Ferdinand schleift eine Lupe und betrachtet surreale Zahlen auf dem Zahlenstrahl

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Bernd

Foren-Redakteur
Teammitglied
Ferdinand sitzt schweigend in der Stube
und er schleift an einer neuen Lupe,
und er schleift mit großer Präzision,
doch das ahntet ihr gewisslich schon.

Ferdinand nimmt einen Kollimator
und er schaltet noch ein Aplanat vor.
Und er schaltet, ihm gebührt Applaus,
noch die Unbestimmtheit völlig aus.

Ferdinand macht zahllose Versuche
und er putzt die Lupe mit dem Tuche,
denn er will etwas Besondres finden,
will das kleinste Kleine sich ergründen.

Ferdinand malt rasch eine Gerade
sorgfältig auf die Bürofassade,
wohlgeordnet alle Zahlen fassen.
Und er sieht: Die ganzen Zahlen passen,

rationale und reelle Zahlen,
alle will er bis zum Abend malen;
und er sieht: Die Zahlen liegen dicht,
und er schaut mit Lupe und mit Licht.

Seine Lupe gibt ihm Kraft, zu sehen,
endlich kann er all das Zeugs verstehen.
Selbst unendlich kleine Intervalle
zeigen alle Zahlen, wirklich alle.
 
Zuletzt bearbeitet:

SánchezP

Mitglied
Hallo Bernd,

flott geschrieben, schöne Pointe und mathematisch gibt es auch nichts auszusetzen ;). Gefällt mir sehr gut!

Viele Grüße
Sánchez
 

Bernd

Foren-Redakteur
Teammitglied
Danke, Sánchez.
Das besondere hier ist ja "unendlich kleine Intervalle" - es sind keine Punkte.
 

SánchezP

Mitglied
Genau, jedes noch so kleine nicht-einpunktige Intervall reeller Zahlen hat ja bereits die Mächtigkeit des Kontinuums.
 


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