Flucht über die Nordsee 88. High Noon mit dem Marshall

ahorn

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High Noon mit dem Marshall

Die Sanitäter trugen den auf der Trage liegenden Herr van Düwen die Treppe herunter, der Arzt mit geschulterten Rucksack folgte, gefolgt von Nicolette sowie Svenja.
Das Rettungsteam verließ die Villa und Svenja packte den Oberarm von Nicolette. »Alina wurde entführt?«
»Ja!«, schrie Nicolette. »Wie ein Fluch und immer ist ein Tütken dabei.«
»Wie?«
»Erst seine Frau, dann seine Tochter, danach seine Enkeltochter und jetzt ...«, schäumte Nicolette.
»Urenkel?«, vervollständigte Svenja den Satz.
»Ja! Nein!« Nicolette steckte ihre Arme nach oben. »Es war ein Gerücht in der Lehrerschaft.«

Svenja rannte los. Sie braucht Nicolette nicht weiter zuzuhören. Das letzte Puzzlestück passte perfekt. Es ging nie um sie, sondern immer um Alina. Die mysteriöse Jannette, die van Düwens, die Tütkens, sowie die Loibl alles schloss sich zusammen. Sogar Lisselotte Franziskas Schwester flocht sie mit ein. Warum verließ eine Frau das elterliche Heim? Ehre! Matthias Worte erklangen in ihren Gehirnwindungen.
Alfons und Nahne waren bis zum Tode Freunde und befreundet mit van Düwens. Lisselotte hatte ein Kind geboren. Der Vater, Svenjas Herz klopfte.
Sie rannte, stolperte über die hohen Absätze, schlug auf dem Weg auf. Obendrein rutschte sie über den Kies, bis ihre Knie bluteten. Sie zerrte die Schuhe von ihren Füßen, warf sie ins Gebüsch, stand auf und stürmte weiter.
Karl! Blut ist dicker als Wasser – wer sich liebt, der neckt sich. Joos nahm die Vaterschaft auf sich. Die alte geldgierige Mükke, welche ihren Mann um die Ecke gebracht hatte, zwang ihre Tochter das Kind als das ihrige anzunehmen. Für Bares! Die Ehe mit einem van Düwen bescherte ihnen Reichtum.

Svenja dachte an Klara. Wie lange hielt es eine Mutter aus, getrennt von ihrem Kind aus. Lisselotte entführte ihre Tochter, ein Unterfangen, welches ihr misslang. Wohin wollte sie ihr Kind verbringen? Weg weit weg. Südostasien! Dann war Sophia, Nahnes Tochter, somit Bärbels Schwester lediglich verschollen. Der Tausch der Identität ein Mittel zum Zweck, wie bei Tami und ihr am gestrigen Tag.
Das nächste Stück flutschte in seine Lücke. Lisselotte war bei Bärbel in der Schuld. Die Novizin Bärbel bekam ein Kind. Der Erzeuger erneut Karl. Die Schlussfolgerung lag auf der Hand.

Svenja blieb stehen, stützte sich auf den blutenden Knien ab. Sie betrachtete ihre blutroten Handflächen.
Zeitfehler! Erst ist Sophia mit Doc nach Südostasien. Obendrein nahmen sie Bärbels Kind als das Ihrige an. Dann drängte es ihr zum eigenen Spross. Sie koren Südafrika zum Fluchtziel aus. Es waren alles Gefühle, das Herz regiert den Verstand.
Die Annahme des Lehrstuhls, den Karl eher wider fahrig ausgeübt hatte. Die gemeinsame Wohnung in Bremen, nur geplant damit sich die Familie vereinte. Dann der Unfall! Sophias Tod, Tanja Tod, allein das Enkelkind lebte. Nein! Zwei Enkelkinder lebten. Ein weiteres Mal den gleichen Fehler machen? Nein! Das Kind musste in einen sicheren Hafen. Der sicherste Ort war der von Freunden. Die Oberländer hielten zusammen. Ihrem Dunstkreis entwisch niemand, drang einzig der ein, welcher geladen war.
Ihre Gedanken schlugen Purzelbaum, wie die Beine unter ihrem Oberkörper.

