Fernweh

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Scal

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Der Fremde mit dem weißen Hemd und in dunkler Hose (warum denke ich ans Buch Mormon – soll ich den Gedanken besser wegbugsieren?) hat mit seiner rechten Hand das Objektiv der Kamera umfasst. Nun hebt er die ganze Gerätschaft hoch, mit beiden Händen, und führt sie an sein rechtes Auge heran. Sehr ruhig steht er da.
Plötzlich entfährt ihm ein ungewöhnlich langgezognes mmmmmmm....
.Jetzt starrt er zu mir wie einer, der vom Echo seines eigenen Rufes überrascht ist. Ich lächle ihn an und wende mich alsdann in die Richtung, in die er seine Nokia, wie ich bemerkte, hinokulierte.
Da sitzt ein Pärchen, das sich innigst küsst.
Er aber, der Fremde – ich drehte mich zurück – zeigt mir seinen Rücken und macht Schritt um Schritt.
 

johP

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Ruft unwillkürlich ein schmunzeln hervor. Wandte er sich ab, weil die aussicht verküßt war, oder weil er sich ertappt fühlte . . .
 

wirena

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@johP - nun, vielleicht auch aus Respekt - wollte durch seine Anwesenheit nicht stören -. Er muss ja kein Voyeur sein, auch wenn er Fotograf ist -
 

johP

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@wirena

könnte auch sein . . .

Mir gefällt diese (gedichtete) momentaufnahme auch deshalb, weil sie viele türen aufstößt - wie es bei guter kurzprosa wünschenswert ist - und hier offensichtlich gelungen ist
 



 
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