Flüchtlinge

Papiertiger

Mitglied
Letztens unterhielt ich mich mit einem Freund, ein älterer Herr, der sich beruflich mit Kranken und Unzufriedenen befasst. Er hatte einen Patienten. Dieser Mann stänkert über zu viele Ausländer in Deutschland. Er fühle sich nicht mehr sicher und fremd im eigenen Land. Wenn das so weitergehen würde, dann will er nach Indonesien auswandern. Mein väterlicher Freund sprach ihn auf diesen Widerspruch an, nun aus Frust über Flüchtlinge selbst zum Eindringling in eine fremde Kultur zu werden. Der Mann erkannte die Ironie nicht.

Viele Menschen flüchten. Oft und gerne vor komplizierten und unbequemen Fragen und vor Verantwortung. Sehr gerne wird in Phantasien geflüchtet. Wie der von einer glücklichen, perfekten Kindheit, als Mutti sich um alles kümmerte und man unangefochten im Zentrum der Aufmerksamkeit stand.
 

Ji Rina

Mitglied
Hallo Papiertiger,

Ich finde Argumente und Diskussionen über das Thema Flüchtlinge auch immer wieder interessant. Und überhaupt, die Entwicklung des Ganzen.

Meiner Erfahrung nach, denken die Deutschen, die Spanier und die Italiener, - die sich aufgrund der Flüchtlinge in ihrem eignen Land nicht mehr sicher fühlen -, garnicht daran ihr eigenes Land zu verlassen. Sie wollen nur, dass die anderen gehen.

Ja, es gibt welche, die sagen “das ist mir alles zu kaotisch geworden”, da wander ich lieber aus. Aber meistens sind es diejenigen, die bereits im Ausland gelebt haben, und sich dort einen “entspannteren Lebensstil” erhoffen, mit weniger Stress, weniger Arbeit, etc….

Was ich in dieser Kurzprosa so ein bisschen vermisse, ist “eine kleine Geschichte”. Für mich ist es mehr, ein Statement. (Wenn auch nicht uninteressant).:)

Mit Gruss, Ji
 

Franke

Foren-Redakteur
Teammitglied
Hallo Papiertiger,

der erste Absatz gründet in der Aussage "Alle Menschen sind Ausländer". Das sollte eigentlich jedem vernünftigen Zeitgenossen klar sein.

Der zweite Absatz trennt sich für meinen Geschmack zu sehr von der Grundaussage. Die Flucht vor Verantwortung kann z.B. nicht mit der Flucht vor Hunger, Verfolgung oder Krieg verglichen werden. Ich würde das eher als Luxusproblem bezeichnen.

Der Text hat zwar eine vermeintliche Handlung, aber keine, die den Leser mit hineinzieht. Man kommt sich eher als unbeteiligter Beobachter vor und das ist hier etwas schade.

Wie Ji Rina schon geschrieben hat: Eher ein Statement als eine Kurzprosa.

Liebe Grüße
Manfred
 

Papiertiger

Mitglied
Hallo Papiertiger,

Ich finde Argumente und Diskussionen über das Thema Flüchtlinge auch immer wieder interessant. Und überhaupt, die Entwicklung des Ganzen.

Meiner Erfahrung nach, denken die Deutschen, die Spanier und die Italiener, - die sich aufgrund der Flüchtlinge in ihrem eignen Land nicht mehr sicher fühlen -, garnicht daran ihr eigenes Land zu verlassen. Sie wollen nur, dass die anderen gehen.

Ja, es gibt welche, die sagen “das ist mir alles zu kaotisch geworden”, da wander ich lieber aus. Aber meistens sind es diejenigen, die bereits im Ausland gelebt haben, und sich dort einen “entspannteren Lebensstil” erhoffen, mit weniger Stress, weniger Arbeit, etc….

Was ich in dieser Kurzprosa so ein bisschen vermisse, ist “eine kleine Geschichte”. Für mich ist es mehr, ein Statement. (Wenn auch nicht uninteressant).:)

Mit Gruss, Ji
Hallo Papiertiger,

Ich finde Argumente und Diskussionen über das Thema Flüchtlinge auch immer wieder interessant. Und überhaupt, die Entwicklung des Ganzen.

Meiner Erfahrung nach, denken die Deutschen, die Spanier und die Italiener, - die sich aufgrund der Flüchtlinge in ihrem eignen Land nicht mehr sicher fühlen -, garnicht daran ihr eigenes Land zu verlassen. Sie wollen nur, dass die anderen gehen.

Ja, es gibt welche, die sagen “das ist mir alles zu kaotisch geworden”, da wander ich lieber aus. Aber meistens sind es diejenigen, die bereits im Ausland gelebt haben, und sich dort einen “entspannteren Lebensstil” erhoffen, mit weniger Stress, weniger Arbeit, etc….

Was ich in dieser Kurzprosa so ein bisschen vermisse, ist “eine kleine Geschichte”. Für mich ist es mehr, ein Statement. (Wenn auch nicht uninteressant).:)

Mit Gruss, Ji
Hallo Ji,

vielen Dank für das Feedback. Ich experimentiere gerade, um herauszufinden, wie kurz eine Geschichte sein darf, um etwas zu taugen. Wenn dabei die Handlung fehlt ist es als Leser langweilig, das sehe ich ein.

Schöne Grüße

Papiertiger
Hallo Papiertiger,

der erste Absatz gründet in der Aussage "Alle Menschen sind Ausländer". Das sollte eigentlich jedem vernünftigen Zeitgenossen klar sein.

Der zweite Absatz trennt sich für meinen Geschmack zu sehr von der Grundaussage. Die Flucht vor Verantwortung kann z.B. nicht mit der Flucht vor Hunger, Verfolgung oder Krieg verglichen werden. Ich würde das eher als Luxusproblem bezeichnen.

Der Text hat zwar eine vermeintliche Handlung, aber keine, die den Leser mit hineinzieht. Man kommt sich eher als unbeteiligter Beobachter vor und das ist hier etwas schade.

Wie Ji Rina schon geschrieben hat: Eher ein Statement als eine Kurzprosa.

Liebe Grüße
Manfred
Hallo Manfred,

vielen Dank für die Rückmeldung!

Ich finde, dass es kein Luxusproblem ist. Jeder Mensch ist verantwortlich für Flucht. Wenn der Westen Waffen in Krisengebiete liefert und die Wirtschaft in Afrika z.B. durch Billigfleisch überflutet, wenn Menschen so oft mit Auto, Flugzeug und Überkonsum den Klimawandel verstärken und wenn deutsche Unternehmer Flüchtlinge nutzen, um Löhne zu drücken, dann ist jeder einzelne eines dieser kleinen, störrischen Kinder. Mutti Merkel soll dann alles lösen bzw. man gibt ihr jegliche Schuld für alles Elend der Welt.

Schöne Grüße

Papiertiger



den
 

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