»Hey Svenja willst den Mädchen im Internat die Schau stehlen?«
»Wie?«
»Ey! In den Klamotten aus‘nem Museum!«
»Weg«, keuchte Svenja. »Entführt« – »Alina«
Tami warf die Kadesche in die Putzkiste, trat auf Svenja zu und fasste ihre Hand. »Wie? Wer? Was?«
Svenja berichte ihr knapp was geschehen war.
Tami schlug sich an die Stirn. »Jetzt verstehe ich.«
»Was?«
»Warum Joos so aufgebracht war. Richtig aus dem Häuschen.«
Svenja erfasste Tamis linke Schulter. »Er war bei dir?«
»Eigentlich wollte ich ihm sagen, dass wir Aaron alles erklärt haben und Joos ebenfalls die Wahrheit erzählen.«
»Ist jetzt unwichtig«
Tami presste ihre Lippen und nickte. »Hat er ebenso gesagt. Dann mich gefragt, ob ich gut reiten könnte und mich dann gebeten«, sie klopfte auf den Hals der Stute, »mit Mayfair, Thor an eine Brücke unweit einer Scheune zu bringen«, dabei wies sie gen Horizont.
»Thor?«
»Ein rassiger Araber! Ey! War nicht leicht, den zu bändigen. Ich musste ganze Zeit in Schritt.«
»Wie weit, wie lange?«
Tami zuckte mit den Schultern. »Wie gesagt hin Schritt«, sie kreiste mit der Hand um ihren Oberkörper, »zurück einen Ausritt. Na ja gute zehn Minuten im Galopp. Warum? Dies ist Sache der Bullen und Joos ist die Polizei.«
»Ich hab es im Gefühl, dass irgendetwas Schauderhaftes passiert ist. Wissen seine Kollegen, wo er ist?«
Tami zuckte mit den Schultern.
Svenja zupfte an ihrem Ohrläppchen. »Könntest du ihnen es beschreiben?«
Den linken Mundwinkel emporgezogen, schüttelte Tami mit ihren Kopf.
»Dein Handy können sie orten?«
»Und deins Svenja?«
»Ich hab es in meinem Zimmer liegen gelassen!«
»Dein Zimmer?«
»Reden wir später drüber.«

Tami sah auf und deutete gen Gatter. »Thor!«, schrie sie und rannte auf das Pferd zu.
Svenja hinterher. Ihre Freundin empfing Thor, indem sie seine Mähne streichelte. »Was hat er mit dir gemacht, du bist ja ganz nass.«
Sie nahm ihn am Zügel, führte ihn zum Stall.
Svenja verharrte zuerst, dann rannte sie auf Tami zu, packte sie am Oberarm. »Wir wollten zur Brücke?«
»Erst muss ich Thor versorgen.«

»Ich kann mir auch ein Fahrrad holen, dann fahr ich allein, ich hasse eh Pferde«, geiferte Svenja sie an.
»Gut, zumindest nehme ich den Sattel ab, gebe Thor Wasser und du«, sie wies auf eine Decke, »legst Mayfair die Satteldecke auf.«
»Ich?«, gluckste Svenja.
»Sie beißt nicht!«
Tami sattelte ab, während sich Svenja an Mayfair anschlich.

Tami saß zu Ross. »Komm, gib mir deine Hand?«
»Da hoch?«
»Du willst zur Brücke?«, schnauzte Tami und verdrehte ihre Augen. »Du stellst dich an. Halt dich an mir fest und Bein hinauf.«
In Positur umklammerte Svenja die Taille der Freunde. Tami schnalzte und drückte ihre Schenkel gegen den Rumpf des Pferdes.
»Aber nicht so schnell«, schrie Svenja mit angsterfüllter Stimme.

Den rechten Arm fest um Tamis Bauch schwang Svenja den Linken wie ein Rodeoreiter. »Schneller!«
Ihr Becken im Takt des trabenden Pferdes wippend, faste sich Tami an den Schritt. »Geht nicht, ich habe ein kleines Problem?«
»Welches? Schneller? Was machst du da?«
Ihr Gesicht vom Schmerz verzerrt stöhnte Tami und wandte sich ihrer Freunden zu. »Jetzt gehts«, jubilierte sie, zwinkerte und gab Mayfair die Sporen.

Svenja rutschte vom Pferd. »Ist das Joos Wagen?«
»Ja«, gab Tami zu verstehen und stieg von Mayfair.
»Niemand da!«
Tami schritt, wie John Wayne zum letzten Gefecht, das Ross am Zügel zu einem Baum und band die Stute fest. »Ich schaue mich weiter hinten um. Du checkst das Auto!«
Svenja öffnete die Fahrertür, beugte sich in das Gefährt. Ein Schlag traf sie im Genick, dann schwanden ihr die Sinne.


