Finsternis

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Manche Nächte sind finster, finsterer als manch andere Nächte. Sie liegen dar, gar entblößend und umgeben dich, sie sind bedenklich und doch dein in deinem Ich.
Ich fahre auf einer Landstraße. Sie ist nicht beleuchtet, sie ist im Scheinwerferlicht meines Autos in gewisser Weise gar nicht zu erkennen und doch entgegenkommend, aber keinesfalls aufdringlich, fast schon bedeutungslos ist sie einfach nur vorhanden. Ich fahre über ihre gemalten Linien, ohne dass ich ein Gefühl der Verbundenheit auf ihrem Zwielicht erkenne. Wie sanfte Gefühle einer Sterblichkeit, restlos am Leben montiert. Im Rückspiegel verliert sich das Licht auf dem Asphalt in der Dunkelheit. Gesichter aus Früher betreffen mich. Rötlich sehe ich die Schwärze der Nacht für Augenblicke, dann ist es vorüber, das Stück Weg entfallen, für mich und meine Reise, als wäre nichts gewesen. Und dazwischen war ich, und manchmal aber auch ein paar andere…
 

Kaetzchen

Mitglied
Hallo Gernot Jennerwein

Ich mag die Kurzprosa, wenn sie keine langen Dialoge und ungewöhnliche Handlungen oder Situationen beschreibt, sondern mit bildhafter Sprache einen Augenblick preisgibt, von den inneren Gefühlen geleitet. Ich finde, dann hebt sie sich von der Kurzgeschichte ab.
Finsternis erlebe ich auch manchmal in mir, doch zu meiner Erleichterung wird es bald wieder hell.
Gern gelesen und daraus gelernt.
Gruß
Kaetzchen
 

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