ihr Alter. (Junges Mädchen – Teenager)
Ihr Vater strich über einen mit Ornaten verzierten, Tropenholz Schrank „Ida, wann hast du das letzte Mal staubgewischt?“

„Eure Jacken könnt ihr gerne auf den Stuhl da drübenlegen. Wir werden den Schrank ausräumen und Platz für euch schaffen. Aber dazu bin ich noch gar nicht gekommen. Hier gibt es immer etwas zu tun , wie ihr euch bestimmt denken könnt. Aber gehen wir doch erst mal in die Küche. Dann könnt ihr mir von eurer Fahrt berichten.“
Tragen sie Jacken? Wenn du den Stuhl vorher definiert hast, kannst du diesen gerne nehmen, ansonsten wäre es von Vorteil, wenn Ida an diesen herantritt. Warum Schrank ausräumen? Hat sie nur eine? Lasst uns erst mal in die Küche gehen. Beim Tee erzählt ihr mir von eurer Fahrt.

- Fortsetzung folgt - ;)

Gruß
Ahorn
 

ahorn

Mitglied
Sie folgten ihr durch die Tür, die sich hinten Rechts im Eingangsbereich befand.
Was ist der Eingangsbereich. Spielt dieser eine entscheidenden Rolle?
Sie folgten ihr in die Küche.
Auch hier bot sich kein anderes Bild als schon zuvor.
Was für ein Bild bot sich zuvor, außer das es staubig war?

Vom Küchenfenster aus konnte man in den hinteren Teil des Gartens schauen.
Man man’t nicht, es sei denn, es geht gar nicht anders. Du hast zwischenzeitlich vier handelnde Personen.
Vom Küchenfenster aus konnte Julie in den Garten schauen / blicken. oder
Vom Küchenfenster aus blickte / schaute Julie in den Garten.

man kam über eine große Terrasse und wieder eine Treppe in den Garten. Dieser zog sich so weit nach hinten, dass man das Ende nur erahnen konnte. Links im Garten befand sich ein Pavillon, dessen Balken mit schönen Blumenmustern verziert waren. Aber auch ihm sah man das Alter an. Dennoch konnte man sich vorstellen, wie schön er einmal gewesen sein musste. An manchen Stellen waren noch Reste von Farben vorhanden. Im restlichen Garten waren alte Eichen verteilt. Sie mussten schon ewig den Garten verziert haben, denn ihre Baumstämme waren mächtig und die Baumkronen wollten nicht enden. In der Mitte des Gartens befand sich ein leerer Swimmingpool. Ähnlich wie beim Brunnen hat auch hier das Moos die Wände befallen.
Von dem man mal abgesehen. Ist die Beschreibung des Gartens an dieser Stelle wirklich derart wichtig, oder wäre es nicht angebracht, dass Julie, nach dem Tee einen Spaziergang unternimmt. ;)

Tante Ida ging an ihren altertümlichen Ofen und schürte ein das Feuer, wobei Julie gar nicht mitbekommen hatte, wo Ida ein Feuerzeug oder Streichhölzer geholt hatte. Die Flamme war einfach da.
Was ist ein altertümlicher Ofen – von den Römern? Wenn Ida das Feuer schürt, dann war im Ofen Glut, somit braucht sie kein Streichholz.


Aber vielleicht war sie zu sehr vom Anblick des Gartens abgelenkt gewesen.
Welchen Anblick hat sie gesehen? Man hat es gesehen. :)

Tante Ida füllte eine Teekanne Wasserkessel mit Wasser und stellte diesen auf den Ofen.
Julie hoffte, dass sie hier einen elektrischen Ofen einbauen würden, sobald sie endgültig eingezogen waren.
Endlich? Soweit ich Julie interpretiert habe, ist sie nicht begeistert, somit kann es ihr schnuppe sein, ob ein anderer Herd aufgestellt wird.

während das Wasser kochte, führte Tante Ida ihre drei Besucher im unteren Geschoss herum.
Während das Wasser kocht? Wenn das Wasser kocht, dann sollte sie wieder am Herd sein.

Danach führte ihr Weg sie wieder zurück in den Eingangsbereich KOMMA wo sie auf die linke Seite wechselten und im Wohnzimmer angelangten waren.

hier standen mehrere Sofas sowie ein schwarzes Klavier. Von den Fenstern aus konnte man wieder in den Garten schauen.
Sie blieb an dem Bild hängen.
Wat für aan scharfkantijer Rahmen. Stehen!
Großtante Ida bemerkte dies und kam zu ihr.
Ob Ida dieses bemerkte, kann Julie nur behaupten, wenn diese es ihr berichtet hat.
Großtante Ida kam auf sie zu.


„Da siehst du fast ein wenig aus wie Mum KOMMA finde ich.“
Oder um es zu unterstreichen:
PUNKT Finde ich.
Oder als einfache Aussage:
Finde ich KOMMA da siehst ...

„Ja, da hast du Recht. Eine wunderschöne Frau deine Mum.“ Lachend ging Ida weiter KOMMA um die Tour zu beenden, da der Wasserkessel pfiff.
Ganz schön eingebildet diese Ida. :)
Endlich ist der Wasserkessel da. Jedoch wenn er pfeift, geht sie bestimmt nicht weiter, um die Tour zu beenden.

- Fortsetzung folgt - ;)

Gruß
Ahorn
 

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