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High Noon mit dem Marshall

Die Sanitäter trugen den auf der Trage liegenden Herr van Düwen die Treppe herunter, der Arzt mit geschulterten Rucksack folgte, gefolgt von Nicolette sowie Svenja.
Das Rettungsteam verließ die Villa und Svenja packte den Oberarm von Nicolette. »Alina wurde entführt?«
»Ja!«, schrie Nicolette. »Wie ein Fluch und immer ist ein Tütken dabei.«
»Wie?«
»Erst seine Frau, dann seine Tochter, danach seine Enkeltochter und jetzt ...«, schäumte Nicolette.
»Urenkel?«, vervollständigte Svenja den Satz.
»Ja! Nein!« Nicolette steckte ihre Arme nach oben. »Es war ein Gerücht in der Lehrerschaft.«

Svenja rannte los. Sie braucht Nicolette nicht weiter zuzuhören. Das letzte Puzzlestück passte perfekt. Es ging nie um sie, sondern immer um Alina. Die mysteriöse Jannette, die van Düwens, die Tütkens, sowie die Loibl alles schloss sich zusammen. Sogar Lisselotte Franziskas Schwester flocht sie mit ein. Warum verließ eine Frau das elterliche Heim? Ehre! Matthias Worte erklangen in ihren Gehirnwindungen.
Alfons und Nahne waren bis zum Tode Freunde und befreundet mit van Düwens. Lisselotte hatte ein Kind geboren. Der Vater, Svenjas Herz klopfte.
Sie rannte, stolperte über die hohen Absätze, schlug auf dem Weg auf. Obendrein rutschte sie über den Kies, bis ihre Knie bluteten. Sie zerrte die Schuhe von ihren Füßen, warf sie ins Gebüsch, stand auf und stürmte weiter.
Karl! Blut ist dicker als Wasser – wer sich liebt, der neckt sich. Joos nahm die Vaterschaft auf sich. Die alte geldgierige Mükke, welche ihren Mann um die Ecke gebracht hatte, zwang ihre Tochter das Kind als das ihrige anzunehmen. Für Bares! Die Ehe mit einem van Düwen bescherte ihnen Reichtum.

Svenja dachte an Klara. Wie lange hielt es eine Mutter aus, getrennt von ihrem Kind aus. Lisselotte entführte ihre Tochter, ein Unterfangen, welches ihr misslang. Wohin wollte sie ihr Kind verbringen? Weg weit weg. Südostasien! Dann war Sophia, Nahnes Tochter, somit Bärbels Schwester lediglich verschollen. Der Tausch der Identität ein Mittel zum Zweck, wie bei Tami und ihr am gestrigen Tag.
Das nächste Stück flutschte in seine Lücke. Lisselotte war bei Bärbel in der Schuld. Die Novizin Bärbel bekam ein Kind. Der Erzeuger erneut Karl. Die Schlussfolgerung lag auf der Hand.

Svenja blieb stehen, stützte sich auf den blutenden Knien ab. Sie betrachtete ihre blutroten Handflächen.
Zeitfehler! Erst ist Sophia mit Doc nach Südostasien. Obendrein nahmen sie Bärbels Kind als das Ihrige an. Dann drängte es ihr zum eigenen Spross. Sie koren Südafrika zum Fluchtziel aus. Es waren alles Gefühle, das Herz regiert den Verstand.
Die Annahme des Lehrstuhls, den Karl eher wider fahrig ausgeübt hatte. Die gemeinsame Wohnung in Bremen, nur geplant damit sich die Familie vereinte. Dann der Unfall! Sophias Tod, Tanja Tod, allein das Enkelkind lebte. Nein! Zwei Enkelkinder lebten. Ein weiteres Mal den gleichen Fehler machen? Nein! Das Kind musste in einen sicheren Hafen. Der sicherste Ort war der von Freunden. Die Oberländer hielten zusammen. Ihrem Dunstkreis entwisch niemand, drang einzig der ein, welcher geladen war.
Ihre Gedanken schlugen Purzelbaum, wie die Beine unter ihrem Oberkörper.

