faschingsfrüchtchen

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rogathe

Mitglied
“faschingsfrüchtchen”
geerntet per kaiserschnitt
wiegen wir dich
vorerst in gnädigen nebel gehüllt
du wirst noch beizeiten klar sehen &
deine sinne schärfen
für das leise plopp der sich öffnenden knospe
für die trauer des goldfischs im teich
dem ein reiher den bruder entriss
für die wachsende herde blauer eiskälber
die sich unaufhaltsam das steile ufer hinauf frisst
wo einer den schlapphut mit herzjodler hochwirft
und springt -
während die elstern im stählernen himmel lästern
wirst du selber konturen schnitzen + spuren ritzen
den kühlen zinnbecher an den lippen
der wein so anders schmecken lässt
du wirst jenen argwöhnen
die drinnen an stäben der käfige rütteln
sich draußen dann ängstlich dran klammern
und wirst das elastische steinschlagnetz loben
 

Perry

Mitglied
Hallo rogathe,

der Mensch, aus einer "(Faschings)Laune heraus geboren als Tod- und Heilsbringer der Natur. Ein interessanter Ansatz, auch wenn mir die Bildsprache dann doch stellenweise etwas zu sehr streut.
LG
Manfred
 
Hallo rogathe,
mir gefällt Die Gedicht sehr, besonders die Zeile "sich draußen dann ängstlich dran klammern" (als Zeichen der Angst vor Freiheit, die offenbar zurzeit sehr verbreitet ist).
Kompliment.
Gruß
Karl
 


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