»Hey Svenja willst den Mädchen im Internat die Schau stehlen?«
»Wie?«
»Ey! In den Klamotten aus‘nem Museum!«
»Weg«, keuchte Svenja. »Entführt« – »Alina«
Tami warf die Kadesche in die Putzkiste, trat auf Svenja zu und fasste ihre Hand. »Wie? Wer? Was?«
Svenja berichte ihr knapp was geschehen war.
Tami schlug sich an die Stirn. »Jetzt verstehe ich.«
»Was?«
»Warum Joos so aufgebracht war. Richtig aus dem Häuschen.«
Svenja erfasste Tamis linke Schulter. »Er war bei dir?«
»Eigentlich wollte ich ihm sagen, dass wir Aaron alles erklärt haben und Joos ebenfalls die Wahrheit erzählen.«
»Ist jetzt unwichtig«
Tami presste ihre Lippen und nickte. »Hat er ebenso gesagt. Dann mich gefragt, ob ich gut reiten könnte und mich dann gebeten«, sie klopfte auf den Hals der Stute, »mit Mayfair, Thor an eine Brücke unweit einer Scheune zu bringen«, dabei wies sie gen Horizont.
»Thor?«
»Ein rassiger Araber! Ey! War nicht leicht, den zu bändigen. Ich musste ganze Zeit in Schritt.«
»Wie weit, wie lange?«
Tami zuckte mit den Schultern. »Wie gesagt hin Schritt«, sie kreiste mit der Hand um ihren Oberkörper, »zurück einen Ausritt. Na ja gute zehn Minuten im Galopp. Warum? Dies ist Sache der Bullen und Joos ist die Polizei.«
»Ich hab es im Gefühl, dass irgendetwas Schauderhaftes passiert ist. Wissen seine Kollegen, wo er ist?«
Tami zuckte mit den Schultern.
Svenja zupfte an ihrem Ohrläppchen. »Könntest du ihnen es beschreiben?«
Den linken Mundwinkel emporgezogen, schüttelte Tami mit ihren Kopf.
»Dein Handy können sie orten?«
»Und deins Svenja?«
»Ich hab es in meinem Zimmer liegen gelassen!«
»Dein Zimmer?«
»Reden wir später drüber.«

Tami sah auf und deutete gen Gatter. »Thor!«, schrie sie und rannte auf das Pferd zu.
Svenja hinterher. Ihre Freundin empfing Thor, indem sie seine Mähne streichelte. »Was hat er mit dir gemacht, du bist ja ganz nass.«
Sie nahm ihn am Zügel, führte ihn zum Stall.
Svenja verharrte zuerst, dann rannte sie auf Tami zu, packte sie am Oberarm. »Wir wollten zur Brücke?«
»Erst muss ich Thor versorgen.«

»Ich kann mir auch ein Fahrrad holen, dann fahr ich allein, ich hasse eh Pferde«, geiferte Svenja sie an.
»Gut, zumindest nehme ich den Sattel ab, gebe Thor Wasser und du«, sie wies auf eine Decke, »legst Mayfair die Satteldecke auf.«
»Ich?«, gluckste Svenja.
»Sie beißt nicht!«
Tami sattelte ab, während sich Svenja an Mayfair anschlich.

Tami saß zu Ross. »Komm, gib mir deine Hand?«
»Da hoch?«
»Du willst zur Brücke?«, schnauzte Tami und verdrehte ihre Augen. »Du stellst dich an. Halt dich an mir fest und Bein hinauf.«
In Positur umklammerte Svenja die Taille der Freunde. Tami schnalzte und drückte ihre Schenkel gegen den Rumpf des Pferdes.
»Aber nicht so schnell«, schrie Svenja mit angsterfüllter Stimme.

Den rechten Arm fest um Tamis Bauch schwang Svenja den Linken wie ein Rodeoreiter. »Schneller!«
Ihr Becken im Takt des trabenden Pferdes wippend, faste sich Tami an den Schritt. »Geht nicht, ich habe ein kleines Problem?«
»Welches? Schneller? Was machst du da?«
Ihr Gesicht vom Schmerz verzerrt stöhnte Tami und wandte sich ihrer Freunden zu. »Jetzt gehts«, jubilierte sie, zwinkerte und gab Mayfair die Sporen.

Svenja rutschte vom Pferd. »Ist das Joos Wagen?«
»Ja«, gab Tami zu verstehen und stieg von Mayfair.
»Niemand da!«
Tami schritt, wie John Wayne zum letzten Gefecht, das Ross am Zügel zu einem Baum und band die Stute fest. »Ich schaue mich weiter hinten um. Du checkst das Auto!«
Svenja öffnete die Fahrertür, beugte sich in das Gefährt. Ein Schlag traf sie im Genick, dann schwanden ihr die Sinne.

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